Fitness

Rettungsschwimmer und -schwimmerinnen: fit im Ehrenamt

Veröffentlicht am:08.07.2026

8 Minuten Lesedauer

Gerade wenn sich im Sommer die Menschen an den Badeseen tummeln, leisten sie wichtige Hilfe: Rettungsschwimmer und Rettungsschwimmerinnen helfen bei Gefahren im und am Wasser. Was den ehrenamtlichen Einsatz so besonders macht.

Ein lächelnder Mann in sportlichem T-Shirt mit einer Schwimmboje über der Schulter steht am Beckenrand eines Freibads.

© iStock / Wavebreakmedia / KI-bearbeitet

Was machen Rettungsschwimmer und Rettungsschwimmerinnen?

Rettungsschwimmer oder Rettungsschwimmerinnen setzen sich dafür ein, andere Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Ihre Einsatzgebiete in Deutschland sind fließende und stehende Gewässer wie Seen, Flüsse oder die Küsten der Nord- und Ostsee sowie Frei- und Hallenbäder.

Die Wasserrettungskräfte unterstützen sowohl Kinder und Erwachsene als auch Tiere, die im oder am Wasser in Not geraten. Zusätzlich leisten Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer die nötigen Erste Hilfe-Maßnahmen, bis ein Notarzt oder eine Notärztin vor Ort eintrifft.

Um dies leisten zu können, müssen sie speziell in der Wasserrettung und Erster Hilfe ausgebildet sein und regelmäßig trainieren. Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer sind entweder in öffentlichen oder privaten Bädern angestellt oder arbeiten ehrenamtlich in ihrer Freizeit über eine Hilfsorganisation wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), das Deutsche Rote Kreuz (DRK) oder den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB).

Passende Artikel zum Thema

Wer organisiert die freiwilligen Einsätze der Rettungsschwimmer und -schwimmerinnen?

In Deutschland organisieren verschiedene Hilfsorganisationen die Einsätze ehrenamtlicher Rettungsschwimmer und -schwimmerinnen, in erster Linie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Die DLRG, 1913 in Leipzig gegründet, ist mit mehr als 640.000 Mitgliedern und über 1,3 Millionen Fördernden weltweit die größte Organisation in der Wasserrettung.

Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bildet in seiner „Wasserwacht“ Rettungsschwimmer und -schwimmerinnen aus, unterstützt Menschen beim Schwimmen lernen und klärt über Gefahren im und am Wasser auf. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) fördert ebenfalls, neben vielen weiteren ehrenamtlichen Einsatzmöglichkeiten, die Ausbildung von Rettungsschwimmerinnen und -schwimmern sowie eine lokale Wasserrettung.

Wie wichtig ist der Einsatz ehrenamtlicher Rettungsschwimmer und -schwimmerinnen?

Ehrenamtliche Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) haben im Jahr 2025 mehr als 1.150 Menschen das Leben gerettet, wobei sie insgesamt rund 44.000 Personen in Notsituationen im und am Wasser helfen konnten.

Dennoch sind 2025 in Deutschland mindestens 393 Menschen ertrunken, die meisten in Flüssen und Seen. Besonders bei schönem Sommerwetter steige die Zahl der Badeunfälle sprunghaft an, so die DLRG.

Dabei bringen sich die Menschen auf unterschiedliche Weise oft selbst in Gefahr, beispielsweise durch

  • zu frühes Baden in schlecht aufgewärmten Gewässern
  • mangelnde oder keine Schwimmkenntnisse
  • Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen
  • Schwimmen in unbekannten und unterschätzten Strömungen
  • Schwimmen in von Schiffen befahrenen Gewässern

Die Wasserrettungskräfte können helfen, indem sie Badestellen beobachten, Gefahren erkennen und rechtzeitig warnen oder die Rettung einleiten, wenn Menschen im oder am Wasser in Not geraten.

Wie profitieren Rettungsschwimmer oder -schwimmerinnen von ihrem Einsatz?

Wer sich ehrenamtlich in der Wasserrettung engagiert, leistet einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Gleichzeitig können ehrenamtliche Rettungsschwimmerinnen und – schwimmer auch persönlich profitieren, indem sie ihren eigenen Horizont erweitern, Verantwortung übernehmen und ihre sozialen Kompetenzen stärken.

Die gemeinsamen Übungen, regelmäßige Trainings und Wettkämpfe fördern das Gemeinschaftsgefühl und machen es leicht, neue Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen.

Und nicht zuletzt: Etwas Gutes tun, anderen Menschen zu helfen, ihnen sogar das Leben zu retten, macht glücklich.

Welche positiven körperlichen Effekte hat der Einsatz in der Wasserrettung?

Rettungsschwimmen ist ein hervorragendes Ganzkörpertraining, das die motorischen Fähigkeiten und die allgemeine Fitness verbessert. Regelmäßiges Training stärkt je nach Schwimmstil unterschiedliche Muskelgruppen und fördert die körperliche Ausdauer.

Gleichzeitig handelt es sich beim Schwimmen um einen sehr gelenkschonenden Sport mit geringer Verletzungsgefahr. Durch regelmäßiges Schwimmen lassen sich sogar Gelenkprobleme und Rückenschmerzen lindern. Weiterhin stärkt der Sport das Herz-Kreislauf-System, die Lungenfunktion und fördert die Immunabwehr.

In regelmäßigen Übungen und durch Wettkämpfe können Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer ihre körperliche Leistungsfähigkeit und die Abläufe in den Rettungseinsätzen trainieren. Der Wettkampfsport ist laut Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auch ein starker Zugang, Menschen für ein Ehrenamt in der Wasserrettung zu motivieren.

Ein Mädchen trainiert im Schwimmbad die Rettungssituation mit einer Übungspuppe.

© iStock / payamona

In regelmäßigen Trainings üben Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer das Retten von Menschenleben mit Übungspuppen.

Kann Rettungsschwimmen die mentalen Fähigkeiten fördern?

Eine wichtige Aufgabe der Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer ist das Beobachten der Menschen im Wasser beziehungsweise an Land oder am Beckenrand. Hierbei handelt es sich meist um sehr dynamische Situationen mit rennenden, kreischenden Kindern und planschenden oder im Wasser spielenden Menschen. Deswegen ist eine hohe Konzentrationsfähigkeit erforderlich, um Gefahren wie ein mögliches Ertrinken schnell zu erkennen.

Studien zeigen, dass Ausbildung und regelmäßige Einsätze die Aufmerksamkeit der Wasserrettungskräfte und ihre Fähigkeit zur schnellen Reaktion auf unerwartete Ereignisse verbessern. Darüber hinaus werde die Aktivität in Bereichen des Gehirns gefördert, die für die Wahrnehmung und Verarbeitung von Reizen wichtig sind.

Gleichzeitig kann das Rettungsschwimm-Training das sogenannte „mind-wandering“ reduzieren – also unbewusstes Abschweifen der Gedanken.

Wie werde ich Rettungsschwimmer oder -schwimmerin?

Wer sich ehrenamtlich als Rettungsschwimmer oder Rettungsschwimmerin engagieren möchte, kann mit einer der ausbildenden Hilfeorganisationen wie der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) oder dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Kontakt aufnehmen.

Passende Angebote der AOK

Wer kann Rettungsschwimmerin oder -schwimmer werden?

Die Tätigkeit als Rettungsschwimmer oder -schwimmerin setzt ein Rettungsschwimmabzeichen Silber voraus, das Jugendliche ab 14 Jahren erwerben können. Die Teilnehmenden durchlaufen dafür in der Regel einen mehrwöchigen Kurs, der mit einer theoretischen und einer praktischen Prüfung endet. Zusätzlich ist der Nachweis eines Erste-Hilfe-Kurses erforderlich und gegebenenfalls auch eine ärztliche Untersuchung zur Eignung für die Wasserrettung.

Was beinhaltet die Ausbildung zukünftiger Rettungsschwimmerinnen oder -schwimmer?

Angehende Rettungsschwimmer und -schwimmerinnen erhalten zur Vorbereitung auf die Prüfung eine sehr umfangreiche theoretische und praktische Ausbildung, die je nach anbietender Organisation variieren kann.

Sie lernen beispielsweise, wie sie mit Menschen umgehen, die sich aus Angst zu ertrinken panisch an helfende Personen klammern. Auch spezifische Gefahren am Wasser, Umgang mit Rettungsgeräten und rechtliche Fragen stehen auf dem Lehrplan.

Im praktischen Teil üben sie verschiedene Schwimmstile über unterschiedliche Distanzen, Springen, Strecken- sowie Tieftauchen, das Schleppen eines Menschen im Wasser und das Vermeiden oder Lösen einer Umklammerung durch die zu rettende Person.

Die Kosten variieren ebenfalls je nach durchführender Organisation, Standort und Alter, sind aber erschwinglich. Sie enthalten beispielsweise eine Mitgliedschaft, die Kurs- oder Prüfungsgebühr sowie die Kosten für einen separaten Erste-Hilfe-Kurs.

Passende Artikel zum Thema

Fachlich geprüft
Fachlich geprüft

Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.


Waren diese Informationen hilfreich für Sie?

Noch nicht das Richtige gefunden?