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Plattenepithelkarzinom der Haut: früh erkennen und früh behandeln

Ärztin untersucht junge Frau auf Plattenepithelkarzinom, eine Form des weißen Hautkrebs.

© iStock / Zinkevych

Lesezeit: 4 Minuten11.08.2022

Das Plattenepithelkarzinom ist eine Form des weißen Hautkrebses und nach dem Basalzellkarzinom der häufigste bösartige Hauttumor. Plattenepithelkarzinome können gut behandelt werden, wenn sie früh erkannt werden. Deshalb ist Hautkrebsvorsorge wichtig.

Inhalte im Überblick

    Was ist ein Plattenepithelkarzinom der Haut?

    Das Plattenepithelkarzinom der Haut ist ein bösartiger Tumor. Es wird auch Spinaliom, Stachelzellkrebs oder spinozelluläres Karzinom genannt. Ein Spinaliom der Haut entsteht in den oberen Schichten der Haut durch ein unkontrolliertes Wachstum der hornbildenden Zellen, die den Hauptanteil der Hautzellen ausmachen. Es ist nach dem Basalzellkarzinom oder Basaliom die zweithäufigste Form des hellen oder weißen Hautkrebses. Neben dem weißen Hautkrebs, gibt es den sehr bösartigen schwarzen Hautkrebs, das maligne Melanom. Bei weißem Hautkrebs gilt glücklicherweise: Wenn er frühzeitig erkannt wird, sind die Heilungschancen sehr gut.

    Oft geht dem Plattenepithelkarzinom eine Krebsvorstufe voraus: die aktinische Keratose. Das ist eine Veränderung der Haut, die durch langjährige intensive Einwirkung von Sonnenlicht auf die Haut verursacht wird. Deshalb tritt die aktinische Keratose meist bei älteren Menschen und nahezu ausschließlich an Stellen des Körpers auf, die oft dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, wie Gesicht, Handrücken, Unterarme oder bei einer Glatze. Man nennt diese Stellen auch „Lichtterrassen“. Typisches Erscheinungsbild sind rötliche, manchmal hautfarbene fest haftende Schuppen oder Rauigkeiten auf der Haut. Auch wenn nicht jeder Mensch mit einer aktinischen Keratose später auch an einem Plattenepithelkarzinom erkrankt, gilt die aktinische Keratose als Frühstadium oder Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms und sollte deshalb ärztlich behandelt werden.

    Plattenepithelkarzinom: Symptome

    80 Prozent aller Plattenepithelkarzinome treten im Kopf- und Gesichtsbereich auf. Die äußeren Merkmale gleichen am Anfang oft denen der aktinischen Keratose. Aus den für diese Hautkrankheit typischen rauen Stellen und Schuppen können sich mit der Zeit warzenartige, gelbgraue bis weißliche Erhebungen auf der Haut entwickeln. Aktinische Keratosen können in ein Plattenepithelkarzinom übergehen, die abhängig von ihrer Lage, Art und vom Entwicklungsstadium sehr unterschiedlich aussehen können.

    Eine häufige Erscheinungsform des Plattenepithelkarzinoms ist ein verhorntes Knötchen oder ein verhornter, über das Hautniveau erhabener Hautfleck. Plattenepithelkarzinome fühlen sich wegen dieser Verhornung hart an, sind aber trotzdem leicht verletzlich. Fortgeschrittene Tumoren fallen häufig als blutende Knoten auf, die auch mit dem umgebenden Gewebe verbacken sind oder über das Hautniveau hinaus wachsen. Wenn Plattenepithelkarzinome nicht behandelt werden, können die Tumoren mit ihrem ungehemmten Wachstum das angrenzende Gewebe zerstören.

    Eine aktinische Keratose ist ein wesentlicher Risikofaktor für ein Plattenepithelkarzinom.
    Handelt es sich „nur“ um eine aktinische Keratose und nicht um ein Plattenepithelkarzinom, kommen von Vereisung bis hin zur operativen Entfernung diverse Behandlungen in Frage.

    © iStock / pedrojperez

    Ursachen und Risikofaktoren

    Wie bei der aktinischen Keratose ist Sonneneinstrahlung die Hauptursache für ein Plattenepithelkarzinom. Wer sich in seinem Leben viel der UV-Strahlung des Sonnenlichts oder des Solariums ausgesetzt hat, hat ein deutlich erhöhtes Risiko für ein Plattenepithelkarzinom. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass Menschen, die sich beruflich viel in der Sonne befinden, wie Gärtner oder Bauarbeiter, sich gut vor der Sonne schützen. Bei Berufen, für die man sich viel im Freien aufhalten muss, sind die aktinische Keratose und das Plattenepithelkarzinom auch als Berufskrankheiten anerkannt.

    UV-Licht und eine bereits bestehende aktinische Keratose sind die wesentlichen Risikofaktoren für Plattenepithelkarzinome – besonders gilt das für Menschen mit einem hellen Hauttyp, die zum Beispiel auch schneller einen Sonnenbrand erleiden. Ferner erhöht ein geschwächtes Immunsystem das Risiko für ein Plattenepithelkarzinom, da das Immunsystem durch UV-Licht veränderte Hautzellen nicht mehr gut genug erkennt und eliminiert.

    Vorsorge und Häufigkeit

    Das Vermeiden von intensiver UV-Strahleneinwirkung, Achtsamkeit gegenüber Veränderungen der Haut und die Wahrnehmung der Hautkrebsfrüherkennung spätestens ab dem Alter von 35 Jahren sind die wichtigsten Vorsorgemaßnahmen gegen ein Plattenepithelkarzinom. Wenn Sie nur vier Ratschläge beherzigen, können Sie Ihr persönliches Risiko deutlich verringern:

    • Die Haut vor zu viel UV-Strahlung schützen, u. a. die starke Mittagssonne meiden, den Schatten suchen und die Haut durch Kleidung und Sonnenschutzmittel vor UV-Strahlung schützen
    • nicht in Solarien gehen
    • regelmäßige Selbstuntersuchung der Haut auf Auffälligkeiten
    • Teilnahme am Hautkrebsscreening (für alle gesetzlich Versicherte ab 35 alle zwei Jahre kostenfrei)

    Wie wird ein Plattenepithelkarzinom festgestellt und behandelt?

    Bei jeder dauerhaften Veränderung der Haut sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Je früher erkannt, desto besser sind die Heilungschancen der aktinischen Keratose und des weißen Hautkrebs. Bei der Abklärung wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt möglicherweise eine kleine Gewebeprobe aus dem Hautbereich nehmen, die angefärbt und unter dem Mikroskop untersucht wird (histologische Untersuchung). 

    Liegt „nur“ eine aktinische Keratose vor, kann abhängig von der Lokalisation, Größe und weiteren Faktoren unterschiedlich behandelt werden. Zum Beispiel durch:

    • operative Entfernung
    • Vereisung (Kryochirurgie)
    • Lasertherapie
    • Photodynamische Therapie (Lichtbehandlung zur Zerstörung kranker Hautzellen)
    • Lokale medikamentöse Therapie

    Wird hingegen ein Plattenepithelkarzinom diagnostiziert, ist die vollständige operative Entfernung des Tumors die Standardbehandlung. Wenn eine Operation aufgrund des Gesundheitszustandes oder der Lage des Tumors nicht möglich ist, wird eine Bestrahlung durchgeführt. Manchmal erfolgt nach der Operation eine zusätzliche Strahlentherapie, etwa wenn nicht das gesamte Tumorgewebe entfernt werden konnte oder Lymphknoten vom Krebs betroffen sind.

    Beim fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom ist der Tumor nicht mehr durch eine Operation oder Strahlentherapie behandelbar, oder der Tumor hat bereits Absiedelungen (Metastasen) gebildet – die glücklicherweise nur bei rund fünf Prozent der Spinaliom-Patienten auftreten. In diesen Fällen werden die behandelnden Ärztinnen und Ärzte im Tumorboard über die bestmögliche Therapie beraten, zum Beispiel eine Chemotherapie. Mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen muss es aber nicht so weit kommen. Durch Vorsorge lässt sich ein Plattenepithelkarzinom der Haut früh erkennen und erfolgreich behandeln.

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