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Hitzepickel: Was dagegen hilft und wie man sie wieder loswird

Frau hat eine vermehrte Schweißbildung im Dekolleté – eine Nebenwirkung vom Hitzeausschlags.

© iStock / Doucefleur

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 08.06.2021

Gerötete Pusteln, die oft unangenehm jucken – zu Hitzepickeln kommt es bei Erwachsenen an heißen Tagen oder wenn Sportler besonders stark schwitzen. Noch häufiger sind Säuglinge von dieser harmlosen Hautkrankheit betroffen. Wie lassen sich die Pusteln vermeiden?

Inhalte im Überblick

    Was sind Hitzepickel?

    Die Entstehung von Hitzepickeln (Miliaria) hängt mit den Schweißdrüsen zusammen. Umgangssprachlich werden sie daher auch als Hitzeausschlag, Hitzefrieseln, Schweißfrieseln, Hitzebläschen oder Schwitzbläschen bezeichnet. Sie treten unter anderem bei Urlaubern auf, die in tropische Regionen reisen und an das dortige Klima noch nicht gewöhnt sind. Aber auch in Deutschland leiden viele Menschen unter den juckenden Pusteln, und das nicht nur an heißen Tagen. Sie können sich ebenso in anderen Situationen zeigen, die mit starker Schweißbildung verbunden sind, etwa nach intensiven Sporteinheiten oder körperlicher Arbeit.

    Fieberhafte Infekte können ebenfalls von Hitzepickeln begleitet werden. Der Ausschlag kann aussehen wie kleine Blasen unter der Haut oder wie kleine Pickelchen. Diese sind zwar unangenehm und sehen nicht schön aus, sie heilen aber normalerweise recht schnell wieder ab und sind nicht ansteckend.

    Wer bekommt Hitzepickel?

    Hitzepickel kommen prinzipiell in jeder Altersgruppe vor. Dabei sind Männer laut einigen Studien aufgrund häufiger Betätigung im Freien öfter betroffen. Säuglinge sind besonders anfällig, weil ihre Schweißgänge noch nicht vollständig ausgebildet sind. Umso wichtiger ist es, einen Hitzestau auf der Haut möglichst zu vermeiden. Ein Risikofaktor für diese Hautkrankheit ist starkes Übergewicht.

    Warum bekommt man Hitzepickel?

    Die Schweißdrüsen produzieren ein Sekret, was über den Schweißdrüsengang zur Hautoberfläche geleitet wird. Ein Hitzepickel entsteht, wenn dieser Gang verstopft ist. Das passiert in der Regel, weil die Hornschicht leicht aufquillt und der Schweiß nicht mehr ungehindert nach draußen dringen kann. Er staut sich. Das kann weitere Probleme wie Entzündungen nach sich ziehen. Bei Babys und Kleinkindern sind Hitzepickel häufiger, weil ihre Schweißgänge anatomisch noch nicht vollständig ausgebildet sind, es also leichter zu Verstopfungen kommt.

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    Wie erkennt man Hitzepickel?

    Hitzepickel treten in erster Linie in Körperregionen auf, wo sich sehr viele Schweißdrüsen befinden, etwa unter den Achseln, im Dekolleté oder am Rücken. Dort, wo sich Hitze und Schweiß durch die Körperwärme stauen, ist das Risiko für die Pusteln ebenfalls erhöht, zum Beispiel in den Armbeugen, in den Kniekehlen oder an der Leiste. Es gibt verschiedene Formen des Hitzeausschlags, was damit zusammenhängt, dass die Gänge der Schweißdrüsen in unterschiedlichen Bereichen verstopfen können. Die Formen unterscheiden sich zum Teil im Aussehen und bei den Begleitsymptomen voneinander.

    Unterschiedliche Formen von Hitzepickeln

    Wie kann man Hitzepickel von einer Sonnenallergie unterscheiden?

    Eine Sonnenallergie kann ähnliche Symptome hervorrufen wie ein Hitzeausschlag. Die Beschwerden sind jedoch bei den jeweiligen Betroffenen sehr unterschiedlich. Mögliche Erscheinungsformen sind:

    • rote Knötchen
    • Bläschen
    • großflächige Quaddeln
    • kleine Punkte wie von Insektenstichen
    Der Unterarm wird sich aufgrund der Hitzepickel wund gekratzt.

    © iStock / Kwangmoozaa

    Häufig juckt die Haut zusätzlich oder brennt. Eine Sonnenallergie lässt sich daher leicht mit Hitzepickeln verwechseln, die Ursache ist aber eine völlig andere. Ausgelöst wird dieser Ausschlag nämlich durch die UV-Strahlen der Sonne, unabhängig von der Schweißbildung. Dabei ist übrigens noch unklar, was genau im Körper dabei passiert. Fest steht aber, dass fast ausschließlich Körperpartien betroffen sind, die einer direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt waren.

    Es gibt einige Hinweise, mit denen sich eingrenzen lässt, ob es sich um eine Sonnenallergie oder um Hitzepickel handelt. Das ist wichtig, weil Betroffene unterschiedliche Maßnahmen ergreifen sollten, um die beiden Formen des Hautausschlages zu behandeln, beziehungsweise um ihnen vorzubeugen. Im Zweifel sollten Sie daher einen Arzt um Rat fragen.

    Die wichtigsten Merkmale zur Unterscheidung

    Was kann man tun bei Hitzepickeln?

    Hitzepickel sind zwar harmlos, aber unangenehm. Um die Hitzebläschen wieder loszuwerden, reicht es häufig schon aus, das Schwitzen zu vermeiden. Die Pusteln bilden sich dann von selbst zurück. Wenn sich das Schwitzen nicht umgehen lässt oder die Symptome sehr stark sind, gibt es verschiedene Maßnahmen zur Behandlung:

    • Vermeiden Sie Hitze. Tragen Sie nur leichte Kleidung, unter der sich Wärme nicht staut. Säuglinge und Kleinkinder dürfen drinnen gerne nackt herumkrabbeln. Für Erwachsene sind klimatisierte Räume ideal.
    • Kratzen Sie nicht an juckenden Pusteln. Das erhöht das Risiko für Entzündungen.
    • Kalte Kompressen auf den betroffenen Hautpartien können hilfreich sein.
    • Die Haut sollte trocken gehalten werden.
    • Ein sanftes Peeling kann den verstopften Schweißdrüsen vorbeugen, indem beispielsweise tote Hautzellen entfernt werden.
    • Bei starken Hitzepickeln können Sie eine sogenannte Trockenpinselung mit einer Zinkoxid-Schüttelmixtur auftragen. Der wässrige Anteil verdunstet, zurück bleibt ein feiner Belag aus Puder, der die wichtigen entzündungshemmenden Wirkstoffe enthält.
    • Sind die Pusteln mit starkem Juckreiz verbunden, kann der Arzt gegebenenfalls eine kortisonhaltige Salbe verschreiben.
    • Spezielle Medikamente, sogenannte Antihistaminika, können den Juckreiz gegebenenfalls von innen stillen. Sie werden aber nur Erwachsenen verabreicht. Babys und Kleinkinder mit Hitzepickeln bekommen sie nicht.
    • Sollte sich zusätzlich eine bakterielle Entzündung entwickelt haben, wird der Arzt abwägen, ob er Antibiotika verschreibt. Auch das gilt nur für Erwachsene.

    Zeit bis zur Abheilung

    Die Abheilungsdauer der Hitzepickel hängt von der Form und den Umständen ab, etwa der Umgebungstemperatur. Eventuell dauert es nur wenige Stunden oder ein bis zwei Tage, bis sich die Pusteln zurückbilden. Das gilt vor allem für die mäßige Miliaria cristallina. Meistens sind Hitzepickel nach einigen Tagen abgeheilt.

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