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Gesundheitsmagazin

Gesunde Ernährung

Effizienter essen: maximale Power bei minimalem Aufwand

Veröffentlicht am:03.09.2026

6 Minuten Lesedauer

Gesunde Ernährung muss nicht aufwändig sein – und hat mit Verzicht nichts zu tun: Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Martin Smollich zeigt, wie Sie mit dem 20/80-Prinzip und einer Challenge ganz einfach gesunde Ernährungsgewohnheiten etablieren.

Ein Mann in blauem Hemd steht in der Küche und hält eine braune Papiertüte mit frischem Gemüse. Er lacht.

© iStock / Peopleimages

Warum Männer sich oft ungesünder ernähren

Viele Männer kümmern sich um ihr Auto sorgfältiger als um ihre Gesundheit: Der Ölstand wird regelmäßig kontrolliert, Warnleuchten werden ernst genommen und zur Tankstelle geht‘s natürlich rechtzeitig, bevor der Tank komplett leer ist. Beim eigenen Körper wird jedoch oft erst gehandelt, wenn alle Alarmsirenen schrillen. Dabei gibt es kaum einen Bereich, in dem sich mit so wenig Aufwand langfristig so viel erreichen lässt wie bei der Ernährung.

Männer essen anders als Frauen. Im Durchschnitt greifen sie häufiger zu Fleisch, Wurst, Fast Food, Softdrinks und Alkohol – aber seltener zu Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Das hat viele Gründe: Traditionelle Rollenbilder spielen dabei ebenso eine Rolle wie ihre Arbeitsumgebungen, Schichtarbeit oder die Gewohnheit, Mahlzeiten „nebenbei“ einzunehmen.

Die Folgen dieser Ernährungsweise zeigen sich allerdings meist erst Jahre später. Übergewicht, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln sich schleichend. Gerade das macht sie so gefährlich. Denn was sich mit 40 noch völlig problemlos anfühlt, kann mit 55 oder 60 plötzlich zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Der vermeintlich „plötzliche“ Herzinfarkt hat oft eine lange Vorgeschichte. Doch diese Entwicklung ist keineswegs unausweichlich. Ernährung gehört zu den Faktoren, die Sie selbst beeinflussen können – und zwar jeden Tag aufs Neue.

Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Martin Smollich

Ein Portrait des Ernährungswissenschaftlers Prof. Dr. Martin Smollich in weißem Hemd vor hellem Grund.

© Hanna Lenz

Prof. Dr. rer. nat. Martin Smollich beschäftigt sich mit der medizinischen Wirkung von Lebensmittelinhaltsstoffen, Functional Food und Nahrungsergänzungsmitteln. Er forscht und lehrt am Institut für Ernährungsmedizin der Uniklinik Schleswig-Holstein in Lübeck und ist zudem Bestseller-Autor mehrerer Ernährungsratgeber.

Gesund essen trotz vollem Terminkalender: So einfach geht‘s

Oft verbinden Männer gesunde Ernährung mit langweiligen Salaten, Verzicht oder stundenlangem Vorkochen. In Wirklichkeit geht es meist um deutlich einfachere Dinge. Nicht Perfektion macht den Unterschied, sondern Regelmäßigkeit.

Nicht ohne den Beilagensalat: Gemüse zur Gewohnheit machen

Eine der wirksamsten Veränderungen ist zugleich eine der einfachsten: Planen Sie zu jeder Hauptmahlzeit eine Portion Gemüse oder Salat ein. Das kann ein Beilagensalat in der Kantine sein, Rohkost zum Abendbrot oder Tiefkühlgemüse zum schnellen Mittagessen. Entscheidend ist, dass häufiges Gemüseessen selbstverständlich wird. Denn Gemüse liefert Ballaststoffe, Vitamine und zahlreiche Pflanzenstoffe, die Herz, Gefäße und Stoffwechsel unterstützen.

Ernährung für Muskelaufbau und Muskelerhalt: Protein clever auswählen

Ab dem mittleren Lebensalter wird es zunehmend wichtig, die Muskelmasse zu erhalten. Dafür benötigt der Körper ausreichend Eiweiß. Viele Männer decken ihren Proteinbedarf allerdings vor allem über Fleisch und Wurst. Für die Gesundheit sind aber andere Proteinquellen die bessere Wahl. Dazu gehören Fisch, Hülsenfrüchte, Milchprodukte wie Skyr oder Quark, Sojaprodukte, Nüsse und Eier. Niemand muss deshalb komplett auf Fleisch verzichten. Schon kleine Verschiebungen auf dem Speiseplan können langfristig positive Effekte haben.

„Schon der Austausch eines täglichen Softdrinks gegen Wasser spart im Laufe eines Jahres mehrere Kilogramm Zucker ein.“

Prof. Dr. Martin Smollich
Ernährungswissenschaftler

Zuckerfalle Getränke: So trinken Sie kalorienarm

Die meisten Menschen denken beim Thema Ernährung zuerst an Essen. Dabei landen viele zusätzliche Kalorien im Glas. Limonaden, Energydrinks, Fruchtsäfte und alkoholische Getränke liefern häufig viel Zucker und Energie, ohne wirklich satt zu machen. Wasser, Mineralwasser, ungesüßter Tee oder Kaffee sind meist die bessere Wahl. Schon der Austausch eines täglichen Softdrinks gegen Wasser spart im Laufe eines Jahres mehrere Kilogramm Zucker ein. Wer sich schrittweise umstellen möchte, kann übergangsweise auch auf kalorienfreie Zero-Getränke zurückgreifen.

Die 80-Prozent-Regel: kleine Veränderung mit großer Wirkung

Wer seine Ernährung verbessern möchte, muss nicht gleich alles ändern, und auch Pizza und Pommes sind nicht komplett verboten. Im Gegenteil: Oft bringen schon wenige gezielte Maßnahmen den größten Effekt. Mehr Gemüse, ausreichend Protein oder der Austausch von Softdrinks gegen kalorienfreie Alternativen sind gute Beispiele. Frei nach dem 20/80-Prinzip gilt: Mit etwa 20 Prozent Veränderung lassen sich häufig bereits 80 Prozent des gesundheitlichen Nutzens erzielen. Entscheidend ist nicht Perfektion, sondern dass Sie dauerhaft dranbleiben.

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Ballaststoffe, Alkoholverzicht und Muskelerhalt: Tipps für eine gesunde Ernährung für Männer

Die meisten Männer nehmen deutlich weniger Ballaststoffe zu sich als empfohlen. Diese unterstützen nicht nur die Darmgesundheit, sondern helfen auch bei der Gewichtskontrolle und senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Darmkrebs. Gute Quellen sind Vollkornprodukte, Haferflocken, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst und Nüsse.

Außerdem gehört für viele Männer Alkohol bei verschiedenen Anlässen selbstverständlich dazu. Aus gesundheitlicher Sicht gilt jedoch: je weniger Alkohol, desto besser. Schon ein paar alkoholische Getränke weniger pro Woche können sich positiv auf Blutdruck, Schlafqualität, Gewicht und Lebergesundheit auswirken.

Gesunde Ernährung meint nicht Verzicht

Der größte Stolperstein auf unserem Weg zu einer gesünderen Ernährung liegt in unserer Vorstellung davon:

  • Der Mythos: Gesunde Ernährung bedeutet Verzicht, Eintönigkeit und großen Aufwand.
  • Die Realität: Schon kleine, regelmäßige Veränderungen haben eine große Wirkung auf Ihre Gesundheit.
  • Der Durchbruch: Machen Sie Gemüse zur Gewohnheit, wählen Sie clevere Proteinquellen und trinken Sie mehr Wasser.
  • Das Geheimnis: Nutzen Sie das 20/80-Prinzip. Schon mit 20 Prozent Veränderung erreichen Sie 80 Prozent des gesundheitlichen Nutzens. Entscheidend ist nicht Perfektion, sondern dass Sie dauerhaft dranbleiben.

Ihre Challenge: Neue Ernährungsgewohnheiten etablieren

Jetzt kennen Sie die wichtigsten Stellschrauben für eine gesündere Ernährung. Zeit, sie im Alltag zu testen! Probieren Sie in der kommenden Woche drei einfache Dinge aus:

  • Trinken Sie täglich mindestens ein Glas Wasser mehr als sonst.
  • Essen Sie zu jeder Hauptmahlzeit eine Portion Gemüse oder Obst.
  • Planen Sie an mindestens zwei Tagen eine fleischfreie Mahlzeit ein.

Das klingt machbar? Genau darum geht es. Gesundheit entsteht selten durch radikale Veränderungen. Sie entsteht durch Gewohnheiten, die sich dauerhaft in den Alltag integrieren lassen. Jeder Schritt zählt – und der beste Zeitpunkt dafür ist heute.

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