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Kontaktekzem: Wenn die Haut allergisch reagiert

Bei dem Kontaktekzem können nach 1-3 Tagen nach Kontakt mit dem Allergen juckende Hautstellen entstehen.

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Lesezeit: 6 MinutenAktualisiert: 11.11.2020

Hilfe, es juckt auf der Haut! Eine mögliche Ursache können Allergien gegen bestimmte Metalle oder auch Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten sein. Welche Substanzen und Inhaltsstoffe eine allergische Reaktion der Haut begünstigen und was man bei einer Kontaktallergie tun kann.

Inhalte im Überblick

    Ein rötlicher Hautausschlag in Verbindung mit einer Schwellung der Haut und Juckreiz sowie manchmal auch einer Bildung von Bläschen, die später aufplatzen und verkrusten – kann auf eine Überreaktion der Haut auf eine bestimmte Substanz hindeuten. Das allergische Kontaktekzem, oder auch Kontaktdermatitis, ist eine der häufigsten Hauterkrankungen – Experten gehen davon aus, dass in Deutschland jährlich etwa 7-8 Prozent der Erwachsenen betroffen sind – Frauen häufiger als Männer. Meist tritt das Kontaktekzem zuerst an den Händen auf. Ein erhöhtes Risiko für diese Form der Allergie besteht bei Personen, die in ihrem Berufsalltag wiederholt mit allergenen Stoffen über die Haut in Kontakt kommen - wie zum Beispiel Metallarbeiter, Pflegekräfte, Friseure, Reinigungskräfte oder Maler. Aber auch im Alltag hat unsere Haut oft Kontakt zu zahlreichen Substanzen, die eine allergische Reaktion der Haut auslösen können. 

    Warum reagiert unsere Haut allergisch?

    Kein Reiz – keine Reaktion, das gilt auch bei der Allergie. Unser Körper kann nach erstmaligem Kontakt mit einer Substanz eine Sensibilisierung auf den Stoff entwickeln. Trifft das Allergen nun erneut auf unsere Haut, antwortet unser Immunsystem mit einer Überreaktion und schickt Entzündungsbotenstoffe an die Kontaktstelle. Die Folge ist: Die Haut rötet sich, schwillt an, bildet Quaddeln und juckt. Haben wir über einen längeren Zeitraum, oder regelmäßig Kontakt zum Allergen, trocknet die Haut aus, verdickt sich und bildet Verhornungen, Schuppen und schmerzhafte Hautrisse – dann spricht man von einer chronischen allergischen Kontaktdermatitis.

    Was sind Allergene?

    Pollen, der Kot der Hausstaubmilbe, Schimmelsporen oder Tierhaare - viele Stoffe in unserer Umwelt können in unserem Körper als Allergene wirken. Bei einer Allergie erkennt der Körper in einzelnen dieser Stoffe „irrtümlich“ als gefährliche Fremdstoffe und bildet Antikörper, die beim erneuten Kontakt mit diesen eigentlich harmlosen Stoffen eine Entzündungsreaktion auslösen. Die Abwehrreaktion des Körpers ist dabei nicht nur fehlgeleitet, sondern auch überschießend. Daher können bei schweren Allergien schon kleinste Mengen des Allergens zu heftigen Reaktionen führen. Ist der Körper einmal auf ein bestimmtes Allergen sensibilisiert, reagiert er bei jedem Kontakt mit einer allergischen Reaktion. 

    Bei Kontaktallergien reagieren die Abwehrzellen des Immunsystems mit den Allergenen und setzen Botenstoffe frei, die zu einer Entzündung im umliegenden Gewebe führen. Dabei kommt es zu einer verzögerten allergischen Reaktion, bei der die Symptome nicht sofort nach dem Kontakt mit dem Allergen, sondern erst ein bis drei Tage danach auftreten.

    Für die Entstehung von Allergien spielen neben einer erblichen Veranlagung insbesondere Umwelteinflüsse eine wesentliche Rolle.

    Wie sie Allergien bereits bei Kleinkindern vorbeugen können, erfahren Sie hier.  

    Doch nicht jedes Mal, wenn die Haut Bläschen bildet und zu jucken beginnt, muss man die Sorge haben, dass es ein allergisches Kontaktekzem ist. Wann ist es eine allergische Reaktion oder eine Überreizung der Haut? 

    Reizung oder Allergie - Was habe ich?

    Bei dem Kontaktekzem gibt es unterschiedliche Varianten, dabei muss es nicht immer eine Allergie der Haut sein – manchmal kann zum Beispiel auch der kurze Kontakt zu einer aggressiven Säure oder Lauge oder eine permanente Reizung durch aggressive Hautreiningungsmittel- oder prozeduren ein irritativ-toxische bedingte Hautreizung auslösen. Zudem gibt es noch andere mögliche Ursachen für ekzematöse Hautreaktionen.  Daher sollte ein Hautarzt abklären, was die Ursachen der beobachteten Beschwerden sind.

    Welche Stoffe können eine allergische Reaktion auf der Haut auslösen?

    Eine Vielzahl von Stoffen kann auf unserer Haut eine allergische Reaktion hervorrufen. Dabei können bereits kleinste Schwebeteilchen wie Stäube und über die Luft übertragene (aerogene) Allergene nach einer erfolgten Sensibilisierung auf die Substanz eine allergische Reaktion auslösen. Zu den häufigsten Auslösern von Kontaktallergien gehören: 

    • Nickel - zum Beispiel in Modeschmuck, Reißverschlüssen, Hosenknöpfen, Legierungen von Brillen, Handys oder Piercings
    • Chrom und Kobalt – Chrom-Verbindungen werden zur Ledergerbung eingesetzt und sind auch Bestandteil von Zement; Kobalt kann Bestandteil von Metalllegierungen sein
    • Duftstoffe (unter anderem Geraniol, Citral, Isoeugenol, Eichenmoos) – zum Beispiel in Parfums, Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmitteln oder Raumerfrischern
    • Farb- und Konservierungsstoffe in Haushaltsreinigern, Kosmetika, Körperpflege- und Haarfärbeprodukten
    • Latex - unter anderem in Handschuhen oder Kondomen
    • Klebestoffe – zum Beispiel in Pflastern
    • verschiedene Pflanzen – zum Beispiel Efeu, Arnika, Zitrusfrüchte
    • Kunstharze - zum Beispiel in Nackellacken

     Die Haut juckt und brennt – Was Sie tun können und wann Sie zum Arzt sollten

    Zunächst eine schlechte Nachricht: Hat ihre Haut einmal allergisch auf eine bestimmte Substanz reagiert, gilt es das Allergen ab nun konsequent zu meiden. Ist der Körper einmal auf ein Allergen sensibilisiert, wird die Haut bei jedem Kontakt allergisch reagieren. Die Informationen über die Substanz bleiben in unserem Körper langfristig gespeichert.

    Bei großflächigem Ausschlag und starkem Juckreiz sollten Sie auf jeden Fall den Arzt aufsuchen. Er kann mit cortisonhaltigen Salben die allergische Reaktion dämpfen. Auch bei wiederkehrenden kleineren Hautausschlägen unklarer Ursache ist es sinnvoll, einen Hautarzt aufzusuchen, um den Auslöser zu identifzieren und künftig meiden zu können. 

    Wenn es nicht möglich ist, das Allergen zu meiden, kann man versuchen, sich mit Handschuhen oder Schutzkleidung zu schützen. Bei beruflich bedingten Kontaktallergien sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob die Allergie als Berufskrankheit anerkannt werden kann.

    Es juckt… und nun? Wie finde ich heraus, wogegen ich allergisch bin?

    Für das allergische Kontaktekzem ist es typisch, dass die Beschwerden erst ein bis drei Tage nach dem Kontakt mit der Substanz auftreten. Besonders bei einer allergischen Reaktion auf ein Shampoo oder ein Pflegeprodukt, kann es schwierig werden den einen Inhaltsstoff herauszufinden, den der Körper nicht verträgt.

    In diesem Fall ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen. Über einen sogenannten Patchtest, oder auch Epicutantest, kann er das Allergen identifizieren.

    3 Tipps um Allergien der Haut im Alltag zu vermeiden

    • In der Drogerie werden zahlreiche Pflegeprodukte angeboten, die mit dem Siegel des Deutschen Allergiker und Asthmabunds (DAAB-Logo) ausgewiesen sind: Diese Produkte sind frei von als Kontaktallergen bekannten Duft-, Farb-, - und Konservierungsstoffen sowie stark reizenden Stoffen.
    • Fenster auf und frische Luft rein: Verzichten Sie auf Raumsprays oder parfümierte Waschpulver, Weichspüler und Pflegeprodukte – die enthaltenen Duftstoffe können Allergien begünstigen. Und Vorsicht! Auch bestimmte natürliche Substanzen und Pflanzenextrakte wie ätherische Öle und Wachse zählen dazu.
    • Ohrringe, Piercings und Co: Günstiger Modeschmuck ist verlockend, doch der nickelhaltige Schmuck hat stundenlang direkten Kontakt mit unserer Haut. Greifen Sie lieber zur etwas teureren Variante – inzwischen bieten viele Hersteller günstigen Schmuck mit Silberummantelung an.

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