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Plaque: Wie Sie Zahnbelag entfernen und vorbeugen

Eine junge Frau streicht mit der Zunge über ihre Zähne.

© iStock / PeopleImages

Lesezeit: 4 MinutenAktualisiert: 29.09.2021

Wer sich mit der Zunge über die Zähne fährt, spürt vermutlich einen weichen, pelzigen Belag auf den Zähnen. Plaque oder Zahnbelag bildet sich fortlaufend neu und muss deswegen mit regelmäßigem Zähneputzen bekämpft werden – anderenfalls drohen Zahnfleischentzündungen, Parodontitis und Karies. Wie Sie Plaque erkennen, ihn gründlich entfernen und der Bildung des Belags vorbeugen können.

Inhalte im Überblick

    Im zahnmedizinischen Bereich meint „Plaque“ (französ. für „Platte“, „Fleck“) oder „Biofilm“ eine klebrige, gelartige Schicht, die sich auf der Zahnoberfläche und in Zahnzwischenräumen bildet. Sie besteht aus Speichelbestandteilen, Nahrungsresten und Bakterien. Der Zahnbelag setzt sich besonders an Stellen langfristig fest, die schlecht mit der Zahnbürste zu reinigen sind. Also etwa in Zahnzwischenräumen und am Zahnfleischrand.

    Wie sieht Zahnbelag aus und wie fühlt er sich an?

    Zahnbelag ist meist weiß-gelblich gefärbt, die Färbung kann aber mit der Zeit auch bräunlich und bei Rauchern bis hin zu schwarz werden. Tee, Kaffee, Rotwein und Teer aus dem Tabakrauch verfärben den Belag individuell.

    Zahnbelag bildet sich bereits kurz nach dem Zähneputzen neu. Anfangs ist er weich und fühlt sich leicht pelzig an. Wird er jedoch nicht gründlich genug entfernt, lagern sich Mineralien aus dem Speichel ein. Der Belag verhärtet sich, Zahnstein entsteht. Dieser macht die Zahnoberfläche rau, Bakterien können sich leichter ansiedeln.

    Welche Folgen kann Zahnbelag haben?

    Bakterien und ihre Stoffwechselprodukte, die im Plaque enthalten sind oder sich bei Zahnstein bilden, können das Zahnfleisch angreifen. Diese Folgen sind möglich:

    • Zahnfleischentzündung/Gingivitis: Werden Plaque und Zahnstein nicht entfernt, reagiert das Immunsystem zunächst mit einer oberflächlichen Entzündung. So wird verhindert, dass die Bakterien im Plaque tiefer in den Zahnhalteapparat vordringen. Zahnfleischbluten, Rötungen und Schwellungen des Zahnfleischs können auf eine Gingivits hinweisen.
    • Entzündung des Zahnhalteapparats/Parodontitis: Wenn eine oberflächliche Zahnfleischentzündung (Gingivitis) nicht behandelt wird, kann sich daraus langfristig eine Parodontitis entwickeln. In diesem Fall ist nicht nur das Zahnfleisch betroffen: Die Entzündung ist in tieferes Gewebe vorgedrungen und hat sich auf Zahnbett und Knochen ausgeweitet. Die chronische Entzündung führt langfristig zur Zerstörung des Zahnhalteapparats und zum Zahnverlust.
    • Karies: Kariöse Zähne entstehen in einem Zusammenspiel aus unzureichender Mundhygiene, Zahnbelag und Zuckerkonsum. Die Bakterien im Zahnbelag „ernähren“ sich von Nahrungsresten. Je mehr Zucker sie enthalten, desto mehr Bakterien entstehen. Bakterien wandeln den Zucker in Säuren um. Die Säuren wiederum entmineralisieren den Zahnschmelz. Er wird porös und so zur idealen Eintrittspforte für Mikroorganismen. Diese können den Zahn von innen heraus zerstören. Der Speichel dient als Gegenspieler: Er kann die Säuren bis zu einem gewissen Grad neutralisieren. Überwiegen aber die schädigenden Faktoren, entstehen Löcher im Zahn (Karies).

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    Wie kann man Zahnbelag entfernen und vorbeugen?

    Der beste Weg, um Plaque zu entfernen oder seine Bildung zu vermeiden, besteht in einer gründlichen Zahn- und Mundhygiene. Das sollten Sie beachten:

    • Putzen Sie sich zweimal täglich, morgens und abends drei Minuten lang die Zähne, um Plaque zu entfernen, der sich ständig neu bildet.
    • Verwenden Sie fluoridhaltige Zahnpasta, um den Zahnschmelz zu stärken.
    • Benutzen Sie einmal täglich Zahnseide und/oder Interdentalbürsten, um die Zahnzwischenräume gründlich zu reinigen.
    • Verwenden Sie bei Bedarf spezielle Färbetabletten. Diese verfärben Plaque auf den Zähnen und machen den Belag so sichtbar. Das ist sinnvoll, wenn Sie unsicher sind, ob Sie alle Stellen beim Zähneputzen erreichen.
    • Tauschen Sie Ihre Zahnbürste alle zwei Monate aus: Mit verbogenen, stumpfen Borsten ist die Reinigung weniger gründlich, außerdem kann das Zahnfleisch verletzt werden.
    • Verwenden Sie keine Hausmittel wie Backpulver, um Zahnbelag zu entfernen. Diese können den Zahnschmelz schädigen.
    • Nehmen Sie einmal im Jahr einen Vorsorgetermin beim Zahnarzt wahr, um sich Plaque und Zahnstein entfernen zu lassen.
    • Vermeiden Sie häufige Zwischenmahlzeiten mit zuckerhaltigen Lebensmitteln, um Plaque keinen Nährboden zu bieten. Je gesünder und zuckerfreier Sie sich ernähren, desto gesünder bleiben auch Ihre Zähne.
    • Bei Kindern ist besondere Vorsicht geboten: Der Zahnschmelz von Milchzähnen ist noch weicher und weniger ausgereift. Nehmen Kinder häufig zuckerhaltige Lebensmittel zu sich, kann sich trotz regelmäßigen Putzens Zahnbelag entwickeln, der sich schnell zu Zahnstein verhärtet.
    Eine junge Frau ist beim Zahnarzt.
    Bei regelmäßigen Vorsorgeterminen kann Ihr Zahnarzt Plaque und Zahnstein entfernen.

    © iStock / pixelfit

    Wie kann man Zahnstein entfernen?

    Hat sich der Belag bereits zu Zahnstein verhärtet, können Sie ihn nicht mehr selbst loswerden. Der Zahnstein sollte in einer Zahnarztpraxis entfernt werden. Nehmen Sie regelmäßig Ihre Vorsorgetermine wahr, findet die Entfernung ohnehin statt. Sie ist essentiell, um Zahnfleischentzündungen, Parodontitis und Karies zu vermeiden. Der Zahnarzt kann Plaque auch an Stellen entfernen, die Sie beim Zähneputzen schlecht erreichen können. Einmal im Jahr wird die Behandlung von Ihrer Krankenkasse übernommen.

    Sollte man eine professionelle Zahnreinigung in Anspruch nehmen?

    Zusätzlich zur Zahnvorsorge und -behandlung bieten die meisten Zahnärzte eine professionelle Zahnreinigung (PZR) an. Dabei werden Plaque und Zahnverfärbungen entfernt. Ob die zusätzliche Behandlung wahrgenommen wird, ist eine individuelle Entscheidung.

    Da die Vorteile einer professionellen Zahnreinigung nicht durch Studien belegt sind, handelt es sich aber nicht um eine Kassenleistung. Bisher ist nicht bekannt, ob sie besser vor Entzündungen schützt oder das Fortschreiten einer Parodontitis besser aufhalten kann als eine Zahnsteinentfernung.

    Wer sich von der professionellen Zahnreinigung strahlende, weiße Zähne erhofft, wird außerdem enttäuscht sein. Zahnverfärbungen, die durch Kaffee, schwarzen Tee oder Rauchen entstehen, kehren nach der Behandlung schon nach wenigen Wochen zurück – es sei denn, die Getränke oder Zigaretten werden nicht mehr konsumiert. Auch die These, die professionelle Zahnreinigung würde Mundgeruch beseitigen, ist nicht belegt.

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