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Overtourism – wenn Reisen zur Belastung für die Gesundheit wird
Veröffentlicht am:01.07.2026
6 Minuten Lesedauer
Overtourism bringt vielerorts Lärm, Luftverschmutzung und sozialen Stress mit sich – mit nachweisbaren Folgen für das Wohlbefinden von Anwohnenden und Reisenden. So können Sie Übertourismus vermeiden und entspannter reisen.

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Was versteht man unter Overtourism?
Bei Overtourism ist die Zahl der Besuchenden so hoch, dass ein Ort spürbar darunter leidet. Entscheidend sind laut der Overtourism-Definition aber nicht nur die Menge an Besuchenden, sondern vor allem die damit verbundenen Auswirkungen: Die Lebensqualität der Bevölkerung und das Erleben für Gäste können dadurch deutlich beeinträchtigt werden.
Overtourism, zu Deutsch Übertourismus, kann sich im Alltag beispielsweise durch überfüllte Straßen, lange Wartezeiten bei Sehenswürdigkeiten oder durch Umweltverschmutzung zeigen. Für Einheimische kann der Wohnraum knapper und teurer werden, während Reisende oft weniger Ruhe und unverfälschte Reiseeindrücke vorfinden als erwartet.
Kurzum: Bei Overtourism werden Belastungsgrenzen überschritten – etwa für die Umwelt, die Infrastruktur oder die Gesellschaft. Die Folgen können spürbar sein und langfristig auch die Attraktivität eines Reiseziels beeinträchtigen.
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Ist Overtourism das gleiche wie Massentourismus?
Während Massentourismus ein hohes Aufkommen an Reisenden innerhalb eines Ortes beschreibt, konzentriert sich der Begriff „Overtourism“ auf die Auswirkungen. Massentourismus kann also Teil des Problems sein, führt aber nicht automatisch zu Übertourismus.
Eine EU-Studie betont, dass die Auswirkungen von Massentourismus davon abhängen, wie belastbar ein Ort ist und welche Kapazitäten er besitzt. Werden diese überschritten, können negative Folgen entstehen.
Was sind die Ursachen für Overtourism?
Übertourismus entsteht infolge mehrerer Entwicklungen: Der Ausbau des Massentourismus, vor allem durch die in Industrienationen eingeführte bezahlte Urlaubszeit, kurbelte die Kaufkraft an. Zusätzlich locken Fluggesellschaften mit günstigen Preisen und Plattformen mit privaten Unterkünften. So können sich mehr Menschen das Reisen leisten.
Hinzu kommt ein wachstumsorientiertes Denken in der Branche, das langfristige Folgen oft ausblendet. Gleichzeitig verstärken soziale Netzwerke das Reiseverhalten, indem sie bestimmte Orte besonders sichtbar machen. In der Folge steigen die Besucherzahlen an einzelnen Hotspots, während Infrastruktur und Angebote vielerorts an ihre Grenzen geraten.
Welche negativen Auswirkungen hat Overtourism für die Gesundheit?
Overtourism kann die Gesundheit vor allem durch Stress und Überforderung belasten. Lärm, Enge und überfüllte Orte – das alles fällt unter die sogenannten Engpasseffekte. Wie gut Menschen emotional damit zurechtkommen, ist unterschiedlich.
In einer Studie nutzten Teilnehmende Begriffe wie „gefährlich”, „verängstigt” und „nervös”, wenn sie ihre Erlebnisse an Sehenswürdigkeiten beschrieben. Reisende können sich durch Gedränge und unübersichtliche Situationen ängstlich oder unsicher fühlen. Die Forschung beschreibt auch Risiken durch Menschenmengen, etwa bei Massenpaniken kann es zu ernsthaften körperlichen Verletzungen kommen.
Auch Umweltfaktoren, die sich auf die Gesundheit auswirken können, spielen eine Rolle – etwa Lärm, eine verschlechterte Luft- und Wasserqualität sowie zunehmender Abfall. Das betrifft Reisende, aber vor allem Menschen, die dauerhaft an dem Ort leben.
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Welche Folgen hat Overtourism für die Umwelt?
Übertourismus kann zu einer stärkeren Belastung natürlicher Ressourcen führen und den Druck auf die Umwelt erhöhen, etwa durch einen höheren Verbrauch von Wasser und Energie. Zur gleichen Zeit können Umweltbelastungen wie Luftverschmutzung, Lärm und Beeinträchtigungen der Wasserqualität zunehmen.
Besonders deutlich zeigen sich die Folgen im direkten Umfeld von Reisezielen. In sensiblen oder geschützten Gebieten kommt es häufiger zur Erosion (Abtragung von Sand oder Boden) und Lärmbelastung. Zudem entsteht mehr Abfall. Der zunehmende Verkehr verursacht Staus, Parkplatzprobleme und eine insgesamt höhere Verkehrsdichte, was wiederum zusätzlich die Umweltqualität beeinträchtigen kann.

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Wie beeinflusst der Übertourismus Reiseerlebnisse und langfristigen Aufenthalt?
Wer einen Ausflug zu einer beliebten Sehenswürdigkeit macht, bekommt die Folgen von Overtourism oft direkt zu spüren, etwa durch lange Wartezeiten oder durch eine schlechte Sicht auf die Attraktion. Besuchende können dann enttäuscht sein, dadurch verschlechtert sich auch der Gesamteindruck eines Ortes – das erhoffte Reiseerlebnis bleibt aus.
Auch langfristig verändert sich das Leben an den betroffenen Orten deutlich. Angebote für Einheimische können zurückgehen, weil sich vieles auf Reisende ausrichtet. Zudem steigen häufig die Preise für Lebensmittel und Getränke. In manchen Städten verschieben sich ganze Wohn- und Lebensräume, weil sich die Nutzung der Stadt immer stärker in Richtung Tourismus entwickelt.
Welche Orte sind besonders von Overtourism betroffen?
Viele europäische Städte und Regionen leiden unter Übertourismus, vor allem bekannte Hotspots mit hoher Dichte an Besuchenden. Dazu zählen historische Städte wie Berlin, Venedig, Barcelona, Amsterdam, Prag und Dubrovnik sowie stark nachgefragte Urlaubsziele wie Mallorca oder Santorin.
An diesen Orten führen hohe Besucherzahlen zu Belastungen von Infrastruktur, Wohnraum und Lebensqualität sowie zu spürbaren Nutzungskonflikten im Alltag.
Warum ist Tourismus trotzdem wichtig?
Tourismus bleibt trotz aller Herausforderungen wichtig, weil er soziale und kulturelle Begegnungen ermöglicht. Zudem tragen touristische Aktivitäten zur wirtschaftlichen Entwicklung von Regionen bei. Tourismus ist also gut, Übertourismus weniger.
Welche Maßnahmen helfen gegen Overtourism?
Mit folgenden Tipps gehen Sie einem Übertourismus möglichst aus dem Weg:
- Wählen Sie, wenn möglich, Reisezeiten außerhalb der Hauptsaison, um stark frequentierte Orte zu entlasten. So haben Sie in der Regel auch mehr Gelegenheit, die Sehenswürdigkeiten in Ruhe zu entdecken.
- Entscheiden Sie sich für weniger bekannte Reiseziele statt klassischer Hotspots, um Besucherströme besser zu verteilen und eine Überfüllung zu vermeiden. Auch Trends auf Social Media locken schnell zu viele Menschen an. Fragen Sie stattdessen in Ihrem Bekanntenkreis nach Geheimtipps.
- Planen Sie Ihren Besuch im Voraus und nutzen Sie feste Zeitfenster oder Vorab-Tickets – so können Sie Stoßzeiten gezielt umgehen.
- Informieren Sie sich vor der Reise über sicherheitsrelevante Themen und mögliche Engpässe, etwa bei der Sicht auf die Sehenswürdigkeit, um besser einschätzen zu können, was Sie vor Ort erwartet.
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