Haut & Allergie
Fußpilz richtig behandeln, bevor er sich ausbreitet
Veröffentlicht am:26.05.2021
aktualisiert am 23.04.2026
11 Minuten Lesedauer
Fußpilz ist lästig und nicht immer harmlos. Ohne Behandlung kann sich die Hauterkrankung über den ganzen Fuß, sogar auf die Nägel und andere Körperpartien ausbreiten. Wie Sie Fußpilz erkennen, behandeln und eine Infektion vermeiden.

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Was ist Fußpilz und was deutet darauf hin?
Fußpilz oder Tinea pedis, so der medizinische Fachbegriff, ist weit verbreitet und gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen. Studien zufolge sind drei Prozent der Weltbevölkerung von der Pilzinfektion (Mykose) betroffen. Männer erkranken deutlich häufiger als Frauen.
Mit dem Alter oder bei bestimmten Vorerkrankungen steigt die Wahrscheinlichkeit, sich mit Fußpilz zu infizieren. Menschen mit Diabetes, arteriellen Durchblutungsstörungen oder Immunschwäche haben ein erhöhtes Ansteckungsrisiko.
In den meisten Fällen tritt Fußpilz zwischen dem kleinen und dem vorletzten Zeh auf.
- Zu Beginn ist meist noch nichts zu sehen, obwohl die Haut zwischen den Zehen juckt.
- Später rötet sich die Haut und es entstehen kleine Hautrisse, die Haut beginnt sich zu schuppen.
- Es können sich auch weißliche und verdickte Hautstellen bilden, die an Hornhaut erinnern, aber deutlich weicher sind.
Zunächst empfinden Betroffene nur leichte Symptome, die jedoch mit der Zeit deutlicher werden.
Welche Erscheinungsformen gibt es bei Fußpilz?
Fußpilz kann sich auf verschiedene Arten zeigen. Typisch sind drei Hauptformen:
- Zwischenzehen-Fußpilz (interdigitale Form): Dies ist die häufigste Variante. Meist zwischen der vierten und fünften Zehe juckt und brennt die Haut. Sie wirkt aufgeweicht, schuppt oder reißt leicht ein. Ein unangenehmer Geruch kann dazukommen.
- Schuppende Fußsohlenpilzform (mokassinartige Form): Hier ist die Haut an den Fußsohlen, Fersen und Innenseiten der Füße trocken, verdickt und schuppig – ähnlich wie bei Ekzemen.
- Bläschenbildende oder entzündliche Form (vesikulöse Form): Seltener treten kleine, stark juckende Bläschen auf – meist am Fußrücken und an der Fußsohle. Platzen sie auf, können nässende Stellen entstehen, die sich leicht entzünden.

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Wie kann man sich mit Fußpilz anstecken?
Der Erreger des Fußpilzes lauert häufig dort, wo es feucht und nass ist, und viele Füße durchmarschieren – wie in Schwimmbädern, öffentlichen Duschen, Umkleidekabinen oder Hotelzimmern. Doch am häufigsten verbreitet sich Fußpilz im familiären Umfeld.
Insbesondere auf verschwitzte, „aufgeweichte“ oder verletzte Füße, die barfuß über kontaminierten Boden laufen, übertragen sich die Erreger leicht. Sportler und Sportlerinnen sind besonders fußpilzgefährdet, denn ihre Füße werden stark beansprucht und schwitzen leicht in den Sportschuhen.
Übertragen wird die Fußpilzinfektion durch sogenannte Dermatophyten. Das sind Fadenpilze, die sich durch direkten Hautkontakt oder über Hautschüppchen verbreiten und über kleine Risse oder Verletzungen in die Haut eindringen.
Fadenpilze können Hautinfektionen am gesamten Körper verursachen – der Oberbegriff hierfür lautet Ringelflechte (Tinea). Je nach Körperregion gibt es unterschiedliche Bezeichnungen und Ausprägungen: Tinea corporis tritt beispielsweise am Rumpf sowie den Armen und Beinen auf, Tinea capitis an der Kopfhaut und Tinea pedis an den Füßen.
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Behandlung: Kann Fußpilz von allein weggehen?
Auch wenn Fußpilz in den meisten Fällen eher lästig und harmlos ist, verschwindet er in der Regel nicht von allein. Jedoch lässt er sich gut behandeln. Dies kann durchaus in Eigenregie erfolgen. Für einen anhaltenden Erfolg ist es wichtig, dass Sie die Behandlung konsequent durchführen.
In der Apotheke gibt es rezeptfreie Fußpilzcremes, -lotionen, -pulver und -sprays. Bewährt haben sich vor allem Wirkstoffe aus der Gruppe der Azole, Allylamine, Terbinafin oder Pyridone. Diese Wirkstoffe hemmen das Wachstum der Pilze oder töten sie ab.
Bei der Fußpilz-Behandlung ist Geduld gefragt. In der Regel werden die Antipilzmittel ein- bis zweimal täglich aufgetragen. Wichtig ist, das Medikament – je nach Wirkstoff und Ausmaß der Infektion – noch 14 Tage nach Abklingen der Symptome anzuwenden, um eine erneute Infektion zu verhindern. Details stehen in der Packungsbeilage des jeweiligen Produktes.
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Helfen Hausmittel gegen Fußpilz?
Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Hausmittel wie die Behandlung mit ätherischen Ölen, Apfelessig oder Fußbäder bei Fußpilz wirken. Es spricht aber bei leichtem Befall nichts dagegen, natürliche Mittel anzuwenden, um damit eventuell die Behandlung mit Präparaten aus der Apotheke zu unterstützen. Sollte es jedoch zu keiner Besserung kommen, ist es wichtig, diese Behandlungsform auch wieder rechtzeitig abzubrechen.
Ab wann sollte man mit Fußpilz ärztliche Hilfe suchen?
Tritt nach etwa zwei Wochen keine Besserung ein, sollten Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt aufsuchen. Medizinerinnen und Mediziner erkennen Fußpilz meist anhand des typischen Erscheinungsbildes und der beschriebenen Beschwerden. Um die Infektion gegen andere Hauterkrankungen abzugrenzen, lässt sich bei Bedarf auch eine abgeschabte Hautprobe mikroskopisch oder im Labor untersuchen.
Schlägt eine äußerliche Behandlung nicht an, können auch Tabletten gegen die Pilzinfektion verschrieben werden, die dem Pilz von innen den Garaus machen. Dies ist aber nur selten notwendig.
Welche Komplikationen sind bei unbehandeltem Fußpilz möglich?
Fußpilz ist nicht nur lästig, sondern kann auch schmerzhaft sein – etwa dann, wenn sich Risse in der Haut bilden. Darüber hinaus kann es zu zusätzlichen bakteriellen Infektionen kommen, da Bakterien durch aufgeweichte oder verletzte Hautstellen leicht eindringen können.
Unbehandelt kann sich der Fußpilz über die ganze Fußsohle und auf andere Körperbereiche ausbreiten, zum Beispiel auf Nägel (Nagelpilz), Leiste, Hände oder Gesicht.
Wie kann man eine Ansteckung mit Fußpilz vermeiden?
Diese Tipps helfen Ihnen, einer Infektion mit Fußpilz wirksam vorzubeugen.
- Trocknen Sie Ihre Füße nach dem Baden oder Duschen gründlich mit einem sauberen Handtuch ab. Dabei die Zehenzwischenräume nicht vergessen.
- Achten Sie darauf, dass in der Familie jeder ein eigenes Handtuch verwendet und Sie diese bei 60 Grad waschen.
- Bevorzugen Sie Strümpfe aus Naturmaterialien, die man täglich wechselt und bei 60 Grad waschen kann. In der warmen Jahreszeit sind Füßlinge aus Baumwolle praktisch, die man auch in Sommerschuhen nicht sieht.
- Tragen Sie möglichst Schuhe aus atmungsaktivem Material.
- Sportlerinnen und Sportler sollten auf gut sitzende Schuhe achten und diese nach dem Training immer an der frischen Luft trocknen lassen.
- Tragen Sie Badeschlappen im Schwimmbad und Nassbereich von Saunen oder Fitnessstudios.
- Für Diabetikerinnen und Diabetiker sowie Menschen mit einer Immunschwäche ist es wichtig, die Füße täglich zu inspizieren und gut zu pflegen. Eine (medizinische) Fußpflege kann dabei unterstützen.
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