Liebe & Sexualität

Eifersucht: Warum sie in Maßen sogar gut ist – Doc Felix klärt auf

Veröffentlicht am:17.07.2026

7 Minuten Lesedauer

Ein Gefühl, das richtig weh tun kann und auch wütend macht: Eifersucht. Wieso es sie gibt, warum sie manchmal sogar gut sein kann und wie wir sie leichter überwinden können, weiß Arzt und Medfluencer Doc Felix.

Ein Mann und eine Frau sitzen auf einer Bank im Park. Sie dreht ihm den Rücken zu und schaut auf ihr Handy. Er blickt wütend zu ihr rüber.

© iStock / Obradovic

Porträt des Medfluencers Doc Felix Berndt.

© privat

Felix Berndt alias Doc Felix

Felix Berndt ist Arzt und Fitnessprofi. Auf Instagram und YouTube begeistert der Hagener seine Follower und Followerinnen mit Gesundheitstipps.

Warum empfinden Menschen Eifersucht in Beziehungen?

Die meisten Menschen, die ich kenne, waren schon mal eifersüchtig. Ich natürlich auch. Nur zugeben möchte es niemand so gerne. Erst neulich habe ich einen Kumpel getroffen, dem es nicht gut ging. Ich musste lange bohren, bis er mir erzählte, dass seine Freundin neuerdings öfter alleine unterwegs ist und ihn das beunruhigt.

Eifersucht fühlt sich nicht gut an. Sie ist ein Störgefühl, das entsteht, wenn eine wichtige Beziehung in Gefahr zu sein scheint. Wenn wir befürchten, einen Partner, eine Partnerin oder einen anderen geliebten Menschen zu verlieren. Zum Beispiel, wenn eine dritte Person in eine Zweierbeziehung eindringt – oder einzudringen droht. Oder wir uns vorstellen, dass sie das tut.

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Warum löst Eifersucht so viele negative Emotionen aus?

Wer eifersüchtig ist, fühlt sich unsicher und verletzlich. Eifersucht kann Verlustangst, Trauer und Wut auslösen. Verselbstständigt sich das Kopfkino, beginnt oft auch der Stress. Mal mehr, mal weniger. Dieser Gefühlszustand kommt nicht nur bei Paaren vor. Denn Freundschaften zählen genauso zu den bedeutenden Beziehungen.

Eifersucht kann darum auch entstehen, wenn die beste Freundin plötzlich mit ihrer neuen Kollegin ins Kino geht und nicht mit dir. Oder wenn es im Freundeskreis eine Party gibt, und du nicht eingeladen bist. Da werden emotionale Bindungen auf die Probe gestellt. Und die Reaktionen können ganz unterschiedlich sein.

Wozu gibt es Eifersucht eigentlich?

Das mag dich jetzt vielleicht überraschen, aber Eifersucht ist gar nicht so negativ wie allgemein gedacht. Vielmehr scheint sie eine angeborene, gesunde Reaktion zu sein, wie Untersuchungen zeigen. In US-amerikanischen Studien konnte beobachtet werden, dass schon fünf bis sechs Monate alte Babys eifersüchtig reagieren, wenn sich ihre Bezugsperson einem anderen Baby zuwendet – und das unabhängig davon, ob es Geschwister gibt oder nicht.

Eifersucht ist also keineswegs beschämend, sondern im Grunde eine Art Reflex, der dabei hilft, wichtige Bindungen aufrechtzuerhalten.

Doc Felix erklärt, wie man Eifersucht besser erkennen und mit ihr umgehen kann.

Wie kann man mit Eifersucht richtig umgehen?

Es ist also völlig in Ordnung, eifersüchtig zu sein? Ja, aber nur, wenn die Eifersucht ein gewisses Maß nicht übersteigt. Wenig hilfreich ist es zum Beispiel, dich in dein Misstrauen hineinzusteigern und aus deiner Kränkung heraus Vorwürfe zu machen. Das würde deiner Beziehung nur schaden.

Nimm stattdessen das Gefühl zum Anlass, dir darüber klar zu werden, wie wichtig dir die Partnerschaft ist. Und überlege dir, was du tun kannst, ob du mehr in sie investieren möchtest. Überfordert dich deine Eifersucht aber, dann hol dir lieber professionellen Rat.

Meinem Kumpel hat es geholfen, mit seiner Freundin über seine Ängste zu sprechen. Das Ergebnis: Es hatte gar nichts mit ihm zu tun. Sie wollte einfach nur mal wieder Zeit mit anderen verbringen. Und der Kontakt zu Menschen außerhalb der Beziehung – auch das zeigen Studien – tut allen gut.

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