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Dellwarzen kommen selten allein

Dellwarzen in der Armbeuge eines Kindes.

© iStock / JodiJacobson

Lesezeit: 5 Minuten03.08.2022

Sie heißen Warzen, sie sehen aus wie Warzen – und unterscheiden sich dennoch. Hinter Dellwarzen steckt eine Virusinfektion der Haut, die jeden betreffen kann – meistens aber Kinder. Was sie von „echten“ Warzen abgrenzt und wie sie wieder verschwinden.

Inhalte im Überblick

    Was sind Dellwarzen?

    Sie tummeln sich oft in kleinen Gruppen auf der Haut, stecknadelkopfgroße Hautknötchen mit einer kleinen Delle in der Mitte, aus der eine breiige Flüssigkeit austreten kann. Daher auch die Bezeichnung: Dellwarzen, auch als Mollusca contagiosa bekannt. Der Name kann ein bisschen irreführend sein: Sie sind zwar warzenähnlich, doch im Gegensatz zu diesen werden sie durch das Molluscum-contagiosum-Virus ausgelöst und nicht durch Humane Papillomviren (HPV), die in der Regel für die Entstehung sogenannter „echter“ Warzen verantwortlich sind. Dellwarzen sind meistens harmlos und verursachen keine Beschwerden. Manchmal können sie jedoch jucken oder sich entzünden, zudem sind Dellwarzen ansteckend.

    Dellwarzen: Wie werden sie übertragen?

    Das Virus wird meist über direkten Hautkontakt übertragen. Es dringt über kleine Verletzungen in der Haut ein und ein paar Tage aber noch bis zu sechs Wochen später entstehen Hautknötchen (bei Kindern meist nicht mehr als 30). Auch gemeinsam genutzte Gegenstände können ausreichen, um sich zu infizieren – beispielsweise ein Handtuch, das von mehreren Personen genutzt wird. Ein Ort, an dem Dellwarzen vermutlich häufig übertragen werden, ist das Schwimmbad, deshalb werden sie auch Schwimmbad- oder Wasserwarzen genannt.

    Dellwarzen: Wer ist betroffen?

    Besonders häufig sind Dellwarzen bei Kindern. Vermutlich sind aktuell etwa fünf bis zwölf Prozent von der Virusinfektion betroffen. Gewöhnlich treten sie am Rumpf, an den Armen und Beinen sowie auf dem Kopf und im Nacken auf.

    Jugendliche und Erwachsene können sich ebenfalls mit Dellwarzen anstecken. Das geschieht häufig über engen Körperkontakt oder sexuellen Kontakt. Die Dellwarzen zeigen sich dann typischerweise im Genitalbereich, auch die inneren Oberschenkel und der untere Bauchbereich können betroffen sein. Eine allergische Hauterkrankung und eine Schwächung des Immunsystems beispielsweise durch eine HIV-Infektion oder die Einnahme immunsuppressiver Medikamente begünstigen die Entstehung von Dellwarzen ebenfalls.

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    Wie werden Dellwarzen behandelt?

    Dellwarzen verschwinden in der Regel innerhalb von zwei Monaten von allein, ohne dass eine Narbe zurückbleibt. Darum verzichten Ärztinnen und Ärzte oft auf eine Behandlung, nur in Ausnahmefällen werden sie tätig, etwa bei:

    • einem ausgeprägten Symptomverlauf: Manchmal entstehen immer neue Hautknötchen und es kann sechs bis zwölf Monate dauern, bis alle Dellwarzen verschwunden sind. In seltenen Fällen halten sie sich sogar über mehrere Jahre. Das kann kosmetisch störend oder auch psychisch belastend für einige Menschen sein.
    • einer Infektion im Genitalbereich: Um eine Ansteckung von Sexualpartnerinnen und -partnern zu vermeiden, ist es durchaus sinnvoll, die Dellwarzen möglichst schnell zu entfernen.
    • einem geschwächten Immunsystem: Ist die körpereigene Abwehr nicht mehr voll intakt, sind schwere Verläufe deutlich wahrscheinlicher.

    Dellwarzen lassen sich auf unterschiedliche Weise behandeln. Gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sollten die Betroffenen das Verhältnis von Nutzen und Risiko abwägen:

    • Vereisen: Bei der sogenannten Kryotherapie hält der Arzt ein Wattestäbchen mit minus 196 Grad kaltem, flüssigen Stickstoff an die Dellwarzen – sie sterben ab.
    • Abtragen: Mit einem speziellen Instrument – einem scharfen Löffel – kann ärztliches Fachpersonal Dellwarzen entfernen, indem es diese abträgt. Meistens erfolgt diese Behandlung unter lokaler Betäubung.
    • pflanzliche Arznei: Im Genitalbereich können Dellwarzen – genau wie Feigwarzen – mit einer Podophyllotoxin-Lösung behandelt werden.
    • Kalilauge: Der Wirkstoff ist in verschiedenen Salben und Lösungen enthalten. Durch ihn wird eine Entzündungsreaktion hervorgerufen, in deren Verlauf es zu einer Zerstörung der Dellwarze kommt.
    Kaltes Wattestäbchen, mit dem Dellwarzen bei Kindern oft vereist werden.
    Zur Behandlung werden Dellwarzen oft vereist, dafür wird ein Wattestäbchen in 196 Grad kalten, flüssigen Stickstoff getaucht.

    © iStock / CasarsaGuru

    Wie verhalte ich mich mit Dellwarzen richtig?

    Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Dellwarzen-Viren bei normalen Alltagssituationen übertragen, ist eher gering. Betroffene können also wie gewohnt weiter zur Arbeit oder zur Schule gehen und die meisten ihrer Hobbys ausüben. Trotzdem gibt es einiges, was sie beachten können:

    • Dellwarzen sollten weder ausgedrückt, gequetscht noch aufgekratzt werden, das behindert nicht nur den Heilungsprozess, sondern das infektiöse Sekret kann austreten und sich auf andere Körperregionen ausbreiten.    
    • Hautstellen mit Dellwarzen sollten so weit wie möglich mit Kleidung bedeckt sein, das gilt vor allem bei Sportarten mit Körperkontakt oder beim Schwimmen, hier kann etwa eine wasserdichte Bandage helfen. Ist es nicht möglich, die betroffene Stelle abzudecken, sollten die Betroffenen so lange auf den Sport verzichten, bis die Infektion ausgeheilt ist.
    • Bestimmte Gegenstände sollten nicht gemeinsam benutzt werden, beispielsweise Spielsachen, Handtücher oder Kleidung.

    Beim Sex sollte immer ein Kondom verwendet werden. Es liefert keinen vollständigen Schutz, aber es reduziert die Gefahr einer Ansteckung.

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