Herz & Kreislauf
Hitzschlag: Wie Sie ihm vorbeugen und was im Ernstfall hilf
Veröffentlicht am:17.05.2023
aktualisiert am 12.06.2026
4 Minuten Lesedauer
Bei hohen Temperaturen muss der Körper viel Energie aufwenden, um sich herunterzukühlen. Wer sich nicht entsprechend schützt, riskiert einen Hitzschlag. Das ist gefährlich und erfordert schnelles Handeln.

© iStock / Biserka Stojanovic
Das passiert bei einem Hitzschlag
Ein Hitzschlag ist ein Notfall, bei dem der Körper überhitzt und die Körpertemperatur auf über 40 Grad Celsius steigt. Erhöht sich die Körpertemperatur, zum Beispiel durch hohe Außentemperaturen und anstrengende körperliche Betätigung, erweitern sich die peripheren (außen liegenden) Blutgefäße. Der Körper versucht, über die Haut mehr Wärme abzugeben, um seine Normaltemperatur zu halten.
Bei Älteren, chronisch kranken Menschen und Kindern tritt ein Hitzschlag meist aufgrund hoher Temperaturen und einem starken Flüssigkeits- und Elektrolytmangel auf. Ab 33 Grad Celsius Außentemperatur ist das Risiko, einen Hitzschlag zu erleiden, bereits deutlich erhöht.
Durch die vermehrte Schweißproduktion kann der Körper normalerweise Wärme nach außen ableiten. Wenn die Luftfeuchtigkeit allerdings sehr hoch ist, verringert sich die Schweißverdunstung und damit die Verdunstungskälte auf der Haut. Die Körpertemperatur steigt dann zu weit an, weil der Körper sich nicht mehr herunterkühlen kann. Eine Überhitzung ist die Folge.
Vorstufe eines Hitzschlags: Wie zeigt sich eine Hitzeerschöpfung?
Eine Vorstufe des Hitzschlags ist die Hitzeerschöpfung. Die Symptome fallen dabei milder aus. Typische Anzeichen einer Hitzeerschöpfung sind:
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Durst
- Übelkeit und Erbrechen
- Schwäche
- Reizbarkeit
- Koordinationsstörungen
Wie wird aus einer Hitzeerschöpfung ein Hitzschlag?
Unbeachtet kann sich die Hitzeerschöpfung schnell zu einem Hitzschlag weiterentwickeln. Vor allem ältere Menschen riskieren, dass es schnell zu einem Hitzschlag kommt.
Bei einem Hitzschlag wird das zentrale Nervensystem stark beeinträchtigt. Deshalb können Bewusstseinstrübungen, epileptische Anfälle oder Ohnmacht auftreten. Es kann zu einem Schock kommen.
Wie äußert sich ein Hitzschlag?
Zu den Symptomen und Anzeichen bei einem Hitzschlag gehören:
- Erhöhung der Körpertemperatur
- heiße und trockene Haut
- beschleunigter Pulsschlag
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Krämpfe und Erbrechen
- Schwindelgefühl, Verwirrtheit, Halluzinationen
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Wie häufig sind Hitzschläge und wer ist besonders gefährdet?
In Europa liegt die Zahl der Hitzetoten schätzungsweise bei 25.000 Menschen pro Jahr. Die Zahl nimmt aufgrund des Klimawandels und der damit einhergehenden längeren Hitzeperioden zu. Betroffen sind besonders Säuglinge und Kinder, ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Sonnenstich und einem Hitzschlag?
Sowohl ein Sonnenstich als auch ein Hitzschlag werden durch übermäßige Hitze verursacht. Bei einem Hitzschlag überhitzt der gesamte Körper. Ein Sonnenstich entsteht, wenn die Sonne lange direkt auf den ungeschützten Kopf oder Nacken scheint und diesen Bereich „überwärmt“.
Das kann eine Überreizung der Hirnhäute und des Gehirns auslösen. Im schlimmsten Fall kann dies zu einem Hirnödem, also einer Schwellung des Gehirns, führen.
Wie leistet man Erste Hilfe bei einem Hitzschlag?
Bei Anzeichen eines Hitzeschlags sollten Sie sofort den Notruf (112) wählen, da dieser tödlich enden kann. Wenn Sie einen Herz-Kreislauf-Stillstand vermuten, müssen Sie unverzüglich mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.
Bis der Rettungsdienst eintrifft, ist es wichtig, den Körper so schnell wie möglich abzukühlen. Bringen Sie die betroffene Person dazu an einen kühlen, schattigen Ort und entfernen oder lockern Sie enge oder warme Kleidung.
Zur Kühlung verwenden Sie feuchte Tücher oder besprühen den Körper mit Wasser. Zusätzlich können Sie Luft zufächeln, um Verdunstungskälte zu erzeugen. Auch Eis oder Kühlpacks können hilfreich sein. Diese sollten jedoch immer in Tücher gewickelt werden. Wenn die Person bei Bewusstsein ist, können Sie ihr etwas zu trinken geben.
Was sind Risikofaktoren für einen Hitzschlag?
Das Risiko, einen Hitzschlag zu erleiden, ist größer bei:
- körperlicher Anstrengung
- Drogenkonsum
- fieberhaften Erkrankungen
- Übergewicht
- Flüssigkeitsmangel
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Alkoholkonsum
- Einnahme von Medikamenten wie Diuretika

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Einem Hitzschlag vorbeugen: Wie verhält man sich bei Hitze richtig?
Damit es gar nicht erst zu einem Hitzschlag kommt, beachten Sie folgende Tipps bei heißen Temperaturen:
- Achten Sie auf Ihren Flüssigkeitshaushalt und trinken Sie ausreichend. Vor allem Wasser, Kräutertees und dünne Saftschorlen sind empfehlenswert. Vorsicht mit Alkohol und koffeinhaltigen Getränken. Falls Sie körperlich arbeiten, trinken Sie entsprechend mehr – pro Stunde etwa zwei bis vier Gläser eines kühlen, alkoholfreien Getränks.
- Haben Sie chronische Erkrankungen und/oder nehmen Sie Medikamente ein, dann sprechen Sie die Trinkmenge mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ab und erkundigen Sie sich, wie Sie sich bei heißem Wetter am besten verhalten sollten.
- Vermeiden Sie nach Möglichkeit starke Sonneneinstrahlung und reduzieren Sie körperlich anstrengende Tätigkeiten, besonders um die Mittagszeit.
- Passen Sie Ihr sportliches Programm der Temperatur und Tageszeit an. Trainieren Sie am besten nicht zwischen 10 Uhr und 18 Uhr. Bevor Sie Ihr Training aufnehmen, gewöhnen Sie Ihren Körper drei bis vier Tage an die Temperaturen.
- Tragen Sie helle, locker sitzende Kleidung, eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille.
- Sorgen Sie für Abkühlung.
- Essen Sie salzige Lebensmittel, um dem Körper ausreichend Elektrolyte zuzuführen.
- Schützen Sie insbesondere Kinder und Babys vor der Hitze. Lassen Sie Kinder niemals in einem geparkten Fahrzeug zurück – auch nicht für kurze Zeit.
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Wie schützt man Kinder und Babys vor einem Hitzschlag?
Es ist besonders wichtig, Babys und Kinder vor heißen Temperaturen und direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Denn sie reagieren empfindlicher auf Sommerhitze und Sonneneinstrahlung als Erwachsene. Sie können ihren Wärmehaushalt noch nicht so gut regulieren und schwitzen weniger, brauchen aber im Vergleich mehr Wasser.
Halten sich Kinder im Sommer über längere Zeit im Freien auf, sollten sie auf jeden Fall entsprechende Kleidung sowie Sonnenhut und Sonnenbrille tragen und die Haut mit einem kindgerechten Sonnenschutzmittel eincremen. Idealerweisen halten Sie sich mit Ihrem Kind an sehr heißen Tagen nicht zur Mittagszeit draußen auf. Der Spielort von Kindern sollte möglichst immer im Schatten sein.

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Was kann man tun, wenn Kinder zu lange in der Sonne waren?
Hat sich Ihr Kind zu lange in der Sonne aufgehalten und fühlt sich unwohl, bringen Sie es zunächst in den Schatten beziehungsweise in eine kühlere Umgebung. Legen Sie es, wenn möglich, ruhig hin.
Sofern keine Bewusstseinseintrübungen vorhanden sind, geben Sie Ihrem Kind Wasser oder verdünnte Saftschorlen zu trinken. Kühlen Sie es ab, indem sie feuchte Tücher nutzen und Luft zufächeln. Beruhigen Sie Ihr Kind und lassen Sie es nicht allein. Wenn Sie sich Sorgen um die Gesundheit Ihres Kindes machen, suchen Sie unverzüglich eine ärztliche Praxis auf.
Welche Anzeichen deuten bei Babys und Kindern auf einen Hitzschlag hin?
- Ihr Kind hat einen roten Kopf, die Haut fühlt sich heiß und trocken an und ist errötet. Später kann sie sich auch grau oder bläulich verfärben.
- Es hat einen stumpfen Gesichtsausdruck, der Gang ist taumelnd und unsicher.
- Ihr Kind hat Kopfschmerzen oder erbricht.
- Die Atmung ist schnell und flach.
- Es hat Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle bis hin zur Bewusstlosigkeit.
Wenn Sie diese Anzeichen für einen Hitzschlag bei Ihrem Kind oder Ihrem Baby bemerken, rufen Sie sofort einen Notarzt oder eine Notärztin.
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