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Schwangerschaftsdiabetes: Symptome, Diagnose und Behandlung

Veröffentlicht am:03.09.2026

7 Minuten Lesedauer

Schwangerschaftsdiabetes zeigt meist keine Symptome, kann aber Folgen für Mutter und Kind haben. Eine gesunde Ernährung und mehr Bewegung können helfen, den Blutzuckerspiegel wieder zu senken.

Eine schwangere Frau misst ihren Blutzucker mit einem Blutzuckermessgerät.

© iStock / dragana991

Was ist Schwangerschaftsdiabetes?

Von Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes, spricht man, wenn der Blutzuckerspiegel einer Frau während der Schwangerschaft gestört ist und einen Grenzwert dauerhaft übersteigt. Während der Schwangerschaft verändert sich der Hormonhaushalt der Frau. Das kann sich auf ihren Stoffwechsel auswirken.

Bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes ist das Risiko für bestimmte Komplikationen bei der Geburt leicht erhöht. Dieses Risiko lässt sich jedoch in den meisten Fällen durch eine Umstellung der Ernährung und ausreichende Bewegung wieder senken. Die meisten Frauen erleben eine normale Schwangerschaft und Geburt, werden aber intensiver betreut.

In der Regel normalisieren sich die Werte nach der Geburt wieder. Ein Schwangerschaftsdiabetes bedeutet also nicht, dass die Betroffenen dauerhaft an Diabetes mellitus erkrankt sind. Sie haben aber ein erhöhtes Risiko, später an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

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Welche Symptome zeigt Schwangerschaftsdiabetes?

Ein Schwangerschaftsdiabetes zeigt in der Regel keine Symptome. Erst bei deutlich erhöhten Blutzuckerwerten können Anzeichen wie Müdigkeit, Schwäche, starker Durst oder häufigeres Wasserlassen auftreten. Oft verwechseln Frauen diese Symptome mit gewöhnlichen Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft und bemerken die Erkrankung nicht.

Welche Ursachen hat Schwangerschaftsdiabetes?

Schwangerschaftshormone verändern den Stoffwechsel der Frau. Dadurch gelangt der über die Nahrung aufgenommene Zucker langsamer aus dem Blut in die Körperzellen. Der Blutzuckerspiegel steigt.

Es gibt einige Risikofaktoren, die erhöhte Blutzuckerwerte begünstigen. Das Risiko für eine Schwangerschaftsdiabetes steigt bei Frauen mit:

  • Übergewicht
  • einem Schwangerschaftsdiabetes in einer vorhergehenden Schwangerschaft
  • nahen Verwandten mit Diabetes
  • und einem höheren Alter (über 35 Jahre)

Wie können Frauen einem Schwangerschaftsdiabetes vorbeugen?

Frauen, die kein Übergewicht haben, sich regelmäßig bewegen und sich ausgewogen ernähren, entwickeln entsprechend seltener einen Schwangerschaftsdiabetes. Grundsätzlich können aber alle Schwangeren betroffen sein – im  Jahr 2020 waren es 15 von 100 Schwangeren.

Frauen mit Übergewicht und Kinderwunsch sollten deshalb ihre Ernährung möglichst vor einer Schwangerschaft umstellen. Eine ausgewogene Ernährung kann den Blutzuckerspiegel positiv beeinflussen.

Wie genau der Speiseplan verändert werden sollte, ist individuell unterschiedlich. Dabei kann die Hausärztin, der Hausarzt, die Hebamme oder eine Ernährungsberatung helfen.

Eine Frau schneidet in einer Küche Sellerie. Auf der Küchenzeile liegt weiteres Gemüse.

© iStock / Lordn

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse kann den Blutzuckerspiegel positiv beeinflussen.

Wie sollten sich Frauen während der Schwangerschaft ernähren?

Um sich und ihr Kind mit allen wichtigen Nährstoffen wie Eiweiß, Fett, Kohlenhydraten, Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen zu versorgen, sollten sich schwangere Frauen grundsätzlich ausgewogen und abwechslungsreich ernähren. Der Bedarf an einzelnen Vitaminen und Mineralstoffen steigt in der Schwangerschaft deutlich an.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte sich die Ernährung an den allgemeinen Empfehlungen für gesunde Erwachsene orientieren. Dabei sollten die verschiedenen Lebensmittelgruppen unterschiedlich gewichtet werden. Zum Speiseplan gehören:

  • reichlich pflanzliche Lebensmittel (Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte) und kalorienfreie Getränke
  • in Maßen und je nach Ernährungsweise tierische Lebensmittel (Milchprodukte, fettarmes Fleisch und fettarme Wurstwaren, fettreiche Meeresfische und Eier)
  • nur selten Süßigkeiten, zuckerhaltige Getränke und Snacks sowie Fette mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren und Ölen

Studien bringen eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Nüssen, Hülsenfrüchten und Fisch mit einem geringeren Risiko für Schwangerschaftsdiabetes in Verbindung. Eine Ernährung mit viel Fett, rotem Fleisch und Eiern ist hingegen mit einem höheren Risiko verbunden.

Was bringt mehr Bewegung in der Schwangerschaft und welcher Sport ist sinnvoll?

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Frauen, die sich vor oder während der Schwangerschaft mehr bewegen, seltener an Schwangerschaftsdiabetes erkranken als Frauen, die sich wenig bewegen. Das gilt unabhängig davon, ob sie normalgewichtig oder übergewichtig waren.

Es kann bereits ausreichen, sich an etwa 3 bis 4 Tagen pro Woche für mindestens 30 Minuten moderat zu bewegen, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Dazu eignen sich beispielsweise Sportarten wie Gymnastik, Schwimmen, Radfahren oder Walking. Bereits ein 20- bis 30-minütiger schneller Spaziergang nach einer Hauptmahlzeit verringert den Anstieg des Blutzuckers.

Auf risikoreiche Sportarten wie Kampfsport, Skilaufen oder Fußball sollten Frauen während der Schwangerschaft verzichten. Am besten fragen schwangere Frauen ihre Frauenärztin, ihren Frauenarzt oder ihre Hebamme, welche Art von Bewegung sinnvoll ist.

Welche Folgen kann Schwangerschaftsdiabetes haben?

Ein Schwangerschaftsdiabetes ist in den meisten Fällen nicht gefährlich für Mutter und Kind. Wenn der Blutzucker der Mutter erhöht ist, wachsen die Kinder von betroffenen Frauen stärker und sind bei der Geburt etwas schwerer. Ist das Kind besonders groß, kann es bei der Geburt zu Verletzungen bei Mutter und Kind kommen. Um das zu vermeiden, kann ein Kaiserschnitt eine Option sein.

Selten tritt bei der Geburt eine Schulterdystokie auf. Dabei bleibt die Schulter des Kindes im Becken der Mutter hängen. Diesen Notfall behandeln erfahrene Geburtshelferinnen und -helfer mit unterstützenden Maßnahmen.

Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes haben zudem ein erhöhtes Risiko für eine Präeklampsie, auch Schwangerschaftsvergiftung genannt, für Harnwegsinfekte und vaginale Infekte. Außerdem leiden sie häufiger unter Bluthochdruck und die Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt steigt.

Auch postnatale Depressionen sind möglich. Darüber hinaus entwickeln sowohl die Frauen als auch ihre Kinder im späteren Leben häufiger einen Diabetes mellitus Typ 2.

Stillen kann Risiko für späteren Diabetes senken

Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes und ihre Kinder haben nach der Geburt ein erhöhtes Risiko, einen Diabetes zu entwickeln. Stillen kann dieses Risiko jedoch wieder senken. Dazu sollte die Mutter mindestens vier bis sechs Monate lang stillen.

Wie wird Schwangerschaftsdiabetes festgestellt?

Mithilfe eines Zuckertests (Glukosetoleranztest) kann festgestellt werden, ob ein Schwangerschaftsdiabetes vorliegt. Der Test misst wie der Körper auf eine größere Menge Traubenzucker (Glukose) reagiert. Er sollte vorsorglich im sechsten bis siebten Schwangerschaftsmonat stattfinden. Bei Schwangeren mit erhöhtem Risiko sollte der Test schon zu Beginn der Schwangerschaft erfolgen.

Der Zuckertest besteht aus einem Vortest und einem Diagnosetest. Beim Vortest trinken die Frauen ein Glas Wasser mit Zucker. Anschließend wird ihnen etwas Blut aus einer Armvene abgenommen, um die Höhe des Blutzuckers zu bestimmen. Der Vortest ist noch keine Diagnose. Er dient dazu, festzustellen, ob der eigentliche Diagnosetest gemacht werden sollte.

Ist der Blutzuckerwert erhöht, erfolgt der zweite Test. Der Diagnosetest ist insgesamt etwas zeitaufwändiger und die Frauen müssen nüchtern sein. Das Testergebnis wird im Mutterpass dokumentiert. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für den Zuckertest.

Wie wird Schwangerschaftsdiabetes behandelt?

Erhöhte Blutzuckerwerte während der Schwangerschaft lassen sich in der Regel durch eine Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung ausreichend senken. Wie die Ernährung angepasst werden sollte und welche Bewegungsformen geeignet sind, wird ärztlich oder im Rahmen einer Ernährungsberatung besprochen.

Reichen die Maßnahmen nicht aus, müssen Schwangere mit anhaltend hohen Zuckerwerten Insulin spritzen. Andere Medikamente sind für sie nicht zugelassen. Nach der Geburt sollten sich die Frauen ärztlich beraten lassen und klären, ob weitere Untersuchungen erforderlich sind. Sind die Blutzuckerwerte wieder normal, ist keine weitere Behandlung nötig. Mütter mit Schwangerschaftsdiabetes sollten jedoch auch nach der Geburt unbedingt weiterhin sportlich aktiv bleiben, sich ausgewogen ernähren und ein Normalgewicht anstreben.

Auch die Neugeborenen werden nach der Geburt engmaschig überwacht, um Probleme, die mit dem Schwangerschaftsdiabetes der Mutter zusammenhängen, frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

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Diabetesinformationsportal: Schwangerschaftsdiabetes.

Familienplanung.de / Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (2024): Krankheiten und Infektionen in der Schwangerschaft: Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes).

DDG & DGGG-AGG (2018): S3-Leitlinie Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und Nachsorge.

Gemeinsamer Bundesausschuss (2023): Untersuchung auf Schwangerschaftsdiabetes für Frauen in der Schwangerschaft.

Gesundheitsinformation. IQWiG (2024): Schwangerschaftsdiabetes.

Gesundheitsinformation. IQWiG (2024): Was hilft, Schwangerschaftsdiabetes vorzubeugen?

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Handlungsempfehlungen – Ernährung in der Schwangerschaft.

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