Pflegende Angehörige
Hitze und alte Menschen: wichtige Tipps für pflegende Angehörige
Hitze trifft alte Menschen oft härter als jüngere. Warum Hitze für alte Menschen so gefährlich ist, insbesondere bei Demenz, und was pflegende Angehörige tun können.

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Inhalte im Überblick
- Warum ist Hitze für alte Menschen gefährlich?
- Was sollten alte Menschen bei Hitze trinken?
- Wie halten pflegende Angehörige die Wohnung kühl?
- Was hilft alten Menschen bei Hitze im Alltag?
- Welche Arzneien können für alte Menschen bei Hitze zum Risiko werden?
- Woran erkennen Angehörige Überhitzung bei alten Menschen?
Warum ist Hitze für alte Menschen gefährlich?
Für manche ist ein Sommer ohne heiße Tage kein richtiger Sommer. Doch für alte Menschen kann Hitze zur Belastung und sogar gefährlich werden. Der Grund: Im Alter passt sich der Körper schlechter an die Wärme an und ihr Herz-Kreislauf-System oft weniger leistungsfähig. Zudem verspüren ältere Menschen seltener Durst, sodass schneller ein Flüssigkeitsmangel entsteht.
Wie groß das Risiko ist, zeigen diese Zahlen: Rund 75 Prozent der hitzebedingten Todesfälle in Deutschland betreffen Menschen ab 75 Jahren, wobei Faktoren wie Dauer der Hitzeperiode, Größe der Altersgruppe und Anpassungsmaßnahmen eine Rolle spielen. Zudem steigt etwa ab 85 Jahren die Sterblichkeit bei gleicher Wärme deutlich stärker als bei unter 65-Jährigen.
Damit es gar nicht erst zu lebensbedrohlichen Situationen kommt, brauchen ältere, pflegebedürftige Menschen deswegen bei Wärme oft mehr Unterstützung. Sie müssen häufiger trinken, benötigen beispielsweise Hilfe beim Abkühlen und Schutz vor hohen Temperaturen. Das kann eine Herausforderung für pflegende Angehörige sein.
Welche Vorerkrankungen machen alte Menschen besonders anfällig für Hitze?
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch Atemwegserkrankungen wie COPD oder Asthma, Diabetes, Nierenleiden und Übergewicht sind Beschwerden, die viele Menschen im Alter haben und die sie empfindlicher auf hohe Temperaturen reagieren lassen. Bei diesen Vorerkrankungen gleicht der Körper die Hitze oft schlechter aus.
Bei Menschen, die kognitive Einschränkungen durch Demenz haben, ist es möglich, dass die demenzbedingten Veränderungen ihre Hitzebelastung verstärken.
Warum sind Menschen mit Demenz bei Hitze besonders gefährdet?
Viele Personen mit Demenzerkrankungen spüren seltener Durst oder vergessen zu trinken, die Schweißreaktion verzögert sich und der Körper heizt sich schneller auf. Dadurch kann der Blutdruck sinken, Kreislaufprobleme sowie Verwirrtheit können entstehen oder sich ein Hitzschlag entwickeln.
Außerdem können sie die Gefahr durch Hitze oft nicht richtig einschätzen und selbst gegensteuern, indem sie sich in den Schatten setzen oder trinken. In fortgeschrittenen Stadien können Menschen mit Demenz zudem häufig körperliche Beschwerden, die durch Flüssigkeitsverlust und Hitze entstehen, nicht mehr richtig äußern.
Was sollten alte Menschen bei Hitze trinken?
Bei hohen Temperaturen brauchen alte Menschen vor allem ausreichend Flüssigkeit – am besten Wasser oder ungesüßten Tee mit Zimmertemperatur. Doch viele ältere Menschen trinken von sich aus zu wenig. Erinnern Sie die Person daher regelmäßig freundlich daran und stellen Sie tagsüber und nachts ein Getränk in Reichweite.
Als Richtwert können Sie sich an 1,5 bis 2 Liter pro Tag orientieren. Wenn es Ihnen schwerfällt, den Überblick zu behalten, hilft oft ein Trinkprotokoll. Wichtig: Bei manchen Herz- oder Nierenerkrankungen ist die Flüssigkeitsaufnahme ärztlich begrenzt. Hier gilt immer die vom Arzt oder von der Ärztin empfohlene Menge.
Schwitzt die zu pflegende Person bei Hitze, verliert sie zudem mehr Salze. Dann helfen natriumreiches Mineralwasser oder isotonische Getränke. Getränke mit Koffein oder Alkohol eignen sich dagegen nicht, weil sie dem Körper zusätzlich Flüssigkeit entziehen. Auch wasserreiches Gemüse und Obst wie Gurke oder Melone unterstützen den Wasserhaushalt.
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Wie halten pflegende Angehörige die Wohnung kühl?
Eine kühle Wohnung ist ein wichtiger Schutz für alte Menschen bei Wärme. Als pflegende Angehörige ist es daher ratsam, morgens, spätabends oder nachts zu lüften, wenn die Luft draußen kühler ist. Tagsüber lassen Sie am besten Rollläden oder Vorhänge auf der Sonnenseite etwas zugezogen.
Wenn es möglich ist, sollte sich die pflegebedürftige Person im kühlsten Raum aufhalten. Geräte wie Fernseher, Computer oder Lampen erzeugen zusätzliche Wärme und bleiben besser ausgeschaltet, wenn sie niemand braucht. Mit einem Thermometer können Sie die Raumtemperatur zudem im Blick behalten.
Wird es zu warm, sorgt ein Ventilator für Luftbewegung, richten Sie ihn aber nicht direkt auf die zu pflegende Person. Ein dauerhafter Luftzug kann unangenehm sein. Steigt die Raumtemperatur über 32 Grad, kann ein mobiles Klimagerät sinnvoll sein – dazu berät der Fachhandel.
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Ein offenes Ohr: Die AOK-Pflegeberater und -beraterinnen helfen Ihnen bei Fragen und Problemen – telefonisch oder auch vor Ort, etwa in einem wohnortnahen Pflegestützpunkt.
Was hilft alten Menschen bei Hitze im Alltag?
Neben einem kühlen Wohnraum verschaffen Sie der zu pflegenden Person mit diesen Tipps etwas Abkühlung:
- Leichte, luftige Kleidung und Bettwäsche aus Baumwolle oder Leinen sind bei hohen Temperaturen angenehmer.
- Statt einer dicken Bettdecke reicht oft ein dünnes Laken.
- Kühle Anwendungen werden oft als angenehm empfunden: Benetzen Sie die Arme oder Beine mit einem feuchten Waschlappen.
- Oder machen Sie bei der zu pflegenden Person ein Fuß- oder Handbad oder einen kühlen Stirnumschlag. Das Wasser sollte aber nicht kälter als 25 Grad sein, um den Kreislauf nicht zu belasten.
- Wechseln Sie durchgeschwitzte Kleidung und Bettwäsche, damit die Haut trocken bleibt und möglichst keine Feuchtigkeit in Hautfalten entsteht.
- Anstrengungen wie lange Spaziergänge sollten bei Hitze vermieden werden.
Welche Arzneien können für alte Menschen bei Hitze zum Risiko werden?
Einige Medikamente können bei hohen Temperaturen gefährliche Nebenwirkungen entwickeln. Betroffen sind vor allem Mittel gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, entwässernde Präparate, Schlafmittel, aber auch Psychopharmaka, Insuline sowie Arzneien gegen Schmerzen, Asthma bronchiale oder Harninkontinenz.
Sie stören dann beispielsweise die Temperaturregelung des Körpers oder verstärken den Flüssigkeitsverlust. Wer eine ältere Person pflegt, sollte an heißen Tagen deswegen auch an die Medikamente denken und ihre Wirkung im Blick behalten.
Fallen Ihnen bei der zu pflegenden Person Symptome wie Schwindel, ein niedriger Blutdruck oder Verwirrtheit auf, sollten Sie sich direkt an einen Arzt oder eine Ärztin wenden.
Worauf sollten Angehörige bei Medikamenten an heißen Tagen achten?
Bei manchen Mitteln hilft zusätzliche Kontrolle. Nimmt die zu pflegende Person Blutdrucksenker oder Arzneien gegen Diabetes, kann es hilfreich sein, Blutdruck oder Blutzucker häufiger zu messen. Denn Hitze kann beide Werte verändern.
Ändern Sie trotz Hitze aber nicht die Dosis oder setzen die Medikamente gar eigenständig bei der zu pflegenden Person ab. Besprechen Sie stattdessen mögliche Neben- und Wechselwirkungen mit dem Arzt, der Ärztin oder in der Apotheke.
Wie sollte man Medikamente bei Hitze lagern?
Lagern Sie die Medikamente im kühlsten Raum in der Wohnung – ohne direkte Sonneneinstrahlung –, idealerweise zwischen 15 und 25 Grad. Salben, Zäpfchen und flüssige Mittel reagieren allerdings empfindlicher auf Wärme und sollten unter 25 Grad bleiben. Auch das Badezimmer ist wegen der Luftfeuchtigkeit eher ungeeignet.
Zu pflegende Personen lassen angebrochene Arzneien oder Wochenboxen mit Pillen manchmal auf der Fensterbank oder in der Sonne liegen. Dadurch können sie an Wirkung verlieren. Bei Hitze ist es deswegen ratsam, nachzufragen, wo sich die Medikamente gerade befinden.

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Woran erkennen Angehörige Überhitzung bei alten Menschen?
Fragen Sie an heißen Tagen die Person, die Sie pflegen, regelmäßig freundlich nach dem Befinden und achten Sie auf Warnzeichen. Typisch sind Schwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen, ein trockener Mund, wenig oder stark konzentrierter Urin, plötzliche Verwirrtheit, Übelkeit oder Muskelkrämpfe.
Ein einfacher Hinweis auf Flüssigkeitsmangel ist die Hautfalte: Hebt man die Haut am Handrücken leicht an und bleibt sie stehen, fehlt dem Körper womöglich Wasser. Bei solchen Anzeichen sollten Sie ärztlichen oder pflegefachlichen Rat einholen.
Bei Menschen mit Demenz besteht zudem das Risiko, dass sie unbemerkt die Wohnung verlassen und sich bei Hitze in Gefahr bringen können. Ein Notfallausweis oder eine Ortungshilfe kann dann im Ernstfall Leben retten.
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Was tun im Hitzenotfall?
Bei Schwäche, Kreislaufproblemen oder Verwirrtheit ist es wichtig, dass Sie sofort ärztliche Hilfe holen. Ist Ihr Angehöriger oder Ihre Angehörige plötzlich nicht mehr ansprechbar, stark benommen oder atmet sehr schnell, wählen Sie den Notruf 112.
Bis Hilfe kommt, bringen Sie die Person an einen kühleren Ort und lagern Sie sie stabil auf der Seite, wenn das möglich ist. Kühlen Sie Nacken, Leisten und Achseln und benetzen Sie die Haut mit lauwarmem Wasser. Wichtig: keine fiebersenkenden Medikamente geben.
Welche Hilfen gibt es für pflegende Angehörige bei Wärme?
Eine zentrale Hilfe sind die Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Man kann sie per Newsletter, Warnkarte oder Smartphone-App verfolgen und beispielsweise Termine in kühlere Tageszeiten verlegen.
Viele Städte erstellen außerdem Hitzeaktionspläne, um besonders gefährdete Menschen zu schützen. Für Berlin hat zum Beispiel ein Aktionsbündnis Musterhitzeschutzpläne für öffentliche Einrichtungenentwickelt.
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