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Wirklich eine Sonnenallergie? Das steckt hinter Hautreaktionen auf Sonne

Eine Frau hat einen Hautausschlag am Hals.

© iStock / kitzcorner

Lesezeit: 4 Minuten05.05.2022

Pickelchen, Quaddeln und rote Flecken bezeichnen viele Menschen als Sonnenallergie. Eine echte Allergie auf Sonne gibt es nicht, die Hautreaktionen nach dem Sonnenbad allerdings schon. Das steckt hinter einer „Sonnenallergie“ und so lässt sie sich vermeiden.

Inhalte im Überblick

    Was ist eine sogenannte Sonnenallergie?

    Nach dem Sonnenbad Juckreiz, Pickel oder Quaddeln auf der Haut? Da denken vielen Menschen an eine Sonnenallergie. Dieser umgangssprachliche Begriff ist irreführend, denn eine Allergie auf Sonnenlicht gibt es nicht. Starke Hautreaktionen auf UV-Strahlen allerdings schon. Wer von Sonnenallergie spricht, meint eines dieser Beschwerdebilder:

    Polymorphe Lichtdermatose

    Die sogenannte polymorphe Lichtdermatose ist die häufigste Hautreaktion auf Sonne. „Polymorph" bedeutet „vielgestaltig“ – bei diesem Beschwerdebild sind vielfältige Symptome möglich. Sie entsteht durch eine ungewohnt hohe UV-A-Strahlung. Rund 24 bis 48 Stunden nach intensiver Sonnenbestrahlung treten bei den Betroffenen Symptome wie Rötungen und Juckreiz auf, insbesondere hellhäutige Menschen sind hiervon betroffen. Bei Personen mit polymorpher Lichtdermatose in der Vergangenheit wird sich die Hautreaktion bei erneutem Sonnenbad wahrscheinlich wieder zeigen. Viele Betroffene weisen jedoch einen Gewöhnungseffekt auf: Sie vertragen im Laufe der Zeit zunehmend mehr Sonne.

    Mallorca-Akne

    Kleine Pickelchen nach dem Sonnenbad werden als Mallorca-Akne bezeichnet. Sie entsteht durch fetthaltige Sonnencremes, die im Zusammenspiel mit UV-Strahlen und körpereigenem Talg die Poren verstopfen. Mallorca-Akne kommt häufiger bei jungen Menschen vor.

    Phototoxische Reaktion und photoallergische Reaktion

    Von einer phototoxischen Reaktion sprechen Hautärzte, wenn die Haut durch den Einfluss von Sonnenstrahlen auf chemische oder natürliche Stoffe aus Kosmetika, Parfums oder Medikamenten reagiert. Dabei entstehen aggressive Sauerstoffverbindungen, sogenannte freie Radikale, die Hautschäden verursachen. „Photo“ steht dabei für Licht, „toxisch“ für giftig. Auslöser können zum Beispiel Pflanzensäfte von bestimmten Pflanzen wie Feigenbaum, Angelika, Johanniskraut oder Zitrusfrüchten sein. Meist kommt man bei der Gartenarbeit mit ihnen in Berührung.

    Bei der photoallergischen Reaktion hingegen verändert die Einwirkung der Sonne die Struktur bestimmter Stoffe von außen, sodass sich das Immunsystem der Betroffenen einschaltet. Es stuft diese Stoffe als gefährlich ein und bekämpft sie – eine allergische Reaktion ist die Folge. Auslöser können zum Beispiel Inhaltsstoffe von Kosmetikprodukten sein oder von Medikamenten wie Antibiotika oder Antidepressiva.

    Lichturtikaria

    Die Lichturtikaria ist eine Sonderform der Nesselsucht (Urtikaria). Hierbei schütten Zellen durch die UV-Strahlung vermehrt den Botenstoff Histamin aus, der bei den Betroffenen zu den typischen Nesselsucht-Symptomen wie Hautquaddeln und Juckreiz führt.

    Wie sehen Symptome einer Sonnenallergie aus?

    Die Haut kann bei einer Sonnenallergie verschiedene Symptome zeigen. Sie unterscheiden sich je nachdem, um welche Sonnenlicht-Reaktion es sich handelt:

    • Bei der polymorphen Lichtdermatose sind die Hautreaktionen teilweise sehr unterschiedlich – was der Name „polymorph“ bereits verrät. In vielen Fällen zeigen sich zuerst Rötungen, die auch jucken können. Manchmal bilden sich zusätzlich Blasen, Knötchen oder Schwellungen.
    • Typisch für die Mallorca-Akne sind kleine Pusteln, insbesondere an Stellen, wo die Haut ohnehin etwas öliger ist, zum Beispiel am Dekolleté, am Rücken oder Nacken. Gelegentlich entsteht an diesen Stellen auch ein Juckreiz.
    • Die phototoxische Reaktion macht sich ebenso wie die photoallergische Reaktion mit Symptomen wie Hautrötungen, Bläschen, meist starken Juckreiz bis hin zu brennenden Schmerzen bemerkbar.
    • Menschen, bei denen eine Lichturtikaria auftritt, beobachten innerhalb von Minuten nach dem Kontakt mit der Sonne, dass sich Quaddeln und Rötungen auf der Haut bilden, die teils sehr stark jucken.
    Eine Frau und ein Kind sitzen am Strand unter einem Sonnenschirm.
    Lieber im Schatten bleiben: Unter einem Sonnenschirm und im Schatten ist die direkte Sonneneinstrahlung geringer.

    © iStock / quintanilla

    Sonnenallergie: Was tun?

    Bei allen Formen der Sonnenallergie gehen die Beschwerden in der Regel nach einiger Zeit von selbst wieder zurück, wenn die Personen aus der Sonne gegangen sind. Bei der polymorphen Lichtdermatose können Tinkturen mit Zink oder Kortison die Beschwerden lindern. Bei einer photoallergischen oder phototoxischen Reaktion kommen Antihistaminika zum Einsatz, die die Wirkung von Histamin, einem wichtigen Allergiebotenstoff, hemmen. Die auslösenden Stoffe und Medikamente sollten konsequent vermieden werden.

    Bei der Mallorca-Akne hat sich beispielsweise das Kühlen mit kalten Wickeln bewährt. Sie können Schmerzen lindern und Schwellungen abklingen lassen. Salben und Lotionen sollten nicht verwendet werden, um die Hautporen nicht weiterhin zu verstopfen. Bei schweren Fällen ist es sinnvoll, sich ärztlichen Rat zu suchen. Antihistaminika können, sowie bei der Lichturtikaria, dazu beitragen, dass die Beschwerden schneller wieder verschwinden.

    Wie kann man einer Sonnenallergie vorbeugen?

    Vorbeugen ist besser als behandeln – das gilt auch bei den sogenannten Sonnenallergien. Da die Beschwerden durch Sonnenstrahlung entstehen, ist ein konsequenter Sonnenschutz die beste Prävention. Mit diesen Tipps können Sie vorbeugen:

    • Meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung, halten Sie sich lieber im Schatten auf – insbesondere während der Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht.
    • Gewöhnen Sie die Haut im Frühling langsam an das Sonnenlicht.
    • Cremen Sie sich mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor ein, bevor Sie nach draußen gehen.
    • Benutzen Sie vor dem Sonnenbad keine Kosmetika mit Duftstoffen, Parfums oder anderen Inhaltsstoffen, die eventuell eine phototoxische oder photoallergische Reaktion auslösen könnten.
    • Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, informieren Sie sich bei Ihrem Arzt oder Apotheker, ob es dadurch zu sonnenbedingten Wechselwirkungen kommen kann.
    • Wer zu Mallorca-Akne neigt, sollte auf Sonnenschutzmittel in Gelform setzen, die frei von Fetten, Ölen und Emulgatoren sind.

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