Haut & Allergie
Hitzepickel: Was gegen die Pusteln hilft und wie man sie wieder loswird
Veröffentlicht am:08.06.2021
aktualisiert am 04.06.2026
7 Minuten Lesedauer
Die rötlichen Pusteln entstehen an heißen Tagen oder wenn wir beim Sport besonders stark schwitzen. Noch häufiger sind Säuglinge von dieser harmlosen Hautkrankheit betroffen. Wie lassen sich die oft unangenehm juckenden Hitzepickel vermeiden?

© iStock / Doucefleur
Was sind Hitzepickel?
Dass Hitzepickel (Miliaria) entstehen, hängt mit den Schweißdrüsen zusammen. Sie werden auch als Hitzeausschlag, Hitzefrieseln, Schweißfrieseln, Hitzebläschen oder Schwitzbläschen bezeichnet. Sie treten unter anderem bei Urlaubern auf, die in tropische Regionen reisen.
Aber auch in Deutschland leiden viele Menschen unter den juckenden Pusteln, und das nicht nur an heißen Tagen. Sie können sich ebenso in anderen Situationen zeigen, die mit starker Schweißbildung verbunden sind, etwa nach intensiven Sporteinheiten oder körperlicher Arbeit.
Fieberhafte Infekte können ebenfalls von Hitzepickeln begleitet werden. Der Ausschlag kann aussehen wie kleine Blasen unter der Haut oder wie kleine Pickelchen. Diese sind zwar unangenehm und sehen nicht schön aus, sie heilen aber normalerweise recht schnell wieder ab und sind nicht ansteckend.
Wer ist besonders betroffen von Hitzepickeln?
Hitzepickel kommen prinzipiell in jeder Altersgruppe vor. Dabei sind Männer laut einigen Studien aufgrund häufiger Betätigung im Freien öfter betroffen. Säuglinge sind besonders anfällig, weil ihre Schweißgänge noch nicht vollständig ausgebildet sind. Umso wichtiger ist es, einen Hitzestau auf der Haut möglichst zu vermeiden. Ein Risikofaktor für diese Hautkrankheit ist starkes Übergewicht.
Warum bekommt man Hitzepickel?
Die Schweißdrüsen produzieren ein Sekret, das über den Schweißdrüsengang zur Hautoberfläche geleitet wird. Ein Hitzepickel entsteht, wenn dieser Gang verstopft ist. Das passiert in der Regel, weil die Hornschicht leicht aufquillt und der Schweiß nicht mehr ungehindert nach draußen dringen kann. Er staut sich.
Das kann weitere Probleme wie Entzündungen nach sich ziehen. Bei Babys und Kleinkindern sind Hitzepickel häufiger, weil ihre Schweißgänge anatomisch noch nicht vollständig ausgebildet sind, es also leichter zu Verstopfungen kommt.
An welchen Körperstellen treten Hitzepickel auf?
Hitzepickel treten in erster Linie in Körperregionen auf, in denen sich sehr viele Schweißdrüsen befinden, etwa unter den Achseln, im Dekolleté oder am Rücken. Dort, wo sich Hitze und Schweiß durch die Körperwärme stauen, ist das Risiko für die Pusteln ebenfalls erhöht, zum Beispiel in den Armbeugen, Kniekehlen oder in der Leiste.
Welche unterschiedlichen Formen von Hitzepickeln gibt es?
Es gibt verschiedene Formen des Hitzeausschlags, was damit zusammenhängt, dass die Gänge der Schweißdrüsen in unterschiedlichen Bereichen verstopfen können. Die Formen unterscheiden sich zum Teil im Aussehen und bei den Begleitsymptomen voneinander.
Miliaria cristallina: oft am Rumpf
Miliaria rubra: oft bei Babys im Windelbereich
Seltenere Form: Miliaria profunda
Wo liegt der Unterschied zwischen Hitzepickeln und einer Sonnenallergie?
Eine Sonnenallergie kann ähnliche Symptome hervorrufen wie ein Hitzeausschlag. Die Beschwerden sind jedoch bei den Betroffenen sehr unterschiedlich. Mögliche Erscheinungsformen sind:
- rote Knötchen
- Bläschen
- großflächige Quaddeln
- kleine Punkte wie von Insektenstichen

© iStock / Kwangmoozaa
Häufig juckt die Haut zusätzlich oder brennt. Eine Sonnenallergie lässt sich daher leicht mit Hitzepickeln verwechseln, die Ursache ist aber eine völlig andere. Ausgelöst wird dieser Ausschlag durch die UV-Strahlen der Sonne, unabhängig von der Schweißbildung. Dabei ist noch unklar, was genau im Körper passiert. Fest steht, dass fast ausschließlich Körperpartien betroffen sind, die einer direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt waren.
Es gibt einige Hinweise, mit denen sich eingrenzen lässt, ob es sich um eine Sonnenallergie oder um Hitzepickel handelt. Das ist wichtig, weil Betroffene unterschiedliche Maßnahmen ergreifen sollten, um die beiden Formen des Hautausschlages zu behandeln. Im Zweifel sollten Sie daher einen Arzt um Rat fragen.
Wie erkennt man, ob es sich um Hitzepickel oder eine Sonnenallergie handelt?
Körperbereich: Hitzepickel können zwar auch an unbedeckten Hauptpartien auftreten, meistens bilden sie sich jedoch dort, wo sich die Hitze durch Kleidung staut. Das ist bei einer Sonnenallergie eigentlich nie der Fall. Sie macht sich fast ausschließlich auf Hautpartien bemerkbar, die direkter Sonnenbestrahlung ausgesetzt waren.
Sonnenstrahlung: Eine Sonnenallergie steht immer im Zusammenhang mit dem UV-Licht, während sich Hitzepickel gleichermaßen nach einem Aufenthalt in Innenräumen bilden können. Bei Babys besteht häufig ein Zusammenhang zwischen den Hitzefrieseln und zu warmer Kleidung.
UV-Schutz: Das wirksamste Mittel gegen eine Sonnenallergie ist es, die Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Im Freien bedeutet das, eine Sonnencreme mit einem sehr hohen Lichtschutzfaktor (LSF) zu verwenden (LSF 30 oder höher). Hitzepickel lassen sich durch Sonnenschutz jedoch nicht vermeiden.
Passende Artikel zum Thema
Tipps: Was hilft gegen Hitzepickel?
Hitzepickel sind zwar harmlos, aber unangenehm. Um die Hitzebläschen wieder loszuwerden, reicht es häufig schon aus, das Schwitzen zu vermeiden. Die Pusteln bilden sich dann von selbst zurück. Wenn sich das Schwitzen nicht umgehen lässt oder die Symptome sehr stark sind, gibt es verschiedene Maßnahmen zur Behandlung:
- Vermeiden Sie Hitze. Tragen Sie leichte Kleidung, unter der sich Wärme nicht staut. Säuglinge und Kleinkinder dürfen drinnen gerne nackt herumkrabbeln. Für Erwachsene sind klimatisierte Räume ideal.
- Kratzen Sie nicht an juckenden Pusteln. Das erhöht das Risiko für Entzündungen.
- Kalte Kompressen auf den betroffenen Hautpartien können hilfreich sein.
- Die Haut sollte trocken gehalten werden.
- Ein sanftes Peeling kann verstopften Schweißdrüsen vorbeugen, indem tote Hautzellen entfernt werden.
Erwachsene können bei starken Hitzepickeln eine sogenannte Trockenpinselung mit einer Zinkoxid-Schüttelmixtur auftragen. Der wässrige Anteil verdunstet, zurück bleibt ein feiner Belag aus Puder, der die wichtigen entzündungshemmenden Wirkstoffe enthält.
Gibt es Medikamente gegen Hitzepickel?
Wenn Sie sehr unter den juckenden Pusteln leiden oder erste Maßnahmen und Hausmittel nicht helfen, sollten Sie eine hausärztliche oder dermatologische Praxis aufsuchen. Dort gibt es weitere Optionen:
- Sind die Pusteln mit starkem Juckreiz verbunden, kann der Arzt oder die Ärztin gegebenenfalls eine kortisonhaltige Salbe verschreiben.
- Spezielle Medikamente, sogenannte Antihistaminika, können den Juckreiz ebenfalls stillen. Sie werden aber nur Erwachsenen verabreicht.
- Sollte sich zusätzlich eine bakterielle Entzündung entwickelt haben, wird der Arzt oder die Ärztin abwägen, ob Antibiotika verschrieben werden.
Passende Angebote der AOK
AOK-Clarimedis: medizinische Informationen am Telefon
AOK Versicherte erreichen täglich Fachärztinnen, Fachärzte sowie medizinische Expertinnen und Experten telefonisch. AOK-Clarimedis bietet kompetente und verständliche Beratung zu allen Gesundheitsfragen, von Diagnosen bis Reisemedizin.
Wie lange dauert es, bis die Hitzepickel wieder weg sind?
Die Abheilungsdauer der Hitzepickel hängt von der Form und den Umständen ab, etwa der Umgebungstemperatur. Eventuell dauert es nur wenige Stunden oder ein bis zwei Tage, bis sich die Pusteln zurückbilden. Das gilt vor allem für die mäßige Miliaria cristallina. Meistens sind Hitzepickel nach einigen Tagen abgeheilt.
Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.







