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So viel Teein (Koffein) steckt im Tee

Veröffentlicht am:31.08.2026

5 Minuten Lesedauer

von Jennifer Ann Steinort

Tee kann so anregend sein wie Kaffee – doch was steckt hinter dem Begriff Teein? Warum Tee Koffein enthält, wie sich der Gehalt je nach Sorte unterscheidet und warum die Wirkung im Vergleich zu Kaffee sanfter einsetzt, aber länger anhält.

Eine Frau in einem braunen Pullover hält mit geschlossen Augen eine Tasse Tee in der Hand.

© iStock / Pekic

Was ist der Unterschied zwischen Teein und Koffein?

Viele Menschen unterscheiden zwischen Koffein im Kaffee und Teein im Tee. Tatsächlich sind Teein und Koffein aber das Gleiche. Aus diesem Grund kann man auch nicht sagen, dass Teein gesünder als Koffein ist oder umgekehrt.

Der Begriff Teein entstand historisch, weil man zunächst vermutete, dass Tee einen eigenen anregenden Wirkstoff enthält. Heute weiß man: Chemisch gibt es keinen Unterschied zwischen Teein und Koffein. Beide Begriffe beschreiben dieselbe Substanz mit identischer Struktur.

Tee wirkt oft anders als Kaffee. Das liegt nicht nur an der Koffeinmenge, sondern auch daran, wie das Koffein gebunden ist. Im Kaffee ist es an einen Chlorogensäure-Kalium-Komplex gebunden, der durch die Magensäure schnell Koffein freisetzt. Im Tee ist das Koffein an Polyphenole gebunden und wird langsamer freigesetzt. Dadurch setzt die Wirkung häufig sanfter ein und hält länger an.

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Welche Wirkung hat Teein oder Koffein im Tee?

Koffein kommt natürlicherweise in verschiedenen Pflanzen vor, unter anderem in Kaffeebohnen, Kakaobohnen, Guarana-Beeren, Kolanüssen und Teeblättern. Koffein wirkt unabhängig von der Quelle immer gleich: Es regt das zentrale Nervensystem an. In normalen Mengen verzehrt, steigert Koffein die Wachsamkeit und schwächt Müdigkeitsgefühle ab.

Im Tee kommt zusätzlich die Aminosäure L-Theanin ins Spiel. Eine Meta-Analyse zeigt: Theanin plus Koffein kann die Aufmerksamkeit leicht verbessern, etwa bei Aufgaben mit schnellem Konzentrationswechsel. Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestätigt, dass (Schwarz-)Tee die Aufmerksamkeit steigern kann.

Die Kombination aus Theanin und Koffein könnte auch die Stimmung positiv beeinflussen. Ganz sicher ist das aber nicht: In einem Teil der untersuchten Studien ließ sich ein Effekt gegenüber einem Placebo (Scheinwirkstoff) nicht belegen. Außerdem fanden die meisten Studien im Labor mit isolierten Wirkstoffen und nicht mit Tee als Getränk statt.

Welche Wirkstoffe enthält Tee neben Koffein?

Neben Koffein liefert grüner, schwarzer und weißer Tee vor allem eine große Menge Polyphenole, allen voran Catechine wie EGCG – die freie Radikale abfangen können.

Schwarzer Tee enthält Theaflavine, die bei der Oxidation der Teeblätter entstehen. Nicht zuletzt befinden sich Mineralstoffe, Vitamine und ätherische Öle in Tee.

Welcher Tee enthält am meisten Koffein?

Im fertigen Aufguss enthält schwarzer Tee am meisten Koffein. Danach folgt grüner Tee. Weißer Tee gilt zwar als besonders mild, ist beim Koffeingehalt aber keineswegs der sanfteste: Analysen des Blattmaterials zeigten teils sogar höhere Werte als bei grünem Tee.

Ob Tee grün, schwarz oder weiß wird, entscheidet nicht die Pflanzensorte, sondern die Verarbeitung nach der Ernte. Für grünen Tee werden die Blätter kurz erhitzt, das stoppt die Oxidation, und sie behalten ihre grüne Farbe. Schwarzer Tee wird dagegen fermentiert: Beim Walzen tritt Zellsaft aus, an der Luft läuft er dunkel an – dadurch entstehen Farbe und kräftigerer Geschmack.

Weißer Tee stammt von derselben Pflanze, wird aber am wenigsten verarbeitet: Nur junge Knospen und die obersten Blätter werden gepflückt und schonend getrocknet. Das Pflanzenmaterial ist nur leicht verarbeitet.

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Hat grüner Tee mehr Koffein als Kaffee?

Grüner Tee enthält in der Regel weniger Koffein als Kaffee. Eine Tasse aufgebrühter Grüntee (200 ml) liefert etwa 30 Milligramm Koffein, während eine Tasse Filterkaffee (200 ml) ungefähr 90 Milligramm Koffein enthält. Der tatsächliche Gehalt hängt unter anderem von der Teesorte, der Menge der verwendeten Blätter und der Ziehzeit ab.

Eine Ausnahme kann Matcha sein. Der fein gemahlene Grüntee wird nicht wie herkömmlicher Tee abgefiltert, sondern als Pulver in Wasser oder Milch eingerührt. Dadurch werden alle im Blatt enthaltenen Inhaltsstoffe getrunken. Je nach Zubereitung kann eine Portion Matcha ähnlich viel Koffein wie ein Espresso enthalten, also etwa 80 Milligramm.

Zwei Schalen mit gerösteten Kaffeebohnen und getrockneten Teeblättern stehen nebeneinander.

© iStock / szakalikus

Das Koffein aus Tee wird langsamer freigesetzt als Koffein aus Kaffee.

Wie lange hält das Koffein von grünem Tee oder anderen Teesorten an?

Nach dem Verzehr nimmt der Körper Koffein schnell auf. Die anregende Wirkung setzt meist nach 15 bis 30 Minuten ein. Doch wie lange hält das Koffein von grünem Tee? In der Regel merken Konsumierende den Effekt mehrere Stunden. Danach baut die Leber das Koffein ab, ausgeschieden wird es über die Nieren – wie schnell, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Bei Tee liegt ein Teil des Koffeins gebunden vor und wird dadurch langsamer freigesetzt. Die Wirkung setzt entsprechend etwas verzögerter ein, dafür hält sie länger an.

Gibt es koffeinfreie „echte“ Teesorten?

Echter Tee aus der Pflanze „Camellia sinensis“ enthält von Natur aus Koffein. Eine Ausnahme ist Hongyacha, eine wild wachsende Teepflanze aus den Bergen der chinesischen Provinz Fujian. Im Gegensatz zu herkömmlichen Teepflanzen bildet Hongyacha kaum Koffein.

Stattdessen enthält die Teepflanze vor allem Theobromin und spezielle Catechine, die in gewöhnlichem Tee nicht in dieser Zusammensetzung vorkommen. Damit gehört Hongyacha zu den wenigen Teepflanzen, die von Natur aus nahezu koffeinfrei sind.

Fachlich geprüft
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IARC Working Group on the Evaluation of Carcinogenic Risks to Humans: Coffee, Tea, Mate, Methylxanthines and Methylglyoxal. Lyon (FR): International Agency for Research on Cancer; 1991. (IARC Monographs on the Evaluation of Carcinogenic Risks to Humans, No. 51.) Caffeine.

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): EFSA erklärt Risikobewertung: Koffein.

Edward R Payne, Magaly Aceves-Martins, Joy Dubost, Arno Greyling, Baukje de Roos: Effects of Tea (Camellia sinensis) or its Bioactive Compounds l-Theanine or l-Theanine plus Caffeine on Cognition, Sleep, and Mood in Healthy Participants: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials, Nutrition Reviews, Volume 83, Issue 10, October 2025, Pages 1873–1891.

Ahmad, R. S., Butt, M. S., Huma, N., Sultan, M. T., Arshad, M. U., Mushtaq, Z., & Saeed, F. (2014): Quantitative and Qualitative Portrait of Green Tea Catechins (Gtc) Through Hplc. International Journal of Food Properties, 17(7), 1626–1636.

Y. Hilal and U. Engelhardt: Characterisation of white tea – Comparison to green and black tea.

Verbraucherportal Bayern: Teegenuss – gesund aber belastet.

Bundesinstitut für Risikobewertung: Kaffee, Energy Drinks oder Koffeinpulver: Muntermacher mit gesundheitlichen Risiken?

Verbraucherzentrale NRW e.V.: Matcha: Wie gesund ist das grüne Pulver?

Ji-Qiang Jin, Yun-Feng Chai, Yu-Fei Liu, Jing Zhang, Ming-Zhe Yao, Liang Chen: Hongyacha, a Naturally Caffeine-Free Tea Plant from Fujian, China. J. Agric. Food Chem. 31 October 2018; 66 (43): 11311–11319.

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