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El Niño: Was das Klimaphänomen für die Welt und für Deutschland bedeutet
El Niño zeigt eindrucksvoll, welche weitreichenden Auswirkungen eine Veränderung der Windverhältnisse über dem Pazifik auf die Natur, auf Menschen und ihre Gesundheit haben kann. Hat El Niño auch einen Einfluss auf das Klima in Deutschland?

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Inhalte im Überblick
- Was genau ist El Niño?
- Was versteht man unter La Niña?
- Welche gesundheitlichen Risiken bergen Extremwetterereignisse?
- Was bedeutet El Niño für Deutschland?
- Wo herrscht in Deutschland die größte Gefahr von Hitzetagen?
- Was bedeutet Hitze für den Körper?
- Wer ist besonders durch Hitze gefährdet?
- Wie schützen Sie sich vor den gesundheitlichen Folgen von Hitze?
Was genau ist El Niño?
El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, das im Pazifischen Ozean vor der Westküste Südamerikas entsteht und weltweit zu Wetterveränderungen führen kann. Im Durchschnitt tritt El Niño alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert neun bis zwölf Monate.
Was sind die normalen klimatischen Bedingungen im Pazifik?
Unter normalen Umständen treiben Passatwinde Wolken sowie das warme Oberflächenwasser des Pazifiks von Osten nach Westen; also von Südamerika in Richtung Australien und Südostasien. Gleichzeitig gelangt vor den Pazifikküsten Südamerikas kaltes Wasser aus tieferen Meeresregionen an die Oberfläche.
Diese Konstellation ist dafür verantwortlich, dass das Klima an der westlichen Küste Südamerikas relativ trocken ist. In den Küstenregionen der anderen Pazifikseite ist es hingegen tendenziell regnerisch und feucht.
Was passiert bei El Niño?
Während des El-Niño-Phänomens schwächen sich die Passatwinde ab, setzen ganz aus oder wechseln sogar die Richtung. Dadurch wird das klimatische Grundprinzip im Ost- und Westpazifik umgekehrt.
Das Wasser im Ostpazifik wird wärmer und Wolken, die sich sonst an asiatischen und australischen Ostküsten abregnen, wandern nun in die entgegengesetzte Richtung.
Was sind die Folgen von El Niño?
Die vom umgekehrten Passatwind ostwärts getriebenen Wolken regnen über den sonst trockenen Westküsten Süd- und Mittelamerikas ab. Da der Boden die Wassermassen nicht aufnehmen kann, kommt es dort zu Überschwemmungen und Erdrutschen.
Auf der anderen Seite des südlichen Pazifiks leiden die Menschen unter Hitze, Dürren, Waldbränden und Wasserknappheit. Dies betrifft neben Australien und Südostasien auch den Südosten Afrikas. Die Dürren können bis zu einem Jahr anhalten.
Wie hängen El Niño und der Klimawandel zusammen?
Das El-Niño-Phänomen gab es schon, bevor die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels spürbar wurden. Gleichwohl sind Wechselwirkungen zwischen El Niño und dem Klimawandel wahrscheinlich.
Es gibt keine Belege dafür, dass der Klimawandel die Häufigkeit oder Intensität von El Niño selbst erhöht. Aber: Die globale Erwärmung verstärkt die Auswirkungen von El Niño: Durch den Klimawandel erwärmte Meere und die wärmere Atmosphäre begünstigen Extremwetterereignisse wie Hitzewellen und Starkregen.
Was bedeutet der Name „El Niño“?
„El Niño“ bedeutet auf Spanisch „der Junge“ und bezieht sich in diesem Fall auf das Christkind: El Niño de Navidad. Denn das Phänomen setzt typischerweise um die Weihnachtszeit ein. Deshalb benannten peruanische Fischer das Phänomen nach dem Christkind.
Allerdings bringt dieses Christkind schlechte Fischzüge statt reicher Gaben. Wenn die Winde abflauen, das warme Oberflächenwasser nicht gen Westen abströmt und der Aufstieg kühlen Wassers ausbleibt, schwimmen auch weniger Fische vor Südamerikas Küsten.
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Was versteht man unter La Niña?
La Niña – „das Mädchen“ – ist nicht nur das wortwörtliche Gegenteil von El Niño, sondern auch ein gegenläufiges Wetterphänomen, das oft auf einen El Niño folgt. El Niño ist eine Wärmephase, La Niña eine Kältephase. Während La Niña sind die günstigen Wetterumstände im Ost- und Westpazifik besonders stark ausgeprägt.
Vor den Küsten Südamerikas gibt es dank La Niña und der verstärkten Passat-Ostwinde viel kaltes und somit fischreiches Wasser. Überschwemmungen bleiben aus. Bei den Pazifikanrainern in Südostasien und Australien sowie in Südostafrika endet die Trockenzeit und Regen tränkt die darbenden Böden.
Früher sorgte La Niña dafür, dass die Klimaverhältnisse im Gleichgewicht blieben. In letzter Zeit konnte La Niña diesen Klimaausgleich in den von El Niño geschädigten Ländern jedoch nicht mehr bewirken. Die genauen Gründe sind unklar. Vermutlich hält La Niña nicht mehr so lange an und ist nicht mehr so intensiv wie einst.
Welche gesundheitlichen Risiken bergen Extremwetterereignisse?
Bei Überflutungen und Dürren besteht die elementare gesundheitliche Gefahr darin, zu ertrinken, zu verdursten oder zu verhungern: In vielen Ländern der Südhalbkugel bedrohen die durch El Niño verursachten Extremwetterereignisse die Ernährungssicherheit erheblich.
Überflutungen gehen zudem in der Regel mit einer mikrobiellen Verunreinigung des Wassers einher, insbesondere wenn auch die Abwassersysteme überflutet sind. Dann können sich im Wasser verstärkt Erreger für Magen-Darm- und weitere Erkrankungen befinden.
Schließlich stellt die Hitze in den westlichen Pazifik-Anrainerstaaten ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Extreme Hitze kann Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden beeinträchtigen und sowohl die körperliche als auch psychische Gesundheit bedrohen.
Was bedeutet El Niño für Deutschland?
Europa ist der einzige Kontinent, auf den El Niño kaum direkte Auswirkungen hat. Das europäische Klima wird in erster Linie vom Atlantik bestimmt. Gleichwohl könnte auch Deutschland, obwohl es in mittleren Breiten liegt, durchschnittlich höhere Temperaturen in El-Niño-Jahren erfahren.
Ein weiterer Grund für den geringen Einfluss ist auch, dass die Saison für extreme Hitze und auch Starkregen in Deutschland im Sommer liegt. Die El-Niño-Muster machen sich aber vornehmlich in unserem Winter bemerkbar. Ausgeprägte Auswirkungen auf das Wetter in Deutschland sind daher unwahrscheinlich.
Indirekt ist aber auch Deutschland betroffen. In Europa muss niemand aufgrund von El Niño hungern. Durch die Verflechtung der internationalen Agrarmärkte wirken sich Ernteausfälle jedoch deutlich auf die Märkte aus. Hierzulande sind dann zumindest die preislichen Auswirkungen eines El Niño zu spüren.
Wird 2026 ein El-Niño-Jahr?
Die World Meteorological Organization (WMO) hat eine Klimawarnung ausgegeben. Sie nimmt mit einer 90-prozentigen Wahrscheinlichkeit an, dass sich 2026 ein moderater bis starker El Niño ereignen wird. Zu den deutlichen Hinweisen zählen El-Niño-typische Temperaturanomalien im Pazifik entlang des Äquators.
Bereits ein moderater El Niño kann zu Wetterextremen führen. Laut WMO dürften sich Dürren und starke Niederschläge verschärfen und das Risiko von Hitzewellen steigen. Betroffen sind vor allem Süd- und Mittelamerika, die Karibik, die südlichen USA, Australien, Indonesien, Teile Südasiens und Teile des Horns von Afrika.
Unter anderem werden verminderte Niederschläge am Horn von Afrika und in Südasien erwartet. Auf globaler Ebene ist mit überdurchschnittlichen Temperaturen für Juni bis August zu rechnen. Aber: Jedes El-Niño-Ereignis ist einzigartig und seine Entwicklung und Auswirkungen sind schwer vorherzusagen.
Wo herrscht in Deutschland die größte Gefahr von Hitzetagen?
Unabhängig von El Niño nimmt in Deutschland die Anzahl heißer Tage, also Tage mit mindestens 30 Grad Celsius, stetig zu. Dies betrifft nicht alle Regionen und Lebensräume gleichermaßen. Besonders hitzegefährdet sind:
- südwestliche und östliche Regionen Deutschlands
- dicht besiedelte Gebiete – in Städten gibt es mehr versiegelte Flächen und weniger Bepflanzung. Es wird mehr Wärme gespeichert. Die Folgen sind nicht nur mehr heiße Tage, sondern auch mehr tropische Nächte mit Temperaturen nicht unter 20 Grad Celsius.
Es ist wissenschaftlich abgesichert, dass der menschengemachte Klimawandel hinter diesem Anstieg steckt. Hitzewellen werden aber nicht nur häufiger, sondern dauern auch länger und werden immer intensiver.
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Was bedeutet Hitze für den Körper?
Hitze belastet unsere Gesundheit. Die Zahl hitzebedingter Erkrankungen und Todesfälle nimmt in Deutschland mit der Zahl und Intensität der Hitzetage zu: 2023 und 2024 waren es jeweils etwa 3.000 hitzebedingte Todesfälle, 2025 nach Schätzungen etwa 2.500.
Hitzeschutz ist also wichtig, und wie stark die Hitze bei uns mit Klimaphänomenen wie El Niño zusammenhängt, ist dabei erst einmal zweitrangig.
Wie reguliert der Körper seine Temperatur bei Hitze?
Der Körper hält üblicherweise eine Temperatur von etwa 37 Grad Celsius aufrecht. Bei Hitze oder Anstrengung erweitern sich die Blutgefäße und man beginnt zu schwitzen. Sehr hohe Außentemperaturen können die Kühlmechanismen erschweren.
Um die überschüssige Wärme abzuleiten, wird die Haut stärker durchblutet. In Kombination mit den erweiterten Blutgefäßen führt dies zu einem niedrigeren Blutdruck.
Welche Gesundheitsprobleme können bei Hitze auftreten?
Mögliche gesundheitliche Folgen von Hitze sind:
- Hitzekrämpfe durch niedrige Salzkonzentration in den Muskeln
- Hitzekollaps, wenn das Gehirn durch den niedrigen Blutdruck schlecht mit Blut versorgt ist
- Kreislaufprobleme durch einen Mangel an Elektrolyten
- Sonnenstich
- Hitzschlag
Wer ist besonders durch Hitze gefährdet?
Gesunde erwachsene Menschen können ihren Wärmehaushalt in der Regel problemlos regulieren. Aber nicht jeder Mensch reagiert gleich auf Hitze. Ausschlaggebend ist die individuelle Fähigkeit des Körpers, sich an Hitze anzupassen.
Demzufolge sind Menschen, bei denen die Regulation nicht, noch nicht oder nicht mehr voll funktionsfähig ist, besonders gefährdet. Wichtige Risikofaktoren sind außerdem anhaltender Aufenthalt im Freien und mangelndes Durstempfinden.
Die Hauptrisikogruppen bei Hitze sind:
- Säuglinge und Kleinkinder
- ältere Menschen
- pflegebedürftige Menschen
- Menschen mit chronischen und akuten Erkrankungen
- Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen (Drogen, Alkohol)
- Über- oder untergewichtige Menschen
- Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen
- Menschen mit geringer Fitness
- Menschen, die im Freien arbeiten und/oder Schutzkleidung tragen
- Menschen, die körperlich schwer arbeiten
- Menschen, die draußen Sport treiben

© iStock / Pal Rojas
Wie schützen Sie sich vor den gesundheitlichen Folgen von Hitze?
Wenn möglich, sollten Sie körperliche Aktivitäten besonders zwischen 11 und 18 Uhr, der heißesten Tageszeit, vermeiden.
Außerdem ist es wichtig, ausreichend zu trinken, und zwar schon bevor der Durst einsetzt. Trinken Sie zum Beispiel stündlich ein Glas (nicht eiskaltes) Wasser, auch wenn Sie keinen Durst haben. Geeignet sind neben Wasser auch ungesüßte Tees oder Schorlen.
Welche Ernährung passt zu Hitze?
Bei Hitze sind mehrere kleine Mahlzeiten empfehlenswert. Nehmen Sie leichte, frische und kühle Speisen mit einem hohen Wassergehalt zu sich, zum Beispiel Obst, Gemüse und Salat.
Beschränken Sie außerdem den Verzehr von eiweißreichen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen, da diese die Körpertemperatur erhöhen können. Meiden Sie stark gezuckerte und alkoholische Getränke, da diese dem Körper Flüssigkeit entziehen.
Wie halten Sie sich und die Wohnung kühl?
Zur Kühlung Ihres Körpers eignen sich einfache Methoden wie ein kaltes Fußbad. Auch kühlende Körperlotionen oder Thermalwasserspray können erfrischend wirken. Lüften Sie morgens und nachts. Querlüften am Tag senkt die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen. Ein Luftzug erzeugt zudem Verdunstungskühle auf der Haut.
Ventilatoren können den Effekt verstärken. Verzichten Sie gleichzeitig auf den Betrieb nicht wichtiger Elektrogeräte, die Wärme erzeugen. Sorgen Sie auf der Sonnenseite für Lichtschutz. Geschlossene Fenster- und Rollläden schützen besser vor Hitze als Vorhänge oder Jalousien im Innenbereich.
Was ist im Freien bei Hitze zu beachten?
Wenn sich ein Aufenthalt im Freien bei Hitze nicht vermeiden lässt:
- Tragen Sie weite, leichte und atmungsaktive Kleidung.
- Tragen Sie helle Kleidung, da diese das Sonnenlicht reflektiert. So heizt sich der Körper weniger auf.
- Schützen Sie Ihren Kopf mit einer Kopfbedeckung und tragen Sie eine Sonnenbrille.
- Meiden Sie im Sommer (auch bei mäßigen Temperaturen) die direkte Sonne, vor allem während der Mittagszeit.
- Verwenden Sie großzügig Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (auch wenn es nicht heiß ist).
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