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Kreislaufprobleme bei Hitze: Was hilft, wenn der Körper schwächelt?

Eine Frau leidet unter Kreislaufproblemen durch Hitze und sitzt erschöpft auf einem Sofa, während sie sich Luft mit einem Fächer zu wedelt.

© iStock / fizkes

Lesezeit: 4 Minuten31.05.2022

Kopfschmerzen, Augenflimmern, Schwindel, Übelkeit bis hin zur Ohnmacht – Hitze führt bei vielen Menschen zu Kreislaufproblemen. Warum hohe Temperaturen den Körper belasten, was bei Hitzeerkrankungen zu tun ist und wie man ihnen vorbeugt.

Inhalte im Überblick

    Warum treten Kreislaufprobleme bei Hitze auf?

    Aufgrund des Klimawandels ist immer häufiger mit extremer und lang anhaltender Hitze zu rechnen. Dabei wirken sich die steigenden Temperaturen nicht nur auf die Umwelt, sondern auch auf die Gesundheit des Menschen aus. Neben Schlafstörungen, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen leiden immer mehr Menschen an Kreislaufproblemen.

    Dass Kreislaufprobleme bei Hitze auftreten, hängt in erster Linie mit dem Kühlsystem des Körpers zusammen. Es arbeitet stets auf Hochtouren, um eine konstante Körpertemperatur von etwa 37 Grad Celsius zu halten. Hohe Außentemperaturen im Sommer erschweren jedoch die Regulierung der Körpertemperatur. Um den Körper zu kühlen und um überschüssige Wärme abzugeben, weiten sich die Blutgefäße. Dadurch sinkt der Blutdruck. Es kann passieren, dass das Gehirn kurzzeitig mit weniger Sauerstoff versorgt wird. Es drohen Kreislaufprobleme, die mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen können:

    • Kopfschmerzen
    • Übelkeit
    • Muskelkrämpfe
    • Flimmern vor den Augen
    • Schwindel
    • Konzentrationsprobleme
    • Schwäche, Unwohlsein
    • Hautausschlag
    • Wassereinlagerungen in Unterschenkeln und Knöcheln

    Hitzegefährdet sind vor allem Menschen, deren Kreislaufsystem ohnehin schon beeinträchtigt ist. Dazu gehören zum Beispiel Ältere, Übergewichtige oder Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes mellitus. Aber auch Säuglinge, Kinder und Schwangere zählen zur Risikogruppe.

    Was tun bei Hitzeerkrankungen?

    Ob kerngesund oder vorbelastet – wer sich zu lange bei hohen Temperaturen in der Sonne aufhält, riskiert hitzebedingte Erkrankungen, die durch eine Überwärmung des Körpers entstehen. Dabei kann es anfangs zum Sonnenstich oder einer Hitzeerschöpfung und im schlimmsten Fall sogar zu einem lebensbedrohlichen Hitzschlag kommen.

    Sonnenstich

    Ein Sonnenstich ist meist die Folge einer Überreizung der unter der Schädeldecke liegenden Hirnhäute durch lang anhaltende Sonneneinstrahlung. Typische Symptome sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Nackenschmerzen und Erbrechen. Bei Anzeichen eines Sonnenstichs sollten sich Betroffene sofort in den Schatten begeben beziehungsweise einen kühlen Ort aufsuchen und den Kopf hochlagern.

    Hitzeerschöpfung

    Von einer Hitzeerschöpfung ist die Rede, wenn der Körper als Folge einer Dehydrierung an Kraft verliert. Er reagiert mit vermehrter Schweißbildung, mit Schwindel, Übelkeit und Fieber. Auch Schüttelfrost, Verwirrtheit und Muskelkrämpfe können im Zuge einer Hitzeerschöpfung auftreten. Zur Linderung der Beschwerden gilt es, den Körper langsam abzukühlen. Eine lauwarme Dusche oder kühle, feuchte Tücher an Armen und Beinen können dabei helfen. Außerdem ist ein schneller Elektrolyt- und Flüssigkeitsausgleich notwendig. Sollten die Symptome nach etwa einer Stunde nicht abklingen, benötigen Betroffene ärztliche Hilfe.

    Hitzschlag

    Ein Hitzschlag entsteht meist aus einer Hitzeerschöpfung und kann lebensbedrohlich sein. Neben anfänglicher Verwirrtheit gehören Bewusstseinseintrübung bis zur Bewusstlosigkeit zu den typischen Symptomen. Beim Hitzschlag steigt die Körpertemperatur meist innerhalb weniger Minuten bis auf über 40 Grad Celsius und kann bleibende Hirn- und Organschädigungen hinterlassen. Daher ist schnelles Handeln gefragt. Bringen Sie die betroffene Person sofort an einen kühlen Ort und rufen Sie die Notärztin oder den Notarzt. Um die Körpertemperatur zu senken, kühlen Sie auch in diesem Fall den Körper mit feuchten Handtüchern. Sofern möglich, geben Sie der Person etwas Kühles (Achtung: nicht eiskalt) zu trinken und kontrollieren Sie den Puls.

    Grundsätzlich gilt bei allen Erkrankungen durch Hitze: Gehen Sie raus aus der Sonne und versuchen Sie, den Körper langsam abzukühlen.

    Ein Mann auf Reisen trinkt Wasser bei Hitze.
    Wenn Sie sich bei Hitze im Freien befinden, ist es wichtig, viel zu trinken. So beugen Sie Kreislaufproblemen vor.

    © iStock / blackCAT

    Wie beugt man Kreislaufproblemen bei Hitze am besten vor?

    Um Kreislaufproblemen bei Hitze vorzubeugen, sollten Sie vor allem Ihren Körper schonen und auf mögliche Warnsignale hören. Diese Maßnahmen helfen dabei, auch an heißen Tagen einen kühlen Kopf zu bewahren und das Herz-Kreislauf-System zu schützen:

    • Trinken Sie ausreichend: Besonders an heißen Tagen ist es wichtig, viel Wasser zu trinken. Denn bei hohen Temperaturen produziert der Körper mehr Schweiß, um überschüssige Wärme abzugeben. Um einer Dehydrierung vorzubeugen, sollten Sie am Tag mindestens zwei bis drei Liter Mineralwasser trinken. Als Faustregel gilt: Nehmen Sie bei Hitze etwa das Doppelte der sonst empfohlenen Tagesmenge von 1,5 Litern zu sich. Gute Durstlöscher sind außerdem ungesüßte Tees oder Saftschorlen. Achten Sie darauf, dass die Getränke nicht zu kalt sind. So schonen Sie den Kreislauf und den Magen.
    • Halten Sie sich nicht in der prallen Sonne auf: Bei starker Hitze sollten Sie die Mittagssonne meiden und sich ein schattiges Plätzchen suchen oder sich in kühlen Räumen aufhalten. So schonen Sie zum einen Ihr Herz-Kreislauf-System und zum anderen Ihre Haut vor der schädlichen UV-Strahlung.
    • Tragen Sie eine Kopfbedeckung: Um Ihren Kopf, Hals und Nacken vor der direkten Sonneneinstrahlung zu schützen, sollten Sie unbedingt den Kopf bedecken. Denn die Sonnenstrahlen sind nicht nur für die Kopfhaut gefährlich, sondern sie können auch die unter der Schädeldecke liegenden Hirnhäute reizen und zum Wärmestau im Gehirn führen. Für Menschen mit Glatze, mit wenigen Haaren oder für Kinder ist eine Kopfbedeckung zwingend notwendig.
    • Essen Sie leichte Kost: Die Verdauung von deftigen Speisen und große Portionen belastet den Körper und den Kreislauf. Bei hohen Temperaturen stellen sie daher eine zusätzliche Herausforderung dar. Essen Sie daher leichte Kost, wie frisches Obst und Gemüse.
    • Wählen Sie lockere und luftige Kleidung aus: Tragen Sie im Sommer am besten Stoffe, die kühlen, wie Leinen, Seide oder Baumwolle. Synthetische Stoffe wie Polyester oder Nylon eignen sich weniger bei Hitze.
    • Vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten: Verlegen Sie körperliche Aktivitäten (Spazierengehen, Einkaufen, Sport oder Blumengießen) in die frühen Morgen- oder in die Abendstunden. Verschieben Sie gegebenenfalls Erledigungen auf einen weniger heißen Tag und vermeiden Sie damit unnötige Anstrengungen.

    Tipp: Regelmäßige Wechselduschen, Saunabäder in der Winterzeit, Bürstenmassagen und Sport helfen zudem, das Herz-Kreislauf-System zu stärken.

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