Darmkrebs frühzeitig erkennen

Frauen ab 55 Jahren und Männer ab 50 Jahren haben zur Darmkrebsfrüherkennung Anspruch auf eine Darmspiegelung. In einigen Regionen bietet die AOK ihren Versicherten die Vorsorge schon ab 45 und 40 Jahren an. Neu ist ein organisiertes Screening-Programm: AOK-Versicherte erhalten in regelmäßigen Abständen eine Einladung zu den Untersuchungen.

Ein Arzt bereitet eine Darmspiegelung vor. Wichtig ist, Darmkrebs in möglichst frühen Stadien zu erkennen.© iStock / Wicki58

Inhalte im Überblick

    Darmkrebsfrüherkennung: Nutzen und Risiken

    An Darmkrebs erkranken laut Robert Koch-Institut in Deutschland circa 61.000 Menschen im Jahr. Das Risiko steigt mit dem Alter. Mehr als die Hälfte der Patienten erkrankt jenseits des 70. Lebensjahres, nur etwa zehn Prozent der Darmkrebserkrankungen treten vor dem 55. Lebensjahr auf. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

    Seit Einführung der Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs ist die Erkrankungsrate gesunken. Auch die Zahl der Betroffenen, die an Darmkrebs sterben, ist deutlich zurückgegangen. Durch die Darmkrebsvorsorge können bereits Vorstufen von Krebs entdeckt und entfernt werden, sodass Krebs gar nicht erst entstehen muss. Die AOK empfiehlt deshalb die Teilnahme an der Früherkennungsuntersuchung.

    Bei der Abwägung des Nutzens und der möglichen Risiken hilft eine Patienteninformation des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

    Wie Darmkrebs entsteht

    Der Begriff Darmkrebs umfasst Krebserkrankungen aller Darmabschnitte. Er betrifft jedoch fast ausschließlich den Dick- und Enddarm. In den meisten Fällen handelt es sich um bösartige Tumoren, die aus Wucherungen in der Darmschleimhaut entstehen. Diese Wucherungen sind zunächst gutartige Vorstufen und werden auch als Darmpolypen bezeichnet. Bis aus einem gutartigen Polypen Darmkrebs entsteht, kann es viele Jahre dauern.

    Darmkrebsfrüherkennung: Diese Untersuchungsmethoden sind gesetzlich vorgesehen

    Bei der Darmkrebsfrüherkennung können Sie zwischen zwei Methoden wählen: dem Stuhltest auf nicht sichtbares (okkultes) Blut und der Darmspiegelung (Koloskopie).

    • Die Darmspiegelung ist die zuverlässigste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs. Darmpolypen oder verdächtige Schleimhautstellen, die dabei entdeckt werden, können meist direkt entfernt werden. Zur Vorbereitung müssen Sie ein Abführmittel nehmen, das den Darm möglichst vollständig entleert. In seltenen Fällen können bei der Darmspiegelung Komplikationen, wie Blutungen und Darmverletzungen, auftreten.
    • Der Test auf okkultes Blut im Stuhl wird zu Hause angewendet und danach zur Analyse in der Arztpraxis abgegeben. Er erfordert keine vorbereitende Abführung. Ein auffälliges Testergebnis kann nur durch eine anschließende Darmspiegelung abgeklärt werden. Der Stuhltest übersieht manchmal erste Anzeichen von Darmkrebs, kann aber auch falschen Alarm auslösen.

    Für den Stuhltest können Sie einen Termin mit Ihrem Hausarzt vereinbaren. Für eine Darmspiegelung wenden Sie sich bitte an einen Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie.

    Einladung der AOK zur Darmkrebsvorsorge

    Damit Sie keine Darmkrebsfrüherkennung verpassen, wird die AOK Sie schriftlich zu den Untersuchungen einladen. Das erste Schreiben zur Darmkrebsvorsorge erhalten Männer und Frauen im Alter von 50 Jahren, dann mit 55, 60 und 65 Jahren.

    • Wie läuft ein Stuhltest ab?

      Den Stuhltest führen Sie in Absprache mit Ihrem Arzt selbst zu Hause durch. Sie erhalten in der Praxis eine Packung mit allen für eine Stuhlentnahme notwendigen Utensilien: einen kleinen Stab, ein luftdicht verschließbares Röhrchen und einen Umschlag. Mit dem Stab entnehmen Sie die Stuhlprobe, geben diese in das Röhrchen, verschließen es und legen es in den Umschlag, den Sie schließlich Ihrem Arzt übergeben. Das Labor untersucht die Probe auf Blutspuren. Falls etwas gefunden wird, meldet sich der Arzt bei Ihnen zur weiteren Abklärung.

    • Wie lässt sich nicht sichtbares (okkultes) Blut im Stuhl nachweisen?

      Da Polypen und Tumoren manchmal bluten, können winzige Spuren von Blut im Stuhl auf eine Darmerkrankung hinweisen. Die Antikörper im immunologischen Test (iFOBT) weisen ausschließlich menschliches Blut im Stuhl nach. Damit werden Fehldiagnosen aufgrund von tierischem Blut, das über die Nahrung in den Stuhl gelangt, ausgeschlossen. Dennoch kann ein Stuhltest manchmal Darmkrebs übersehen – beispielsweise wenn der Tumor nicht blutet – oder auch falschen Alarm auslösen. Bei auffälligen Stuhltests bringt eine Darmspiegelung Sicherheit.

    • Was passiert bei einer Darmspiegelung (Koloskopie)?

      Die Darmspiegelung ist neben dem Stuhltest ein wesentliches Instrument der Früherkennung. Seit diese Methode eingesetzt wird, ist die Erkrankungsrate deutlich gesunken. Durch die Vorsorge können bereits Vorstufen von Krebs entdeckt und entfernt werden, sodass Krebs gar nicht erst entstehen muss. Versicherte haben ab dem 50. Geburtstag Anspruch auf zwei Darmspiegelungen zur Früherkennung. Dazwischen müssen mindestens zehn Jahre Abstand sein.

      Die Darmspiegelung darf nur durch entsprechend erfahrene Ärzte durchgeführt werden. In der Regel sind dies Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie. Der Arzt untersucht mithilfe einer kleinen Kamera, einem sogenannten Endoskop, das Innere des Dickdarms und die Darmschleimhaut auf Auffälligkeiten. Entdeckt er dabei Polypen, kann er sie sofort entfernen und so verhindern, dass daraus Krebs entsteht. Die Untersuchung dauert ungefähr 20 Minuten.

    • Welche Risiken und Nebenwirkungen bestehen bei einer Darmspiegelung?

      Für die Darmspiegelung wird der Darm mit Luft angefüllt und geweitet, damit sich die Kamera ungehindert bewegen kann. Diese Behandlung kann anschließend zu leichten Schmerzen oder Blähungen führen. Das vergeht schnell. Bei Verabreichung eines Beruhigungs- oder Narkosemittels können Schwindel oder Herz-Kreislauf-Probleme auftreten. In seltenen Fällen kommt es zu Blutungen und Darmverletzungen, wenn Polypen entfernt werden. Komplikationen, die behandelt werden müssen, treten bei Frauen aber nur ein- bis zweimal, bei Männern zwei- bis dreimal bei 1.000 Koloskopien auf.

    • Wie bereite ich mich auf eine Darmspiegelung vor?

      Beim Vorgespräch zur Koloskopie erläutert Ihr Arzt, wie die Darmspiegelung abläuft, und Sie können Fragen stellen. Am Abend vor der Untersuchung und/oder am Morgen der Untersuchung entleeren Sie Ihren Darm vollständig mit einem Abführmittel, das der Arzt Ihnen mitgibt. Halten Sie die Anleitung genau ein und nehmen Sie danach nur noch klare Flüssigkeit, am besten Wasser, bis zur Koloskopie zu sich. Die letzte Mahlzeit vor dem Abführen sollte mindestens zwei bis drei Stunden zurückliegen, leicht sein, wenig Ballaststoffe und keine kernhaltigen Lebensmittel enthalten.

    • Was geschieht, wenn ich nicht an der Darmkrebsfrüherkennung teilnehmen möchte?

      Die Darmkrebsfrüherkennung ist freiwillig. Wenn Sie keine weiteren Einladungen wünschen, teilen Sie uns dies bitte mit. Wenn Sie sich gegen eine Früherkennungsuntersuchung entscheiden, verlieren Sie im Falle einer Erkrankung nicht Ihren Versicherungsschutz und werden in der Behandlung nicht benachteiligt.

    Diese Darmkrebsvorsorge zahlt die AOK

    • Männer und Frauen im Alter von 50 bis einschließlich 54 Jahren können einmal jährlich ihren Stuhl auf verborgenes Blut untersuchen lassen. Bei auffälligem Stuhltest haben sie Anspruch auf eine Darmspiegelung zur Abklärung.
    • Männer haben von 50 Jahren an, Frauen von 55 Jahren an Anspruch auf eine Darmspiegelung. Wird nichts Auffälliges gefunden, steht die nächste Untersuchung zur Darmkrebsvorsorge nach zehn Jahren an. Wenn Sie bei Ihrer ersten Darmspiegelung 65 Jahre oder älter sind, dann haben Sie nur Anspruch auf eine Koloskopie.
    • Männer und Frauen ab 55 Jahren können alternativ zur Darmspiegelung alle zwei Jahre ihren Stuhl auf verborgenes Blut untersuchen lassen.

    Die Früherkennungsuntersuchungen richten sich an Männer und Frauen, die keine Anzeichen und kein besonderes Risiko für Darmkrebs haben. Sollten Sie zum Beispiel an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen leiden, werden Ihnen häufigere Untersuchungen empfohlen.

    Wie fördert meine AOK die Untersuchungen zur Darmkrebsfrüherkennung?

    Die Angebote der AOK unterscheiden sich regional. So auch bei der Früherkennung von Darmkrebs. Wenn Sie die Postleitzahl Ihres Wohnortes eingeben, können wir die für Sie zuständige AOK ermitteln und die regionalen Angebote Ihrer AOK anzeigen.
    Aktualisiert: 18.06.2021

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