Muskel-Skelett-System

Was tun bei Arthrose in den Fingergelenken?

Veröffentlicht am:03.06.2026

4 Minuten Lesedauer

Arthrose ist häufig – und häufig betrifft sie die Finger. Die sind dann vor allem morgens meist steif und schmerzhaft. Woher der Gelenkverschleiß kommt, wie er sich bemerkbar macht und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Eine ältere Frau reibt mit der einen Hand die Fingergrundgelenke der anderen.

© iStock / AsiaVision / KI-bearbeitet

Woran erkennt man Arthrose in den Fingern?

Steife, schmerzende Finger – vor allem am Morgen – und verdickte Gelenke: Arthrose (Gelenkverschleiß) betrifft häufig (auch) die Finger und Daumen. Oft schwanken die Symptome; es gibt Tage, an denen die Finger einigermaßen geschmeidig sind, an anderen sind sie steif und rot und schmerzen. Dann kann schon das Öffnen einer Flasche eine schwierige Aufgabe sein – vor allem, wenn das Daumensattelgelenk betroffen ist (Rhizarthrose).

Nach Belastung oder wenn es nass und kalt ist, können die Beschwerden sich verschlimmern. Bei fortgeschrittener Arthrose der Finger bilden sich oft knotige Verdickungen an den entzündeten Gelenken; am häufigsten an den Fingerendgelenken (Heberden-Knoten), etwas seltener an den Fingermittelgelenken (Bouchard-Knoten).

Durch die ärztliche Untersuchung lässt sich eine Arthrose der Finger meist gut feststellen. Zur weiteren Diagnostik wird in manchen Fällen eine Röntgenuntersuchung notwendig. Auf Röntgenbildern der Hände kann man in der Regel den Verschleiß des Gelenks erkennen. Allerdings geben die Bilder nicht zuverlässig Auskunft über die Ausprägung der Beschwerden: Manchmal sind dort als stark arthrotisch verändert erkennbare Gelenke noch gut und ohne Schmerzen beweglich. In anderen Fällen sind die Betroffenen stark eingeschränkt, obwohl sich auf den Bildern nur sehr frühe Arthrosezeichen ausmachen lassen.

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Wie kommt es generell zu Arthrose?

Eine glatte Knorpelschicht im Gelenkbereich des Knochens ermöglicht eine weitgehend reibungslose Bewegung der Gelenke. Im Lauf der Jahre wird diese Knorpelschicht oft dünner – am Ende reibt Knochen auf Knochen. Das führt zu einer schmerzhaften Entzündungsreaktion.

Arthrose passiert nicht über Nacht. Die Abnutzung des Gelenkknorpels findet über viele Jahre statt. Sie kann eine Folge von Verletzungen oder Fehlbelastungen sein, ist viel häufiger aber eine altersbedingte Verschleißerscheinung. In den meisten Fällen sind deshalb Personen über 50 betroffen. Frauen, Menschen mit Übergewicht oder einer familiären Belastung haben ein höheres Risiko, an einer Arthrose zu erkranken.

Gelenkverschleiß ist eine häufige Krankheit. In Deutschland litten in einer Untersuchung etwa 22 Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer darunter. Von ihnen war bei jeder dritten Frau und jedem siebten Mann mindestens ein Fingergelenk betroffen.

Herberden-Arthrose: häufig bei Frauen nach der Menopause

Besonders häufig tritt die Handarthrose an den Gelenken zwischen dem mittleren und dem letzten Glied der Finger auf; den sogenannten distalen Interphalangealgelenken (DIP). Nach dem englischen Arzt William Heberden wird diese spezielle Form des Gelenkverschleißes Heberden-Arthrose genannt. Meistens sind Zeige-, Mittel- und Kleinfinger betroffen.

Die Heberden-Arthrose ist bei Frauen 10-mal häufiger als bei Männern. Sie beginnt meist nach den Wechseljahren. Typisch sind knöcherne Verdickungen der Gelenke („Heberden-Knoten“) und Kontrakturen, also Verformungen, der Fingerendgelenke. Durch das charakteristische Bild erkennen Ärztinnen und Ärzte die Erkrankung in den meisten Fällen per Blickdiagnose.

Welche Hausmittel helfen bei Finger-Arthrose?

Der Verschleiß des Gelenkknorpels kann nicht rückgängig gemacht werden; deswegen gibt es leider keine Wundermittel gegen Arthrose. Einige Hausmittel können aber helfen, die Beschwerden zu lindern:

  • Gönnen Sie der Hand Ruhe.
  • Schützen Sie die Hände vor Kälte und Nässe – zum Beispiel durch geeignete Handschuhe.
  • Tragen Sie eine Schiene, um die entzündeten Gelenke zu entlasten.
  • Versuchen Sie warme oder kalte Kompressen, eventuell auch im Wechsel. Manchen Patienten und Patientinnen hilft Wärme vor einer Aktivität – und Kälte danach.
  • Sanfte Übungen halten die Hände beweglich: (Luft-)Klavierspielen, eine Faust machen, abwechselndes Strecken und Spreizen der Finger.
  • Eine passende Ernährung trägt dazu bei, die Gelenkentzündung zu drosseln.
Therapieball in der Hand eines älteren Mannes.

© iStock / pocketlight

Gezielte Übungen helfen bei Arthrose in den Fingern, die Gelenke beweglich zu halten.

Welche medizinischen Maßnahmen helfen bei Arthrose in den Fingern?

In der Regel verschreiben Ärztinnen und Ärzte schmerz- und entzündungshemmende Medikamente, entweder als Salben oder als Tabletten.

In schweren Fällen hilft manchmal eine operative Therapie. Sind die Fingerendgelenke betroffen, kann eine Versteifung des Gelenks die Beschwerden lindern. Für Fingermittelgelenke und Fingergrundgelenke kommen auch sogenannte Silikonplatzhalter zum Einsatz, die die abgenutzte Gelenkfläche überbrücken. Operative Eingriffe werden nur dann erwogen, wenn die Beschwerden mit anderen Maßnahmen nicht ausreichend behandelt werden können.

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