Reiseapotheke

Die beste Mückenabwehr: Was hilft gegen Mücken?

Veröffentlicht am:24.07.2026

7 Minuten Lesedauer

Mückenstiche können gefährlich sein – krankheitsübertragende Insekten leben inzwischen auch in Europa. Welche Abwehrmittel und Maßnahmen gegen Mücken sind tatsächlich effektiv – zu Hause und unterwegs?

Makroaufnahme einer Mücke, die sich auf weißer Haut niederlässt, um zu stechen. Der Hintergrund ist grün verschwommen.

© iStock / iiievgeniy

Warum sollte man Mücken abwehren?

Mückenstiche sind nicht nur unangenehm und lösen Juckreiz aus, im schlimmsten Fall können Mücken auch ernsthafte Krankheiten übertragen. Während Insekten, die tropische Infektionskrankheiten übertragen können, früher auch überwiegend in tropischen Gebieten beheimatet waren, breiten sie sich aufgrund der Globalisierung sowie des Klimawandels und der damit einhergehenden höheren Temperaturen inzwischen auch in den mitteleuropäischen Raum aus. Asiatische Tigermücken wurden sogar in Süddeutschland nachgewiesen.

Tigermücke, Sandmücke und Stechmücke können unter anderem folgende Infektionskrankheiten übertragen:

  • Denguefieber
  • Malaria
  • Zika-Virus
  • Leishmaniose
  • West-Nil-Fieber

Bei Reisen in Tropenregionen kann sich eine Impfung gegen Denguefieber lohnen, die beste Vorbeugung gegen diese Krankheiten ist jedoch, Mückenstiche zu vermeiden und die Insekten erfolgreich abzuwehren.

Was sind Repellentien und wie verlässlich vertreiben sie Mücken?

Repellentien sind Mittel und Wirkstoffe, die genutzt werden, um Insekten und insbesondere Mücken oder Zecken fernzuhalten. Dabei werden die Tiere vertrieben, aber nicht getötet. Viele Repellentien werden auf die Haut aufgetragen. Sie sind als Sprays oder als Lotionen erhältlich.

Besonders häufig werden Insektenabwehrmittel verkauft, die folgende Wirkstoffe beinhalten:

  • N,N-Diethyl-3-methylbenzamid, auch DEET genannt
  • Icaridin
  • Citriodiol, auch PMD genannt
  • Citronella

Was sollte man beim Auftragen von Repellentien beachten?

Die Insektenabwehrmittel sollten nicht großflächig auf den Körper aufgetragen werden, sondern nur an den Bereichen, die nicht durch Kleidung bedeckt sind. Auch beim Einsprühen oder -cremen von Arm- und Kniebeugen sowie in Hautfalten ist besondere Sorgfalt geboten, da sich die Repellentien hier sammeln können und die Haut hier besonders dünn ist.

Bei Wunden oder Sonnenbränden sollte man auf die Verwendung verzichten, und wenn der Schutz nicht mehr benötigt wird, sollten die Insektenabwehrmittel sorgsam abgewaschen werden. Nach dem Baden oder nach dem Sport muss der Schutz erneuert werden, denn die meisten Mittel sind wasserlöslich.

Für Säuglinge und Kinder unter zwei Jahren wird die Verwendung von Repellentien nicht empfohlen: Sie könnten die Mittel ablecken, oder durch Verschmieren und Reiben selbst in Kontakt mit ihren Schleimhäuten bringen, was zu Reizungen führen kann.

Passende Artikel zum Thema

Kann man Mücken mit DEET erfolgreich abwehren?

DEET wurde ursprünglich von der US-Armee entwickelt und ist seit 1956 im Handel erhältlich. Es soll Mücken, die das West-Nil-Fieber und das Zika-Virus übertragen können, erfolgreich fernhalten: Eine koreanische Studie gab für DEET eine über 90-prozentige Wirksamkeit über sechs Stunden gegen Stechmücken an.

Richtig verwendet gilt DEET als gut verträglich; Mittel mit geringerer Konzentration sind auch für die Verwendung bei Schwangeren und bei Kindern ab einem Alter von zwei bis drei Jahren zugelassen. Bevor ein Repellent in der Schwangerschaft angewendet wird, sollte jedoch Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt beziehungsweise in der Apotheke gehalten werden. Nur wenn das Insektenabwehrmittel zusammen mit Sonnencreme genutzt wird, sollte man vorsichtig sein: DEET kann den Lichtschutz der Creme verringern. Daher gilt: Besser das Sonnenschutzmittel komplett einziehen lassen, ehe das Repellent aufgetragen wird.

Die genaue Wirkungsweise von DEET ist noch nicht geklärt: Vermutlich stört der Wirkstoff die Rezeptoren von Mücken, so dass sie den menschlichen Geruch nicht mehr wahrnehmen und sie so nicht mehr lokalisieren können. Zudem scheint DEET einen für Insekten unangenehmen Geruch und Geschmack zu haben.

Neben seiner guten Wirksamkeit hat DEET einen großen Nachteil: Es greift Plastik und Vinyl an, beispielsweise von Sonnenbrillen, Kopfhörern oder Autositzen. Auch Textilien mit Kunststoffanteil können durch DEET beschädigt werden.

Hält Icaridin Mücken tatsächlich fern?

Icaridin, auch Picaridin genannt, soll genauso effektiv, wenn nicht sogar besser vor Mücken schützen als DEET. Auch Moskitos, die Malaria übertragen können, sollen durch Icaridin ferngehalten werden. Für Mittel mit 10 Prozent Icaridin ist eine Schutzdauer von 4 Stunden angegeben, bei 20 Prozent soll der Schutz gegen Mücken 8 Stunden lang anhalten.

Dieser Wirkstoff hat den Vorteil, dass er angenehmer in der Handhabung ist als DEET: Icaridin fühlt sich beim Auftragen nicht klebrig an und es riecht besser. Zudem kommen Hautirritationen seltener vor als bei DEET, und auch in der Kombination mit Materialien oder Kleidung, die Kunststoffe enthalten, verursacht Icaridin keine Schäden.

Wie bei DEET ist auch bei Icaridin die genaue Wirkweise noch nicht genau bekannt. Vermutet wird, dass der Geruch des Mittels eine Barriere bildet, die Mücken fernhält, oder dass der Wirkstoff direkt die Geruchsnerven der Insekten beeinflusst.

Passende Artikel zum Thema

Helfen Citridiol und Citronella wirklich gegen Mücken?

Citridiol und Citronella sind Wirkstoffe aus natürlichen Ölen: Bei Citridiol handelt es sich um den aus dem Zitroneneukalyptusbaum synthetisierten Wirkstoff, der seit 2000 als Repellent zugelassen ist. Citronella wird aus einem Gras gewonnen und wurde früher vor allem in der französischen Parfümherstellung genutzt.

Citridiol soll ebenso effektiv gegen Mücken wirken wie DEET in niedriger Konzentration. Die Wirksamkeit gegen Moskitos beträgt demnach bis zu sechs Stunden und bis zu zwölf Stunden gegen weniger aggressive Mücken.

Citronella hingegen hat eine sehr kurze Wirkdauer: Nur etwa zwei Stunden lang soll der Wirkstoff Mücken effektiv fernhalten. Das liegt daran, dass ätherische Öle wie Citronella viele Komponenten beinhalten, die sehr flüchtig sind. Gerade bei Luft und Wärme verdunstet es schnell. Zudem kann Citronella, wie alle Repellentien, die Haut und die Augen reizen. Für die Verwendung in tropischen Risikogebieten wird Citronella nicht empfohlen.

Räucherspiralen & Co.: Welche weiteren Maßnahmen eignen sich, um Mücken abzuwehren?

Es gibt eine Vielzahl von weiteren Methoden, um Mücken zu vertreiben – von Knoblauchkonsum über Citronellakerzen bis hin zu Räucherspiralen. Wirkungsvoll sind jedoch die wenigsten von ihnen: Weder der Knoblauch noch Teelichter mit Citronella oder Gartenfackeln konnten in wissenschaftlichen Studien überzeugen.

Räucherspiralen sollten nur draußen und windabgewandt entzündet werden. Vor Fenstern, Türen oder unter dem Tisch platziert, können sie Mücken gut abwehren, sind jedoch weniger effektiv als elektrische Verdampfer, die langsam Insektizide verteilen. Diese können jedoch, genau wie Räucherspiralen, Reizungen der Haut, der Luftwege oder der Augen verursachen.

Auch UV-Lichtfallen oder Ultraschallgeräte, die durch hochfrequente Töne schützen sollen, eignen sich nicht, um Mücken loszuwerden. Ebenfalls ungeeignet sind Repellent-Armbänder. Diese wirken nur an der Hautstelle, an der sie getragen werden. Mücken können jedoch mit ihren Geruchsrezeptoren jeden unbehandelten Bereich der menschlichen Haut erkennen. 

Richtig anziehen ist der wirksamste Schutz: Welche Kleidung schützt gegen Mücken?

Der wirksamste Schutz vor Insektenstichen ist, sich richtig anzuziehen: Die beste Kleidung gegen Mücken sind langärmlige Shirts und lange Hosen, die nicht allzu eng anliegen, da die Mücken sonst durch sie hindurchstechen können. Die Kleidung sollte hell sein, auch feste und helle Socken werden empfohlen. Zusätzlich ist das Tragen einer Kopfbedeckung hilfreich.

Die Bereiche, die nicht von Kleidung bedeckt werden, sollte man zusätzlich mit einem Repellent eincremen beziehungsweise einsprühen.

Eine Mücke hat sich aus einem ausgestreckten, freien Unterarm niedergelassen.

© iStock / Aleksey Matrenin

Besser langärmlige Shirts tragen: Der wirksamste Schutz gegen Mückenstiche ist die richtige Kleidung.

Was hilft im Urlaub gegen Mücken?

In Risikogebieten, auf Wanderungen oder auf Safaris ist es eine gute Idee, die Kleidung für zusätzlichen Schutz vor dem Tragen mit DEET (bei Baumwollbekleidung) oder mit Icaridin zu imprägnieren.

Ein unverzichtbarer Schutz bei Reisen ist ein Moskitonetz – sogar dann, wenn an den Fenstern bereits Mückengitter angebracht sind. Ein selbst mitgebrachtes Moskitonetz in entsprechender Maschengröße hilft bei allen Eventualitäten und kann ebenfalls mit DEET oder Icaridin imprägniert werden.

Wie kann man zu Hause Mücken loswerden?

Eine effektive Maßnahme gegen Mücken im Haus sind feinmaschige Fliegengitter, die sich an allen Fenstern und Luftöffnungen anbringen lassen. Für Türen eignen sich spezielle Moskitovorhänge, die wie eine Schleuse wirken.

Mücken mögen stehendes Wasser. Das gilt für Regentonnen und Dachrinnen ebenso wie für Blumentöpfe oder Vasen. Wer diese Insektenbrutplätze entfernt, verhindert Mückenschwärme auch vor der Tür.

Passende Angebote der AOK

Fachlich geprüft
Fachlich geprüft

Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.


Waren diese Informationen hilfreich für Sie?

Noch nicht das Richtige gefunden?