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Klimawandel: So wird die Gesundheit beeinflusst

Große Fabriken haben negative Auswirkungen auf den Klimawandel

© iStock / myshkovsky

Lesezeit: 3 MinutenAktualisiert: 18.06.2021

Wochenlang anhaltende Temperaturrekorde, Dürre und sinkende Wasserspiegel: Extreme Wetterereignisse sind Folge der globalen Erwärmung. Diese Entwicklung hat gravierende Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Dr. Franziska Matthies-Wiesler hat bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Leitlinien für den Umgang mit Hitze erarbeitet. Sie gibt Tipps, wie man sich bei hohen Temperaturen am besten verhält.

Inhalte im Überblick

    Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Gesundheit?

    Heiße Tage mit 30 Grad Celsius und mehr, Nächte mit Tiefsttemperaturen von 20 Grad oder mehrwöchige Hitzeperioden können Nordeuropäern ernsthaft zu schaffen machen. Viele leiden bei Hitzeextremen, die in Zukunft aufgrund der globalen Erwärmung weiter zunehmen, zum Beispiel unter Abgeschlagenheit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit.

    Zudem verzeichnen Ärzte einen Anstieg von Todesfällen, wie etwa im Hitzesommer 2018, durch Hitzschlag oder Herzinfarkt. Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Der menschliche Organismus kann sich an Hitze gewöhnen. Gesundheitliche Schäden lassen sich weitgehend vermeiden. Dafür sind eine Reihe von Maßnahmen erforderlich.

    Welche Maßnahmen können die Menschen unternehmen?

    Zu Hause kann man auf verschiedene Weise die Hitze erträglich gestalten. Dazu gehört das Lüften frühmorgens oder nachts. Tagsüber bleiben Fenster geschlossen, Jalousien, Roll- oder Fensterläden halten die Hitze draußen. Die Innentemperatur lässt sich durch das Aufhängen feuchter Tücher senken. Sie sollten alle ein bis zwei Tage bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Im Freien trägt man leichte, weite und atmungsaktive Kleidung. Sonnenbrille, Kopfbedeckung und Sonnencreme gehören beim Aufenthalt im Freien zum Sonnenschutz. Besonders das Gehirn ist durch Überhitzung gefährdet.

    „Der menschliche Organismus kann sich an Hitze gewöhnen. Gesundheitliche Schäden lassen sich weitgehend vermeiden.“

    Dr. Franziska Matthies-Wiesler
    Wissenschaftlerin am Institut für Epidemiologie des Helmholtz Zentrums München

    Was hilft außerdem bei starker Hitze?

    Viel trinken, auch wenn man keinen Durst verspürt. Die allgemeine Empfehlung lautet für Herz- und Nieren­gesunde: stündlich ein Glas Leitungs- oder Mineralwasser, ungesüßten Kräutertee oder Saftschorle trinken und auf Alkohol verzichten. Um den Körper nicht zu belasten, sollte man auf den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten essen, zum Beispiel Obst, Gemüse und Salat, sowie auf fett- und eiweißreiche Kost wie Fleischgerichte verzichten. Die Devise heißt: Insgesamt den Körper schonen. Wer kann, sollte sich nicht tagsüber während der heißesten Zeit zwischen 11 und 18 Uhr draußen in der prallen Sonne aufhalten.

    Wer ist von extremen Witterungsverhältnissen besonders betroffen?

    Vor allem die ältere Generation ab 65 Jahren und Menschen mit chronischen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-, Atem- und Lungen- sowie Nieren­erkrankungen sind von extremen Witterungsverhältnissen betroffen. Zudem tun sich Übergewichtige, schwangere Frauen sowie Säuglinge und Kleinkinder bei hohen Temperaturen schwer. Auch Personen, die im Freien körperlich hart arbeiten, etwa im Straßenbau oder in der Landwirtschaft, sind bei Hitze gefährdet.

    Eine Frau blickt in die Ferne

    © iStock / golero

    Ist die Belastung durch Hitze in der Stadt höher als auf dem Land?

    Ja, hohe Temperaturen strapazieren den Körper vor allem in Innenstädten und Ballungsräumen. Sie sind oft geprägt von einem hohen Versiegelungsgrad der Flächen und wenig Grünzonen. Stadtplaner versuchen deshalb im Schulterschluss mit Gesundheitsexperten mehr Grünflächen zu schaffen. 

    Sogenannte Stadtklimabaumarten wie die Silberlinde, die aus dem heißeren Südosteuropa kommt, sind gegenüber dem Klimawandel stresstoleranter und vitaler als heimische Straßenbäume wie die Kastanie – und sorgen so für ein besseres Stadtklima.

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