Krebs
Wie Sie sich vor Hautkrebs schützen und Symptome früh erkennen
Veröffentlicht am:22.04.2021
aktualisiert am 12.06.2026
13 Minuten Lesedauer
Hautkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten. Insbesondere die Zahl der Neuerkrankungen an schwarzem Hautkrebs stieg in den vergangenen Jahrzehnten an. Umso wichtiger sind daher Früherkennung und Prävention.

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Welche Hautkrebsarten gibt es?
Medizinerinnen und Mediziner unterscheiden zwischen schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) und weißem Hautkrebs (nichtmelanotischer Hautkrebs). Der schwarze Hautkrebs ist gefürchtet, weil er sehr früh Absiedelungen (Metastasen) bilden kann.
Das Basalzellkarzinom ist die häufigste Form des weißen Hautkrebses. Unbehandelt wächst es zwar aggressiv in umliegendes Gewebe ein, bildet aber sehr selten Metastasen.
Auch das Plattenepithelkarzinom (weißer Hautkrebs) bildet nur selten Metastasen. Zudem gehen ihm meist Krebsvorstufen voraus, die man rechtzeitig entdecken und entfernen kann, bevor sie bösartig werden.
Wer ist von Hautkrebs betroffen?
Weißer Hautkrebs kommt zwar häufiger vor als schwarzer Hautkrebs, verläuft aber in den seltensten Fällen tödlich. In Deutschland erkranken jedes Jahr:
- mehr als 240.000 Menschen an weißem Hautkrebs, von denen etwa 1.300 an den Folgen sterben.
- ungefähr 27.400 Menschen an schwarzem Hautkrebs, von denen knapp 3.200 an den Folgen sterben.
Während weißer Hautkrebs vor allem im höheren Lebensalter auftritt, kommt der besonders bösartige schwarze Hautkrebs auch schon bei jungen Erwachsenen vor. Jüngere Frauen sind dabei häufiger betroffen als jüngere Männer.
Im Durchschnitt erkranken Frauen mit 64 Jahren an schwarzem und mit 74 Jahren an weißem Hautkrebs. Bei Männern liegt das mittlere Erkrankungsalter für das Melanom bei 69 Jahren und für weißen Hautkrebs bei 76 Jahren.
Je früher man Hautkrebs entdeckt, desto besser sind die Heilungschancen
Hautkrebs hat den Vorteil, dass man ihn von außen sehen kann. Einmal erkannt, kann man ihn entfernen und damit meist heilen, sofern er noch keine Absiedelungen gestreut hat.
Das entfernte Gewebe wird zur Auswertung eingeschickt und mikroskopisch untersucht. So lässt sich feststellen, ob es sich um einen Tumor handelt und ob dieser komplett entfernt werden konnte.
Welche Anzeichen und Symptome weisen auf Hautkrebs hin?
Weißer und schwarzer Hautkrebs sind in der Regel bereits in einem frühen Erkrankungsstadium sichtbar – das unterscheidet sie von vielen anderen Krebsarten. Deshalb ist es wichtig, sich regelmäßig selbst zu untersuchen und das Hautkrebsscreening wahrzunehmen.
Bei Frauen kommt schwarzer Hautkrebs am häufigsten an den Beinen und der Hüfte vor, bei Männern am Bauch und Rücken. Als erste Anzeichen und Risikofaktoren gelten viele Pigmentflecken sowie Vorerkrankungen in der Familie.
Weißer Hautkrebs tritt häufig an Stellen auf, die häufig der Sonne ausgesetzt sind – den sogenannten Sonnenterrassen. Dazu zählen zum Beispiel Nasenrücken, Unterlippe, Handrücken oder kahle Bereiche der Kopfhaut.
Welche Leistungen bietet die AOK zur Früherkennung von Hautkrebs an?
Die Leistungen der AOK unterscheiden sich regional. Mit der Eingabe Ihrer Postleitzahl können wir die für Sie zuständige AOK ermitteln und passende Leistungen Ihrer AOK anzeigen.
Wie erkennt man schwarzen Hautkrebs?
Für die Unterscheidung zwischen schwarzem Hautkrebs und harmlosen Muttermalen gibt es die ABCDE-Regel. Diese Auffälligkeiten sollten Sie einer Ärztin oder einem Arzt zeigen:
A: Asymmetrie
B: Begrenzung
C: Colorit (Färbung)
D: Durchmesser
E: Entwicklung/Erhabenheit

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Wie erkennt man weißen Hautkrebs?
Weißer Hautkrebs kann sehr viele unterschiedliche Erscheinungsformen haben. Häufig sind es Knoten oder entfärbte Hautstellen, die über Wochen bestehen bleiben und über Monate und manchmal sogar Jahre hinweg langsam wachsen.
Manchmal wird ein Hautkrebs auch unbewusst aufgekratzt und erscheint dann als nicht heilende Wunde. Daher sollte man neu aufgetretene und bleibende Auffälligkeiten der Haut einer Ärztin oder einem Arzt zeigen.
Was sind Risikofaktoren für Hautkrebs?
Die UV-Strahlung wird nicht nur mit einer beschleunigten Hautalterung in Verbindung gebracht. Ausgiebiges Sonnenbaden oder der Besuch von Solarien können auch das individuelle Hautkrebsrisiko erheblich steigern.
Es gibt folgende Risikofaktoren für Hautkrebs:
- UV-Strahlung (Sonnenbaden, Solarium, arbeitsbedingt), vor allem wiederkehrende Sonnenbelastung und Sonnenbrände
- helle Hauttypen, insbesondere blonde oder rothaarige und Menschen, die zu Sommersprossen neigen oder schlecht bräunen und häufiger Sonnenbrände haben
- hohe Zahl und ungewöhnlich aussehende angeborene Leberflecken
- schwarzer oder weißer Hautkrebs in der Familie
- Strahlentherapie
- Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken
Prävention: Wie kann man Hautkrebs vorbeugen
Bei der Vorbeugung von Hautkrebs kann jede und jeder aktiv werden. Diese Maßnahmen sind dabei besonders wichtig:
- zu starke UV-Belastung und Sonnenbrand vermeiden,
- sich selbst regelmäßig von Kopf bis Fuß auf Auffälligkeiten untersuchen und
- spätestens ab 35 Jahren alle zwei Jahre am Hautkrebsscreening teilnehmen.
Wie meidet man UV-Strahlung im Alltag?
Sonne tut gut und regt die Bildung von Vitamin D an. Zu hohe Sonneneinstrahlung schadet jedoch. Deshalb sollte man die Haut möglichst vor intensiver Sonneneinstrahlung schützen. Besonders wichtig ist das für kleine Kinder und Menschen mit heller Haut.
Schützen Sie sich vor UV-Strahlung, indem Sie
- intensive Sonne, besonders zur Mittagszeit, meiden und Schatten suchen,
- Aktivitäten im Freien in die Morgen- und Abendstunden verlegen,
- Sonnenbrand vermeiden,
- Sonnencreme verwenden und richtig anwenden,
- lange, UV-dichte Kleidung, eine Kopfbedeckung (besonders, wenn Sie wenig oder keine Haare haben) und eine Sonnenbrille mit UV-Filter tragen
- und sich über Medikamente informieren, die die UV-Empfindlichkeit erhöhen.

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Wie verwendet man Sonnencreme richtig?
Eine Sonnencreme kann die Zeit, die Sie in der Sonne verbringen können, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, verlängern. Wichtig ist dabei ein ausreichend hoher Lichtschutzfaktor (LSF).
Der LSF bezieht sich auf die UVB-Strahlung, die Sonnenbrand verursacht. Für einen umfassenden Schutz sollte die Sonnencreme zudem ein UVA-Siegel haben. UVA-Strahlung dringt tief in die Haut ein, fördert die vorzeitige Hautalterung und kann die Entstehung von schwarzem Hautkrebs begünstigen.
Um den angegebenen Lichtschutzfaktor zu erreichen, müssen Sie ausreichend Sonnencreme auftragen. Als Faustregel gelten zwei Milligramm Sonnenschutzmittel pro Quadratzentimeter Haut. Bei Erwachsenen sind das umgerechnet etwa vier gehäufte Esslöffel für den ganzen Körper. Wichtig ist regelmäßiges Nachcremen, insbesondere nach dem Baden oder Schwitzen. Es erhält die Schutzzeit, verlängert sie aber nicht.
Die Anwendung von Sonnencreme senkt zwar das Risiko, an einem Melanom zu erkranken. Doch allein bietet sie keinen vollständigen Schutz vor Hautkrebs.
Wie berechnet man die maximale Schutzzeit in der Sonne?
Mit Sonnencreme lässt sich die sogenannte Eigenschutzzeit der Haut verlängern. Daraus ergibt sich die maximale Schutzzeit. Diese hängt von Ihrer individuellen Eigenschutzzeit und dem Lichtschutzfaktor der Sonnencreme ab.
Die Eigenschutzzeit variiert je nach Hauttyp und beschreibt, wie lange Sie bei einer bestimmten UV-Intensität in der Sonne bleiben können, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt sogar, nur 60 Prozent dieser Zeit in Anspruch zu nehmen.
Um Ihre maximale Schutzzeit zu ermitteln, nutzen Sie folgende Formel:
Eigenschutzzeit (Minuten) x Lichtschutzfaktor (LSF) = maximale Schutzzeit
Beispiel: Hat eine Person eine Eigenschutzzeit von 10 Minuten und nutzt eine Sonnencreme mit LSF 20, beträgt die theoretische Schutzzeit maximal 200 Minuten.
Warum sollte man Solarien meiden?
Viele Menschen glauben, dass sie sich durch Vorbräunen im Solarium schützen können. Dies ist jedoch ein Irrglaube. Solarien erhöhen das Hautkrebsrisiko.
Dermatologen und Dermatologinnen raten daher, auf Solarienbesuche am besten ganz zu verzichten, um diesen Risikofaktor auszuschließen. Für Kinder und Jugendliche ist die Nutzung von Solarien sogar verboten. Solarienbetreibende müssen Menschen mit heller Haut von einem Besuch abraten.
Wie funktioniert die Früherkennung von Hautkrebs?
Wer seine Haut regelmäßig untersucht, kann Veränderungen frühzeitig erkennen. Menschen mit vielen Leberflecken sollten besonders aufmerksam sein. Die ABCDE-Regel hilft dabei. Zusätzlich sollte man das Hautkrebsscreening in Anspruch nehmen, um Hautkrebs frühzeitig zu erkennen.
Gesetzlich Versicherte ab dem 35. Lebensjahr haben alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebsscreening. Das Screening wird von einem qualifizierten Facharzt oder einer qualifizierten Fachärztin für Allgemeinmedizin oder Dermatologie durchgeführt. Sollte ein Hautmal auffällig sein, werden weitere Untersuchungen eingeleitet. Die Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung.
Tipp: Verzichten Sie beim Hautkrebsscreening auf Make-up und Nagellack. So werden auffällige Hautstellen nicht verdeckt.
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