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Light-Produkte – Was steckt dahinter?

Zwei Frauen trinken Light-Produkte in einem Café.

© iStock / RapidEye

Lesezeit: 4 Minuten21.02.2022

Viele Produkte in den Supermarktregalen werden als Light-Produkte beworben. Sie sollen weniger Kalorien, Fett und Zucker enthalten und Essen ohne Reue ermöglichen. Doch was bedeutet „light“ für das Lebensmittel genau? Hier erfahren Sie mehr.

Inhalte im Überblick

    Was versteht man unter Light-Produkten?

    Light-Produkte sind Lebensmittel, bei denen im Vergleich zum Normalprodukt der Nährstoffanteil in mindestens einem Nährstoffbereich reduziert ist. Das kann bedeuten, dass sie weniger Salz, Fett, Zucker und/oder Kalorien pro Portion enthalten. Zahlreiche andere Begriffe existieren, wie zum Beispiel:

    • Balance
    • Zero
    • Diät
    • weniger süß
    • fettarm/fettfrei
    • zuckerarm/zuckerfrei
    • energiearm/energiefrei

    Welche Light-Produkte gibt es?

    Je nach reduziertem Nährwert gibt es verschiedene Arten von Light-Produkten. Dabei sind einige Angaben rechtlich geregelt, andere wiederum nicht. Bei nicht geregelten Begriffen, wie zum Beispiel Balance, haben Hersteller einen großen Spielraum, was genau sich in ihren Produkten verstecken darf. Gesetzlich geregelte Produktbezeichnungen dürfen Hersteller jedoch nur unter bestimmten Bedingungen verwenden.

    Das bedeuten die derzeit zulässigen nährwertbezogenen Angaben bei Light-Produkten:

    ProduktbezeichnungBedeutung
    FettarmWeniger als 3 Gramm Fett je 100 Gramm oder weniger als 1,5 Gramm Fett je 100 Milliliter
    FettfreiWeniger als 0,5 Gramm Fett je 100 Gramm oder 100 Milliliter
    Leicht/lightUm 30 Prozent reduzierter Energie- oder Fettgehalt im Vergleich zum Normalprodukt
    EnergiearmWeniger als 40 Kilokalorien je 100 Gramm oder 20 Kilokalorien je 100 Milliliter
    EnergiefreiWeniger als 4 Kilokalorien je 100 Gramm oder 100 Milliliter
    ZuckerarmWeniger als 5 Gramm Zucker je 100 Gramm oder 2,5 Gramm je 100 Milliliter

    Werbung mit trügerischen Zahlen

    Häufig werben die Hersteller mit genauen Zahlen auf dem Produkt, zum Beispiel: 30 Prozent weniger Fett. Doch hier ist Vorsicht geboten, da die Bezugszahl nicht immer klar ist. Meist gibt es keinen eindeutigen Bezug für die angegebene Zahl – ob Gesamtmasse, Trockengewicht oder Originalprodukt. Außerdem sagen die Zahlen noch nichts dazu aus, ob die Reduktion in einem anderen Nährstoffbereich kompensiert wurde – sprich ob es zwar wenig Fett hat, aber dafür überdurchschnittlich viel Zucker.

    Mutter und Tochter suchen gesunde Light-Produkte im Supermarkt.
    Beim Kauf von Light-Produkten ist ein genauer Blick auf die Nährwertangaben wichtig, da etwa weniger Fett durch mehr Zucker kompensiert werden kann.

    © iStock / Kiwis

    Was sollen Light-Produkte bringen?

    Die Reduktion des Nährwerts, beispielsweise des Kalorien-, Zucker- oder Fettgehalts, soll dabei helfen, das eigene Gewicht zu verringern oder zu halten. Es wird damit geworben, dass die Konsumenten „normal“ weiteressen können, ohne auf etwas verzichten zu müssen. Teilweise kann das tatsächlich funktionieren, da die Energieaufnahme verringert wird. Wer beispielsweise häufig zuckerhaltige Getränke zu sich nimmt, dem kann ein Wechsel auf Light-Produkte mitunter beim Abnehmen helfen. Jedoch sind ein gesundes Essverhalten mit ausgewogener, kalorienreduzierter Ernährung und Bewegung mehr zu empfehlen, um längerfristig abzunehmen und das eigene Gewicht zu halten.

    Light-Produkte: gesund oder ungesund?

    Light-Produkte können Verbraucher leicht in eine Diätfalle tappen lassen. Bei übermäßigem Verzehr sind auch eine gesundheitsschädigende Wirkung und ein negativer Einfluss auf das Essverhalten nicht ausgeschlossen. Eine Abwägung von Nutzen und Risiko sowie ein Blick auf die Nährwert- und Inhaltsstoffangaben sind beim Kauf von Light-Produkten wichtig.

    Vorsicht bei fettarmen Produkten: Zum Abnehmen geeignet?

    Es gibt keine Studie, die belegt, dass Light-Produkte tatsächlich beim Abnehmen helfen. Insbesondere fettarme Produkte haben häufig einen erhöhten Zuckergehalt, da Fett als wichtiger Geschmacksträger fehlt. Das steigert die Kalorienzahl der vermeintlich gesünderen Lebensmittelalternative im Vergleich zum Normalprodukt deutlich. Ein genauer Blick auf die Nährwertangaben des Lebensmittels kann hier Aufschluss geben.1

    Auch fällt die Fettsäurenzusammensetzung bei der „light“-Angabe nicht mit ins Gewicht. Wir benötigen verschiedene gesunde Fettsäuren – die einfach und mehrfach ungesättigten. Im schlimmsten Fall enthalten diese Lebensmittel aber vor allem die ungesunden Transfettsäuren, um für einen guten Geschmack zu sorgen.

    Zuckerarm durch Süßstoffe

    Bei „zuckerreduzierten“ Lebensmitteln setzen Hersteller statt Zucker häufig auf Süßstoffe wie Aspartam, Saccharin und Cyclamat. Die Produkte sind dabei tatsächlich kalorienärmer, jedoch sind Süßstoffe nicht immer unbedenklich. In der Schweinezucht werden sie beispielsweise dem Futter zugesetzt, da sie appetitanregend wirken. Während des Essens schüttet der Körper Insulin aus, um den Zucker im Blut den darauf angewiesenen Organen zugänglich zu machen. Bei Verzehr von Süßstoffen entsteht im Körper hingegen eine Unterzuckerung, sodass der Appetit nach süßen Lebensmitteln noch weiter steigt. Süßstoffe können während einer Diät somit einen gegenteiligen Effekt erzielen. Und: Langfristig ist eine Gewichtsreduzierung erfolgreicher, wenn man sich von Süße entwöhnt. Das ist beim Verzehr von Süßstoffen nicht gegeben.

    Aus gesundheitlicher Sicht ist die regelmäßige Zufuhr von Süßstoffen problematisch. So konnten mehrere Studien nachweisen, dass Süßstoffe das Risiko von Diabetes Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Schlaganfällen erhöhen. Insbesondere der künstliche Süßstoff Aspartam fiel bei den Untersuchungen negativ auf: Bei der Verdauung von Aspartam entsteht im Körper das Nervengift Formaldehyd, welches in erhöhter Menge zu einer Vielzahl an Schäden führen kann.

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