Zum Hauptinhalt springen
AOK – Die Gesundheitskasse

So schützen Sie sich vor Hautkrebs

Ein Arzt führt ein Screening durch, um Hautkrebs frühzeitig zu erkennen.

© iStock / kali9

Lesezeit: 9 MinutenAktualisiert: 22.04.2021

Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten. Seit 2008 gab es einen deutlichen Anstieg der Neuerkrankungen, was auch an dem zu der Zeit eingeführten Hautkrebsscreening liegen kann. Während der weiße Hautkrebs überwiegend im höheren Lebensalter auftritt, betrifft der sehr bösartige schwarze Hautkrebs auch viele jüngere Menschen. Frauen erkranken im Mittel mit 60, Männer mit 68. Wichtigster Risikofaktor sind UV-Strahlen, insbesondere durch Sonnenbaden oder Solarien. Gefährdet sind vor allem Körperregionen, die vor starker Sonneneinstrahlung schlecht geschützt werden. Bei Frauen tritt der schwarze Hautkrebs am häufigsten an Beinen und Hüfte auf, bei Männern an Bauch und Rücken. Der weiße Hautkrebs tritt häufig auf sogenannten „Sonnenterrassen“ auf, wie z. B. Nasenrücken, Unterlippe, Handrücken oder kahlen Bereichen der Kopfhaut.

Inhalte im Überblick

    Welche Hautkrebsarten gibt es?

    Mediziner unterscheiden den schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) von dem weißen Hautkrebs (nichtmelanotischer Hautkrebs). 

    • Beim schwarzen Hautkrebs handelt es sich um eine bösartige Erkrankung.
    • Der häufigste weiße Hautkrebs, das Basalzellkarzinom, wächst zwar in umliegendes Gewebe ein, bildet aber keine Metastasen.

    Dem Plattenepithelkarzinom (ebenfalls dem weißen Hautkrebs zugehörig) gehen meist Krebsvorstufen voraus, so dass man dieses rechtzeitig entdecken und entfernen kann.

    Gut zu wissen

    Hautkrebs lässt sich gut verhindern. Wichtigste Maßnahmen sind dabei ein guter Sonnenschutz und die Früherkennung.

    Schwarzer Hautkrebs und weißer Hautkrebs: Anzeichen

    Das gute ist, dass man Hautkrebs von außen sehen kann. Daher ist neben der Vermeidung zu starker UV-Strahlung die regelmäßige Selbstuntersuchung und die regelmäßige Wahrnehmung des Hautkrebsscreenings vor allem für Menschen mit Riskofaktoren das A und O. 

    Am schwarzen Hautkrebs stirbt man nicht, aber an den Metastasen. Ein Basalzellkarzinom wird erst dann gefährlich, wenn es in wichtige Organe hineinwächst. Daher ist es ungemein wichtig, den Hautkrebs früh zu erkennen und zu entfernen.

    Im Frühstadium verursacht Hautkrebs keine Schmerzen oder allgemeine Beschwerden. Lediglich die Hauterscheinungen geben einen Hinweis auf die Erkrankung. 

    Für die Unterscheidung von schwarzem Hautkrebs von Muttermalen gibt es die ABCDE-Regel, das sind die Auffälligkeiten, die einen veranlassen sollten, diese Stelle bald seiner Ärtzin oder seinem Arzt zu zeigen:

    Gut zu wissen

    Weißer Hautkrebs zeigt sich meist auf jenen Hautstellen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind: Gesicht, Kopfhaut, Beine und Arme. Der schwarze Hautkrebs kann auch an verborgenen Stellen wie im Genitalbereich entstehen.

    Risikocheck: diese Faktoren fördern Hautkrebs

    Die UV-Strahlung wird nicht nur mit einer beschleunigten Hautalterung in Verbindung gebracht. Ausgiebiges Sonnenbaden kann auch das individuelle Hautkrebsrisiko erheblich steigern. Zudem gibt es weitere wichtige Risikofaktoren.

    Dazu zählen:

    • UV-Strahlung (Sonnenbaden, Solarium, arbeitsbedingt), vor allem wiederkehrende Sonnenbelastung und Sonnenbrände
    • helle Hauttypen, insbesondere blonde und rothaarige und Menschen, die zu Sommersprossen neigen, schlecht bräunen und zu Sonnenbränden neigen
    • hohe Zahl an angeborenen Leberflecken, vor allem besonders große
    • schwarzer Hautkrebs in der Familienanamnese
    • Strahlentherapie
    • Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken

    Wann ist Sonnenbrand gefährlich?

    Dermatologen geben zu bedenken: „Die Haut vergisst nie“. Ein Sonnenbrand entsteht, wenn die Sonneneinstrahlung deutlich zu hoch war. UV-Licht kann die DNA schädigen und führt damit neben dem Sonnenbrand auch zu einem erhöhten Hautkrebsrisiko. Während das Melanom häufig durch wiederholte intensive Sonnenbelastungen befördert wird, führt die Ansammlung von vielen Sonnenstunden zum weißen Hautkrebs. Das wichtigste ist daher ein ausreichender Sonnenschutz und das Vermeiden von zu intensivem Sonnenbaden.

    Hautkrebs: Behandlung

    Am wichtigsten ist die frühzeitige Erkennung von Hautkrebs. Dann kann man ihn entfernen und damit heilen. Das Gewebe wird dann eingeschickt und der Pathologe kann im Mikroskop schauen, ob der Tumor komplett entfernt werden konnte.

    Schwarzer Hautkrebs:

    • Beim schwarzen Hautkrebs muss man bei der Operation den Tumor mit einem ausreichenden Sicherheitsrand entfernen
    • Ab einer Dicke des Tumors von 1 mm, bei weiteren Risikofaktoren auch bei dünneren Tumoren wird zusätzlich ein Lymphknoten entnommen, in den die Lymphe vom Tumor abgeleitet wird (sogenannte Wächterlymphknoten).
    • Hat der Tumor bereits gestreut, werden weitere Lymphknoten entfernt. Ferner wird eine Strahlentherapie durchgeführt.
    • Ab einem höheren Tumorstadium erfolgt zusätzlich eine Immun oder Chemotherapie. Hier wurden in den letzten Jahren neue Therapien der Präzisionsmedizin entwickelt, die die Prognose deutlich verbessert haben. Der Tumor wird dabei molekulargenetisch auf bestimmte Mutationen untersucht, die das Tumorwachstum steigern. Liegen diese vor, haben bestimmte Medikamente einen Nutzen, für die anderen Patienten gibt es Medikamente, die die Tarnung des Tumors vor dem Immunsystem aufheben.

    Wann ist Hautkrebs tödlich?

    Tödlich ist vor allem der schwarze Hautkrebs. Jedes Jahr sterben etwa 3.000 Menschen an dieser Erkrankung. Insgesamt überleben etwa 90 Prozent der betroffenen mehr 5 Jahre nach Diagnosestellung im fortgeschrittenen Stadium hat trotz der enormen Fortschritte in der Therapie der schwarze Hautkrebs immer noch ein erhebliches Risiko, an ihm zu sterben. Daher ist es auch so wichtig, ihn möglichst früh zu entdecken.

    Hautkrebs-Prävention: 3 Maßnahmen, um das Risiko zu senken

    Bei der Vorbeugung von Hautkrebs kann jeder aktiv werden.

    • Sich selbst regelmäßig von Kopf bis Fuß auf Auffälligkeiten untersuchen.
    • Am Hautkrebsscreening teilnehmen. Dieses steht allen AOK-Versicherten ab dem 35. Lebensjahr alle 2 Jahre zur Verfügung
    • Zu große UV-Strahleneinwirkung vermeiden.

    Welche Leistungen bietet die AOK zur Früherkennung von Hautkrebs an?

    Die Leistungen der AOK unterscheiden sich regional. Mit der Eingabe Ihrer Postleitzahl können wir die für Sie zuständige AOK ermitteln und passende Leistungen Ihrer AOK anzeigen.

    Welche Sonnencreme schützt vor Sonnenbrand und Hautkrebs?

    Eine Sonnencreme kann die Zeit verlängern, die man ohne Sonnenbrand in der Sonne verbringen kann. Der Lichtschutzfaktor bezieht sich dabei auf die UV-B-Strahlung, die den Sonnenbrand verursacht. Man sollte darauf achten, dass die Sonnencreme auch ein UV-A-Siegel hat. Dennoch ist bislang nicht wissenschaftlich erwiesen, ob Sonnencreme tatsächlich vor Hautkrebs schützt. Ist die Sonneneinstrahlung hoch, ist auch bei hohem Lichtschutzfaktor der Sonnencreme nur ein kurzer Aufenthalt in der Sonne zu empfehlen. Besser sucht man daher während der Mittagssonne den Schatten.

    Hautkrebs wird in der Vorsorge per Screening untersucht.

    © iStock / CasarsaGuru

    Hautkrebsvorsorge: Ablauf und Kostenübernahme

    Alle zwei Jahre dürfen Versicherte zum Hautkrebs-Screening kommen, wenn sie das 35. Lebensjahr überschritten haben. Die Untersuchung wird von einem qualifizierten Hausarzt oder Hautarzt durchgeführt. Die Kosten dafür übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung.

    Mit der Früherkennungsuntersuchung können der schwarze Hautkrebs und die weißen Hautkrebs-Formen erkannt werden. Der Ablauf der Untersuchung ist in der Regel immer gleich.

    • Vor der körperlichen Untersuchung wird die Anamnese durchgeführt, um Informationen über Hautkrebserkrankungen in der Familie zu erhalten.
    • Viele Ärzte klären in dem Zusammenhang über ein geeignetes Sonnenschutzverhalten und Risikofaktoren auf.
    • Bei der körperlichen Untersuchung wird die Haut von Kopf bis Fuß angesehen.
    • Bei einem auffälligen Hautmal leitet der Arzt weitere Untersuchungen ein.

    Gut zu wissen

    Beim Hautkrebs-Screening ist es ratsam, auf Make-up und Nagellack zu verzichten. So werden auffällige Hautstellen nicht unbewusst kaschiert.

    Ab wann sollte ich zur Hautkrebsvorsorge gehen?

    Die Leistung steht allen Versicherten ab 35 Jahren jedes zweite Jahr zur Verfügung. Eine frühzeitige Diagnose kann die Prognose von Hautkrebs deutlich verbessern. Deshalb sollte man dieses Angebot der Hautkrebsvorsorge in Anspruch zu nehmen.

    War dieser Artikel hilfreich?

    Mehr zu Prävention

    Ein Mann wischt sich mit einem Tuch den Schweiß auf dem Nacken.
    Prävention
    Schlank im Alltag, weil die Kollegen mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.
    Prävention

    Ein Mann wischt sich mit einem Tuch den Schweiß auf dem Nacken.
    Haut & Allergie
    Eine Frau hat die Brille abgenommen und reibt sich die Augen.
    Muskel-Skelett-System