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Süßigkeiten für Diabetiker: Wie Sie bewusst genießen können

Eine Frau backt ein Osterlamm, das für Diabetiker geeignet ist.

© iStock / GMVozd

Lesezeit: 6 Minuten11.04.2022

Süßigkeiten sind für Diabetiker kein Tabu mehr – wenn die Gesamtbilanz der Kalorien und Kohlenhydrate beachtet wird. Wie viele Leckereien Diabetiker ohne Reue essen können und welche süßen, aber zuckerfreien Alternativen es gibt, erfahren Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Wie viel Zucker ist für Diabetiker erlaubt?

    Süßigkeiten gehören an den Feiertagen einfach dazu. Tatsächlich wird an Ostern mehr Süßes verzehrt als zu Weihnachten. Durchschnittlich wird pro Haushalt mehr als ein Kilogramm Schokolade über die Feiertage vernascht. Grundsätzlich gilt: Süßigkeiten sind auch für Diabetiker mit Typ 1 oder Typ 2 erlaubt. Zuckerkranke sollten jedoch ihre Ernährung, sowie die verzehrten Kalorien und Kohlenhydrate, im Blick behalten. Das gilt nicht nur für süße Leckereien, sondern auch für das Festtagsessen.

    Die Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfehlen eine maximale Zufuhr freier Zucker von maximal zehn Prozent der Gesamtenergiezufuhr. Hierzu zählen alle Zuckerarten, die Speisen, Getränken oder Süßigkeiten wie Schokolade zugefügt werden, aber auch Zucker, der natürlicherweise in Honig, Sirup und Fruchtsäften vorkommt. Bei einer geschätzten Gesamtenergiezufuhr von 2.000 Kilokalorien pro Tag entspricht dies einer maximalen Zufuhr von 50 Gramm Zucker oder umgerechnet etwa 10 Teelöffeln voll Zucker. Zur Veranschaulichung: In 100 Gramm Ketchup sind durchschnittlich 22 Gramm Zucker enthalten, in 100 Gramm Nuss-Nougat-Creme sind es 55 Gramm.

    Was sollten Diabetiker beim Verzehr von Süßigkeiten beachten?

    Schokolade und andere Süßigkeiten enthalten meist reichlich Einfach- oder Haushaltszucker (Monosaccharide). So enthält ein 100-Gramm-Schokohase etwa 50 Gramm Zucker und damit bereits die empfohlene maximale Tageszufuhr an freien Zuckern. Kommt beispielsweise noch ein Marmeladenbrot oder versteckter Zucker aus Fertiggerichten hinzu, wird schnell das Maß überschritten. Das Problem dabei: Haushaltszucker gehört zu den „schnellen Kohlenhydraten“. Das bedeutet, er muss während der Verdauung nicht gespalten werden, sondern gelangt schnell ins Blut. Dementsprechend schießt der Blutzucker rasch in die Höhe.

    Damit es nicht zu Problemen bei der Insulin-Anpassung kommt, sollten Diabetiker, die Insulin zu den Mahlzeiten spritzen, etwas mehr Insulin zuführen. Auch eine Insulinpumpe sollte entsprechend eingestellt werden. Voraussetzung ist, den Kohlenhydratgehalt der Leckereien zu kennen. Eine Kohlenhydrateinheit (KE) entspricht etwa zehn Gramm Kohlenhydraten beziehungsweise Zucker.

    Auch Diabetiker mit einer konventionellen Diabetestherapie, die Tabletten einnehmen oder nicht vor jeder Insulinspritze ihren Blutzuckerspiegel bestimmen, sollten den Zuckergehalt von Süßigkeiten und anderen Osterleckereien im Auge behalten, indem sie die Nährwertangaben auf der Verpackung beachten oder sich im Vorhinein informieren. Die Deutsche Diabetes-Hilfe hat zum Beispiel speziell für Ostern eine Checkliste für Süßigkeiten veröffentlicht, welche die Nährwerte von einzelnen Süßigkeiten aufführt.

    Welche Süßigkeiten dürfen Zuckerkranke essen?

    Süßes ist nicht gleich Süßes. Zu den kritischen Oster-Naschereien gehören Fondant-Eier: Sie enthalten zwar wenig Fett, aber etwa 86 Gramm Zucker pro 100 Gramm. Daher sollten Diabetiker um diese Zuckerfallen einen großen Bogen machen.

    Wer auf Schokolade nicht verzichten möchte, sollte auf Bittersorten ausweichen, da diese mehr Kakao, aber weniger Zucker und Fett enthalten. Ein weiterer Vorteil ist, dass man hiervon meist weniger isst. Das ist besonders für übergewichtige Diabetiker wichtig, denn unabhängig von der Sorte schlägt Schokolade mit 500 und 600 Kilokalorien pro 100 Gramm zu Buche.

    Grundsätzlich gilt: Für den Schoko-Genuss sollte man sich Zeit nehmen und den süßen Schmelz langsam und bewusst auf der Zunge zergehen lassen. Wichtig ist zudem, nicht nebenbei zu naschen und keine Süßigkeiten zu essen, wenn man (Heiß-)Hunger hat. Lieber erst einmal zu etwas Obst, Joghurt, einer Scheibe Brot oder ein paar Nüssen greifen. Ärzte empfehlen, Süßigkeiten am besten nach einer Hauptmahlzeit zu naschen. Etwas austricksen bei der Menge kann man sich auch, indem man sich nur eine Portion Süßes erlaubt – etwa einen abgepackten Schoko-Riegel oder eine einzeln verpackte Praline.

    Geheimtipp „Süßübung“

    So überlisten Sie Ihre Gelüste

    Testen Sie beispielsweise mit einem Stück Schokolade, an welcher Stelle Ihrer Zunge Sie die Süße am intensivsten schmecken, und lassen Sie Ihre Süßigkeit genau hier langsam zergehen. Dadurch benötigen Sie nicht so viel Süßes – kleine Mengen reichen schon aus, um das Verlangen zu stillen.

    Wo kann man Süßigkeiten für Diabetiker kaufen?

    Spezielle Diabetiker-Lebensmittel und damit auch -Süßigkeiten gibt es inzwischen nicht mehr, um Zuckerkranke nicht in falscher Sicherheit zu wiegen. So enthielten die Spezialprodukte zwar keinen Haushaltszucker, dafür jedoch Fruchtzucker oder Zuckeralkohole, die den Appetit nach mehr steigerten. Hinzu kommt, dass die Produkte hohe Anteile an ungünstigen Fetten hatten. Das kann für Diabetiker, die ohnehin oft Probleme mit ihrem Gewicht haben, problematisch sein. Reformhäuser, Drogerien und Supermärkte führen inzwischen jedoch ein großes Angebot an Süßigkeiten, die sich für Diabetiker besser eignen.

    Oft enthalten Süßigkeiten für Diabetiker sogenannte Steviolglycoside als Süßstoff (auch erkennbar an der Bezeichnung E 960). Stevia ist eine in Südamerika beheimatete Pflanze, die kalorienfrei und 200- bis 300-mal süßer als Zucker ist, allerdings einen leicht lakritzartigen Geschmack hat. Eine Alternative sind Produkte mit den Zuckeraustauschstoffen Xylit (Birkenzucker) oder Erythrit (Sukrin, Sucolin oder Xucker Light). Xylit enthält etwa halb so viele Kalorien wie Zucker und beeinflusst den Blutzuckerspiegel kaum. Erythrit ist praktisch kalorienfrei und hat keine Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel.

    Für Diabetiker eignen sich schokoladenüberzogene Erdbeeren.
    Bitterschokolade enthält mehr Kakao und weniger Zucker und eignet sich deshalb für Diabetiker gut. Schokoladenüberzogene Früchte stillen den Hunger auf etwas Süßes.

    Wie können Sie Süßigkeiten für Diabetiker selber machen?

    Ein paar Naschereien an den Feiertagen sind in der Regel völlig in Ordnung. Sie können Süßigkeiten und Leckereien für Diabetiker aber auch ganz einfach selbst herstellen. Das hat den Vorteil, dass Sie die Zutaten und die Zuckermenge selbst bestimmen können. So lassen sich Kalorien und Zucker einsparen, indem Sie beim Backen weniger Zucker verwenden. Bei den meisten Rezepten bringt dies trotzdem gute Backerfolge. Es ist sogar möglich, die Zuckermenge auf ein Drittel zu reduzieren. Damit sich die Geschmacksknospen daran gewöhnen können, ist es ratsam, den Zucker nach und nach zu verringern.

    Hier ein paar Diabetiker-freundliche Rezeptvorschläge für Ostern und andere Feiertage:

    So hilft die AOK

    Passende Leistungen der

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