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Allergie: Was tun gegen Pollen in der Wohnung?

Kleines Mädchen hat Heuschnupfen und putzt sich die Nase.

© iStock / PeopleImages

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 04.05.2021

Tür zu und durchatmen: Wenn draußen die Pollen fliegen, wird für Menschen mit Heuschnupfen die Wohnung zum sicheren Hafen. Doch auch hier können sich Pollen festsetzen. Wer unter einer Pollenallergie leidet, kennt das Problem. Neben einer medikamentösen Therapie bei Heuschnupfen hilft nur eins: eine möglichst pollenfreie Wohnung. Ob Allergikern Pollenschutzgitter und spezielle Bettüberzüge helfen können und welche Maßnahmen darüber hinaus noch sinnvoll sind, erfahren Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Was hilft gegen eine Gräser- und Pollenallergie?

    Frühlingszeit ist Ausflugszeit? Menschen mit Heuschnupfen überlegen es sich zweimal, ob sie einen Wald- und Wiesenspaziergang wagen. Denn wenn es draußen wärmer wird, entlassen Pflanzen ihre Pollenschwaden in die Luft. Etwa 15 Prozent der Menschen in Deutschland reagieren auf Pollen von Bäumen, Sträuchern oder Gräsern allergisch. Sobald die kleinen Bestandteile des Blütenstaubs aus der Luft auf die Schleimhäute in Mund, Nase oder Augen treffen, löst das bei ihnen Symptome wie Niesen, geschwollene Augen oder eine laufende Nase aus. Sie leiden unter Heuschnupfen.

    Eine Pollenallergie belastet den Alltag der Betroffenen teilweise stark und kann neben dem typischen Heuschnupfen auch schwere Asthmaanfälle verursachen. Während die Pollen fliegen, haben Allergiker folgende Möglichkeiten zur Linderung der Symptome:

    • Medikamente wie Antihistaminika oder Cortison
    • Hyposensibilisierung als Langzeit-Behandlung
    • Pollen vermeiden – drinnen und draußen 

    11 Tipps gegen Pollen in der Wohnung

    Für Menschen mit Heuschnupfen ist zur Pollensaison die Wohnung ein wichtiger Zufluchtsort. Hier können sie frei atmen ohne Angst vor den heftigen Symptomen der Pollenallergie. Damit das so bleibt, muss die Wohnung möglichst pollenfrei werden.

    Pollenschutz-Tipp 1: Richtig lüften

    Offene Fenster sind die wichtigste Einfallsquelle für Pollen. Mit der Luft gelangt auch der Blütenstaub durchs Fenster in Wohn- und Schlafzimmer, wo er zu schweren Heuschnupfen-Attacken führen kann. Allergiker sollten nachts daher möglichst die Fenster geschlossen halten und sie auch tagsüber nur kurz zum Lüften öffnen. Am besten ist es, Stoß zu lüften, also für einen kurzen Zeitraum alle Fenster zu öffnen und die Luft einmal auszutauschen. Auf diese Weise gelangen weniger Pollen in die Wohnung, als wenn das Fenster stundenlang auf Kipp steht.

    Beim Lüften zum Pollenschutz ist aber nicht nur das „Wie“, sondern auch das „Wann“ entscheidend. Das richtet sich nach der jeweiligen Pollenart, auf die Allergiker reagieren. Bei Beifußpollen ist zum Beispiel die Konzentration in den Morgenstunden am höchsten. Wer auf Beifußpollen allergisch ist, sollte also morgens die Fenster geschlossen halten. Menschen mit einer Gräserpollenallergie sollten hingegen eher morgens als abends lüften. Birkenpollen schwirren hingegen den ganzen Tag über gleichmäßig in der Luft herum. Die besten Chancen, um beim Lüften möglichst wenig Birkenpollen in die Wohnung zu lassen, haben Allergiker früh am Morgen vor acht Uhr.

    Pollenschutz-Tipp 2: Frisch und frei schlafen

    Die Pollen können sich nichtsdestotrotz an der Bettwäsche verhaken und so Allergiker um einen erholsamen Schlaf bringen. Daher wird empfohlen, während der Pollenhochzeit die Bettwäsche häufiger zu waschen. Die Wäsche sollte zudem nicht draußen trocknen, sondern in einem Raum, in dem die Fenster geschlossen sind. So haben Pollen keine Chance, sich auf der trocknenden Wäsche niederzulassen.

    Pollenschutz-Tipp 3: Pollenschutzgitter anbringen

    Allergiker, die sich beim Lüften nicht so sehr nach der Tageszeit richten möchten, können mit Pollenschutzgittern an Türen und Fenstern verhindern, dass Blütenpollen in die Wohnung gelangen. Diese Pollenschutzgitter werden individuell zugeschnitten und an den Fensterrahmen sowie an Balkon- und Gartentüren befestigt. Sie sorgen dafür, dass sich die Pollenbelastung in Innenräumen selbst bei offenem Fenster um rund 90 Prozent verringert. Das macht einen großen Unterschied. Wie stark ein Allergiker mit Heuschnupfen-Symptomen reagiert, hängt insbesondere von der Menge der Pollen ab, die ihn umgibt.

    Pollenschutz-Tipp 4: Staubsauger mit HEPA-Filtern

    Pollen, die von draußen in die Wohnung hineingetragen werden, können sich an Möbeln und Teppichen anheften. Eine hohe Pollenkonzentration in der Wohnung kann die Beschwerden bei Heuschnupfen verschlechtern. Daher ist es wichtig, Teppiche und Möbel regelmäßig abzusaugen – aber richtig. 

    Das Problem bei vielen Staubsaugern ist, dass sie einen Teil der angesaugten Luft über das Gehäuse wieder in den Raum zurückgeben. Auf diese Weise werden die Pollen also erst aufgesaugt, dann aber gleich wieder im Raum verteilt. Spezielle Staubsauger mit sogenannten HEPA-Filtern (HEPA = High Efficiency Particulate Air) entfernen feine Stoffe wie Pollen aus der Luft und halten sie im Gerät zurück. Das schafft eine Heuschnupfen-freie Zone für Menschen mit einer Pollenallergie.

    Pollenschutz-Tipp 5: Zusätzliche Wasserfilter im Staubsauger

    Wäre da nicht noch ein weiteres Problem: das Wechseln des Staubsaugerbeutels. Wenn der Staubsaugerbeutel gewechselt oder der Staubbehälter entleert wird, wirbelt das eine Menge Staub auf – und damit auch wieder eine Menge Pollen, die in die Luft abgegeben werden. Möglich ist, die Beutel an der freien Luft zu wechseln – am besten von jemandem aus dem Haushalt, der nicht so sehr mit Pollen zu kämpfen hat. 

    Eine weitere Lösung für dieses Problem sind Staubsauger mit Wasserfilter. Sie leiten die angesaugte Luft nicht in einen Staubbeutel, sondern in ein Wasserbad. Das Wasser bindet Staubpartikel und Pollen, sodass sie nicht mehr in die Luft gelangen können, wenn der Filter mit dem Schmutzwasser entsorgt wird.

    Mann muss nießen weil er Heuschnupfen hat.

    © iStock / ljubaphoto

    Pollenschutz-Tipp 6: Vorsicht im Garten

    Menschen mit Heuschnupfen sind gut beraten, einen Blick in den Garten zu werfen, um zu sehen, „was ihnen da blüht“. Denn auch auf dem Balkon, im Garten oder auf nahegelegenen Grünflächen können sich Pflanzen verstecken, die die Pollenallergie befeuern. Im eigenen Garten kann man sie gegebenenfalls entfernen.

    Pollenschutz-Tipp 7: Kleidung drinnen trocknen

    Zur Pollenflugzeit ist es besser, frisch gewaschene Kleidung, Handtücher oder Bettwäsche nicht im Freien, sondern in der Wohnung zu trocknen. Denn draußen könnten sich Pollen anheften und so in die Wohnung gelangen.

    Pollenschutz-Tipp 8: Luftfilter fürs Schlafzimmer

    Einen großen Teil des Tages verbringen wir im Schlafzimmer. Für Menschen mit einer Pollenallergie ist es daher wichtig, dass insbesondere das Schlafzimmer möglichst frei von Allergenen ist, die zu Heuschnupfen führen. Neben einem Pollenschutzgitter an den Fenstern können Luftfilter die Raumluft von Pollen befreien.

    Pollenschutz-Tipp 9: Keine Kleidung im Schlafzimmer

    Auch wenn die Luft rein ist, besteht die Gefahr, dass Pollen über die Kleidung ins Schlafzimmer gelangen. Ziehen Sie sich bei einer Pollenallergie daher möglichst nicht im Schlafzimmer um, sondern tragen Sie hier nur Kleidungsstücke, mit denen Sie nicht draußen waren. Wechseln Sie regelmäßig die Bettwäsche, sodass sich auch hier keine Pollen ansammeln können. 

    Pollenschutz-Tipp 10: Haare waschen

    Hilfreich ist außerdem, sich vor dem Schlafen die Haare zu waschen. Dadurch spülen Sie die Pollen aus den Haaren und vermeiden, dass Sie den Allergenen die ganze Nacht über ausgesetzt sind.

    Pollenschutz-Tipp 11: Achtung beim Essen

    In der Küche ist ebenfalls Vorsicht geboten: Honig oder einheimische Teesorten können Pollenreste enthalten. Wer unter einer Pollenallergie leidet, sollte beim Verzehr dieser Nahrungsmittel darauf achten, ob sich die Heuschnupfen-Symptome verstärken.

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    Heuschnupfen eindämmen – auch unterwegs im Auto

    Pollenschutz in den eigenen vier Wänden ist wichtig, um starke Heuschnupfen-Beschwerden zu vermeiden. Das gilt auch für unterwegs: Ebenso wie in der Wohnung oder im Haus gilt es bei Pollenallergie, auch das Auto möglichst frei von Pollen zu halten. Allein schon deshalb, weil Niesanfälle während der Autofahrt das Unfallrisiko erhöhen können.

    Das können Sie tun gegen Pollen im Auto:

    • Fahren Sie zur Pollenflug-Saison nur mit geschlossenen Fenstern und geschlossenem Dach.
    • Lassen Sie die Pollenschutzfilter im Auto regelmäßig in der Werkstatt reinigen oder austauschen.
    • Saugen Sie Fußmatten und Sitze regelmäßig ab und befreien Sie die Oberflächen von Staub.
    • Verstauen Sie vor der Fahrt Ihre Jacke im Kofferraum.

    Wenn Menschen mit einer Pollenallergie ihre Wohnung und ihr Auto vor Pollen schützen, bremsen sie den Heuschnupfen aus und können im Frühling zumindest drinnen wirklich frei durchatmen.

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