Haut & Allergie

Stielwarze: Wann sollte man ein weiches Fibrom entfernen lassen?

Veröffentlicht am:20.07.2026

8 Minuten Lesedauer

von Julia Ehlers

Sie treten an Hals, Achsel oder dem Augenlid auf und sehen aus wie kleine Hautlappen. Trotz ihres Namens haben sie mit echten Warzen nichts zu tun. Was es mit den weichen Fibromen auf sich hat – und wann Sie medizinischen Rat einholen sollten.

Eine Nahaufnahme vom Hals mit weichen Fibromen.

© iStock / Vachiravit Vasuponsritara

Wie sieht ein weiches Fibrom aus?

Stielwarzen, auch weiche Fibrome genannt, sind gutartige Hautwucherungen, die häufig wie kleine Hautlappen wirken: weich, beweglich und oft an einem dünnen Stiel hängend. Ihre Farbe reicht von hautfarben bis leicht bräunlich. Manche wirken bei Reizung rötlich. Die Größe variiert dabei zwischen zwei Millimetern und fünf Zentimetern.

Trotz des Namens haben Stielwarzen mit echten Warzen nichts zu tun. Warzen entstehen durch Viren, wie humane Papillomviren (HPV). Fibrome dagegen sind nicht infektiös und werden nicht durch Erreger ausgelöst. Warzen sind außerdem meist fester und haben eine raue Oberfläche, während Stielwarzen in der Regel weich sind.

Ein weiches Fibrom bildet sich bevorzugt in Hautfalten oder dort, wo Haut an Haut reibt: an Hals, Achselhöhle, Leiste, Oberschenkelinnenseite und an den Augenlidern. Auch unter den Brüsten oder an Bauch und Rücken kann es vorkommen.

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Wie entstehen Stielwarzen?

Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Als gesichert gilt aber, dass Reibung die Entstehung von Stielwarzen fördert. Manche Forscher und Forscherinnen diskutieren hormonelle Faktoren sowie Gewebewachstumsfaktoren als mögliche Mitauslöser.

Auch Übergewicht und Typ-2-Diabetes stehen in Zusammenhang mit Stielwarzen – als Mechanismus wird eine ausgeprägte Insulinresistenz diskutiert. In der Schwangerschaft können hormonelle Veränderungen ihr Entstehen begünstigen. Zudem gibt es Hinweise auf eine familiäre Veranlagung.

Das weiche Fibrom gehört damit zu den häufigsten gutartigen Hautveränderungen. Die Wissenschaft geht davon aus, dass rund 46 Prozent der Allgemeinbevölkerung betroffen sind, und mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit.

Doc Felix erklärt, wie Warzen entstehen.

Sind Stielwarzen gefährlich?

Ein weiches Fibrom ist gutartig und stellt keine Gefahr dar. Es wächst in der Regel nicht weiter und verändert sich nicht. Beschwerden entstehen allenfalls durch mechanische Reizung, beispielsweise wenn es an Kleidung oder Schmuck reibt. Dann kann es schmerzhaft werden oder bluten.

Auch wenn Stielwarzen harmlos sind, ist nicht jede Hautveränderung, die wie ein weiches Fibrom aussieht, auch eines. Muttermale, virusbedingte Warzen, Alterswarzen (seborrhoische Keratosen) und in seltenen Fällen auch Hautkrebs können ähnlich aussehen. Wer unsicher ist, sollte sich von einem Dermatologen oder einer Dermatologin untersuchen lassen.

Wenn sich eine Stielwarze allerdings entzündet, schmerzhaft wird, blutet, größer wird, an einer ungünstigen Stelle wächst und beispielsweise den Lidschluss beeinträchtigt oder wenn sich plötzlich viele neue bilden, sollten Sie medizinischen Rat einholen.

Wie bekomme ich ein Fibrom selbst weg?

Viele Betroffene versuchen, das Fibrom auf eigene Faust zu entfernen, beispielsweise durch Abschneiden oder frei verkäufliche Produkte. Das ist aus mehreren Gründen problematisch.

Zum einen ist die Selbstdiagnose unsicher: Lassen Sie lieber ein geschultes Auge entscheiden, ob die Hautveränderung wirklich ein weiches Fibrom ist. Sonst riskieren Sie im schlimmsten Fall, dass eine behandlungsbedürftige Hautveränderung übersehen wird.

Zum anderen ist eine Selbstbehandlung gefährlich. Dabei können Infektionen, übermäßige Blutungen und Narben entstehen. Wird die Stielwarze nicht vollständig entfernt, wächst sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nach. Auch Warzenentferner sind keine Option: Sie sind für harte Warzengewebe formuliert und können Narben und Hautirritationen verursachen.

Übernimmt die Kasse die Kosten, wenn das Fibrom entfernt wird?

Wer sich an der Stielwarze aus kosmetischen Gründen stört, kann sich diese beim Dermatologen oder der Dermatologin entfernen lassen. Allerdings müssen Sie die Kosten selbst tragen. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen den Eingriff nicht, weil er als rein kosmetische Maßnahme gilt.

Kleine Stielwarzen entfernt der Hautarzt oder die Hautärztin mit einer sterilen Schere oder einem Skalpell. Bei sehr kleinen Fibromen ist keine Betäubung erforderlich. Bei größeren wird die Stelle vorher lokal betäubt. Anschließend wird die Wunde verschlossen. Darüber hinaus können auch Laser oder flüssiger Stickstoff zum Vereisen zum Einsatz kommen.

Nach dem Eingriff bildet sich meist eine Kruste, die nach ein bis drei Wochen von selbst abfällt. Ist die Stielwarze vollständig entfernt, kommt sie in der Regel nicht wieder, es können sich aber neue bilden.

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