Herz & Kreislauf

Die Symptome eines Herzinfarkts erkennen und richtig handeln

Veröffentlicht am:03.08.2022

aktualisiert am 13.05.2026

12 Minuten Lesedauer

Je schneller ein Herzinfarkt erkannt und behandelt wird, desto höher ist die Chance, zu überleben und schwere Folgen zu vermeiden. Wie man Herzinfarkt-Symptome richtig deutet und Erste Hilfe leistet.

Ein mittelaltes Paar im Wohnzimmer. Der Mann sitzt zusammengesackt auf dem Sofa und scheint bewusstlos. Die Frau telefoniert und blickt besorgt.

© iStock / izusek / KI-bearbeitet

Wie lassen sich die Symptome eines Herzinfarkts erkennen?

Häufig äußert sich ein Herzinfarkt zunächst mit plötzlich auftretenden Schmerzen hinter dem Brustbein. Die können so stark sein, dass sie mit einem Gefühl von extremer Todesangst einhergehen, weshalb ein solches Phänomen auch als Vernichtungsschmerz bezeichnet wird. Typischerweise strahlen die Schmerzen auch in einen Arm, den Oberbauch, Schulter, Nacken und Kiefer aus.

Allerdings kann das Leitsymptom plötzlicher Brustschmerz auch fehlen. So kann sich ein Herzinfarkt bei Menschen mit Diabetes, Niereninsuffizienz oder Frauen auch nur durch unspezifische Beschwerden wie Übelkeit, Schwindel und Atemnot zeigen.

Diese Beschwerden halten mehr als fünf Minuten an und bessern sich auch nach der Gabe von Nitro-Spray nicht, das Herzpatientinnen- und -patienten oft bei sich tragen. In einer solchen Situation muss sofort der Notarzt gerufen werden.

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Überblick: Welche Symptome deuten auf einen Herzinfarkt hin?

Häufige Symptome

  • Schmerzen hinter dem Brustbein
  • Schmerzen, die in einen Arm, den Oberbauch, Schulter, Nacken und Kiefer ausstrahlen

Neben den häufigsten Symptomen gibt es noch weitere Anzeichen, die auf einen Herzinfarkt hindeuten können:

  • Schwitzen oder kalter Schweiß
  • blass-graues Gesicht
  • Schwächegefühl
  • Schwindel
  • Luftnot
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Todesangst
Warum sich manche Menschen unbegründet vor Herzerkrankungen fürchten

Gibt es die gleichen Anzeichen für einen Herzinfarkt bei allen Betroffenen?

Nein, die Anzeichen eines Herzinfarkts können sich bei den Betroffenen in Kombination und Intensität unterscheiden. Besonders bei Frauen und älteren Menschen sind die typischen Anzeichen eines Herzinfarkts von den bereits genannten zu unterscheiden.

So kann bei Frauen und älteren Menschen zum Beispiel der typische Vernichtungsschmerz fehlen. Sie klagen dann über unspezifische Symptome wie Übelkeit, Schwindel, Atemnot, Druck und Engegefühl oder auch Oberbauchschmerzen. Auch eine Schmerzausstrahlung in die Schulterblätter ist häufiger bei Frauen zu finden.

Bei Menschen mit Diabetes können die Symptome sogar ganz fehlen. In diesem Fall spricht man von einem stummen Herzinfarkt. Ist ein großer Bereich des Herzens betroffen, kann es auch zu einem sofortigen Herzstillstand führen.

Doc Felix erklärt, was bei einem Herzinfarkt geschieht und wie man ihn erkennen kann.

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Welche Herzinfarkt-Symptome haben Frauen?

Fälschlicherweise wird der Herzinfarkt noch immer als typische Männerkrankheit angesehen. Dabei können Frauen genauso davon betroffen sein – im Durchschnitt erleiden sie einen Herzinfarkt jedoch etwa zehn Jahre später als Männer. Frauen können andere Symptome bei einem Herzinfarkt haben, sie empfinden und beschreiben sie auch anders. Frauen erleben den Schmerz in der Brust eher als schneidendes, brennendes Gefühl und nicht als heftiges Engegefühl.

Welche Anzeichen für einen Herzinfarkt gibt es bei Frauen?

Frauen haben eher unspezifische Symptome, oft fehlt bei ihnen der typische Vernichtungsschmerz. Stattdessen leiden sie häufig an:

  • extremer Müdigkeit
  • Schweißausbrüchen
  • Leistungseinbruch
  • Atemnot
  • Schwindelgefühl
  • Schmerzen im Oberbauch
  • Druck und Engegefühl
  • Schmerzen in den Schulterblättern
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen
  • Übelkeit

Was macht diese Herzinfarkt-Symptome für Frauen so gefährlich?

Fatal ist, dass Frauen ihre Beschwerden oft nicht mit den „typischen“ Anzeichen eines Herzinfarkts verbinden, sondern mit anderen Leiden, wie zum Beispiel einer Magenverstimmung. Dadurch suchen Frauen oft erst verspätet eine Ärztin oder einen Arzt auf.

Was passiert bei einem Herzinfarkt?

Um zu verstehen, was ein Herzinfarkt ist, muss zunächst die Aufgabe des Herzens geklärt sein. Das Herz pumpt das Blut durch den Körper und versorgt die Organe mit nährstoff- und sauerstoffreichem Blut. Aber auch das Herz selbst ist ein Organ und muss mit sauerstoffreichem Blut versorgt werden. Dies geschieht über die Herzkranzgefäße (Koronararterien), die von der Hauptschlagader abzweigen und das Herz kranzförmig umspannen.

Was passiert beim Herzinfarkt in den Herzkranzgefäßen?

In den Herzkranzgefäßen liegt meistens die Ursache für den Herzinfarkt. Ist nämlich eines dieser Herzkranzgefäße vollständig verstopft, kann der betroffene Teil des Herzmuskels nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden und die Zellen des Herzmuskels gehen zugrunde: Das Herz kann nicht mehr richtig arbeiten und es besteht Lebensgefahr. Deshalb ist es wichtig, dass man bei einem Herzinfarkt die Symptome schnell erkennt, sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen einleitet und den Rettungsdienst alarmiert.

Was kann einen Herzinfarkt auslösen?

Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, haben in der Regel ein Grundleiden, also eine bestimmte Herz- und Gefäßerkrankung. Das kann beispielsweise eine Erkrankung der Herzkranzgefäße oder des Herzmuskels sein.

Auslösende Faktoren eines Herzinfarkts sind unerwartete starke körperliche Belastung, zum Beispiel beim Tragen oder Heben von schweren Möbeln beim Umzug, beim Beginnen sportlicher Aktivitäten, ohne sich vorher ärztlich durchchecken zu lassen. Auch bestimmte Stresssituationen, zum Beispiel, wenn man von jemandem oder etwas besonders überrascht oder erschreckt wird, aber auch plötzlicher Ärger über negative Nachrichten von Familie, Freunden oder auch Behörden, können einen Herzinfarkt auslösen. 40 Prozent aller Infarkte ereignen sich in den frühen Morgenstunden.

Ein grauhaariger Mann misst sich zu Hause den Blutdruck.

© iStock / Miljan Živković

Bluthochdruck kann ein Risikofaktor für einen Herzinfarkt sein. Deswegen sollten Menschen mit erhöhten Werten regelmäßig ihren Blutdruck messen.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren eines Herzinfarkts?

Meistens ist der Herzinfarkt der Gipfelpunkt einer bestehenden koronaren Herzkrankheit (KHK). Diese Krankheit entsteht dadurch, dass sich über einen längeren Zeitraum hinweg die Arterien durch Verkalkungen (Arteriosklerose) verengen und verhärten. Diese krankhaften Ablagerungen verringern den Blutfluss und somit auch die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Herzmuskels. Ein kompletter Verschluss der Herzkranzgefäße führt dann zu einem Herzinfarkt.

Die Risikofaktoren für die koronare Herzkrankheit und damit auch für einen Herzinfarkt sind:

  • Rauchen (Nikotin)
  • Übergewicht (Adipositas)
  • erhöhter Cholesterinspiegel
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Bewegungsmangel
  • psychosoziale Belastung
  • höheres Alter

Meistens ist aber nicht nur einer dieser Faktoren dafür verantwortlich, dass eine koronare Herzkrankheit entsteht, sondern mehrere.

Wie lässt sich einem Herzinfarkt vorbeugen?

Um einem Herzinfarkt vorzubeugen und Ihr gesundes Herz-Kreislauf-System zu erhalten, sollten Sie auf das Rauchen verzichten, sich durch regelmäßigen Sport fit halten und Wert auf eine gesunde Ernährung legen.

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Wie kann ich bei einem Herzinfarkt Erste Hilfe leisten?

Wenn Sie bei Betroffenen Herzinfarkt-Symptome erkennen, sollten Sie als allererstes die Notrufnummer 112 wählen. Denn ein Herzinfarkt ist immer ein Notfall und die Chancen zu überleben sind am besten, wenn eine medizinische Behandlung schnell begonnen werden kann. Sobald Sie den Rettungsdienst verständigt haben, sollten Sie Maßnahmen ergreifen, die sich danach richten, ob die betroffene Person noch bei Bewusstsein ist oder nicht.

Wie leiste ich Erste Hilfe bei einem Herzinfarkt, wenn die Person bei Bewusstsein ist?

Ist die oder der Betroffene bei einem Herzinfarkt bei Bewusstsein, sollten Sie versuchen, sie oder ihn zu beruhigen, um den Stress zu reduzieren. Wichtig ist, dass Sie ihren oder seinen Oberkörper hoch lagern. Dazu können Sie die Person an eine Wand anlehnen und zudecken. Sind Sie in einem Raum, öffnen Sie das Fenster für frische Luft.

Herzpatientinnen- und -patienten haben oft ein Nitro-Spray dabei, wovon Sie der betroffenen Person zwei Schübe auf die Zunge sprühen könnten. Bis der Rettungsdienst vor Ort ist, sollten Sie die Person dazu animieren, langsam und tief ein- und auszuatmen. Lassen Sie die Person nach Möglichkeit nicht allein und beruhigen Sie sie, bis der Rettungsdienst eingetroffen ist.

Wie leiste ich Ersthilfe beim Herzinfarkt, wenn die betroffene Person bewusstlos ist?

Ist die betroffene Person bewusstlos, überprüfen Sie zunächst die Atmung. Ist eine normale Atmung vorhanden, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage und beobachten die Atmung, bis ein Rettungswagen eintrifft.

Wenn keine Atmung mehr spürbar ist, kann das ein Anzeichen für einen Herzstillstand sein. In diesem Fall müssen Sie sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. Das Wichtigste ist die Herzdruckmassage. Durch das Drücken auf den Brustkorb übernehmen Sie kurzzeitig die Funktion des Herzens und versorgen den Körper mit dem lebenswichtigen Sauerstoff, der noch im Blut vorhanden ist.

Diese lebensrettenden Maßnahmen müssen Sie ohne Unterbrechung fortführen, bis der Notarzt oder die Notärztin eingetroffen ist. In vielen öffentlichen Einrichtungen wie zum Beispiel Bahnhöfen, Flughäfen oder Sportvereinen, gibt es auch einen Defibrillator. Rufen Sie eine weitere Person zu Hilfe, die den Defibrillator holt, während Sie bei der oder dem Bewusstlosen bleiben.

Fachlich geprüft
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