Lebensmittel
Kühle Gefahr – Gesundheitsrisiken für Kinder durch Slush-Eis
Bunte Farben, süßer Geschmack: Slush-Eis gehört für viele Kinder zum Sommer. Doch das beliebte Eis-Getränk enthält oft viel Zucker und den Zusatzstoff Glycerin. Diese Beschwerden kann Slush-Eis auslösen. Dazu: Ein Rezept für natürliches Slush-Eis.

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Was versteht man unter Slush-Eis?
Bunt, eiskalt und extra süß: Slush-Eis fällt sofort ins Auge. Die halbgefrorene Erfrischung erinnert mit ihrer körnigen Konsistenz an tauenden Schnee. Daher stammt auch der Name: Das englische Wort slush bedeutet übersetzt so viel wie „Schneematsch“.
Für die typische Konsistenz vom Slush-Eis werden aromatisierte Flüssigkeiten in speziellen Maschinen gleichzeitig gekühlt und ständig bewegt. So entstehen feine Eiskristalle, die das Getränk weich und zugleich eisig machen. Angeboten wird Slush-Eis in vielen Geschmacksrichtungen und auffälligen Farben.
Ob im Kino, Freibad, Freizeitpark oder am Kiosk – gerade im Sommer ist Slush-Eis fast überall zu finden. Die bunten Getränke werden oft in Bechern mit 0,33 Litern oder mehr verkauft und wirken auf Kinder besonders attraktiv. Die „Slushies“ sind vor allem in England und den USA populär, mittlerweile sind sie aber auch hierzulande sehr verbreitet.
Was ist in Slush-Eis enthalten?
Slush-Eis besteht meist aus einer Mischung aus Wasser, Zucker sowie Farb- und Aromastoffen. Damit das Getränk lange haltbar ist und die kräftigen Farben bleiben, kommen häufig zusätzlich Konservierungsstoffe zum Einsatz. Je nach Sorte enthält Slush-Eis außerdem Süßstoffe.
Besonders bei zuckerfreien Slush-Eis-Varianten spielt der Zusatzstoff Glycerin eine wichtige Rolle. Er sorgt dafür, dass die Flüssigkeit nicht komplett gefriert und die typische weiche Konsistenz erhalten bleibt. In anderen Rezepturen übernimmt Zucker diesen Effekt.
Das bestätigen auch Analysen: In den zuckerfreien Produkten wurden teils erhöhte Mengen Glycerin gefunden. Untersuchungen aus Bayern zeigten, dass ausschließlich die zuckerfreien Slush-Eis-Proben und Sirupe betroffen waren.

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Ist Slush-Eis mit Glycerin gefährlich?
Slush-Eis mit Glycerin kann unter bestimmten Bedingungen gesundheitlich problematisch sein. Glycerin schmeckt zwar leicht süß, ist aber nicht als Süßungsmittel zugelassen. In Slush-Eis wird es vor allem eingesetzt, um die Konsistenz zu beeinflussen – rechtlich ist diese Verwendung grundsätzlich erlaubt.
Kritisch wird es bei „therapeutisch wirksamen“ Mengen an Glycerin, und die erreichen Kinder schnell. Proben zeigen, dass dafür bereits geringe Portionen – bei Kindern teils schon um 200 Milliliter Slush-Eis – ausreichen. Dann können Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Benommenheit auftreten.
Isst ein Kind innerhalb kurzer Zeit mehrere Portionen Slush-Eis, wird der Körper deutlich stärker belastet. In Einzelfällen können dann auch sehr niedrige Blutzuckerwerte und Bewusstlosigkeit auftreten.
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Warum sind Farbstoffe im Slush-Eis problematisch?
Bei Farbstoffen im Slush-Eis steht vor allem die Wirkung bestimmter künstlicher Azofarbstoffe im Fokus. Diese werden mit pseudoallergischen Reaktionen in Verbindung gebracht, bei denen der Körper ähnlich wie bei einer Allergie reagiert, obwohl keine klassische Allergie vorliegt.
Hersteller setzen unter anderem Azofarbstoffe wie Tartrazin, Allurarot oder Gelborange S ein. Diese stehen zusätzlich in Verdacht, bei Kindern Hyperaktivität und Konzentrationsprobleme zu begünstigen. Deshalb müssen Produkte mit diesen Zusatzstoffen den Hinweis tragen, dass sie die Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen können. Außerdem können sie Beschwerden wie Juckreiz, Atembeschwerden und Hautrötungen auslösen.
Wie viel Zucker enthält Slush-Eis und welches Risiko besteht dadurch?
Ein halber Liter Slush-Eis enthält bis zu 60 Gramm Zucker – das entspricht etwa 20 Stück Würfelzucker. Damit ist der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Tageswert für freie Zucker (weniger als zehn Prozent der gesamten Energieaufnahme) bei Kindern mit einer einzigen Portion meist bereits erreicht oder überschritten.
Zucker liefert Energie, aber keine Mikronährstoffe, und Slush-Eis sättigt kaum. Gerade bei Kindern ist das relevant: Sie nehmen die Menge nicht bewusst wahr, weil es sich um ein Getränk handelt und nicht um eine Mahlzeit. Wer regelmäßig hohe Zuckermengen aufnimmt, erhöht das Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Karies.
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Warum ist Slush-Eis für Kinder besonders bedenklich?
Kinder greifen besonders häufig zu süßen Erfrischungsgetränken: Bei Jungen liegt der tägliche Konsum zuckerhaltiger Getränke laut Robert Koch-Institut bei 22 Prozent, bei Mädchen bei 17 Prozent. Slush-Eis passt genau in dieses Muster, da der süße Geschmack anziehend wirkt und die Getränke leicht verfügbar sind.
Hinzu kommt die auffällige Optik. Die intensiven Farben und die verschiedenen Aromen sprechen Kinder gezielt an und fördern den Konsum zusätzlich. Unbemerkt können sie dabei eine Menge an Zusatzstoffen aufnehmen.
Gerade beim Glycerin ist das problematisch: Bei Slush-Eis mit teilweise 50 Gramm Glycerin pro Liter liegen die maximal verträglichen Mengen für Kinder deutlich unter den üblichen Bechergrößen. Je nach Zusammensetzung der Erfrischung sollte ein fünfjähriges Kind demnach nur einen halben Becher Slush-Eis trinken, das ist im Alltag aber unüblich.
Welche Tipps helfen Eltern, das Risiko von Slush-Eis einzugrenzen?
Ihr Kind möchte im Sommer nicht auf einen aromatischen, süßen Genuss verzichten? Dann bieten sich Alternativen an, wie Fruchteis mit fruchteigenem Aroma und vergleichsweise wenig Zucker oder selbst gemachtes Slush-Eis aus frischen Früchten. Soll es handelsübliches Slush-Eis sein, können Sie auf Folgendes achten:
- Fragen Sie beim Kauf gezielt nach, ob Glycerin enthalten ist, und prüfen Sie Etiketten oder Hinweise an der Verkaufsstelle – diese geben Auskunft über enthaltene Zusatzstoffe.
- Vermeiden Sie Produkte, wenn die Inhaltsstoffe nicht klar erkennbar sind oder keine eindeutige Kennzeichnung vorliegt.
- Achten Sie auf kleine Portionsgrößen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung stuft Mengen ab 250 Milligramm Glycerin je Kilogramm Körpergewicht als gesundheitlich bedenklich ein. Kinder unter vier Jahren sollten sicherheitshalber kein Slush-Eis erhalten.
- Holen Sie bei Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen nach dem Verzehr ärztlichen Rat für ihr Kind ein.
Rezept: Wie kann man Slush-Eis selber machen ohne Maschine?
Mit den richtigen Zutaten ist Slush-Eis gesund: Erfrischend, natürlich süß und ideal für warme Tage – dieses Slush-Eis kommt ohne künstliche Zusätze aus und basiert auf frischem Obst.
Zutaten
- 200gfrische Erdbeeren
- 1Stückreife Banane
- 150mlWasser oder milder Fruchtsaft (z. B. Traubensaft)
- 1EsslöffelZitronensaft
- Optional: einige Blätter frische Minze
Zubereitung
Erdbeeren waschen und den Strunk entfernen. Banane schälen und in Stücke schneiden.
Erdbeeren und Banane zusammen mit Wasser oder Fruchtsaft und Zitronensaft in einen Mixer geben und fein pürieren.
Die Mischung in eine flache, gefriergeeignete Schale füllen und für etwa 3 bis 4 Stunden einfrieren. Nach der ersten Stunde einmal mit einer Gabel durchrühren, damit eine lockere Slush-Struktur entsteht.
Vor dem Servieren das gefrorene Fruchtpüree mit einer Gabel auflockern und in Gläser füllen. Nach Wunsch mit frischer Minze garnieren.
Direkt servieren, solange die Konsistenz angenehm eisig und locker ist.
Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.
Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU): Sommer, Sonne und guten Gewissens ein Slush-Eis dazu?
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Süßer Genuss mit Risiko? Glycerin in zuckerfreiem Slush-Eis auf dem Prüfstand.
Bundesinstitut für Risikobewertung: Glycerin in Slush-Ice-Getränken kann unerwünschte gesundheitliche Wirkungen hervorrufen.
Food Standards Agency: Summer slush warning: Glycerol in slush ice drinks unsafe for children under 7 and should be limited for children aged 7 to 10 .
VerbraucherService Bayern im KDFB e.V.: Slush Eis: Eiskalter Genuss mit Risiko?
World Health Organization (WHO):
Sugars intake for adults and children.
Reducing free sugars intake in children to reduce the risk of noncommunicable diseases.
Calcaterra, V.; Cena, H.; Magenes, V.C.; Vincenti, A.; Comola, G.; Beretta, A.; Di Napoli, I.; Zuccotti, G.: Sugar-Sweetened Beverages and Metabolic Risk in Children and Adolescents with Obesity: A Narrative Review. Nutrients 2023, 15, 702.
Robert Koch-Institut (RKI): Themenblatt: Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke.
Stiftung Warentest: Schön bunt und ganz schön bedenklich.








