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Schwangerschaftsvorsorge: Untersuchungen im Check

Junge Mutter freut sich mit Tochter auf ein weiteres Baby
Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 15.07.2020

Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft geben Auskunft darüber, wie sich das ungeborene Kind im Mutterleib entwickelt. Mit speziellen Tests können Ärzte bei der sogenannten Pränataldiagnostik zum Beispiel gezielt nach Hinweisen auf Fehlbildungen oder Krankheiten beim ungeborenen Kind suchen. Welche Untersuchungen von der Kasse getragen werden und was Sie unbedingt wissen sollten, erfahren Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Schwangerschaftsvorsorge: Welche Untersuchungen werden gemacht?

    Bleibt die Periode aus und ist der Schwangerschaftstest positiv, können die ersten Vorsorgeuntersuchungen in der Regel ab der fünften Schwangerschaftswoche (SSW) durchgeführt werden.

    Bei der regelmäßigen Schwangerschaftsvorsorge werden dann bestimmte Untersuchungen bei jeder bevorstehenden Geburt routinemäßig durchgeführt. Dazu gehören unter anderem:

    • Gewichtskontrolle (alle vier Wochen)
    • Herzkontrolle (alle vier Wochen)
    • Bestimmung des Hämoglobingehalts im Blut (alle vier Wochen)
    • Ultraschalluntersuchungen (einmal pro Schwangerschaftsdrittel, bei Problemen auch häufiger)
    • Oft auch Prüfung auf Hepatitis, Röteln, HIV oder Syphilis

    In den letzten beiden Schwangerschaftsmonaten werden die Vorsorgeuntersuchungen alle 14 Tage durchgeführt. Der Arzt bestimmt die Position des Kindes und den Stand der Gebärmutter (dafür ist eine Ultraschalluntersuchung zwischen der 29. und 32. Schwangerschaftswoche vorgesehen) und zeichnet die Herzfrequenz des Kindes sowie die Wehentätigkeit auf (Kardiotokographie). Ab der 36. Schwangerschaftswoche sind weitere Ultraschalluntersuchungen möglich, wenn der Arzt eine falsche Kindslage vermutet. Dies zahlt in der Regel die Kasse. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden im Mutterpass festgehalten.

    Übrigens: Werdende Mütter haben einen gesetzlichen Anspruch auf die Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft und müssen von ihrem Arbeitgeber für die Zeit des Arztbesuches freigestellt werden.

    Wann und wie oft werden Ultraschalluntersuchungen gemacht?

    Der wohl spannendste Moment im Leben der werdenden Eltern ist, wenn man das erste Mal das noch ungeborene Kind im Mutterleib sehen kann. Ultraschalluntersuchungen zeigen, wie weit sich der Fötus bereits entwickelt hat – und auch das Geschlecht des Kindes ist bei fortgeschrittener Schwangerschaft häufig darauf zu erkennen. Nicht bei jedem Vorsorge-Termin wird jedoch ein Ultraschall angefertigt. Wie in den Mutterschaftsrichtlinien vorgegeben, gibt es drei feste Zeiträume, in denen eine Ultraschall-Untersuchung durchgeführt wird:

    • Zwischen der 9. und 12. SSW
    • Zwischen der 19. und 22. SSW
    • Zwischen der 29. und 32.SSW

    Schwangere Frau beim Ultraschall
    © AOK

    Pränatale Diagnostik: Untersuchung bestimmter Erbanlagen

    Ob das noch ungeborene Kind möglicherweise an einer erblich bedingten Erkrankung leidet, können die Ärzte mithilfe der Pränataldiagnostik feststellen.

    Zur Pränataldiagnostik gehören Untersuchungen und Tests, die vor der Geburt (pränatal) durchgeführt werden und über die im Mutterpass vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen hinausgehen. Im Fall möglicher Entwicklungsstörungen können Ärzte mit den pränatalen Untersuchungen gezielt nach Fehlbildungen, Chromosomenstörungen oder erblich bedingten Erkrankungen beim ungeborenen Kind suchen. Viele Frauen und Paare erhoffen sich von den vorgeburtlichen Untersuchungen die Gewissheit, dass mit ihrem Baby alles in Ordnung ist. Eine Garantie, dass ihr Kind gesund auf die Welt kommt, können die Tests aber nicht geben.

    Pränataldiagnostik sinnvoll? Das sollten Eltern wissen

    Untersuchungen, die zur pränatalen Diagnostik gehören, zählen in der Regel zu den sogenannten „Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Die Kosten werden normalerweise nicht von der gesetzlichen Krankenkasse getragen, da sie optional zusätzlich zu den Routine-Kontrollen durchgeführt werden – es sei denn, sie sind ärztlich angeordnet. Neben dem Kostenfaktor gibt es aber auch noch weitere Punkte, die Sie beachten sollten, falls Sie eine pränatale, diagnostische Untersuchung in Betracht ziehen. Denn:

    • Nur ein kleiner Teil der möglichen Beeinträchtigungen oder Entwicklungsstörungen kann während der Schwangerschaft erkannt werden.
    • Aus den Testergebnissen lässt sich in der Regel keine klare Aussage über den späteren Verlauf einer Krankheit oder die Schwere einer Behinderung ableiten.
    • Die Ergebnisse sind nicht immer eindeutig, sodass weitere Untersuchungen notwendig werden können.
    • Bei vielen Tests sind Fehlalarme möglich, die werdende Eltern unnötig beunruhigen.

    Werdende Eltern, die sich für eine pränatale Diagnostik entscheiden, sollten sich im Vorfeld gründlich über die Untersuchungsmethoden informieren und mögliche Konsequenzen abwägen. Es besteht immer das Risiko einer Fehlgeburt durch einen invasiven Eingriff während der Schwangerschaft. Sprechen Sie deshalb ausführlich mit Ihrem behandelnden Arzt und Ihrer Hebamme und bitten Sie um eine individuelle Beratung. Auch in Schwangerschaftsberatungsstellen können Sie sich zu Fragen der Pränataldiagnostik beraten lassen. Das hilft Ihnen, die für Sie richtige Entscheidung zu treffen.

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    Die wichtigsten pränatalen Untersuchungen im Überblick

    Mediziner unterscheiden bei der vorgeburtlichen Diagnostik (Pränataldiagnostik) zwischen invasiven und nicht invasiven Methoden. Bei den invasiven Verfahren ist ein Eingriff in den Körper der Schwangeren nötig, weshalb man sich ganz besonders gründlich überlegen sollte, ob man einen solchen Eingriff durchführen lassen möchte. Aber auch nicht invasive Eingriffe sollten gut überlegt sein. Folgende pränatale Untersuchungen gibt es:

    Pränatale Untersuchung
    NackenfaltenmessungBei der Nackenfaltenmessung überprüft der Arzt die „Nackentransparenz“ des Babys. Was das bedeutet? Hier kann ermittelt werden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass das Kind am Downsyndrom erkrankt (Trisomie 21). Die Untersuchung kann zwischen der 12. und 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.
    Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)Bei der Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) können bestimmte Chromosomenabweichungen, wie Trisomien, aber auch vererbbare Erkrankungen und bestimmte Entwicklungsstörungen des Kindes festgestellt werden. Sie wird in der Regel zwischen der 16. und 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Bei der Untersuchung führt der Arzt eine feine Nadel durch die Bauchdecke und die Gebärmutterwand in die Fruchtblase ein und entnimmt etwas Fruchtwasser. Auf das Ergebnis dieser Untersuchung müssen die werdenden Eltern rund 14 Tage warten. Bei dieser invasiven Untersuchung kann es zu Wehen, dem Abgang von Fruchtwasser sowie einer Fehlgeburt kommen.
    Plazenta-Punktion (Chorionzottenbiopsie)Die Plazenta-Punktion ist die früheste Möglichkeit, den Fötus auf Chromosomenabweichungen oder vererbbare Erkrankungen zu untersuchen. Sie wird meist zwischen der 11. und der 13. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Der Arzt entnimmt durch die Scheide oder die Bauchdecke mit einer Hohlnadel ein winziges Stückchen der Plazenta. Die darin enthaltenen Zellen werden auf Abweichungen im Erbgut untersucht. Die Ergebnisse sind zuverlässig, können aber nicht vorhersagen, in welchem Ausmaß sich die Erkrankung tatsächlich später beim Kind manifestieren wird. Das Risiko, aufgrund des Eingriffs eine Fehlgeburt zu erleiden, beträgt bis zu zwei Prozent.
    Nabelschnuruntersuchung (Chordozentese)Die Nabelschnur-Punktion funktioniert ähnlich wie die Fruchtwasseruntersuchung. Sie klärt den Verdacht auf Blutarmut, Blutgruppenunverträglichkeit oder bestimmte Infektionskrankheiten mit dem Ziel, das ungeborene Kind möglichst frühzeitig behandeln zu können. Der Arzt entnimmt über eine feine Nadel, die durch die Bauchdecke der Mutter in die Nabelschnur des Ungeborenen eingeführt wird, eine Blutprobe. Eine Nabelschnurpunktion ist ab der 18. Schwangerschaftswoche möglich. Das Risiko einer Fehlgeburt infolge der Untersuchung liegt bei bis zu drei Prozent.

    Risiko Schwangerschaftsvergiftung: Test auf Präeklampsie (EPH-Gestose)

    Einige Frauen haben ein höheres Risiko, an einer Schwangerschaftsvergiftung zu leiden. Darunter fallen unter anderem Frauen mit hohem Übergewicht, ältere Frauen über 40 Jahren sowie Schwangere mit Diabetes mellitus. Hier kann ein Test helfen, das Risiko zu bestimmen und gegebenenfalls durch die frühzeitige Einnahme von Acetylsäure (ASS) vorgebeugt werden.

    Schwangerschaftsvorsorge: Was zahlt die Kasse?

    Die Kosten für Fruchtwasseruntersuchungen sowie Plazenta- oder Nabelschnurpunktionen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn die Untersuchung medizinisch begründet ist. Das Ersttrimester-Screening ist keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung, wird jedoch in bestimmten Fällen und von einigen Krankenkassen übernommen. Genetische Blutuntersuchungen bei Schwangeren sind nicht Bestandteil des GKV-Leistungskatalogs und müssen daher in der Regel selbst bezahlt werden.

    Wer trägt die Kosten bei pränatalen Eingriffen?

    Empfiehlt der Arzt eine dieser besonderen Untersuchungen, so trägt die Krankenkasse (AOK) die Kosten dafür.

    Jedoch: Die Kosten für den sogenannten Triple-Test, bei dem durch Blutuntersuchungen mögliche genetische Veränderungen beim ungeborenen Kind untersucht werden können, werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr übernommen, da falsche Ergebnisse häufiger auftreten können. Er gehört zu den individuellen Gesundheitsleistungen.

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