Lebensmittel
Maltit: Wie gesund ist der Zuckeraustauschstoff?
Viele gesüßte Lebensmittel enthalten Maltit statt Zucker. Das kann gut für die Figur und auch für die Zähne sein. Doch der Zuckerersatz hat auch Nachteile. Warum das so ist und worauf Sie achten sollten.

© iStock / videnovic
Was ist Maltit?
Maltit oder Maltitol ist einer von acht in der EU zugelassenen Zuckeraustauschstoffen aus der Gruppe der Zuckeralkohole, auch als Polyole bezeichnet. In der Lebensmittelindustrie wird Maltit häufig als Alternative zu Sacharose, dem sogenannten Haushaltszucker, genutzt.
Mit einer Süßkraft von 75 bis 90 Prozent des Haushaltszuckers und ähnlichen Eigenschaften hat Maltit deutlich weniger Kalorien: ungefähr 2,4 Kilokalorien pro Gramm statt 4 Kilokalorien wie beim Zucker.
Als Zusatzstoff E 965 findet Maltit in verschiedenen zuckerfreien und kalorienreduzierten Produkten Verwendung und ist auch in einigen Zahnpflegeprodukten und Arzneimitteln enthalten. Maltit ist vegan, darf allerdings – wie alle anderen Zuckeraustauschstoffe – nicht in Bio-Lebensmitteln genutzt werden.
Der Zuckeraustauschstoff ist nicht kariesfördernd und hat nur eine geringe Auswirkung auf den Blutzucker. Auf der anderen Seite kann er bei übermäßigem Konsum abführend wirken.
In welchen Lebensmitteln wird Maltit verwendet?
Der Zuckeraustauschstoff Maltit hat ein ähnliches Volumen und eine vergleichbare Löslichkeit in Wasser wie der übliche Haushaltszucker. Deswegen kann er statt Zucker in vielen Lebensmitteln verarbeitet werden, die eine gewisse Süße mit weniger Kalorien haben sollen. Unter anderem Backwaren, Milchprodukte, Schokolade, Eis und Süßwaren, beispielsweise Kaugummis können Maltit enthalten. Im Haushalt lässt es sich als Streusüße zum Backen oder für den Kaffee nutzen.
Aufgrund verschiedener weiterer Eigenschaften nutzt die Lebensmittelindustrie Maltit auch als Feuchthaltemittel, Emulgator, Stabilisator, Füllstoff und Verdickungsmittel. In der Zutatenliste auf einem Produkt ist der Zuckeraustauschstoff auch unter der Bezeichnung E 965, Maltitsirup oder Maltitol angegeben.
Wie wird Maltit gewonnen?
Maltit ist auf natürliche Weise in verschiedenen Obst- und Gemüsesorten enthalten, in geringen Mengen auch in geröstetem Malz und Blättern der Zichorie (auch Wegwarte), die mit dem Chicorée verwandt ist.
In der industriellen Produktion wird Maltit aus der Stärke von Mais, Kartoffeln oder Weizen gewonnen. Maltit ist in zwei Formen erhältlich: als weißes, kristallines Pulver, das auch optisch unserem Haushaltszucker ähnelt, und als Sirup.
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Ist Maltit gut für die Zähne?
Ja, Maltit ist als Ersatz für Zucker in gesüßten Lebensmitteln oder Süßigkeiten zunächst einmal besser für die Karies-Prophylaxe, denn es ist nicht-kariesfördernd. Zusätzlich hat es eine positive Auswirkung auf die Mundflora und die Zahngesundheit allgemein. Verschiedene Studien haben ergeben, dass Maltit das Wachstum bestimmter Bakterien im Mundraum verringern kann.
Diese Bakterien bilden (unter besseren Bedingungen) mit Nahrungsresten und Speichel die sogenannte Plaque, also Zahnbelag. In der Folge kann es zu Zahnfleischentzündungen, Parodontitis und Karies kommen. Herkömmlicher Zucker verstärkt das Wachstum dieser säurebildenden Bakterien, die den Zahnschmelz angreifen, ihn porös und durchlässig für zerstörerische Mikroorganismen machen.
Maltit in Kaugummis oder Zahnpasta kann die Zahl der säurebildenden Bakterien reduzieren, da diese den Zuckeraustauschstoff – im Gegensatz zum echten Zucker – nicht verstoffwechseln können. In der Regel dürfen Zuckeraustauschstoffe in der EU nicht zusammen mit Zucker verwendet werden. So kann ein mit Maltit gesüßtes Produkt auch nicht durch ergänzenden Zucker kariesfördernd sein. Maltit kann daher eine zahnfreundlichere Alternative zu Zucker sein. Für die Zahngesundheit bleiben jedoch die üblichen Maßnahmen wie regelmäßiges Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta und eine insgesamt zuckerarme Ernährung wichtig.
Wie wirkt sich Maltit auf den Blutzucker aus?
Maltit hat einen deutlich niedrigeren glykämischen Index als Haushaltszucker. Dieser liegt beim Zuckeraustauschstoff bei 35, beim „echten“ Zucker bei 68. Der glykämische Index, auch Glyx, gibt die blutzuckersteigernde Wirkung verschiedener Kohlenhydrate an.
Kohlenhydrate mit einem hohen Glyx-Wert lassen den Blutzucker schnell und stark in die Höhe steigen. Der Körper versucht dies auszugleichen, indem er verstärkt Insulin produziert, was gleichzeitig die Fettverbrennung blockiert.
Maltit allerdings lässt den Blutzucker nach dem Essen langsamer und weniger stark ansteigen als Haushaltszucker. Und so fällt auch die Insulinausschüttung bei Maltit geringer aus. Das kann Vorteile haben im Hinblick auf die Vermeidung und Verringerung von Erkrankungen wie Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Hierzu bedarf es sicherlich weiterer konkreter Studien.
Welche negativen gesundheitlichen Effekte kann Maltit haben?
Forschende gehen davon aus, dass Maltit in geringen Dosen kein großes Risiko für den Menschen darstellt und eine gute Alternative für den herkömmlichen Zucker ist. So sollen pro Tag 40 Gramm des Zuckeraustauschstoffes für Erwachsene und 15 Gramm für Kinder unproblematisch sein. In höheren Dosen kann er allerdings Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall verursachen.
Produkte, die zu mehr als zehn Prozent ihres Gewichts aus einem Zuckeralkohol wie Maltit bestehen, brauchen deswegen laut EU-Lebensmittelinformationsverordnung eine Kennzeichnung auf der Verpackung: „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken.“ In Getränken ist Maltit wie die meisten Zuckeralkohole generell nicht zulässig.
Laut Verbraucherzentrale Hamburg könnte bei sensiblen Menschen schon eine geringe Menge, beispielsweise zehn Gramm Maltit pro Portion, reichen, um Beschwerden auszulösen. Doch zu den verwendeten Zuckeraustauschstoffen gibt es keine maximal zulässige Grenze. Wie viel Maltit in einem Produkt verwendet wird, liegt also ganz im Ermessen der herstellenden Firma.
Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.
MDPI (2020): Maltitol: Analytical Determination Methods, Applications in the Food Industry, Metabolism and Health Impacts.
Bundesinstitut für Risikobewertung (2014): Bewertung von Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen.
ScienceDirect (2026): Evaluation of mutagenicity and genotoxicity of food additive maltitol (E 965 i).
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