Herz & Kreislauf

Herzinsuffizienz: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Veröffentlicht am:21.04.2021

aktualisiert am 07.05.2026

4 Minuten Lesedauer

Wenn der Lebensmotor an Leistung verliert, spüren die Betroffenen das oft frühzeitig. Wird eine Herzinsuffizienz rechtzeitig diagnostiziert und nicht erst, wenn die Erkrankung schon weit fortgeschritten ist, lassen sich viele Probleme vermeiden.

Müder älterer grauhaariger Mann steht gebückt im Park und ruht sich nach einem aktiven Spaziergang oder Laufen aus.

© iStock / Liubomyr Vorona

Was ist eine Herzinsuffizienz?

Das Herz pumpt jede Minute vier bis sechs Liter Blut durch den Körper. Das sind mehr als 8.600 Liter am Tag, bei im Schnitt 100.000 Schlägen. Eigentlich. Denn das Herz kann mit der Zeit schwächer werden und an Pumpkraft verlieren. Medizinerinnen und Mediziner sprechen dann von einer Herzinsuffizienz.

Laut Gesundheitsatlas Deutschland leiden derzeit fünf Prozent der über 30-Jährigen in Deutschland an Herzinsuffizienz. Da die Menschen immer älter werden, wird diese Zahl wohl auch weiter steigen.

Das Problem: Eine Herzschwäche entwickelt sich oft schleichend und wird nicht immer frühzeitig erkannt. Mittlerweile ist sie der häufigste Grund für einen Klinikaufenthalt und die dritthäufigste Todesursache unter allen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei kann man sie mit Medikamenten gut behandeln und so ein Fortschreiten aufhalten.

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Was sind Symptome einer Linksherzinsuffizienz?

Wer auf sein Herz hört, kann dessen Warnzeichen erkennen. Wenn die linke Herzkammer nicht mehr genug sauerstoffreiches Blut in den Körper pumpt, dann sind Muskeln und Organe unterversorgt und es kann ein Blutrückstau in der Lunge entstehen.

Betroffene sind schnell erschöpft und leicht aus der Puste. Wer das schon beim Treppensteigen oder Gärtnern bemerkt, sollte dringend zum Arzt gehen. Hier kann bereits eine Herzschwäche der Stufe II vorliegen.

Was sind Symptome einer Rechtsherzinsuffizienz?

Ist – oft zusätzlich – die rechte Herzkammer geschwächt, wird nicht genug „verbrauchtes“ Blut in die Lunge zurückgepumpt. Es staut sich in den Venen, was zu Wasseransammlungen im Gewebe führt. Betroffene haben geschwollene Beine, nehmen schnell an Gewicht zu oder müssen nachts oft zur Toilette.

Was sind die Ursachen einer Herzinsuffizienz?

Doch warum wird das Herz schwächer? Meist ist es die Folge einer anderen Erkrankung, die den Herzmuskel oder die Blutgefäße geschädigt hat. Häufige Ursachen sind eine Koronare Herzkrankheit (KHK), insbesondere ein Herzinfarkt. Eine weitere stille Gefahr ist der Bluthochdruck, sowohl für die Herzinsuffizienz selbst, als auch für die koronare Herzkrankheit.

Welche Schweregrade gibt es bei einer Herzinsuffizienz?

Eine Herzschwäche wird laut der offiziellen Klassifikation der New York Heart Association (NYHA) in vier Schweregrade eingeteilt:

  • Stufe I: Die Leistungsfähigkeit ist normal. Mit bestimmten Untersuchungen lässt sich aber eine verringerte Herzleistung feststellen.
  • Stufe II: Leicht eingeschränkte Leistungsfähigkeit und Probleme bei stärkerer Belastung wie Bergaufgehen oder Treppensteigen.
  • Stufe III: Die Leistungsfähigkeit ist stark eingeschränkt. Schon bei leichter Belastung treten Atemnot oder Erschöpfung auf.
  • Stufe IV: Beschwerden bei allen Aktivitäten, sogar in Ruhe. Manche Betroffene sind bettlägerig.
Drei ältere Menschen trainieren im Freien mit kleinen Hanteln. Sie stehen nebeneinander und strecken die Arme nach vorne aus. Die Personen tragen sportliche Freizeitkleidung. Im Hintergrund sind Bäume und eine grüne Parklandschaft zu sehen.

© iStock / Jacob Wackerhausen

Bewegung im Alltag und ein leichtes Training können die Beschwerden einer Herzinsuffizienz lindern.

Welche Behandlung gibt es bei einer Herzinsuffizienz?

Wer schnell erschöpft und außer Atem ist, sollte so bald wie möglich ärztlichen Rat suchen. Werden durch Abhören, EKG oder eine Blutuntersuchung Anzeichen für eine Herzschwäche festgestellt, wird der Patient oder die Patientin zur Kardiologin oder zum Kardiologen überwiesen. Dort wird zunächst eine spezielle Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) durchgeführt.

In frühen Stadien kann eine weitere Verschlechterung der Pumpleistung des Herzens mit Medikamenten hinausgezögert werden. Ist das Herz bereits sehr schwach, können Herzschrittmacher, implantierte Defibrillatoren oder im schlimmsten Fall eine Transplantation nötig werden.

Dank der aktuellen Therapiemöglichkeiten ist die Überlebenszeit der Patienten und Patientinnen nach Diagnose deutlich gestiegen.

Telemedizinische Betreuung bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit: Seit 2020 gehört die telemedizinische Betreuung von Patientinnen und Patienten mit einer fortgeschrittenen Herzinsuffizienz zum Angebot der gesetzlichen Krankenkassen.

Dabei werden täglich Daten von Herzschrittmachern, wie der Herzrhythmus im Ruhezustand, sowie bei körperlicher Bewegung, Gewicht und Blutdruck an telemedizinische Zentren (TMZ) übertragen und dort analysiert.

Betroffene ohne Herzschrittmacher können die notwendigen Daten zum Herzrhythmus messen und elektronisch übermitteln. So können Abweichungen schnell erkannt und der behandelnden Ärztin oder dem Arzt mitgeteilt werden.

Fachlich geprüft
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