Reisekrankheiten
Malariaprophylaxe: Das sollten Reisende über den Schutz wissen
Malaria zählt zu den gefährlichsten Tropenkrankheiten, doch es gibt bisher keine Impfung. Umso wichtiger ist die richtige Malariaprophylaxe. Welche Medikamente Sie schützen und was Sie über Nebenwirkungen wissen müssen.

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Warum ist die Malariaprophylaxe so wichtig?
Malaria gehört weltweit zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten. Im Jahr 2022 erkrankten daran schätzungsweise 247 Millionen Menschen, mehr als 600.000 starben – die meisten davon in Afrika südlich der Sahara. Doch eine Impfung für Reisende gibt es bislang nicht. Die Malariaprophylaxe ist der einzige Schutz.
Die Krankheit wird durch Parasiten der Gattung Plasmodium ausgelöst: Beim Stich durch eine infizierte weibliche Anopheles-Mücke gelangen die Erreger ins Blut. Mehrere Tage bis Wochen nach dem Stich treten dann die ersten typischen Anzeichen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf.
Von Mensch zu Mensch wird Malaria nicht übertragen. Trotzdem treten jedes Jahr etwa 500 bis 600 gemeldete Fälle in Deutschland auf, da Reisende die Krankheit mitbringen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit ist Malaria deswegen eine der wichtigsten importierten Infektionserkrankungen.
Welche Prophylaxe-Arten gegen Malaria gibt es?
Zur Vorbeugung gibt es drei Bausteine: der Schutz vor Mückenstichen, die regelmäßige Einnahme von Medikamenten und ein Notfallmedikament für unterwegs. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt vom Reiseziel, der Reisedauer und dem Reisestil ab.
Am wichtigsten ist der Schutz vor Stichen, die Expositionsprophylaxe, damit es gar nicht erst zu einer Übertragung kommt. Dazu gehören Mückenmittel für die Haut, lange Kleidung und imprägnierte Moskitonetze für die Nacht. Denn die Anopheles-Mücken stechen in der Regel nachts – rund 90 Prozent der Infektionen geschehen zwischen 22 und 2 Uhr.
Bei Reisen in Gebiete mit hohem Risiko empfehlen Fachleute zusätzlich eine medikamentöse Vorbeugung, die Chemoprophylaxe. In Regionen mit geringerem Risiko kann ein Notfallmedikament ausreichen, das nur im Ernstfall zum Einsatz kommt.
Welche Medikamente kommen bei der Malariaprophylaxe zum Einsatz?
Zur medikamentösen Malariaprophylaxe verschreiben Ärzte und Ärztinnen in Deutschland häufig Arzneien mit den Wirkstoffen Atovaquon plus Proguanil oder Doxyzyklin-Monohydrat. Medizinische Laien nennen sie oft angelehnt an die Handelsnamen Malarone und Doxycyclin.
Die Medikamente schützen nicht vor dem Stich oder der Ansteckung selbst, sie unterbrechen die Entwicklung des Parasiten im Körper mit dem Ziel, dass die Krankheit nicht ausbricht.
Welches Mittel sich für Sie eignet, entscheidet ein Arzt oder eine Ärztin individuell. Dafür sind in der Regel Vorerkrankungen, mögliche Unverträglichkeiten sowie die Empfehlungen für das jeweilige Reiseland ausschlaggebend. Diese können sich aufgrund der Resistenzlage ändern und werden deswegen jährlich angepasst.

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Wann sollte man die Malariaprophylaxe einnehmen?
Damit die Malariaprophylaxe richtig greift, muss der Wirkstoffspiegel im Blut ausreichend hoch sein. Mit Atovaquon plus Proguanil oder Doxyzyklin-Monohydrat beginnen Reisende deshalb 24 oder 48 Stunden vor der Einreise in das Malariagebiet.
Weil auch ein Mückenstich am letzten Abend der Reise zu einer Infektion führen kann, läuft die Malariaprophylaxe anschließend noch weiter. Bei dem Wirkstoff Doxyzyklin-Monohydrat sind es bis vier Wochen nach Abreise, bei Atovaquon plus Proguanil reicht es, das Mittel noch eine Woche nach Verlassen des Gebiets weiterzunehmen.
Allerdings kann kein Malariamedikament einen hundertprozentigen Schutz bieten. Außerdem kann der Erreger in seltenen Fällen gegen einen Wirkstoff resistent sein. Schützen Sie sich deswegen am besten trotz Malariaprophylaxe konsequent vor Moskitostichen.
Gibt es für Schwangere eine geeignete Malariaprophylaxe?
Schwangere gelten als besondere Risikogruppe, denn Malaria verläuft bei ihnen oft schwerer und gefährdet auch das Kind. Zudem ist eine medikamentöse Malariaprophylaxe in der Schwangerschaft nur eingeschränkt möglich. Fachleute raten daher, Reisen in Hochrisikogebiete zu verschieben.
Lässt sich die Reise nicht vermeiden, sollte ein erfahrener Arzt oder eine erfahrene Ärztin über die Prophylaxe im Einzelfall entscheiden. Wichtig zu wissen: Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist bei keinem Medikament sicher belegt, dass es für die Entwicklung des Kindes unbedenklich ist.
Wie schädlich ist eine Malariaprophylaxe?
Viele Reisende fragen sich, ob sie eine Malariaprophylaxe nehmen sollten oder ob diese starke Nebenwirkungen haben kann. Der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amts weist klar darauf hin, dass die Gefahr, in weiten Teilen Afrikas an einer schweren Malaria zu erkranken, größer ist als das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen durch Prophylaxemedikamente.
Bekannte Nebenwirkungen durch die Malariaprophylaxe sind beispielsweise Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit und Kopfschmerzen. Wie stark sie ausfallen, ist individuell und von Mittel zu Mittel verschieden.
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Hat Malarone starke Nebenwirkungen?
Das Mittel Malarone ist eine Kombination aus den Wirkstoffen Atovaquon und Proguanil und gilt als gut verträglich. Typische Nebenwirkungen sind verhältnismäßig milde Beschwerden wie Verdauungsprobleme oder Kopfschmerzen. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion darf Malarone jedoch nicht eingenommen werden.
Welche Nebenwirkungen sind bei der Einnahme von Doxycyclin typisch?
Doxycyclin ist ein Antibiotikum und kann die für Antibiotika typischen Nebenwirkungen wie vaginale Pilzinfektionen, Verdauungsstörungen und Übelkeit verursachen. Zudem erhöht es die Lichtsensibilität der Haut, weswegen Sie sich mit einem Lichtschutzfaktor über 25 oder mit Kleidung schützen sollten.
In Deutschland ist das Mittel für die Malariaprophylaxe nicht offiziell zugelassen, wird aber von allen Fachgesellschaften und der Weltgesundheitsorganisation empfohlen und im sogenannten Off-Label-Use angewendet. Das bedeutet: Eine Arznei wird außerhalb der genehmigten Indikation, Dosierung oder Patientengruppe eingesetzt.
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Wann reicht ein Notfallmedikament?
Ein Notfallmedikament – auch Stand-by-Therapie genannt – ist sinnvoll bei Reisezielen mit einem niedrigen oder mittleren Malariarisiko, wenn keine durchgehende Vorbeugung durchgeführt wird. Reisende haben das Medikament dann als Reserve bei sich und nehmen es nur ein, wenn Symptome auftreten und keine Gesundheitseinrichtung erreichbar ist.
Die Stand-by-Therapie ist nur eine Notlösung. Sie ersetzt nicht den Gang in die Praxis oder ins Krankenhaus, sondern überbrückt die Zeit dahin. Als Richtlinie gilt: Treten malariatypische Symptome wie hohes Fieber auf und ist innerhalb von 24 Stunden keine medizinische Hilfe verfügbar, kommt die Selbstbehandlung infrage.
Nach der Einnahme ist trotzdem eine ärztliche Kontrolle nötig. Denn die Beschwerden einer Malaria ähneln vielen anderen Krankheiten16, und nur ein Bluttest schafft Sicherheit.
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Spezielle Impfungen für Reisende
Planen Sie vor einer Auslandsreise rechtzeitig eine ärztliche Prüfung Ihres Impfschutzes. Informieren Sie sich frühzeitig über empfohlene Impfungen im Reiseland und die erforderlichen Vorlaufzeiten für einen wirksamen Schutz.
Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.
Ludwig-Maximilians-Universität München: Neue Klasse vielversprechender Malaria-Medikamente entdeckt, Stand: 20.02.2025.
Robert Koch-Institut (RKI): RKI-Ratgeber Malaria, Stand: 07.03.2024.
Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e.V. (DTG): Leitlinie Diagnostik und Therapie der Malaria, Version: 30.08.2025, gültig bis 30.04.2028.
Privates Tropeninstitut Dr. Gontard:
Schutz vor Insektenstiche und -bisse.
Medikamentöse Prophylaxe gegen Malaria.
Auswärtiges Amt: Gesundheitsdienst – Malaria, Stand: 05/22/GB.









