Zum Hauptinhalt springen
AOK – Die Gesundheitskasse

Zuckerfreie Süßigkeiten: Wie gut ist Süßes ohne Zucker?

Vater und Tocher essen Obst in der Küche.
Lesezeit: 4 MinutenAktualisiert: 18.08.2020

Die meisten Menschen naschen gern – obwohl wir alle wissen, dass zu viel Zucker ganz schön ungesund ist. Die Lösung könnten zuckerfreie Süßigkeiten sein: Es gibt eine große Auswahl an Süßigkeiten ohne Zucker, die stattdessen Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe enthalten. Worauf Sie achten sollten, wenn Sie zu den zuckerfreien Alternativen greifen, erfahren Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Wer gesund naschen möchte, greift oftmals zu Süßigkeiten mit Zuckeraustauschstoffen wie beispielsweise Aspartam, Cyclamat oder Saccharin. Das Versprechen: Genuss ohne negative Folgen für die Figur und die Zähne. Auch viele Eltern bieten ihren Kindern Süßigkeiten ohne "echten" Zucker an. Doch ist der Verzehr solcher künstlich hergestellten Industrie-Produkte tatsächlich gesünder? Oder gibt es auch beim Verzehr von zuckerfreien Süßigkeiten etwas zu beachten?

    Welche kalorienarmen Süßigkeiten ohne Zucker gibt es?

    Inzwischen haben fast alle Hersteller von Süßwaren auch eine Variante ohne Zucker im Sortiment. Am beliebtesten sind zuckerfreie Bonbons und Kaugummis, oder auch zuckerfreie Schokolade oder Gummibärchen. Diese Produkte enthalten entweder Süßstoffe, die keinerlei Kalorien liefern und daher auch bei Menschen mit Diabetes den Blutzuckerspiegel nicht erhöhen. Oder die Süße stammt von Zuckeraustauschstoffen, die deutlich weniger Kalorien enthalten als klassischer Zucker und somit den Blutzuckerspiegel nur wenig erhöhen. 

    Zuckerwaren dürfen jedoch nur eine gesetzlich festgelegte Höchstmenge an Süß- oder Zuckeraustauschstoffen enthalten. Sie müssen als Süßungsmittel in der Zutatenliste eines Produktes entweder mit dem Namen oder der E-Nummer auf der Verpackung ausgewiesen sein. Europaweit sind elf Süßstoffarten erlaubt:

    1. Acesulfam K (E 950)
    2. Advantam (E 969
    3. Aspartam (E 951)
    4. Aspartam-Acesulfam-Salz (E 962)
    5. Cyclamat (E 952)
    6. Neohesperidin (E 959)
    7. Neotam (E 961)
    8. Saccharin (E 954)
    9. Steviolglycoside (E 960)
    10. Sucralose (E 955)
    11. Thaumatin (E 957)

    Während Süßstoffe gar keine Kalorien enthalten, liefern Zuckeraustauschstoffe einen niedrigen Energiegehalt und enthalten daher – bis auf Erythrit – Kalorien. Insgesamt aber sind sie deutlich kalorienärmer als Zucker. Es gibt in der EU acht zugelassene Zuckerersatzstoffe:

    1. Erythrit (E 968)
    2. Isomalt (E 953)
    3. Lactit (E 966)
    4. Maltit (E 965)
    5. Mannit (E 421)
    6. Polyglycitolsirup (E 964)
    7. Sorbit (E 420)
    8. Xylit (E 967)

    Worauf muss ich achten, wenn ich zuckerfrei naschen will?

    Verbraucherschützer empfehlen zuckerfreie Süßigkeiten trotz der auf den ersten Blick erkennbaren Vorteile für Figur und Zähne nicht uneingeschränkt. Denn selbst der konsequente Wechsel zu Süßstoffen oder auch Zuckeraustauschstoffen ist keine Garantie dafür, dass man seinen Körperfettanteil verringert. Dafür ist vielmehr die gesamte Kalorienzufuhr, die Zusammensetzung sowie Herkunft aller Speisen und Getränke entscheidend. Mit dem Griff zu Zucker-Alternativen ist es also keineswegs getan.

    Zuckerfreie Süßigkeiten: Herzförmige, orangefarbene Bonbons sind auf einer Tischdecke arrangiert.
    © iStock_Mikhail Dmitriev

    Zudem gibt es gesetzliche Höchstmengen für den Verzehr der Süß- beziehungsweise Zuckeraustauschstoffe. Die gesundheitlich unbedenklichen Mengenangaben gelten für Erwachsene, sie sind nach dem sogenannten ADI-Wert bemessen (Acceptable Daily Intake = duldbare tägliche Aufnahmemenge). Dieser Wert entspricht meist einem Prozent derjenigen Menge, die im Tierversuch keinerlei unerwünschte Wirkungen zur Folge hatte. Allerdings gibt es immer wieder Verbraucher, die Kopfschmerzen, Durchfall oder auch Übelkeit auf den Verzehr bestimmter Zucker-Alternativen zurückführen. Darüber hinaus vertragen Kinder deutlich kleinere Mengen der Zucker-Alternativen. Auch hier sollte also Maß gehalten werden. Die Höchstmengen sind beim Bundesinstitut für Risikobewertung abrufbar.

    Was also hilft, wenn man beim Essen auf sein Gewicht achten möchte? Experten empfehlen, in erster Linie auf eine ausgewogene Ernährung zu setzen, statt auf Zuckerersatzprodukte umzusteigen. Sie müssen also nicht gleich vollständig auf Zucker verzichten – wobei diese Entscheidung als besonders gesund gilt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die Deutsche Diabetesgesellschaft raten dazu, die Menge von 50 Gramm Zucker am Tag nicht zu überschreiten – das sind immerhin circa sechs Teelöffel Haushaltszucker. Die WHO ist hinsichtlich des Zuckerkonsums strenger. Sie nennt einen Wert von maximal 25 Gramm pro Tag. Dazu zählen auch natürliche Süßungsmittel wie Honig sowie Fruchtsäfte.

    Tipps für gesundes Naschen

    • Bei einer ausgewogenen Ernährung und einer guten körperlichen Verfassung können Sie gelegentlich zu Süßigkeiten greifen. Ob fünf Stücke Schokolade, 40 Gramm Nuss-Nougat-Creme, 15 Gummibärchen oder 200 Milliliter Cola – jede Portion enthält in etwa 25 Gramm Zucker.
    • Greifen Sie zu zuckerarmen Obstsorten wie roten Beeren oder Aprikosen. Welche Lebensmittel außerdem wenig Zucker enthalten, erfahren Sie hier.
    • Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Naschereien in Ruhe zu genießen und essen Sie sie nicht gehetzt nebenbei.
    • Um den Blutzucker im Laufe des Tages nicht noch einmal ansteigen zu lassen, sollten Sie die Süßigkeiten am besten als kleinen Nachtisch im Anschluss zu einer Hauptmahlzeit essen.

    Alles rund um Ernährung

    Frau möchte Lebensmittel frisch halten und verstaut sie im Kühlschrank.
    Lebensmittel
    Schalen und Teller mit Nüssen, Obst, Fleisch und Fisch
    Abnehmen
    Gesund grillen Rezepte
    Gesunde Ernährung
    Gesunde Ernährung für Kinder: Mutter, Vater und Tochter bereiten gemeinsam einen Salat zu.
    Gesunde Ernährung
    Person hält einen Teller mit einem Feta-Salat in beiden Händen
    Ernährungsformen
    Zitrusfrüchte als Vitamin-C-Lieferanten
    Vitamine
    Frau streut Kürbiskerne über eine vegane Bowl
    Ernährungsformen
    Frau schält eine Karotte
    Ernährungsformen