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Schwangerschaftskalender: 40 Wochen gut versorgt bis zur Geburt

Eine Frau mit Babybauch in den letzten Schwangerschaftswochen.

© iStock / SanyaSM

Lesezeit: 6 Minuten21.03.2022

Sie erwarten ein Baby und fragen sich, was im Körper während der Schwangerschaft passiert? Unser Schwangerschaftskalender gibt Ihnen einen schnellen Überblick, wie sich Ihr Kind während der neun Monate entwickelt und welche Vorsorgeuntersuchungen wann anstehen.

Inhalte im Überblick

    Schwangerschaftsverlauf von der 1. bis zur 12. SSW

    Sie sind schwanger? Herzlichen Glückwunsch! Damit beginnt für Sie jetzt eine spannende Zeit, denn in den rund 40 Schwangerschaftswochen wächst in Ihnen ein neues Leben heran. Ihr Körper verändert sich immer mehr – gerade in den ersten acht Wochen muss er sich erst mal an die neuen Umstände gewöhnen. Schwangere durchleben im ersten Drittel unter anderem diese körperlichen Veränderungen:

    • Der Hormonhaushalt stellt sich auf die Schwangerschaft ein und kann ein Wechselbad der Gefühle auslösen.
    • Der Stoffwechsel erhöht sich um 20 Prozent, denn das Blut fängt an, alle wichtigen Nährstoffe für den Embryo zu produzieren. Zudem erhöht sich die Blutflüssigkeit (Blutplasma) um bis zu 40 Prozent.
    • Die Brüste werden größer und empfindlicher.
    • Die Gebärmutter und Mutterbänder dehnen sich, ein leichtes Ziehen in der Leistengegend kann die Folge sein. Keine Sorge, das ist völlig normal und vergeht nach einigen Tagen oder Wochen wieder.
    • Der Mutterkuchen (Plazenta) entwickelt sich in den ersten Wochen. Er versorgt das Kind mit wichtigen Nähr- und Abwehrstoffen.
    • Sie haben öfter Harndrang, weil die wachsende Gebärmutter auf die Blase drückt.
    • Übelkeit und Müdigkeit verschwinden häufig im zweiten oder dritten Monat.

    So entwickelt sich Ihr Kind im ersten Schwangerschaftsdrittel

    Es dauert bis zum Beginn der vierten Schwangerschaftswoche (SSW), bis sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Nun nimmt Ihr Kind ständig an Größe und Gewicht zu.

    • In der fünften Woche ist es zwei Millimeter groß.
    • In der fünften bis sechsten Woche beginnt das Herz zu schlagen, das Rückgrat ist zu erkennen.
    • Nach acht Wochen zeichnen sich Arme und Beine ab.
    • Ab der zehnten Woche ist Ihr Ungeborenes kein Embryo mehr, sondern ein Fötus und wächst nun zu einem Baby heran.
    • Im dritten Monat kann Ihr Kind schon die Gliedmaßen bewegen, den Mund öffnen und am Daumen lutschen. Es ist nun etwa sechs Zentimeter groß und wiegt 18 Gramm.

    Untersuchungen im ersten Schwangerschaftsdrittel: Wann zum Arzt?

    Bis zur 32. Schwangerschaftswoche finden die Vorsorgeuntersuchungen monatlich statt, danach alle 14 Tage. Untersucht werden zum Beispiel Blutdruck, Gewicht und Urin der Mutter. Im Rahmen dieser Schwangerschaftsvorsorge finden drei Ultraschalluntersuchungen statt: im dritten, sechsten und achten Monat der Schwangerschaft.

    • Ab der vierten Woche kann ein Arzt oder eine Hebamme die Schwangerschaft feststellen und den voraussichtlichen Geburtstermin berechnen.
    • Ab der achten Woche findet die erste Vorsorgeuntersuchung beim Arzt oder einer Hebamme statt. Sie bekommen jetzt Ihren Mutterpass.
    • Ab der neunten Woche geht es zur zweiten Vorsorgeuntersuchung. Ein Arzt macht die erste von drei Ultraschalluntersuchungen. Danach kann er den Entbindungstermin noch genauer bestimmen.
    • Ab der 13. Woche steht die dritte Vorsorgeuntersuchung an. Fragen Sie Ihren Arzt, worauf Sie in der Schwangerschaft besonders achten sollen.

    Umfassende Informationen über Ihre Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft erhalten Sie auf aok.de.

    Eine schwangere Frau mit einem Fötus im Bauch.
    Das erste Schwangerschaftsdrittel.

    © Shutterstock / grmarc

    Frühzeitig zum Zahnarzt

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    Schwangerschaftsverlauf von der 13. bis zur 27. SSW

    Bewegt sich da etwas in Ihrem Bauch? Dann befinden Sie sich wahrscheinlich um die 20. Schwangerschaftswoche. Die zarten Bewegungen Ihres ungeborenen Kindes nehmen Schwangere häufig als ein leichtes Wellenschlagen im Unterleib wahr. Je größer Ihr Kind wird, desto häufiger werden Sie Tritte und Knüffe fühlen.

    Keine Angst, falls sich das Kind mal weniger stark bewegt. Wenn Sie dennoch beunruhigt sind, lassen Sie vom Arzt oder von der Hebamme prüfen, ob alles in Ordnung ist. Falls Sie einmal ein rhythmisches Pochen spüren, machen Sie sich keine Sorgen: Ihr Kind hat einen Schluckauf, denn es trinkt Fruchtwasser und übt damit das Schlucken. Auch schön zu wissen: Die ersten Herztöne sind ab der 18. Woche zu hören.

    So verändert sich Ihr Körper im zweiten Schwangerschaftsdrittel:

    • Sie nehmen langsam an Gewicht zu.
    • Tragen, Heben und langes Stehen kann jetzt unangenehm werden. Denn Bauch, Beckenboden und Rücken sind jetzt mehr belastet.
    • Die Beine können anschwellen, weil sich der Blutfluss verlangsamt.
    • Die Schwangerschaft ist deutlich zu sehen: Ihr Bauch wird immer größer und ist deutlich nach vorne gewölbt. Dadurch können Schwangerschaftsstreifen entstehen.
    • Sodbrennen belastet viele Schwangere in dieser Zeit, weil sich der Druck auf den Magen erhöht.
    • Insgesamt haben Schwangere in dieser Zeit weniger Beschwerden als in den ersten drei Monaten – deshalb bieten sich Sport und Reisen in dieser Zeit besonders gut an.

    So entwickelt sich Ihr Kind im zweiten Schwangerschaftsdrittel

    Ihr Baby entwickelt sich jetzt rasch: Gehirn und Nervenzellen nehmen an Größe zu und auch die Organe bilden sich weiter aus. Außerdem können Sie ab der 20. Schwangerschaftswoche schon das Geschlecht beim Arzt bestimmen lassen

    • Im vierten Monat sind die Augen, Ohren und Nase Ihres Kindes ausgebildet und die Milchzähne angelegt. Ihr Baby kann schmecken, seine Finger spreizen, strampeln und den Gesichtsausdruck ändern. Im Ultraschall sind oft schon die Genitalien sichtbar.
    • Ab dem fünften Monat kann Ihr Baby schon hören und es schlägt gerne Purzelbäume. Nun wird es von einer Art Käseschmiere bedeckt – dadurch ist seine Haut vor dem Aufweichen durch das Fruchtwasser geschützt.
    • Im zweiten Schwangerschaftsdrittel übt sich das Ungeborene im Atmen und Schlucken – manchmal ist das bei der Ultraschalluntersuchung zu sehen.
    • Am Ende des fünften Monats ist Ihr Kind von Kopf bis Fuß etwa 30 Zentimeter groß und wiegt 580 Gramm.

    Untersuchungen im zweiten Schwangerschaftsdrittel: Wann zum Arzt?

    • Ab der 17. Woche: vierte Vorsorgeuntersuchung. Zusätzlich können Sie ab der 19. Woche den zweiten regulären Ultraschall machen lassen.
    • Ab der 21. Woche: fünfte Vorsorgeuntersuchung. Bis zur 22. Woche sollte die zweite reguläre Ultraschalluntersuchung erfolgt sein. In Risikofällen wird eine spezielle Ultraschalluntersuchung zum Ausschluss von Fehlentwicklungen durchgeführt. Fragen Sie dazu Ihren Arzt.
    • Ab der 25. Woche: sechste Vorsorgeuntersuchung. Jetzt können Sie schon mit dem Geburtsvorbereitungskurs beginnen.
    Eine schwangere Frau mit einem ungeborenen Baby im Bauch.
    Das zweite Schwangerschaftsdrittel.

    © Shutterstock / grmarc

    Schwangerschaftsverlauf von der 28. bis zur 40. SSW

    Jetzt geht es in den Endspurt der Schwangerschaft: Der Körper bereitet sich nun auf die Geburt vor. In den letzten drei Schwangerschaftsmonaten verdreifacht Ihr ungeborenes Kind sein Gewicht. Denn für seine ersten Tage nach der Geburt braucht es Fettpolster, um mit viel Energie ins Leben starten zu können.

    In Ihrem Körper werden Sie etwa ab der 32. Woche erste Anzeichen von Wehen spüren. Diese sogenannten Senk- und Vorwehen können bis zu achtmal pro Stunde kommen, dauern aber weniger als 30 Sekunden und sind schwach und unregelmäßig. Was hier passiert: Die Gebärmutter beginnt, für die Geburt zu üben. Ihre Muskulatur zieht sich zusammen und entspannt sich dann wieder. Der Bauch wird dabei hart und manche Frauen spüren ein Ziehen vom Rücken bis in die Beine. In den letzten Wochen vor der Geburt können die Senk- oder Vorwehen stärker und häufiger auftreten.

    So entwickelt sich Ihr Kind im dritten Schwangerschaftsdrittel

    • Im siebten Monat sind die Bewegungen des Kindes, seine Atmung und das Schlucken stark ausgeprägt. Ihr Kind kann sich nun auch räumlich orientieren. Ein Kind, das jetzt geboren wird, hat große Chancen, sich gut zu entwickeln.
    • Im achten Monat sind die Fingerspitzen komplett mit Fingernägeln bedeckt. Das Gewicht Ihres Babys steigt wöchentlich um 200 Gramm.
    • Im neunten Monat dreht sich das Baby seltener, dafür nimmt seine Gehirnaktivität stark zu: Das Bewusstsein Ihres Babys ist jetzt ausgebildet, die Augenbewegungen sind gut koordiniert und das Sehvermögen wächst. Bei der Geburt wiegt ein Kind im Durchschnitt 3.500 Gramm und ist etwa 53 Zentimeter groß.

    Untersuchungen im dritten Schwangerschaftsdrittel: Wann zum Arzt?

    • Ab der 29. Woche: siebte Vorsorgeuntersuchung. Bei der dritten regulären Ultraschalluntersuchung bestimmt der Arzt die Position Ihres Kindes und den Stand der Gebärmutter. Ab jetzt will Ihr Arzt Sie öfter sehen, circa alle 14 Tage.
    • Ab der 33. Woche: achte Vorsorgeuntersuchung. Lassen Sie sich weiterhin alle 14 Tage untersuchen.
    • Ab der 36. Woche sind weitere Ultraschalluntersuchungen möglich, wenn der Arzt eine falsche Kindslage vermutet.
    • Ab der 37. bis 40. Woche: neunte Vorsorgeuntersuchung. Wenn Sie den Geburtstermin überschreiten, will der Arzt nun in relativ kurzen Abständen kontrollieren, ob es Ihnen und Ihrem Baby gut geht.
    Eine schwangere Frau mit einem ungeborenen Baby im Bauch.
    Das dritte Schwangerschaftsdrittel.

    © Shutterstock / grmarc

    Der richtige Geburtsort

    Entscheiden Sie, wo Sie entbinden möchten

    Spätestens ab der 25. Schwangerschaftswoche sollten Sie sich Gedanken um den Geburtsort machen. Möchten Sie in einem Krankenhaus oder Geburtshaus entbinden? Oder bevorzugen Sie eine Hausgeburt?

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