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So finden Sie die richtige Mundspülung

Ein junger Mann benutzt eine Mundspülung und schaut dabei in den Spiegel im Bad.

© iStock / Capuski

Lesezeit: 4 Minuten16.03.2022

Die Auswahl an Mundspülungen wird immer größer. Doch welche ist die richtige und worin unterscheiden sich etwa Mundwässer und medizinische Spülungen? Wann Sie welche Mundspülung verwenden sollte, lesen Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Mundspülung oder Mundwasser: Welche Unterschiede gibt es?

    Es sind viele verschiedene Mundwässer auf dem Markt, die sich durch Inhaltsstoffe und Wirkung unterscheiden. Für den Verbraucher ist es dabei verwirrend, dass Mundwasser und Mundspülung Synonyme sind, während es zusätzlich Mundspüllösungen mit ätherischem Öl gibt. Über die Zusammensetzung sagen die Bezeichnungen Mundwasser oder Mundspülung also zunächst einmal nichts aus. Sie lassen sich grob in drei Kategorien unterteilen.

    Kosmetische Mundwasser

    Die unterschiedlichen Mixturen werden meistens als Konzentrat verkauft und müssen vor der Anwendung verdünnt werden. Sie dienen kosmetischen Zwecken und sollen den Atem erfrischen. Deshalb enthalten sie Auszüge, beispielsweise von Pfefferminz oder Menthol. Die Zutaten oder Farbstoffe können variieren. Ein solches Mundwasser fällt unter die „Verordnung für kosmetische Mittel“, das heißt, es darf nicht schaden – muss aber auch nicht unbedingt seinen angegebenen Zweck erfüllen. Dieser wird nämlich nicht geprüft, selbst wenn der Vermerk „klinisch getestet“ auf der Verpackung steht. Das bedeutet nur, dass das Produkt an einer Klinik ausprobiert wurde. Es sagt nichts darüber aus, wie das Ergebnis des Tests ausgefallen ist.

    Mundspülungen für die Zahn- und Zahnfleischpflege

    In pflegenden Mundwässern sind schützende, heilende oder desinfizierende Wirkstoffe enthalten. Dazu zählen beispielsweise Fluorid in antibakteriellen Mundspülungen oder Kräuter, die einen beruhigenden Effekt auf Reizungen der Schleimhaut haben oder die Durchblutung anregen. Bei den Inhaltsstoffen gibt es zwei vorherrschende Wirkmechanismen: Mundspülungen, die der Pflege des Zahnfleischs dienen, und Produkte, die dazu beitragen sollen, Karies zu verhindern. Bei vielen dieser Produkte handelt es sich um sogenannte Mundspüllösungen, nämlich um Lösungen mit ätherischen Ölen.

    Medizinische Mundspülungen

    Ein medizinisches Mundwasser ist ein Arzneimittel und nur in der Apotheke erhältlich. Der Zahnarzt kann es beispielsweise bei einer Parodontitis-Behandlung oder nach einer Operation empfehlen, um damit den Heilungsprozess zu unterstützen. Medizinische Mundspülungen enthalten zum Beispiel den Wirkstoff Chlorhexidin, der Bakterien bekämpft.

    Welche Mundspülung ist die beste?

    Für den Verbraucher ist der Markt nicht so einfach zu überblicken. Viele verschiedene Sorten machen die Auswahl der richtigen Mundspülung komplexer, als sie sein sollte. Aber welche Mundspülung die beste ist, hängt auch vom Ziel ab, das mit der Anwendung verfolgt wird. Die Produkte sind zum Teil für unterschiedliche Einsatzgebiete gedacht.

    Was bewirkt ein kosmetisches Mundwasser?

    Ein kosmetisches Mundwasser hat keine medizinische Wirkung. Es vermittelt lediglich das Gefühl eines frischeren Atems. Denn Mundgeruch wird in der Regel dadurch verursacht, dass Bakterien im Mundraum Nahrung zersetzen. Daran ändert eine kosmetische Mundspülung nichts. Sie kann den Geruch höchstens vorübergehend überdecken. Auf die Pflege von Zähnen und Zahnfleisch haben die Inhaltsstoffe keinen wesentlichen Einfluss.

    Mundspülungen zur Vorbeugung von Karies und Zahnfleischentzündungen

    Antimikrobielle Mundspülungen können dazu beitragen, schädlicher Plaque auf den Zähnen vorzubeugen. Dieser erhöht das Risiko für Karies und Zahnfleischentzündungen erheblich. Das haben verschiedene Studien gezeigt. Die größte Wirkung zeigten in den Studien Produkte, die ätherische Öle wie Teebaumöl oder die Wirkstoffe Chlorhexidin sowie Triclosan und Copolymer enthielten.

    Was bedeutet antimikrobiell?

    Antimikrobielle Wirkstoffe vernichten mehr als nur Bakterien

    Die Begriffe „antimikrobiell“ oder „antiseptisch“ beziehen sich übrigens auf Substanzen, die unterschiedliche Keime bekämpfen, neben Bakterien sind das auch Schimmel und Pilze. Sie wirken also nicht nur antibakteriell. Trotzdem findet sich der Hinweis „antibakteriell“ häufiger auf Verpackungen, weil viele Verbraucher nach antibakteriellen Mundspülungen suchen, da ihnen dieser Begriff geläufiger ist.

    Mundspülungen mit Fluoriden zur Kariesvorbeugung und Stärkung der Zähne

    Fluoride sind wichtig für die Zahngesundheit, weil sie den Zahnschmelz stärken, zusätzlich eine Art Schutzfilm aufbauen und den schädlichen Stoffwechsel der Bakterien beeinflussen. In Mundspülungen verwendet, können sie dazu beitragen, Plaque zu lösen und die Neubildung zu reduzieren. Vorausgesetzt, die Fluorid-Konzentration liegt bei mindestens 0,025 Prozent. Wer allerdings fluoridhaltiges Salz zum Kochen benutzt oder Zahngel mit Fluorid verwendet, ist normalerweise ausreichend versorgt. Von entsprechenden Mundspülungen ist dann kein zusätzlicher Effekt zu erwarten.

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    Ist eine Mundspülung schädlich?

    Wer eine Mundspülung so verwendet, wie es auf der Packung angegeben ist, hat normalerweise keine ungesunden Nebenwirkungen zu befürchten. Für einige Personengruppen beziehungsweise für bestimmte Wirkstoffe gilt jedoch besondere Vorsicht.

    Mundspülungen in der Schwangerschaft und für Kinder

    Viele Mundspülungen enthalten Alkohol zur Desinfektion und zur Konservierung. Der Gehalt kann bei bis zu 30 Prozent liegen. Schwangere sollten darauf achten, alkoholfreie Produkte zu verwenden. Das Gleiche gilt für Kinder.

    Ein Vater hilft seiner kleinen Tochter nach dem Zähneputzen, den Mund gründlich auszuspülen.
    Bei Kindern ist es wichtig, dass die Mundspülung alkoholfrei ist.

    © iStock / ferlistockphoto

    Vorsicht mit ätherischen Ölen bei Allergikern

    Bei Mundspülungen mit ätherischen Ölen besteht das Risiko einer allergischen Reaktion. Menschen, die zu Allergien neigen, sollten eine entsprechende Mundspülung daher zunächst vorsichtig testen.

    Aufgepasst bei der Anwendungsdauer von medizinischen Mundspülungen

    Medizinische Mundwässer, die nur in der Apotheke erhältlich sind, bekämpfen nicht nur schädliche Bakterien, sondern auch die „guten“ Bakterien, die für eine funktionierende Mundflora sorgen. Sie werden daher bei Erkrankungen wie einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) nur über einen begrenzten Zeitraum eingesetzt. Als Vorbeugung vor Karies sind sie aus dem gleichen Grund nur für Personen empfehlenswert, bei denen eine mechanische Zahnpflege nicht im normalen Rahmen möglich ist, weil sie beispielsweise pflegebedürftig sind.

    Ab wann Mundspülung nach einer Zahn-OP?

    Wenn der Zahnarzt einen Zahn entfernt hat, sollte man den Mund erst einmal nicht spülen, um Nachblutungen zu vermeiden. In dieser Situation kann eine Mundspülung also schaden. Zahnmediziner empfehlen, frühestens nach zwei Tagen wieder Mundspülungen zu verwenden.

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