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Bindehautentzündung: Gibt es Hausmittel, die wirklich helfen?

Eine Frau mit einer Bindehautentzündung tropft sich Augentropfen in die Augen.

© iStock / ljubaphoto

Lesezeit: 3 Minuten03.02.2022

Bei einer Bindehautentzündung wird oft schnell ein Antibiotikum gezückt – das muss nicht immer sein. In vielen Fällen kann eine Bindehautentzündung auch allein ausheilen. Einige Hausmittel und Verhaltensempfehlungen können helfen.

Inhalte im Überblick

    Wie zeigt sich eine Bindehautentzündung und kann sie von selbst heilen?

    Rote Augen, geschwollene Lider: Erwachsene, häufiger noch Kinder, können von einer Bindehautentzündung (medizinisch Konjunktivitis) betroffen sein. Sie zeigt sich durch brennende, juckende und gerötete Augen. Hinzu kommen häufig ein Fremdkörper- oder Druckgefühl sowie schleimiger Ausfluss, der verkrusten und morgens nach dem Aufwachen die Augen verkleben kann.

    Es gibt verschiedene Ursachen, die eine Bindehautentzündung auslösen können. Am häufigsten sind es Viren oder Bakterien. Aber auch Zugluft, Staub, grelles Sonnenlicht oder Verletzungen der Hornhaut im Auge können zu einer Bindehautentzündung führen. Eine allergische Reaktion, zum Beispiel auf Pollen. Hausstaub oder Tierhaare können ebenfalls zu einer Konjunktivitis führen.

    Das Gute ist: Bindehautentzündungen lassen sich gut behandeln. Sie heilen häufig sogar von allein wieder ab. Wie eine Bindehautentzündung therapiert wird, hängt davon ab, was sie verursacht:

    • Bei Reizungen, die durch einen Fremdkörper entstehen, reicht es oft schon, den Kontakt mit diesem Stoff zu vermeiden.
    • Bei Allergien können Allergiemedikamente wie Antihistaminika oder Mastzellstabilisatoren helfen.
    • Selbst eine Konjunktivitis, die durch Bakterien verursacht wird, muss nicht gleich mit einem Antibiotikum behandelt werden. Bei etwa der Hälfte der bakteriellen Bindehautentzündungen klingen die Beschwerden nach ein bis zwei Wochen von selbst wieder ab.

    Was kann man bei einer Bindehautentzündung tun?

    Oft geht es ohne Medikamente bei einer Bindehautentzündung: Auch wenn nicht bewiesen ist, dass Hausmittel helfen, können sie vielfach die Beschwerden lindern.

    • Eine warme Kompresse zum Beispiel hilft, Schleim aus dem Auge zu entfernen und Beschwerden wie juckende Augen einzudämmen: Befeuchten Sie einen Waschlappen mit warmem Wasser, wringen Sie ihn aus, sodass er nicht tropft, und legen Sie ihn über die geschlossenen Augen.
    • Um die Augen feucht zu halten, können Sie außerdem Augentropfen, sogenannte künstliche Tränen, aus der Apotheke verwenden.

    Kamille & Co. bei Augenentzündung?

    Ein bekanntes Hausmittel bei einer Bindehautentzündung ist es, sich die Augen mit Kamillentee auszuwaschen. Augenärzte raten davon jedoch ab, weil Kamillekompressen Allergien auslösen können.

    Das gilt ebenso für den Einsatz von anderen Gräsern und Heilkräutern am Auge. Stattdessen ist es besser, eine sterile Kochsalzlösung zu nehmen, die es in der Apotheke zu kaufen gibt.

    Was sollte ich bei einer Bindehautentzündung nicht tun?

    Neben Medikamenten und Hausmitteln, die bei einer Bindehautentzündung helfen, gibt es auch einige Handlungsempfehlungen, was man bei einer Konjunktivitis lassen sollte – nämlich alles, was die Augen zusätzlich reizen könnte:

    • Kontaktlinsenträger sollten bei einer Bindehautentzündung die Linsen aus den Augen nehmen und in dieser Zeit auf die Brille umsteigen. Desinfizieren Sie die Linsen, aber auch den Aufbewahrungsbehälter sorgfältig, damit die möglicherweise auf ihnen verbleibenden Viren oder Bakterien das Auge nicht erneut infizieren können.
    • Das Gleiche gilt auch für Augen-Make-up, das die Augen reizen und unter Umständen wieder infizieren könnte.

    Durch Viren oder Bakterien verursachte Bindehautentzündungen können sich schnell verbreiten und andere, aber auch die Betroffenen selbst wieder infizieren. Das gilt es zu vermeiden. Diese Hygieneregeln können dabei helfen:

    • Benutzen Sie täglich ein frisches Handtuch.
    • Wechseln Sie regelmäßig die Hülle des Kopfkissens.
    • Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände, insbesondere nachdem Sie sich ins Gesicht gefasst haben.
    • Teilen Sie keine Handtücher, Schminkutensilien, Augentropfen-Applikatoren oder Ähnliches mit anderen.

    Bei einer bakteriellen oder durch Viren bedingten Bindehautentzündung wird der Arzt Sie zudem krankschreiben, um das Risiko der Ansteckung von anderen zu vermeiden. Betroffene Kinder sollen nicht in die Schule oder im Kindergarten betreut werden. Denn im Kontakt mit anderen können sich die Erreger einer Bindehautentzündung besonders leicht verbreiten.

    Ein Mann trocknet sich das Gesicht im Bad ab.
    Wechseln Sie täglich Ihr Handtuch, um die bei einer viralen oder bakteriellen Bindehautentzündung die Infektion nicht weiter zu verteilen.

    © iStock / domoyega

    Bindehautentzündung: Wann muss ich zum Arzt?

    In vielen Fällen lassen sich bereits mit einfachen Hausmitteln die Beschwerden einer Bindehautentzündung lindern. Wenn Sie sich nicht sicher sind, was die Entzündung ausgelöst hat, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um die Augenentzündung abklären zu lassen.

    Suchen Sie jedoch schnellstmöglich einen Augenarzt auf, wenn…

    • Sie starke Schmerzen haben,
    • Sie schlecht sehen können,
    • Sie besonders lichtempfindlich werden,
    • das Auge besonders viel Schleim produziert,
    • Sie andere Symptome einer Infektion wie zum Beispiel Fieber haben.

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