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Die besten Tipps gegen Schwangerschaftsbeschwerden

Eine schwangere Frau mit Schwangerschaftsbeschwerden hält sich den Bauch und den Rücken
Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 01.07.2020

Während die einen davon weitestgehend verschont bleiben, treten bei den anderen gleich mehrere auf einmal auf: Schwangerschaftsbeschwerden. Wir sagen Ihnen, was Sie gegen Übelkeit, Wassereinlagerungen und Co. tun können!

Inhalte im Überblick

    Ursachen von Schwangerschaftsbeschwerden

    Die meisten Schwangerschaftsbeschwerden hängen mit der Umstellung des Hormonhaushalts und den körperlichen Veränderungen zusammen. Die Gebärmutter nimmt immer mehr Platz ein, die Bänder und Muskeln lockern sich und die Schwangerschaftshormone nehmen rasant zu. Auch, dass Ihr Baby wächst, schwerer wird und mehr Platz in Ihrem Körper einnimmt, trägt in der Schwangerschaft zu den typischen Beschwerden bei.

    Schwangerschaftsbeschwerden: Diese Tipps helfen

    Zwar sind Schwangerschaftsbeschwerden völlig normal. Doch bedeutet das nicht, dass werdende Mütter diese bis zum Ende der Schwangerschaft leidend ertragen müssen. Die richtigen Tipps helfen dabei, vorzubeugen oder Beschwerden effektiv zu lindern.

    Übelkeit

    Zu den häufigsten und unangenehmsten Schwangerschaftsbeschwerden zählt ohne Zweifel Übelkeit. Zwischen der fünften und achten Schwangerschaftswoche macht sie sich plötzlich bemerkbar. Typischerweise rebelliert der Magen am Morgen, direkt nach dem Aufstehen. Jedoch kann Übelkeit auch zu jeder anderen Tageszeit auftreten. Meist geht sie mit einem Ekel vor bestimmten Speisen und einem veränderten Geruchsempfinden einher. Der Grund dafür liegt an einem erhöhten Spiegel des Schwangerschaftshormons HCG. Für gewöhnlich klingen die Beschwerden im zweiten Trimenon jedoch wieder ab.

    Tipps gegen Übelkeit:

    • Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, damit der Magen nie leer ist und achten Sie dabei auf eine fettarme, leicht verdauliche Kost.
    • Leiden Sie besonders morgens an Übelkeit? Dann kann es helfen, direkt nach dem Aufwachen eine Kleinigkeit zu essen. Stellen Sie sich dafür kleine Snacks auf den Nachtisch, wie Zwieback, Salzstangen oder Cracker.
    • Ingwer hat eine beruhigende Wirkung auf Magen und Darm und kann in Form von Tee und Kapseln oder frisch gerieben die Beschwerden lindern.

    Wichtig: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie ein Medikament gegen Übelkeit einnehmen. Bei häufigem Erbrechen sollte unbedingt ein Frauenarzt aufgesucht werden.

    Sodbrennen

    Zwar lässt die Übelkeit im zweiten Schwangerschaftsmonat nach, dafür entwickeln nun aber viele werdende Mütter Sodbrennen. Der steigende Progesteronspiegel lockert den sogenannten Magenpförtner. Der gelockerte Schließmuskel zwischen Magen und Zwölffingerdarm kann aufsteigende Magensäure nicht mehr zurückhalten.

    Tipps gegen Sodbrennen:

    • Streichen Sie Lebensmittel und Getränke von ihrem Speiseplan, die die Säureproduktion des Magens ankurbeln: Saure, fette und stark gewürzte Speisen sowie größere Mengen Kaffee und schwarzer Tee.
    • Milch und Nüsse können die Magensäure neutralisieren.
    • Nehmen Sie mehrere kleine Mahlzeiten am Tag zu sich. So wird weniger Magensäure produziert.
    • Meiden Sie Pfefferminztee. Er kann bei vielen Beschwerden Abhilfe schaffen – bei Sodbrennen kann er jedoch die Beschwerden sogar verschlimmern. Denn die entspannende Wirkung von Pfefferminztee kann sich auch auf den Magenschließmuskel auswirken.

    Verstopfung

    Als wären Übelkeit und Sodbrennen nicht schon genug, ziehen die körperlichen und hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft auch die Darmtätigkeit in Mitleidenschaft. Wie beim Sodbrennen ist auch bei der Verstopfung das Hormon Progesteron der Übeltäter. Es verlangsamt die Darmtätigkeit und führt dazu, dass der Stuhl mehr Wasser verliert. Der Stuhlgang wird dadurch nicht nur seltener, sondern auch trockener – und das kann schmerzhaft sein.

    Tipps gegen Verstopfung:

    • Trinken Sie bei Verstopfung morgens auf nüchternem Magen ein Glas Mineralwasser oder essen Sie ein paar über Nacht eingeweichte Dörrpflaumen.
    • Milch, Fruchtsäfte und spezielle Tees bringen Bewegung in den Darm.
    • Auch Kleie oder Leinsamen fördern die Verdauung, wenn sie in kleinen Mengen unter Joghurt oder Müsli gerührt werden. Wichtig ist, dass Sie dazu ausreichend trinken: pro Esslöffel Kleie ein Glas Mineralwasser.
    • Bewegen Sie sich so viel wie möglich, um den Verdauungstrakt anzukurbeln.

    Hämorrhoiden-Probleme

    Durch Verstopfung können schnell Beschwerden mit den Hämorrhoiden entstehen. Denn stärkeres Pressen beim Stuhlgang erhöht den Druck auf die Blutgefäße im Enddarm. Weil sich während der Schwangerschaft mehr Blut im Beckenbereich befindet, steigt zusätzlich der Druck in den Venen. Die knötchenartigen Verdickungen am Darmausgang verursachen dann häufig Schmerzen, Jucken und leichte Blutungen.

    Tipps gegen Hämorrhoidal-Leiden:

    • Sorgen Sie für einen weichen Stuhl. Trinken Sie dafür ausreichend Wasser und Kräutertee und setzen Sie auf ballaststoffreiche Lebensmittel, wie Vollkornprodukte, Obst und Gemüse.
    • Kühlende Kompressen und Sitzbäder mit Eichenrindenextrakt oder Kamille wirken schmerzlindernd und beruhigend.
    • Bei Juckreiz und Schmerzen können spezielle Pflegecremes Linderung verschaffen.

    Wenn diese Mittel keine Wirkung zeigen, verschreibt Ihnen der Arzt oder die Hebamme Salben oder Zäpfchen, die Sie in der Schwangerschaft anwenden dürfen.

    Wassereinlagerungen

    Neben dem Magen-Darm-Trakt schlagen sich die schwangerschaftsbedingten Veränderungen auch auf die Gefäße und das Bindegewebe nieder. Nahezu jede Schwangere kennt es: Plötzlich passen die Schuhe nicht mehr richtig und die Ringe an den Fingern verursachen Schmerzen. An Beinen, Händen, Füßen und Knöcheln bilden sich im zweiten und dritten Trimenon verstärkt Wassereinlagerungen, da Flüssigkeit aus den Gefäßen ins Bindegewebe gelangt. Besonders am Abend zeigen sich die sogenannten Stauungsödeme. 

    Tipps gegen Wassereinlagerungen:

    • Gegen Wassereinlagerungen hilft Wasser – je mehr Sie trinken, desto mehr Flüssigkeit wird aus dem Körper gespült.
    • Übung: Lagern Sie die Beine hoch, kreisen Sie Füße und Hände und ziehen Sie die Zehen in Richtung Nasenspitze.
    • Bewegung und Gymnastik können Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft effektiv reduzieren.

    Sollten die Ödeme über Nacht nicht zurückgehen, suchen Sie bitte Ihren Haus- oder Frauenarzt auf – besonders dann, wenn die Schwellungen auch an den Unterschenkeln und im Gesicht auftreten verbunden mit Sehstörungen, Übelkeit oder starken Kopfschmerzen.

    Krampfadern

    Auch wenn sie keine Schmerzen verursachen, gehören Krampfadern zu den störendsten Beschwerden in der Schwangerschaft. Schwangerschaftshormone und die unvermeidbare Gewichtszunahme lassen den Druck auf die Gefäße steigen und die Blutgefäße erschlaffen. Die gute Nachricht: Nach der Entbindung, spätestens nach dem Wochenbett gehen die Krampfadern in der Regel wieder zurück. 

    Tipps gegen Krampfadern:

    • Wenn möglich, legen Sie die Beine mehrmals täglich hoch.
    • Meiden Sie langes Stehen und Sitzen. Wenn das mal nicht möglich ist, die Beine zwischendurch bewegen.
    • Wechselduschen und Stützstrümpfe fördern die Durchblutung.

    Rückenschmerzen

    Während im ersten Schwangerschaftsdrittel die schnell wachsende Gebärmutter und ein gelockerter Beckenboden Rückenschmerzen auslösen, verändern sich die Ursachen dafür im zweiten und dritten Trimenon. Eine angepasste Körperhaltung und Druck auf dem Becken durch das Gewicht und den Kopf des Kindes führen dann oft zu Fehlhaltungen.

    Eine schwangere Frau macht Yoga gegen Schwangerschaftsbeschwerden.
    Yoga kann Rückenschmerzen bei einer Schwangerschaft lindern. © AOK

    Tipps gegen Rückenschmerzen:

    • Die Muskulatur stärken: Yoga, leichtes Krafttraining und Schwangerschaftsgymnastik eignen sich am besten dafür, den Rücken und den Beckenboden zu trainieren.
    • Richten Sie sich immer wieder bewusst auf und versuchen Sie, Ihren Rücken gerade zu halten.
    • Seitenlagen beim Schlafen entlasten den Rücken in der Nacht.
    • Achten Sie auf bequeme Schuhe.

    Schwangerschaftsbeschwerden lassen sich in vielen Fällen bereits durch kleine Veränderungen im Alltag abmildern – ist jedoch der Leidensdruck hoch, kann der Frauenarzt medizinische Behandlungsmethoden aufzeigen. 

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