Krebs

Weißen Hautkrebs erkennen und behandeln

Veröffentlicht am:04.07.2022

aktualisiert am 04.05.2026

12 Minuten Lesedauer

Das Basalzellkarzinom (Basaliom) ist der häufigste bösartige Krebs in Mitteleuropa und entsteht vor allem durch UV-Strahlen. Früh erkannt ist weißer Hautkrebs heilbar, weshalb regelmäßige Hautkrebsscreenings so wichtig sind.

Eine Hautärztin untersucht die Haut eines Patienten mit einem Dermatoskop.

© iStock / Inside Creative House / KI-bearbeitet

Was ist weißer Hautkrebs?

Bei Tumoren der Haut unterscheiden Mediziner und Medizinerinnen zwischen weißem und schwarzem Hautkrebs.

Zum weißen Hautkrebs zählen das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Das Basalzellkarzinom ist die häufigere Tumorart mit circa 75 Prozent Anteil, mittlerweile veraltet ist die Bezeichnung Basaliom. Meistens sind Basalzellkarzinome gut heilbar.

Bei schwarzem Hautkrebs erscheinen die gefährlichen Melanome dunkel und entstehen aus den pigmentbildenden Zellen der Haut. Bei weißem Hautkrebs hingegen sind die Tumore heller.

Basalzellkarzinom: Zahlen und Fakten

  • Das Basalzellkarzinom ist der häufigste bösartige Krebs der Mitteleuropäer.
  • In Deutschland gibt es jährlich pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern etwa 200 Neuerkrankungen.
  • Die Wahrscheinlichkeit, in Mitteleuropa an dieser Form des weißen Hautkrebses zu erkranken, wird auf zehn Prozent geschätzt.
  • Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
  • Das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Alter, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 73 Jahren (Männer) beziehungsweise 71 Jahren (Frauen).

Wie entsteht weißer Hautkrebs?

Der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung von weißem Hautkrebs ist eine Belastung mit UV-Strahlen. Durch diese können Zellen der oberen Hautschicht entarten und zu Tumorzellen werden.

Hautkrebs bildet sich meist an den Körperstellen, die UV-Strahlen ausgesetzt waren. Das sind die sogenannten „Sonnenterrassen“ des Gesichts: Nasenrücken, Ohren und unbehaarte Kopfhaut. Es können aber auch andere Körperregionen betroffen sein.

Das Basalzellkarzinom wächst in der Regel langsam und nur an seiner Ursprungsstelle. Sehr selten kommt es zu Tumorabsiedlungen (Metastasen) – anders als beim häufig metastasierenden schwarzen Hautkrebs. Daher sterben nur wenige Patienten und Patientinnen an weißem Hautkrebs. Er kann jedoch mit der Zeit in umliegende Gewebestrukturen einwachsen, etwa in Knorpel und Knochen.

Was sind Risikofaktoren für weißen Hautkrebs?

  • die im Leben angesammelte Sonneneinstrahlung (vor allem die Sonnenexposition in der Kindheit)
  • Solariumbesuche
  • Kontakt zu Giftstoffen wie Arsen und Teer
  • regelmäßige Röntgenstrahlung
  • erbliche Hautkrankheiten, die mit erhöhter Lichtempfindlichkeit einhergehen
  • Basalzellkarzinome in der eigenen Vorgeschichte (Wer schon mal an weißem Hautkrebs erkrankt war, hat ein höheres Risiko für einen erneuten Tumor.)

Wer zählt zur Risikogruppe für weißen Hautkrebs?

  • Berufsgruppen mit regelmäßiger, nicht vor Sonne geschützter Arbeit im Freien (zum Beispiel Beschäftigte im Baugewerbe)
  • Freizeitsportler und -sportlerinnen, die unzureichenden Sonnenschutz anwenden
  • Personen mit einem hellen Hauttyp
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem, zum Beispiel nach einer Organtransplantation oder durch eine HIV-Infektion

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Wie kann man sich vor weißem Hautkrebs schützen?

Sonnenschutz ist das A und O, um der Entstehung von weißem sowie schwarzem Hautkrebs vorzubeugen. Der Lichtschutzfaktor von Sonnencreme sollte der Intensität der UV-Strahlung und der Dauer der Sonnenexposition angepasst sein. Kleidung und Kopfbedeckungen bieten den besten Sonnenschutz – je dichter gewebt, desto besser. Es gibt auch spezielle UV-Schutzkleidung.

Bei intensiver Sonneneinstrahlung sollten Sie sich im Schatten aufhalten, sich durch geeignete Kleidung und Kopfbedeckungen schützen oder Sonnencreme mit hohem UV-Schutz verwenden und in jedem Fall einen Sonnenbrand vermeiden.

Eine Studie von 2022 zeigt auf, dass gerade Freizeitsportler und -sportlerinnen das Risiko durch UV-Strahlung unterschätzen und sich nicht ausreichend schützen. Schulterbedeckende Oberteile waren der häufigste Sonnenschutz. Sonnenbrille, Sonnencreme oder Kopfbedeckung nutzten weniger als die Hälfte.

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Wie sieht ein Basaliom aus?

Basalzellkarzinome können sehr unterschiedlich sein – es gibt kein einheitliches Erscheinungsbild. Am häufigsten erscheinen sie hautfarben, rötlich oder rötlich-braun als Knötchen. Seltener ist die sich flächig ausdehnende Form.

Manchmal scheinen feine Äderchen durch oder es gibt einen erhabenen Rand, der an eine Perlschnur erinnert. Mitunter werden Basalzellkarzinome unbewusst aufgekratzt und sehen wie nicht heilende Wunden aus.

Hautveränderungen ernst nehmen

Da das äußere Erscheinungsbild so unterschiedlich ist, sollte man jede über mehrere Wochen bleibende Hautveränderung seinem Arzt oder seiner Ärztin zeigen. Wird ein Basalzellkarzinom nicht rechtzeitig erkannt, kann es weiter und tiefer wachsen.

Wie erkennt man Basalzellkarzinome früh genug?

Um eine gute Therapie und Heilungschance zu ermöglichen sowie Komplikationen zu vermeiden, ist es wichtig, weißen Hautkrebs (Basalzell- und Plattenepithelzellkarzinome) so früh wie möglich zu erkennen. Zwei zentrale Punkte sind dabei von Bedeutung:

  1. die regelmäßige Selbstuntersuchung der Haut
  2. das regelmäßige Hautkrebsscreening (spätestens ab 35 Jahre, alle 2 Jahre)

Qualifizierte Hausärzte und -ärztinnen sowie Hautärzte oder -ärztinnen betrachten die gesamte Haut und erkennen weißen oder schwarzen Hautkrebs meist schon mit bloßem Auge. Bei einem Verdacht auf Hautkrebs erfolgt eine weitere Abklärung, im Zweifelsfall wird die auffällige Stelle entfernt oder eine Gewebeprobe entnommen.

Bild eines Basalzellkarzinoms (Basaliom).

© iStock / OGphoto

So oder so ähnlich kann ein Basalzellkarzinom aussehen.

Wie sieht die Behandlung von weißem Hautkrebs aus?

Der Goldstandard der Behandlung eines Basalzellkarzinoms ist die komplette operative Entfernung. Kleinere, oberflächliche Basalzellkarzinome mit geringem Risiko können auch lokal medikamentös behandelt werden, was eine engmaschige Nachbeobachtung erfordert. Diese Art der Behandlung eignet sich auch für ältere Patientinnen und Patienten, die bereits an mehreren Erkrankungen leiden.

Falls eine Operation oder eine medikamentöse Behandlung nicht in Frage kommen, kann die Behandlung durch Vereisen, Lasern oder eine kombinierte Behandlung aus Medikamenten und Lichttherapie (photodynamische Therapie) erfolgen.

Ist der weiße Hautkrebs fortgeschritten, kann eine Strahlentherapie erfolgen. Eine regelmäßige Basalzellkarzinom-Nachsorge ist wichtig, um ein Wiederauftreten oder neue Tumoren frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Hautkrebs kann lebensgefährlich sein. Doc Felix zeigt, wie man sich effektiv vor der Sonne schützt und die Anzeichen von weißem und schwarzem Hautkrebs früh erkennt.

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