Herz & Kreislauf
Was sagen die Blutfettwerte aus?
Veröffentlicht am:21.04.2026
5 Minuten Lesedauer
Blutfette sind lebenswichtig – der Organismus bildet sie selbst oder nimmt sie beim Essen auf. Danach schleust er sie durch das Blut und gewinnt mit ihnen unter anderem Energie. Doch eine zu große Menge an Blutfetten kann die Gesundheit gefährden.

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Was sind Blutfette?
Blutfette, auch Lipide genannt, sind Fettstoffe, die im Blut zirkulieren. Sie sind unverzichtbar für den Körper, denn sie liefern Energie, wirken an der Bildung von Hormonen und am Aufbau von Zellen mit. Zu den wichtigsten Blutfetten zählen Cholesterin und Triglyceride.
Wenn jemand Fett mit seiner Nahrung aufnimmt, wird es im Darm gespalten und anschließend als kleine Fetttröpfchen in den Blutkreislauf abgegeben. Da diese Fette nicht wasserlöslich sind, verbinden sie sich mit Eiweißmolekülen zu Lipoproteinen.
Gut verpackt gelangen die Blutfette so zu den Zellen, wo sie verarbeitet, gespeichert oder für Energie genutzt werden. Der Körper stellt außerdem selbst Blutfette her – die Verarbeitung, der Transport und die Herstellung gehören zum Fettstoffwechsel.
Was ist der Unterschied zwischen LDL- und HDL-Cholesterin?
Cholesterin spielt eine wichtige Rolle im Körper, doch nicht alle Cholesterinarten wirken gleich – manche schützen, andere können in großer Menge schaden.
- HDL-Cholesterin („gutes“ Cholesterin): HDL, ausgeschrieben High-Density-Lipoproteine, nehmen überflüssiges Cholesterin über das Blut auf und bringen es zurück zur Leber, wo ein Teil ausgeschieden wird. Ein HDL-Wert, der im Normalbereich oder etwas höher liegt, wirkt dadurch schützend und senkt Ihr Risiko für Herzinfarkt und Arteriosklerose.
- LDL-Cholesterin („schlechtes“ Cholesterin): Low-Density-Lipoproteine, kurz LDL, bringen Cholesterin dorthin, wo der Körper es braucht. Bei zu hohen LDL-Werten kann sich das Cholesterin an den Gefäßwänden ablagern, was das Risiko für Arterienverkalkung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.
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Wie entstehen Blutfette im Körper?
Es gibt zwei Quellen für Blutfette: Zum einen kann der Körper selbst Fettstoffe herstellen. Einen großen Teil des Cholesterins produziert er beispielsweise selbst, vor allem in der Leber. Wir können Cholesterin aber auch mit Lebensmitteln aufnehmen – allerdings nur mit tierischen Produkten, pflanzliche Lebensmittel enthalten kein Cholesterin.
Triglyceride sind überwiegend in Nahrungsfette enthalten. Zusätzlich werden überschüssige Kalorien, Zucker und Alkohol in Triglyceride umgewandelt. Der Körper lagert sie in Fettzellen wie kleine Vorräte ein und kann sie bei Bedarf jederzeit zur Energiegewinnung freisetzen.
Welche Blutfettwerte sind normal?
Bei gesunden Menschen oder Menschen mit geringem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden bestimmte Blutfettwerte als Normalbereich angegeben, etwa unter 150 mg/dl für Triglyzeride. Die persönlichen Zielwerte bei der Behandlung einer Hyperlipidämie, also bei erhöhten Blutfettwerten, können aber deutlich davon abweichen.
Welcher Wert in Ihrem Fall optimal ist, hängt unter anderem von Ihrem persönlichen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ab. Ihr behandelnder Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin erklärt Ihnen, welche Bedeutung Ihre Blutfettwerte haben und ob Sie aktiv werden müssen. Folgende Tabelle zeigt die Normalwerte für gesunde Erwachsene.
| Blutfettwert | Normalbereich |
|---|---|
| Gesamtcholesterin | < 190 mg/dl |
| LDL-Cholesterin | < 116 mg/dl |
| HDL-Cholesterin | > 40 mg/dl (Männer) > 50 mg/dl (Frauen) |
| Triglyzeride | < 150 mg/dl |
| Lipoprotein(a) | < 30 mg/dl |
Hohe Lipoprotein(a)-Werte erhöhen das Risiko für Arteriosklerose, wobei der Lipoprotein(a)-Wert überwiegend genetisch festgelegt ist. Er wird in der Regel nur bei bereits durchgemachten kardiovaskulären Ereignissen (Herzinfarkt, Schlaganfall), familiärer kardiovaskulärer Belastung oder fortschreitender kardiovaskulärer Erkrankung bei ansonsten normalen LDL-Werten untersucht.

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Welche Ursachen haben erhöhte Blutfettwerte?
Erhöhte Blutfettwerte entstehen oft durch eine Kombination aus genetischer Veranlagung und ungesunden Lebensgewohnheiten. Eine fettreiche Ernährung, zu viel Zucker, Alkohol oder zu wenig körperliche Aktivität können Ihre Blutfettwerte ungünstig verschieben.
Zusätzliche Faktoren sind das Alter, das Geschlecht und hormonelle Veränderungen. Kommt es durch die Genetik zu einer Fettstoffwechselstörung, bezeichnen Mediziner und Medizinerinnen sie als primär.
Die Blutfettwerte können auch im Rahmen anderer Erkrankungen erhöht sein, wie zum Beispiel bei Diabetes, Nieren- oder Leberproblemen. Diese Form wird als sekundäre Fettstoffwechselstörung bezeichnet und erfordert oft eine gezielte Behandlung der zugrunde liegenden Krankheit.
Wie kann man die Blutfettwerte senken?
Hat Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin mitgeteilt, dass Sie erhöhte Blutfettwerte haben, werden Sie am besten aktiv. Mit verschiedenen Änderungen im Alltag können Sie gute Blutfettwerte erreichen – das gilt allerdings nicht bei besonderen Formen wie einer familiären Stoffwechselstörung.
Probieren Sie Folgendes aus:
- Stellen Sie Ihre Ernährung um – empfehlenswert ist eine vollwertige, pflanzenbasierte und fettarme Ernährung.
- Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum, verzichten Sie am besten komplett darauf.
- Wirken Sie daran mit, Begleiterkrankungen, wie Diabetes, richtig zu behandeln.
- Bewegen Sie sich mindestens 30 Minuten täglich – Studien zufolge kann körperliche Aktivität das Profil der Blutfette verbessern.
- Reduzieren Sie Ihr Gewicht, wenn Sie übergewichtig sind. Adipositas und Übergewicht gehen mit hohen Triglyzeridwerten und niedrigen HDL-Werten einher. Gewichtsverlust wirkt sich darauf direkt positiv aus.
Nehmen Sie am regelmäßigen Check-up teil
Bei Versicherten ab dem 35. Lebensjahr bestimmen Mediziner und Medizinerinnen die Cholesterinwerte im Rahmen des Check-up – dieser findet für diese Altersgruppe alle drei Jahre statt. Wenn Sie daran teilnehmen, werden eventuell bestehende Risikofaktoren frühzeitig aufgedeckt. Ein hoher Cholesterinspiegel verursacht nämlich nur selten Beschwerden.
Was darf ich nicht essen bei erhöhten Blutfettwerten?
Bei erhöhten Blutfettwerten sollten Sie ungesunde Fette, einfache Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel meiden und stattdessen auf ballaststoffreiche Kost achten.3 Die AOK stellt ihren Versicherten unter dem Motto „Iss gesünder“ viele gesunde Rezepte zum Ausprobieren bereit. Lassen Sie sich von den abwechslungsreichen Rezepten inspirieren.
Passende Angebiote der AOK
Ernährungsberatung
Die AOK unterstützt Sie dabei, dauerhaft gesünder zu essen. In Einzelterminen, Kursen, Gruppenberatungen, telefonisch oder online erhalten Sie individuelle Tipps und Anregungen, die auf Ihre persönliche Lebenssituation zugeschnitten sind.
Wann sollte ich Medikamente bei erhöhten Blutfettwerten einnehmen?
Mediziner und Medizinerinnen können auch auf Medikamente zurückgreifen, um Ihre Blutfettwerte zu regulieren und Ihre Blutgefäße zu schützen. Das ist aber immer nur die zweitbeste Option. Schließlich können Sie mit Änderungen Ihrer Lebensgewohnheiten nebenwirkungsfreie Erfolge erreichen.
Statine, die bei Fettstoffwechselstörungen eingesetzt werden, können Magen-Darm-Beschwerden, Muskelschmerzen, Leberfunktionsstörungen und Hautausschläge auslösen. Ob für Sie Medikamente infrage kommen, entscheidet der Arzt oder die Ärztin in Abhängigkeit von Ihrem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
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