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Zähne

Was hilft bei Zahnfleischentzündung?

Veröffentlicht am:11.04.2024

3 Minuten Lesedauer

Eine Zahnfleischentzündung, auch Gingivitis genannt, ist zu Beginn meist unproblematisch. Unbehandelt kann sie aber zu schwerwiegenden Zahnproblemen führen. Verschiedene Maßnahmen können helfen, die Entzündung einzudämmen.

Ein junger Mann schaut kritisch in den Spiegel, schiebt mit der linken Hand die Lippe etwas hoch und schaut, ob er eine Zahnfleischentzündung hat.

© iStock / Zinkevych

Was ist eine Gingivitis?

Gingivitis ist der fachmedizinische Begriff für eine Zahnfleischentzündung. Das typische Symptom für eine Gingivitis ist geschwollenes und gerötetes Zahnfleisch. Manchmal blutet es, vor allem beim Zähneputzen. Da ansonsten kaum Schmerzen oder andere Beschwerden auftreten, bemerken viele Betroffene lange nichts von dem Zahnfleischproblem. Bleibt die Entzündung allerdings unbehandelt und schreitet weiter fort, kann sich daraus eine sogenannte Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparats) entwickeln. Dabei löst sich das entzündete Zahnfleisch von den Zahnhälsen und es bilden sich Zwischenräume, auch Zahnfleischtaschen genannt. Manche Betroffene leiden dann unter unangenehmem Mundgeruch. Im schlimmsten Fall lockern sich die Zähne, verschieben sich, wackeln oder schmerzen beim Kauen.

Ursache für eine Gingivitis sind vor allem bakterielle Zahnbeläge, Plaque genannt. Dieser Zahnbelag bildet sich ständig auf den Zahnflächen und in den Zahnzwischenräumen – deswegen ist die regelmäßige Reinigung wichtig. Im Plaque leben Bakterien, die Stoffe produzieren, die das Gewebe des Zahnfleischs reizen, sodass es eine Entzündung verursachen kann. 

Menschen, die rauchen oder eine Stoffwechselerkrankung wie etwa einen gestörten Zuckerstoffwechsel (Diabetes mellitus) haben, leiden im Durchschnitt häufiger an einer Zahnfleischentzündung als andere. Auch bei Schwangeren tritt eine Gingivitis aufgrund der hormonellen Veränderungen in ihrem Körper schneller auf. Zudem können einige Medikamente zum Beispiel gegen Herzkrankheiten das Risiko für eine Entzündung am Zahnfleisch erhöhen.

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Was kann man gegen eine Zahnfleischentzündung tun?

Gute Mundhygiene hilft nicht nur, einer Zahnfleischentzündung vorzubeugen. Sie ist auch wichtig, um bereits bestehende Entzündungsbeschwerden im Mund wieder abklingen zu lassen. Dazu gehört zum einen regelmäßiges Zähneputzen, zweimal täglich für jeweils mindestens zwei Minuten.

Zum anderen ist es wichtig, die Zahnzwischenräume zu reinigen. Dafür gibt es im Handel spezielle kleine Bürsten in unterschiedlichen Stärken (Interdentalbürsten) sowie Zahnseide. Sie ist vor allem dann eine gute Wahl, wenn die Zwischenräume zwischen den Zähnen sehr eng sind. Hilfreiche Ergänzungen können auch Mundduschen sein, die mit einem Wasserstrahl die Speisereste und den teilweise weichen Zahnbelag entfernen. Pflegende Mundwasser oder Mundspülungen können aufgrund ihrer speziellen Inhaltsstoffe einen positiven Effekt auf die Schleimhaut bzw. eine antibakterielle Wirkung im Mundraum haben. Wer konsequent an der Mundhygiene arbeitet, kann die Entzündung gut in den Griff bekommen.

Bleiben die Symptome länger als eine Woche bestehen, ist ein Besuch in der zahnärztlichen Praxis empfehlenswert. Als Basis für die Behandlung der Gingivitis empfiehlt der Zahnarzt oder die Zahnärztin oft eine professionelle Zahnreinigung. Diese kann helfen, harte Zahnbeläge und Bakterien zu entfernen. Die Kosten dafür müssen gesetzlich Versicherte in der Regel selbst übernehmen oder sie werden zum Teil von der Krankenkasse bezuschusst. Fragen Sie vor der Behandlung bei Ihrer Versicherung nach. Zusätzlich bekommen die Patienten und Patientinnen eine Schulung zur richtigen Zahnpflege, die die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel bezahlen. Haben sich bereits große Zahntaschen gebildet, ist manchmal eine Parodontalbehandlung oder ein operativer Eingriff nötig, um sie zu verkleinern. Mitunter kommen Antibiotika zum Einsatz, um eine bakterielle Zahnfleischentzündung zu lindern.

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Einer jungen Frau im Untersuchungsstuhl wird der richtige Umgang mit Interdentalbürsten zur Zahnzwischenraumreinigung durch eine Prophylaxefachfrau gezeigt.

© iStock / Aja Koska

Zahnmedizinische Prophylaxehelferinnen und -helfer klären auch über die richtige Mundhygiene etwa mithilfe von Interdentalbürsten auf.

Welche Hausmittel können bei einer Zahnfleischentzündung zusätzlich helfen?

Es gibt verschiedene Hausmittel, die eine Zahnfleischentzündung an einzelnen Zähnen lindern können:

  • Spülungen mit Heilpflanzen-Tee: Heilpflanzen können entzündungshemmende Eigenschaften haben. Für eine Mundspülung übergießen Sie drei gehäufte Teelöffel getrocknete Kamille oder Salbei mit 250 Milliliter kochendem Wasser und lassen den Tee zehn Minuten ziehen. Danach sieben Sie ihn ab und lassen ihn abkühlen. Nun können Sie damit portionsweise regelmäßig den Mund spülen.
  • Tinkturen: In der Apotheke gibt es fertige Tinkturen aus Kamille oder Blutwurz. Tupfen Sie mit einem Wattestäbchen etwas von der Tinktur auf das entzündete Zahnfleisch und wiederholen Sie die Prozedur mehrmals täglich.
  • Propolis: Propolis ist ein sogenanntes Kittharz der Bienen, das den Bienenstock vor der Vermehrung von Krankheitserregern schützt. Es kann helfen, entzündungsfördernde Bakterien abzutöten. Dafür kauen Sie ein kleines Stückchen Propolis so lange, bis es ausgelaugt ist. Spucken Sie es aus und wiederholen Sie das Ganze mehrmals täglich.
  • Ölziehen: Viele Menschen setzen auf die Mundreinigung durch Öl. Nehmen Sie dafür morgens einen Esslöffel Oliven-, Kokos-, Sonnenblumen- oder Sesamöl in den Mund und bewegen Sie es etwa 10 bis 20 Minuten lang durch den Mund. Anschließend spucken Sie es in ein Tuch und entsorgen es im Hausmüll.

Betrifft die Zahnfleischentzündung jedoch schon mehrere oder vermutlich alle Zähne, sollte der Patient oder die Patientin unbedingt die zahnärztliche Praxis aufsuchen, um eine sogenannte generalisierte Gingivitis auszuschließen und eine geeignete Behandlung aller Beschwerden zu erhalten.

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