Verdauungssystem
Mandelsteine: Entstehung, Entfernung und Vorbeugung
Veröffentlicht am:11.06.2026
6 Minuten Lesedauer
Ein unangenehmer Mundgeruch oder ein störendes Gefühl im Hals – das kann auf Mandelsteine hinweisen. Eine Operation ist meist nicht nötig, schon einfache Hausmittel können helfen. Zur Vorbeugung ist vor allem eine konsequente Mundhygiene wichtig.

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Was sind Mandelsteine?
Mandelsteine, medizinisch auch Tonsillolithen genannt, sind kleine, meist weißlich bis gelbliche Ablagerungen an den Gaumenmandeln. Sie wirken oft wie winzige Steinchen und können einzeln oder in mehreren Ansammlungen auftreten. In den meisten Fällen bleiben sie unauffällig, einige Menschen entwickeln aber große Mandelsteine.
Die Ablagerungen bei Mandelsteinen bestehen aus verhärtetem Material, darunter mineralische Bestandteile und organische Rückstände wie Speisereste. Häufig bemerken Betroffene Mandelsteine erst, wenn sie Beschwerden wie Mundgeruch oder ein unangenehmes Gefühl im Hals verursachen.
Größe und Anzahl können stark variieren – manche Mandelsteine sind kaum erkennbar, meist sind sie wenige Millimeter groß, in sehr seltenen Fällen können sie auch mal mehrere Zentimeter groß werden. Die gute Nachricht: Betroffenen gelingt es oft, die Mandelsteine selbst zu entfernen.
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Wie entstehen Mandelsteine?
Mandelsteine entstehen in den kleinen Vertiefungen der Gaumenmandeln, den sogenannten Krypten. Hier können sich winzige Partikel wie Speisereste, Zellbestandteile aus dem Mund, Bakterien oder Speichel ansammeln und mit der Zeit zu festen Ablagerungen verhärten.
Bestimmte Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich Mandelsteine bilden. Häufige Mandelentzündungen, vergrößerte Mandeln oder stark ausgeprägte Krypten schaffen ideale Bedingungen für die Ablagerungen. Auch Flüssigkeitsmangel kann die Entstehung begünstigen.
Zudem spielen weitere Risikofaktoren eine Rolle, wie Rauchen, der Konsum vieler zuckerhaltiger Getränke, eine unzureichende Mundhygiene oder eine familiäre Veranlagung. Grundsätzlich können sich die lästigen „Steinchen“ aber bei jedem Menschen bilden, der Mandeln besitzt.
Wie erhöhen Mandelentzündungen und große Mandeln das Risiko für Mandelsteine?
Wer öfter Mandelentzündungen hat, entwickelt durch die Schwellung leicht kleine Vertiefungen in den Mandeln, in denen sich Ablagerungen sammeln können. Auch von Natur aus große Mandeln sind anfälliger für Mandelsteine: Ihre größere Oberfläche bildet Mulden, in denen womöglich Partikel hängenbleiben und sich zu Mandelsteinen verhärten.
Welche Symptome lösen Mandelsteine aus?
Das wohl auffälligste Zeichen für Mandelsteine ist Mundgeruch, der selbst nach gründlichem Zähneputzen anhält. Zudem kann ein unangenehmer Geschmack im Mund auftreten.
Auch Halsbeschwerden gehören dazu: Manche Betroffene spüren ein Kratzen oder Druckgefühl, als wäre etwas im Hals steckengeblieben. Schluckbeschwerden, gelegentlicher Husten oder eine gereizte, leicht gerötete Mandeloberfläche sind typische Begleiterscheinungen.
Einige Menschen mit Mandelsteinen berichten über Ohrenschmerzen. Erkennbar werden die Mandelsteine oft erst, wenn kleine, weißliche oder gelbliche „Steinchen“ auf den Mandeln auftauchen, tiefere Ablagerungen in den Krypten können hingegen unbemerkt bleiben.
Wie unterscheiden sich Mandelsteine voneinander?
Mandelsteine variieren stark in Größe und Härte. Manche sind so klein, dass sie kaum sichtbar sind, andere erreichen die Größe mehrerer Zentimeter. Sie können weich sein oder mit der Zeit verhärten und dadurch fest wie Stein werden.
Auch die Häufigkeit und „Lebensdauer“ unterscheiden sich. Mandelsteine können mehrere Male pro Monat entstehen oder auch nur einmal im Jahr. Manche Mandelsteine lösen sich nach wenigen Tagen von selbst, andere bleiben über Wochen, Monate oder länger an den Mandeln haften.
Sind Mandelsteine gefährlich?
Mandelsteine sind im Normalfall harmlos und verursachen keine ernsthaften gesundheitlichen Probleme. Bei großen oder wiederkehrenden Mandelsteinen kann es jedoch zur Vergrößerung der Gaumenmandel kommen, die das Schlucken mühsam macht. In manchen Fällen lösen Mandelsteine eine akute oder chronische Mandelentzündung aus.
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Wie werden Mandelsteine diagnostiziert?
Der Arzt oder die Ärztin inspiziert zur Diagnose den Mund-Rachen-Raum. Manchmal nutzen Mediziner und Medizinerinnen auch ein kleines Instrument, um eine verdächtige Ansammlung näher zu untersuchen. Nur selten ist ein bildgebendes Verfahren notwendig, um den Mandelsteinen auf die Spur zu kommen.
Ab und zu werden Mandelsteine zufällig entdeckt, zum Beispiel in einer Praxis für Zahnheilkunde. Studien zeigen, dass bis zu 40 Prozent der Bevölkerung Mandelsteine ausbildet – selten sind sie also nicht.
Was kann man gegen Mandelsteine tun?
Treten keine Beschwerden auf und stören die Mandelsteine nicht, müssen Betroffene nichts unternehmen – die Steine fallen oft ganz von selbst ab. Wann und ob sie sich lösen, kann man aber nicht vorhersehen.
Wenn Mandelsteine wiederholt auftreten oder Symptome wie Mundgeruch, Druckgefühl im Hals oder Halsschmerzen verursachen, sollten Patienten und Patientinnen eine Praxis für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde aufsuchen. Besonders bei geröteten Mandeln, Blutungen oder begleitenden Ohrenschmerzen ist eine ärztliche Untersuchung wichtig.
Mediziner und Medizinerinnen können zur Linderung des Druckgefühls oder von Halsschmerzen schmerzstillende Medikamente verordnen. Haben sich die Mandeln mit Bakterien infiziert, erhalten Betroffene in der Regel ein Antibiotikum.
Wann ist es sinnvoll, Mandelsteine per Operation zu entfernen?
Eine operative Entfernung der Mandeln, die sogenannte Tonsillektomie, ist selten notwendig. Sie kann sinnvoll sein, wenn Mandelsteine wiederholt auftreten oder starke Beschwerden verursachen. Sie wird Patientinnen und Patienten empfohlen, die auf andere Maßnahmen nicht ansprechen.
Die Operation bietet einen dauerhaften Schutz vor neuen Mandelsteinen. In der Regel greifen Ärztinnen und Ärzte aber nur bei schweren oder chronischen Fällen zu diesem Schritt.
Kann man Mandelsteine selbst entfernen?
Vielen Menschen gelingt es tatsächlich, Mandelsteine zu Hause zu lösen. Wer die Mandelsteine ohne Würgen entfernen möchte, kann sie mit einer Munddusche umspülen oder regelmäßig mit warmem Salzwasser gurgeln – so können sich die Ablagerungen lockern.
Auch ein vorsichtiges Herausdrücken mit einem Wattestäbchen und kräftiges Husten gehören zu den Hausmitteln bei Mandelsteinen. Eine Manipulation mit scharfen oder harten Gegenständen wie Zahnstocher oder Stifte sollten Betroffene unbedingt vermeiden, das kann die Mandeln verletzen.

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Wie kann man Mandelsteinen vorbeugen?
Vor allem bei wiederkehrenden Problemen setzen Betroffene am besten an den Ursachen für Mandelsteine an, also den Partikeln, die sich in den Furchen absetzen. Wer das Risiko reduzieren möchte, sollte für eine gute Mundhygiene sorgen: Zähne und Zunge gründlich putzen, täglich Zahnseide nutzen und auf alkoholfreie Mundspülungen setzen.
Auch Alltagstricks helfen: Nach Mahlzeiten mit Salzwasser gurgeln, ausreichend trinken und Zuckerhaltiges vermeiden. Rauchen reizt die Mandeln zusätzlich und begünstigt die Bildung von Ablagerungen. Am besten ist es daher, das Rauchen aufzugeben.
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen lassen sich Mandelsteine nicht komplett verhindern. Mit einer konsequenten Routine bei der Mundhygiene und einer gesunden Lebensführung kann aber jeder Mensch sein individuelles Risiko für Mandelsteine senken und die Mandeln gesund halten.
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