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Sonnenschutz für Babys – das sollten Sie wissen

Mutter cremt ihr Baby für richtigen Sonnenschutz mit Sonnencreme ein.

© iStock / ArtMarie

Lesezeit: 4 Minuten17.05.2022

Bei Babys sind die körpereigenen Schutzmechanismen vor UV-Strahlung noch nicht ausreichend ausgebildet. Sonnenschutz durch Schatten und Kleidung ist deswegen besonders wichtig. Außerdem: Ab wann bei Babys Sonnencreme verwendet werden darf.

Inhalte im Überblick

    Sonnenempfindliche Babyhaut

    Ihr Baby ist jünger als sechs Monate alt? Dann gilt: Direktes Sonnenlicht ist noch tabu. Babyhaut ist besonders empfindlich. Das hat zwei Gründe:

    1. Sie ist dünner als die Haut von Erwachsenen.
    2. Sie hat noch weniger Pigmente.

    Deswegen besteht nur ein geringer Eigenschutz gegen UV-Strahlen. Dieser entwickelt sich erst im Laufe von Jahren und das je nach Hauttyp unterschiedlich schnell. Sowohl Sonnenbrände, auch Hautrötungen durch Sonneneinstrahlung sollten unbedingt verhindert werden. Eine zu hohe UV-Strahlenbelastung der empfindlichen Haut kann das Risiko für spätere Hautkrebserkrankungen erhöhen.

    Der wirksamste Schutz gegen die schädlichen Folgen von UV-Strahlung: Schatten und die richtige Sonnenschutzkleidung. Ab einem Alter von sechs Monaten können Eltern auch Sonnenschutzmittel verwenden.

    Im Schatten bleiben

    Für Babys und Kleinkinder gilt gleichermaßen: Für Spaziergänge im Sommer sollte Ihr Kinderwagen mit einem Sonnenschutz wie einem Sonnensegel oder Sonnenverdeck ausgestattet sein. Außerdem ist es sinnvoll, den Aufenthalt im Freien zu vermeiden, wenn die UV-Strahlung besonders stark ist. Gehen Sie am besten vor 10 Uhr oder nach 16 Uhr spazieren. Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, ist ein abnehmbarer UV-Schutz für die Fensterscheibe eine gute Lösung. Die Scheibe des Autos bietet nur Schutz vor UV-B- und nicht vor UV-A-Strahlen. Erstere sind zwar aggressiver und führen zu Sonnenbränden, aber auch UV-A-Strahlen können Hautschäden wie vorzeitige Hautalterung und im schlimmsten Fall Hautkrebs verursachen.

    Wichtig: Ist der Himmel bedeckt, dringen trotzdem UV-Strahlen bis zur Haut durch. Eine leichte Wolkendecke in der Höhe reduziert die UV-Strahlung auf der Erde um fünf bis zehn Prozent. Dichte Wolkendecken können die UV-Strahlenintensität um bis zu 70 Prozent senken; ganz ohne Sonnenschutz geht es aber auch dann nicht. Sonnenschutzmaßnahmen sind daher in jedem Fall ratsam.

    Baby liegt im Kinderwagen und so vor der Sonne geschützt.
    Auch im Halbschatten oder im Kinderwagen haben Sonnenstrahlen eine Wirkung. Es gilt also auch hier: Bitte vorher gründlich eincremen.

    © iStock / FamVeld

    Wie verwende ich Sonnencreme bei Kleinkindern richtig?

    Ab einem Alter von sechs Monaten  kann zusätzlich zu anderen Schutzmaßnahmen ein Sonnenschutzmittel verwendet werden. Dabei sollten folgende Punkte beachtet werden:

    • Verwenden Sie ein Mittel, das vor UV-A- und UV-B-Strahlen schützt und einen Lichtschutzfaktor (LSF) über 30 hat. Zusätzlich sollte es wasserfest sein, damit der Schutz nicht nachlässt, wenn Ihr Kind schwitzt.
    • Achten Sie für einen wirksamen Schutz darauf, eine ausreichende Menge an Sonnencreme aufzutragen. Angaben dazu finden Sie auf der Verpackung.
    • Verzichten Sie auf Produkte, die Alkohol oder Parfüm enthalten. Greifen Sie zu Produkten, die für Babys und Kinder geeignet sind. Hier sind meist weniger Zusatzstoffe enthalten, die die Haut reizen oder austrocknen können.

    Cremen Sie alle zwei Stunden nach. Auch nach dem Baden und Abtrocknen oder wenn Ihr Kind stark geschwitzt hat, ist es notwendig, das Sonnenschutzmittel neu aufzutragen.

    Die richtige Sonnenschutzkleidung für Babys und Kleinkinder

    Wenn Sie Ihr Baby oder Kleinkind der Sonne aussetzen, lautet die wichtigste Regel stets: So viel Haut wie möglich sollte mit Kleidung bedeckt sein. Gesicht, Ohren und Nacken sind besonders exponiert. Deswegen ist als Sonnenschutz für Ihr Baby und Kleinkind zusätzlich ein Hut, eine Kappe oder Tuch mit Schirm und Nackenschutz wichtig. Auch die Augen sollten über die Kopfbedeckung unbedingt geschützt werden. Kleinkinder können auch eine Sonnenbrille mit UV-Filter tragen.

    Doch aus welchen Materialien sollte die Kleidung sein, um die UV-Strahlung so gut wie möglich abzuhalten? Hier gilt: Egal aus welchem Stoff die Kleidung ist, sie schützt in jedem Fall vor Sonne. Dicht gewebte Stoffe aus satten, kräftigen Farben, die aus Polyester und Polyestermischstoffen hergestellt werden, lassen noch einmal weniger Strahlen hindurch als leichte, transparente, helle Stoffe aus Baumwolle und Viskose.

    UV-Kleidung mit Siegel

    Spezielle Textilien mit UV-Schutz sind für Babys und Kleinkinder besonders zu empfehlen. Für die UV-Textilien gibt es verschiedene Siegel, die eine Orientierung bieten. Der „UV Standard 801“ ist sehr aussagekräftig. Im Test werden die Textilien nass gemacht, gedehnt und mehrmals gewaschen. Schützt die Kleidung danach immer noch gut vor Sonne, erhalten sie das Siegel.

    Solche Tests werden bei dem Siegel nach europäischem Standard (EN13758) und nach dem australisch-neuseeländischen Standard (AS/NZS 4399) nicht vorgenommen. Wie die Textilien unter realen Bedingungen schützen, weiß man hier also nicht. Der Kauf von UV-Kleidung mit dem Siegel „UV Standard 801“ ist deswegen die sicherste Entscheidung.

    UPF: der Wert für den UV-Schutz von Textilien

    Eltern können bei UV-Kleidung außerdem auf den „Ultraviolet Protection Factor“ (UPF) achten. Dieser gibt ähnlich wie der Lichtschutzfaktor bei Sonnenschutzmitteln (LSF) den UV-Schutz von Textilien an.

    Anhand des UFP kann die maximale Aufenthaltsdauer in der Sonne ermittelt werden. Dieser wird dafür mit der sogenannten Eigenschutzzeit der Haut multipliziert: UPF x Eigenschutzzeit = maximale Aufenthaltsdauer in der Sonne pro Tag. Kleine Kinder haben eine Eigenschutzzeit von etwa zehn Minuten. Optimal wäre bei UV-Kleidung ein Wert von UPF 50+. Mindestens sollte er 30 betragen. Die maximale Verweildauer ist allerdings nur ein theoretischer Wert und sollte höchstens zu 60 Prozent ausgeschöpft werden.

    Übrigens: Beim Lichtschutzfaktor (LSF) von Sonnenschutzmitteln gilt die gleiche Berechnung: LSF x Eigenschutzzeit = maximale Aufenthaltsdauer in der Sonne pro Tag. Ein erneutes Eincremen verlängert diesen Zeitraum nicht.

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