Psychologie
Wenn Schönheitsideale auf Mutterschaft treffen
Frauen werden während und nach der Schwangerschaft mit Schönheitsidealen konfrontiert. Diese können ihre Körperwahrnehmung beeinflussen. Welche gesundheitlichen Risiken durch übermäßigen Druck entstehen und wie Frauen damit umgehen können.

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Inhalte im Überblick
- Wie verändert sich das Körperbild in der Schwangerschaft?
- Welcher Druck lastet auf Frauen nach der Schwangerschaft?
- Wie hängt der Body-Mass-Index mit dem Körperbild zusammen?
- Welche Folgen können Schönheitsideale für Schwangere und Mütter haben?
- Unterstützt Sport das psychische Wohlbefinden?
- Was können Frauen für mehr gesunde Distanz zu Schönheitsidealen tun?
Wie verändert sich das Körperbild in der Schwangerschaft?
Die Forschung liefert keine eindeutige Antwort auf die Frage, wie sich das Körperbild während der Schwangerschaft verändert, also wie Frauen ihren Körper wahrnehmen, über ihn denken und sich darin fühlen. Einige Studien berichten von einer positiveren Wahrnehmung des eigenen Körpers, andere von einer negativeren, während weitere keine Unterschiede feststellen.
Eine Metaanalyse von 17 Studien zeigte insgesamt keinen statistisch signifikanten Unterschied in der Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper zwischen schwangeren und nicht schwangeren Frauen. Demnach scheint eine Schwangerschaft das Körperbild weder grundsätzlich zu verbessern noch zu verschlechtern.
Die Studienergebnisse machen deutlich, dass die Erfahrungen einzelner Frauen sehr unterschiedlich sind. Veränderungen des Körperbildes hängen vermutlich von zahlreichen individuellen Faktoren wie der Selbstakzeptanz ab.
Welcher Druck lastet auf Frauen nach der Schwangerschaft?
Frauen stehen nach der Geburt häufig unter gesellschaftlichem Druck, ihren Körper möglichst schnell wieder in die Form vor der Schwangerschaft zu bringen. Diese Erwartung kann mit einem negativeren Körperbild, einem geringeren Selbstwert und einer schlechteren Stimmung der Mütter einhergehen.
Eine systematische Übersichtsarbeit mit 55 Studien fand heraus, dass es mehrere Faktoren gibt, die das Körperbild der Mütter nach der Geburt beeinflussen können. Auf der sogenannten intrapersonalen Ebene, die Prozesse, Zustände und Vorgänge, die innerhalb einer einzelnen Person stattfinden, umfasst, gehören dazu Sorgen um das Gewicht und die Körperform, psychische Belastungen, Stress und die Sicht auf den eigenen Körper.
Auf der sozialen Ebene nennt die Studie vor allem Unterstützung oder fehlende Unterstützung durch Menschen im Umfeld, wie Freunde, Familie und den Partner oder die Partnerin, als Einflussfaktoren. Zudem können sich auf der gesellschaftlichen Ebene kulturelle Vorstellungen, Medien und Schönheitsnormen wie das Schlankheitsideal darauf auswirken, wie Frauen ihren Körper nach der Geburt bewerten.

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Wie hängt der Body-Mass-Index mit dem Körperbild zusammen?
Während der Schwangerschaft und nach der Geburt verändert sich das Körpergewicht deutlich, und das in relativ kurzer Zeit. Diese körperlichen Veränderungen können dazu führen, dass Frauen ihr Körperbild neu bewerten und ihren Körper anders wahrnehmen als vor der Schwangerschaft.
Theoretisch kann eine Gewichtszunahme dazu führen, dass Frauen stärker vom gesellschaftlichen Schlankheitsideal abweichen und ihren Körper dadurch kritischer beurteilen. Das Schönheitsideal kann während der Schwangerschaft aber auch an Bedeutung verlieren. Dadurch verändert sich die Körperunzufriedenheit bei manchen Frauen trotz Gewichtsveränderungen kaum oder gar nicht.
Eine Studie mit 136 Frauen zeigte, dass sich die Körperzufriedenheit drei bis sechs Monate nach der Geburt wieder dem Niveau vor der Schwangerschaft annäherte. Frauen mit höherem Body-Mass-Index waren während der Schwangerschaft – außer im letzten Schwangerschaftsdrittel – unzufriedener mit ihrem Körperbild als normalgewichtige Frauen. Die Aussagekraft ist aber eingeschränkt, da die Studie eine kleine Stichprobe und eine hohe Abbruchrate hatte.
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Welche Folgen können Schönheitsideale für Schwangere und Mütter haben?
Schönheitsideale wie das Schlankheitsideal können im Zusammenhang mit psychischen Belastungen stehen. Eine systematische Übersichtsarbeit zeigte, dass sich die Körperunzufriedenheit nach der Geburt in einigen Studien mit depressiven Symptomen überschnitt – auch für Angstsymptome fanden sich Verbindungen.
Eine Meta-Analyse mit 28 Studien bestätigt den Zusammenhang zwischen Körperbild und psychischer Gesundheit. Die Auswertungen zeigten eine Verbindung zwischen Körperunzufriedenheit und depressiven Symptomen in der Schwangerschaft und nach der Geburt. Körperideale könnten also die Körperwahrnehmung und damit auch das psychische Wohlbefinden beeinflussen.
Unterstützt Sport das psychische Wohlbefinden?
Bewegung senkt in der Schwangerschaft das Risiko für depressive Verstimmungen, Schwangerschaftsdiabetes, Rückenbeschwerden und eine übermäßige Gewichtszunahme. Zudem kann Sport das allgemeine Wohlbefinden fördern: Frauen, die aktiv bleiben, profitieren damit sowohl körperlich als auch psychisch von regelmäßiger Bewegung.
Auch für die Entwicklung des Kindes ist die körperliche Aktivität der Schwangeren wichtig. Sie unterstützt ein gesundes Umfeld im Mutterleib während der Organentwicklung des Babys. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Bewegung in der Schwangerschaft die Herz-Kreislauf-Gesundheit des Kindes bis ins Erwachsenenalter positiv beeinflussen könnte.
Wann ist der Bauch wieder flach nach der Schwangerschaft?
Viele Frauen fragen sich, ob der Bauch nach der Schwangerschaft wieder straff werden kann. Ob und wann das der Fall ist, ist aber sehr individuell. Allgemein gilt: Der Körper braucht nach der Geburt viele Wochen, um sich zurückzubilden. Dabei helfen ein behutsamer Einstieg in die Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. Der Gynäkologe oder die Gynäkologin ist ein guter Ansprechpartner für Tipps rund um Ernährung in der Schwangerschaft und einen belastungsarmen Sport nach der Entbindung.
Was können Frauen für mehr gesunde Distanz zu Schönheitsidealen tun?
Der Druck durch Schönheitsbilder begleitet viele Frauen in der Schwangerschaft und danach. Gerade dann ist es sinnvoll, den eigenen Körper weniger über äußere Ideale und mehr über das eigene Empfinden wahrzunehmen. Dabei helfen Ihnen folgende Tipps:
- Selbstliebe: Akzeptieren Sie Ihren Körper so, wie er ist – auch mit Veränderungen, die Sie vielleicht nicht sofort mögen. Untersuchungen zeigen, dass diese bedingungslose Selbstakzeptanz die Körperzufriedenheit in der Schwangerschaft stärken und die mentale Gesundheit stabilisieren kann. Da sich durch die Schwangerschaft auch das Selbstbild verändern kann, wirkt diese Haltung wie ein Schutzfaktor.
- Umgang mit Medien: Soziale Netzwerke prägen das Körperbild und zeigen oft stark idealisierte Schönheitsbilder, die Druck erzeugen können. Achten Sie deshalb gezielt darauf, welche Inhalte Sie konsumieren, und folgen Sie Profilen, die Vielfalt, Realität und einen entspannten Umgang mit Körperveränderungen zeigen.
- Selbstfürsorge: Hören Sie während der Schwangerschaft besonders aufmerksam auf Ihre körperlichen Signale. Als grobe Orientierung für den Sport gilt: Sie sollten sich beim Training noch unterhalten können, falls nicht, ist die Intensität wahrscheinlich zu hoch. Beschäftigen Sie sich auch mit dem Thema Achtsamkeit im Alltag.


