Pflegetipps

Darauf sollten Sie bei der Mundpflege in der Pflege achten

Veröffentlicht am:27.05.2026

6 Minuten Lesedauer

Die richtige Mundpflege bei Pflegebedürftigen schützt vor mehr als nur Karies. Mit den passenden Hilfsmitteln gelingt die tägliche Routine – selbst wenn Krankheiten wie Demenz die Situation erschweren

Eine Pflegeperson unterstützt einen älteren Mann im Rollstuhl beim Zähneputzen.

© iStock / Kobus Louw

Warum ist Mundpflege in der Pflege wichtig?

Eine gesunde Mundhöhle beeinflusst weit mehr als nur Zähne und Zahnfleisch. Sie wirkt sich direkt auf das körperliche Wohlbefinden aus und spielt eine zentrale Rolle für die gesamte Gesundheit bei Personen mit Pflegebedarf. Denn Beschwerden im Mund bleiben selten lokal begrenzt.

Wird die Zahnpflege bei pflegebedürftigen Menschen vernachlässigt, kann sich das auf den ganzen Körper auswirken und beispielsweise schwere Infektionen außerhalb des Mundes verursachen. Bleiben Entzündungen oder Schmerzen unbehandelt, können sie zudem das Essen, Trinken und Schlucken erschweren.

Deshalb lohnt sich jede Minute, die bei Pflegebedürftigen und Schwerstpflegebedürftigen in eine gründliche Mundpflege investiert wird. Sie schützt vor Karies und Mundgeruch, erhält die Freude am Essen und sichert die Teilhabe am Leben.

Welche Mundprobleme treten bei pflegebedürftigen Menschen oft auf?

Mit zunehmendem Alter verändern sich Zähne und Zahnfleisch: Das Zahnfleisch zieht sich zurück, Zahnhälse liegen frei und reagieren empfindlicher. Dadurch steigt das Risiko für Karies.

Viele pflegebedürftige Menschen kämpfen außerdem mit Mundtrockenheit. Mögliche Gründe dafür können eine geringe Flüssigkeitsaufnahme, Medikamenteneinnahme oder das Atmen durch den Mund sein. Die Mundtrockenheit fühlt sich nicht nur unangenehm an, sondern erschwert auch das Schlucken von Speisen und Tabletten oder kann zu Infektionen führen.

Solche Beschwerden wirken sich unmittelbar auf den Alltag aus: Das Essen dauert länger, wird mühsam oder ganz vermieden. Genau hier setzt regelmäßige Mundpflege an.

Wann brauchen Menschen Unterstützung bei der Mundpflege?

Nicht alle Menschen können im Alter ihre Mundpflege dauerhaft selbst übernehmen. Wenn Kraft, Beweglichkeit oder Orientierung nachlassen, brauchen sie teilweise oder vollständige Hilfe.

Die Mundpflege wird zur gemeinsamen Aufgabe, wenn beispielsweise

  • die pflegebedürftige Person die Zahnbürste nicht mehr selbstständig halten oder führen kann,
  • die Sehfähigkeit so stark eingeschränkt ist, dass Utensilien für die Mundhygiene nicht mehr erkannt werden,
  • die pflegebedürftige Person die Abläufe von Mundpflege oder Zahnhygiene vergisst.

Dabei sollte die oder der Betroffene so selbstständig wie möglich bleiben. Ihre oder seine Fähigkeiten, Gewohnheiten und persönliche Vorlieben fließen in die Pflege ein. So bleibt die Mundpflege ein vertrauter Teil des Alltags.

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Welche Hilfsmittel erleichtern die Mundpflege in der Pflege?

Zur Grundausstattung gehören die typischen Produkte wie eine elektrische oder eine Handzahnbürste, Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen, fluoridhaltige Zahnpasta und ein Becher zum Ausspülen. Je nach Bedarf kommen weitere Hilfsmittel hinzu, die die Reinigung erleichtern.

Spezielle Zahnbürsten können bei der Zahnpflege helfen. Einige Modelle haben beispielsweise mehrere Bürstenfelder, die das Putzen unterstützen, oder dickere Handgriffe, damit die pflegebedürftige Person sie besser halten kann.

Hat die pflegebedürftige Person einen herausnehmbaren Zahnersatz, also eine Zahnprothese, benötigen Sie zudem eine Prothesenzahnbürste und Prothesenzahnpasta, Reinigungstabletten für die Prothese sowie eine Aufbewahrungsschale.

Praxistipps für den Pflegealltag bei der Mundpflege

Die unabhängige Fachstiftung „Zentrum für Qualität in der Pflege“ (ZQP) hat ein kostenloses PDF „Mundpflege – Praxistipps für den Pflegealltag“ mit vielen wichtigen Infos für pflegende Angehörige und Pflegefachpersonal erstellt.

Welche Maßnahmen gehören zu einer speziellen Mundpflege?

Unterstützte Mundpflege beginnt mit guter Vorbereitung. Haben Sie alle benötigten Materialien griffbereit? Dann kann die Mundpflege ruhig und ohne Unterbrechungen oder Hektik ablaufen. Das schafft Sicherheit für alle Beteiligten.

Kündigen Sie die Mundpflege bei der pflegebedürftigen Person an und erklären Sie diese, wenn sie noch keine feste Routine ist oder vergessen wird. Gleichzeitig helfen eine bequeme Position und ausreichend Licht, damit beide Seiten entspannt arbeiten können. Für die Mundpflege bei bettlägerigen Menschen werden diese am Kopfteil in eine halbaufrechte Position gebracht.

Im Mittelpunkt steht immer der pflegebedürftige Mensch mit seinen Ressourcen, Vorlieben und Grenzen. Daher ist es wichtig, sich als pflegende Angehörige, pflegender Angehöriger oder Pflegefachkraft an diese anzupassen und nicht umgekehrt.

Ein älterer Mann unterstützt seine Partnerin beim Zähneputzen.

© iStock / bernardbodo

So lange es nicht zur Belastung wird, kann man seine Partnerin oder seinen Partner bei der Mundpflege unterstützen, ohne Hilfe einer Pflegeperson.

Was sollte man bei der Mundpflege bei Menschen mit Demenz beachten?

Bei Menschen mit Demenz kommt es häufiger vor, dass sie die Mundpflege ablehnen. Manche drücken die Lippen zusammen, drehen den Kopf weg oder weisen die helfende Hand zurück. Das macht die Situation für alle Beteiligten schwierig. Doch die Abwehr ist in der Regel nicht böswillig, sondern hat fast immer andere Gründe.

Schmerzen im Mund, unangenehme Borsten oder ein ungewohnter Geschmack der Zahnpasta können die Auslöser sein. Auch ein ungewohnter Zeitpunkt oder die Umgebung können eine Rolle spielen, wenn pflegebedürftige Menschen mit Demenz die Mundpflege ablehnen.

Generell helfen eine ruhige, vertraute Atmosphäre sowie eine freundliche Ansprache, die Mundpflegeroutine zu etablieren und durchzuführen. Langsame Bewegungen und klare, kurze Hinweise erleichtern die Zusammenarbeit.

Auf einen Blick: Das müssen Sie über Mundgesundheit und Demenz wissen

Bei der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. finden Sie eine umfangreiche, kostenlose Informationsbroschüre rund um das Thema „Mundgesundheit und Demenz“.

Welche gesundheitlichen Risiken drohen ohne gute Mundpflege?

Werden Menschen mit Pflegebedarf, die Hilfe bei der Mundpflege brauchen, nicht unterstützt, entstehen schnell Schäden an Zähnen und Zahnfleisch. Karies und Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis) sind nicht nur unangenehm und oft schmerzhaft, sondern können Keimen sogar den Weg in den Körper ermöglichen.

Gelangen die Erreger in die Atemwege oder Blutbahn können sie eine Lungenentzündung verursachen, das Herz schädigen oder bestehende Erkrankungen negativ beeinflussen. Dazu zählen unter anderem Diabetes, Rheuma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz. Probleme im Mund betreffen damit nicht nur die Zähne, sondern den gesamten Organismus.

Im Mund sammeln sich zudem leicht Speisereste und Beläge. Taschen im Wangenbereich, Zunge, Gaumen, Zahnzwischenräume oder Zahnprothesen bieten dafür viele Nischen. Werden die Partikel aus Versehen eingeatmet, kann eine Lungenentzündung entstehen. Schon das nächtliche Herausnehmen der Zahnprothese senkt das Risiko für eine Erkrankung um die Hälfte.

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