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Blepharitis: So können Sie eine Lidrandentzündung selbst behandeln

Veröffentlicht am:24.08.2026

9 Minuten Lesedauer

von Julia Ehlers

Eine Lidrandentzündung zählt zu den häufigsten Erkrankungen der Augenlider. Sie verursacht oft hartnäckige Beschwerden, lässt sich mit der richtigen Pflege aber meist gut in den Griff bekommen.

Eine Frau steht vor dem Badezimmerspiegel und kontrolliert ihr Auge.

© iStock / mheim3011

Was ist eine Lidrandentzündung?

Wenn die Augen brennen, die Lidränder jucken und morgens sogar zusammenkleben, steckt oft eine Lidrandentzündung, medizinisch Blepharitis dahinter. Wie der Name schon vermuten lässt, sind die Lidränder dabei oft anhaltend entzündet.

Viele Patienten und Patientinnen vermuten aufgrund der Symptome, dass es sich um eine eitrige Augen- oder Bindehautentzündung handelt. Doch die häufigste Form der Lidrandentzündung ist nur selten durch Bakterien oder Viren bedingt.

Daher kommen Antibiotika oder Kortison auch nur bei bestimmten Ursachen oder Schweregraden zum Einsatz.

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Wie entsteht eine Blepharitis?

Die Lidrandentzündung wird oft durch eine gestörte Funktion der Meibom-Drüsen verursacht. Diese Talgdrüsen sitzen im Augenlid und produzieren eine Fettschicht, die den Tränenfilm stabilisiert. Arbeiten die Meibom-Drüsen nicht richtig, wird die Augenoberfläche schlechter geschützt. Fachleute sprechen dann von einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MDD).

Beim Blinzeln reibt das Augenlid dann stärker über das Auge und reizt seine Oberfläche, dadurch rötet sich die Bindehaut. Zudem können sich Fettablagerungen am Lidrand ansammeln. Die Hautflora baut diese Rückstände ab und bildet dabei Stoffe, die Juckreiz auslösen. Dadurch entsteht oft auch ein weiß-gelblicher Schleim, der ähnlich wie Eiter aussehen kann.

Sind die Lidränder erst einmal gereizt, können sich Bakterien leichter vermehren und die Beschwerden verstärken. Ist das Sekret zudem zu zähflüssig, verstopfen die Drüsen leichter – manchmal entwickelt sich dann ein sogenanntes Hagelkorn. In wenigen Fälle sind Bakterien aber auch die direkte Ursache für die Lidrandentzündung. Dabei handelt es sich dann um Staphylokokken.

Können Milben eine Lidrandentzündung verursachen?

In der Wissenschaft wird diskutiert, ob sogenannte Demodex-Milben zur Entstehung einer Lidrandentzündung beitragen. Die winzigen Milben leben bei vielen Menschen an den Wimpern, ohne Beschwerden zu verursachen. Ob sie tatsächlich Auslöser der Entzündung sind oder sich vor allem an bereits veränderten Lidrändern vermehren, ist bislang nicht eindeutig geklärt.

Warum hängen Rosazea und eine Lidrandentzündung oft zusammen?

Bestimmte Faktoren begünstigen die Drüsenstörung am Lidrand. Dazu zählen Alterungsprozesse, Hormone, Medikamente und Umweltreize wie Staub oder Wind. Besonders betroffen sind allerdings Menschen mit Hauterkrankungen wie Rosazea, Neurodermitis, Akne oder seborrhoischer Dermatitis.

Vor allem die Hautkrankheit Rosazea hängt eng mit der Lidrandentzündung zusammen. Eine Studie aus Korea fand bei Rosazea-Betroffenen eine mehr als dreifach erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Blepharitis. Als Ursache dafür vermuten Forscher und Forscherinnen, dass die entzündliche Hauterkrankung auch die Lidhaut angreift und die Meibom-Drüsen aus dem Takt bringt.

Welche Symptome treten bei einer Lidrandentzündung auf?

Eine Lidrandentzündung macht sich durch gerötete, geschwollene und teilweise verklebte Lidränder bemerkbar. Dazu kommen Juckreiz, Brennen, Schmerzen und trockene Augen. Auch das Sehen kann leicht beeinträchtigt sein und man reagiert womöglich empfindlich auf helles Licht.

Wie stark die Beschwerden sind, ist sehr unterschiedlich: Manche Betroffene bemerken nur leicht gerötete Lidränder, andere haben tränende oder müde Augen und eine gerötete Bindehaut.

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Wann sollte eine Blepharitis medizinisch behandelt werden?

Halten Ihre Beschwerden länger an, schmerzen die Lidränder oder lässt gar die Sehkraft nach, sollten Sie die Symptome in einer augenärztlichen Praxis abklären lassen. Dort wird auch entschieden, ob Sie entzündungshemmende Medikamente benötigen.

Die Diagnose stellt der Augenarzt oder die Augenärztin anhand der Krankengeschichte und einer genauen Untersuchung. Um andere Ursachen wie eine Hauterkrankung abzuklären, kann zusätzlich ein Termin beim Dermatologen oder bei der Dermatologin sinnvoll sein.

Haben Sie eine Lidrandentzündung, ist die Basis der Behandlung eine sorgfältige, tägliche Lidrandpflege, die Sie selbst durchführen. Sie löst verstopftes Sekret, entfernt Krusten und Keime und stabilisiert den Tränenfilm. Für den Erfolg brauchen Sie jedoch meist etwas Geduld: Eine deutliche Besserung zeigt sich oft erst nach drei bis vier Wochen.

Nahaufnahme des Auges eines Mannes mit einer bakteriellen Infektion einer Öldrüse im unteren Augenlid (Blepharitis).

© iStock / RuslanDashinsky

Ursache der Lidrandentzündung (Blepharitis) ist häufig eine gestörte Funktion der Talgdrüsen im Augenlid. Wenn das Sekret zu zähflüssig ist, verstopfen die Drüsen leichter – dann kann sich ein sogenanntes Hagelkorn entwickeln.

Wie wird die Lidrandpflege durchgeführt?

Die Lidrandpflege läuft in drei Schritten ab. Waschen Sie sich die Hände und wärmen Sie die geschlossenen Lider mit einer feuchten Kompresse oder einer Gelmaske für etwa zehn Minuten an. Die Wärme verflüssigt das verhärtete Fett in den Drüsen.

Danach folgt eine sanfte Lidmassage: Mit dem Finger streichen Sie mehrfach über das geschlossene Lid in Richtung Wimpernkranz, am Oberlid von oben nach unten, am Unterlid von unten nach oben. So massieren Sie das verflüssigte Sekret vorsichtig heraus.

Zum Schluss tränken Sie einen Wattepad in Reinigungslotion oder benutzen Reinigungstücher, um die Lidränder zu reinigen. Gehen Sie hierbei sanft vor, um Haut und Lidränder nicht zu reizen. Reicht die Lidpflege nicht aus, kann der Augenarzt oder die Augenärztin die Meibom-Drüsen zusätzlich professionell reinigen.

Abschließend sollten Sie Tränenersatzmittel einsetzen – am besten, bis sich die Lidränder wieder erholt haben. Tagsüber eignen sich hierfür Tropfen, abends sind Gele oder eine wollwachsfreie Salbe vor dem Schlafengehen sinnvoll.

Wann sind Salbe, Tropfen oder Antibiotika nötig?

Antibiotische Augentropfen sind in der Regel nicht nötig, außer die Lidrandentzündung wurde von Staphylokokken-Bakterien verursacht. Daher sollten Sie Augentropfen mit Antibiotika auch nicht eigenmächtig einsetzen, sonst können Resistenzen entstehen.

Leiden Sie aber unter sehr starken Reizungen, kann der Augenarzt oder die Augenärztin kortisonhaltige oder andere entzündungshemmende Augentropfen verschreiben, um die Entzündung zu lindern.

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Welche Hausmittel helfen bei einer Lidrandentzündung?

Das wirksamste Hausmittel gegen eine Lidrandentzündung ist die regelmäßige Lidrandpflege mit Wärme, Massage und Reinigung. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) und der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) empfehlen zudem, mehr Omega-3-Fettsäuren zu sich zu nehmen – beispielsweise durch fetten Seefisch oder Leinsamen.

Von vielen klassischen Hausmitteln rät die Augenheilkunde dagegen ab. Kamille, selbst angemischte Kochsalzlösungen oder Essigspülungen reizen das Auge zusätzlich oder schaden ihm sogar. In einer akuten Phase der Lidrandentzündung sollten Sie zudem besser auf Kosmetika und Kontaktlinsen verzichten.

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Fachlich geprüft
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Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands e.V & Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) (2024): Ihre Augenärzte informieren: Lidrandentzündung [Blepharitis]: kleine Ursache, große Wirkung.

Universitätsklinikum Freiburg (2026): Worauf entzündete Augenlider hindeuten.

Woo YR, Cho M, Ju HJ, Bae JM, Cho SH, Lee JD, Kim HS: Ocular Comorbidities in Rosacea: A Case-Control Study Based on Seven Institutions. Journal of Clinical Medicine. 2021; 10(13):2897.

Springer Medizin: Diagnostik und Therapie der Blepharitis/Meibomdrüsendysfunktion.

Uniklinikum Düsseldorf: Blepharitis (Lidrandentzündung) Anleitung zur Behandlung für Patienten.

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