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COVID-19-Impfung

Seit Dezember 2020 stehen in Deutschland inzwischen drei Impfstoffe zur Verfügung und die Impfungen gegen das Coronavirus haben bundesweit begonnen. Der erste zur Verfügung stehende mRNA-Impfstoff wurde maßgeblich in dem Mainzer Unternehmen BioNTech entwickelt und in einer Kooperation mit dem Pharmakonzern Pfizer zugelassen und produziert, Anfang Januar 2021 wurde mit dem Moderna-Impfstoff ein zweiter mRNA-Impfstoff zugelassen, Ende Januar der Vektor-Impfstoff der Universität Oxord/AstraZeneca (DNA-Impfstoff). Weitere Impfstoffe sind in der Entwicklung weit fortgeschritten oder stehen kurz vor der Zulassung.

Wie wirksam sind die zugelassenen Impfstoffe gegen COVID-19?

Der mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer wurde in einer Studie mit mehr als 43.000 Menschen erprobt. Dabei bekamen 21.700 Teilnehmer den Impfstoff und gleich viele Probanden ein Placebo (eine Injektionslösung ohne Impfstoff).

8 Menschen, die den Impfstoff erhalten haben, erkrankten dennoch an COVID-19. In der Gruppe mit dem Placebo waren dies hingegen 162. Hieraus errechnet sich eine Effektivität von 95 Prozent über alle Altersgruppen. Das ist für einen Impfstoff ein überaus gutes Ergebnis.

Der mRNA-Impfstoff von Moderna wurde in einer Studie mit etwa 30.000 Menschen erprobt, von denen die Hälfte den Impfstoff erhielten. Bei 185 COVID-Erkrankungen in der Gruppe, die nur ein Placebo erhalten hatten und 11 COVID-Erkrankungen unter den mit dem Impfstoff geimpften Personen ergibt sich eine Effektivität von 94 Prozent, die somit identisch zum BioNTech/Pfizer-Impfstoff ist.

Die Impfungen erfolgten zweimalig im Abstand von 3-6 Wochen. Bereits zwei Wochen nach der ersten Impfung gab es im Gegensatz zur Kontrollgruppe kaum noch Erkrankungen in den geimpften Gruppen der Studien. Eine Woche nach der zweiten Dosis geht man von einem ausreichenden Impfschutz aus.

Der Vektor-Impfstoff von AstraZeneca und der Universität Oxford verwendet ein anderes Virus (Adenovirus), um die Erbinformation des Spike-Proteins des Coronavirus (DNA) in die Zellen an der Impfstelle zu bringen. Im Zuge der häufigen Anwendung des Impfstoffs in England und Schottland sind viele Daten erhoben worden. Sie zeigen, dass das Risiko, wegen Corona ins Krankenhaus zu müssen oder einen schweren Verlauf zu erleiden, durch dieses Medikament stark reduziert werden kann. Zudem liefern die Daten inzwischen auch robuste Ergebnisse zur guten Wirksamkeit des Impfstoffs in höheren Altersgruppen bereits nach einer Impfstoffdosis. Auf dieser Grundlage empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut seit dem 4. März 2021 die Impfung mit diesem Impfstoff für alle Altersklassen. Bei der zweiten Impfung solle der Abstand zwischen den beiden Impfungen möglichst zwölf Wochen betragen.

Was ist das Besondere an dem mRNA-Impfstoff?

Die bisher üblichen Impfungen erfolgen durch lebende, aber in ihrer Wirkung abgeschwächte Viren, oder durch abgetötete Viren beziehungsweise ihre Bestandteile. Dadurch, dass diese Viren gezüchtet werden müssen, dauert die Herstellung oft Monate.

Der neuartige mRNA-Impfstoff imitiert hingegen den Ablauf einer Infektion mit dem Coronavirus. Das Erbgut des Coronavirus besteht aus mRNA, während unser Erbgut im Zellkern aus DNA besteht. Bei einer solchen Infektion dockt das Coronavirus an Zellen an und gibt sein Erbgut in die Zelle. Die Zellen produzieren aus diesem Erbgut dann neue Viren und geben diese in den Körper ab. Das Immunsystem erkennt diese fremden Viren. Bis es aber so weit ist, diese effektiv zu bekämpfen, vergehen einige Tage, während derer sich das Virus rasant vermehrt.

Bei dem mRNA- Impfstoff wird ein kleiner Teil des Erbguts des Virus in einen Fetttropfen eingepackt und damit geimpft. Diese Fettkörper werden von den Zellen geschluckt, die mRNA gelangt so in die das Zytoplasma der Zellen. Die Zellorganismen lesen die mRNA ab und produzieren das Spike-Protein des Virus. Diese Spikeproteine werden an die Zelloberfläche transportiert, wo das Immunsystem sie erkennen kann. Dadurch wird das Immunsystem gegen dieses Eiweiß – und damit gegen das Virus – aktiviert, ohne dass die gefährlichen Viren selbst entstehen. Im Fall einer Infektion kann das Immunsystem das Coronavirus dann schnell und effektiv abwehren. Die mRNA wird dann von der Zelle sehr schnell wieder abgebaut.

Sicherheit und Nebenwirkungen der mRNA-Impfstoffe (BioNTech/Pfizer und Moderna)

Bei den Studien zeigten sich die typischen Nebenwirkungen einer Impfung. Darunter Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle und Müdigkeit. Beides trat auch in der Placebogruppe auf. Ferner gab es grippeähnliche Symptome und vor allem bei Jüngeren Fieber. Bei den Älteren kam es etwas seltener zu Nebenwirkungen.

Inzwischen sind weltweit bereits viel mehr als 100 Millionen Menschen geimpft, dies überwiegend mit den mRNA-Impfstoffen. Aufgrund sehr seltener allergischer Zwischenfälle (1/100.000) erfolgt nach der Impfung eine Nachbeobachtung über 15 Minuten. Menschen mit Allergien gegen die Inhaltsstoffe sollen nicht geimpft werden. Menschen mit Allergien sollten die Ärzte im Impfzentrum hierauf ansprechen. Auch in dieser breiten Anwendung zeigt der Impfstoff die gleiche gute Wirksamkeit wie in der Zulassungsstudie und ist gut verträglich.

Was ist das Besondere an dem DNA-Impfstoff von AstraZeneca und der Universität Oxford?

Ende Januar 2021 wurde der Impfstoff von AstraZeneca und der Universität Oxford in der EU zugelassen.

Dieser Impfstoff verwendet ein anderes Virus (Adenovirus). Dieses Adenovirus wurde so verändert, dass es das Erbgut für das Spike-Protein des Coronavirus enthält. Das Adenovirus selbst ist nicht mehr vermehrungsfähig.

Das Adenovirus befällt die Zellen im Bereich der Impfstelle und gibt seine DNA in die Zellen. Im Zellkern wird diese DNA in mRNA umgewandelt. Im Zytoplasma der Zellen wird mit diesem Bauplan Spike-Protein produziert und an die Zelloberfläche transportiert. Durch das produzierte Spike-Protein wird das Immunsystem gegen das Coronavirus trainiert und kann im Fall einer Infektion diese schnell abwehren. Die DNA des Impfstoffs wird in der Zelle wieder abgebaut.

Sicherheit und Nebenwirkungen des DNA-Impfstoffs von AstraZeneca/Universität Oxford

Die Nebenwirkungen des DNA-Impfstoffs scheinen vergleichbar mit denen der mRNA-Impfstoffe zu sein, also Schmerzen an der Impfstelle, grippeähnliche Symptome, Kopfschmerzen, Fieber und Unwohlsein. Auch bei dieser Impfung gab es vereinzelt allergische Reaktionen. Das geht aus einer Zusammenfassung verfügbarer Daten durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hervor. 

Wer wird wann geimpft?

Derzeit steht noch nicht genügend Impfstoff zur Verfügung, um alle gleichzeitig zu impfen. Daher sollen zuerst Menschen mit besonderem Risiko sehr schnell erreicht werden. Zudem ist der mRNA-Impfstoff empfindlich und muss bei sehr niedrigen Temperaturen (-70° C) gelagert werden. Daher haben die Bundesländer zur bestmöglichen Gefahrenabwehr die Organisation dieser Impfung übernommen.

Die Bundesländer haben dazu Impfzentren eingerichtet, durch die geimpft werden soll. Pflegeheimbewohner erhalten die Impfung durch mobile Impfteams.

Zur Personengruppe, die sich zuerst impfen lassen kann, gehören Menschen, die ein besonders hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf haben. Auch das Personal im Gesundheitssystem, das durch seinen großartigen Einsatz besonders hohen Infektionsrisiken ausgesetzt ist oder besonders gefährdete Menschen betreut, erhält priorisierten Zugang zum Impfstoff.

Genauer gehören dazu laut den Informationen der Bundesregierung:

  • Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen
  • Personen im Alter von ≥ 80 Jahren
  • Personal mit besonders hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen (zum Beispiel in Notaufnahmen, in der medizinischen Betreuung von COVID-19-Patienten und im Rettungsdienst)
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu besonders gefährdeten Gruppen (zum Beispiel in der Hämatoonkologie oder Transplantationsmedizin)
  • Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege
  • andere Tätige in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu den Bewohnern.

Sobald mehr Impfstoff verfügbar ist und andere Impfstoffe zugelassen werden, sollen dann weitere Personengruppen in der Reihenfolge ihres Risikos geimpft werden. Die Impfverordnung können Sie auf der Seite der Bundesregierung einsehen.

Wie bekomme ich einen Impftermin?

In einigen Bundesländern sind die Menschen dazu aufgerufen, über den ärztlichen Bereitschaftsdienst einen Termin für die Coronavirus-Schutzimpfung zu vereinbaren. Berechtigte Personen können online unter www.impfterminservice.de/impftermine oder telefonisch unter der Impfhotline 116 117 einen Termin buchen.

In anderen Bundesländern werden die Impfberechtigten per Post über die Terminvergabe informiert. Auf der Seite des ärztlichen Bereitschaftsdienstes können Sie die Regelungen in Ihrem Bundesland einsehen. 

FAQ

Alle Informationen rund um die Impfung in Hessen finden Sie in unserer FAQ Liste.

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Weitere Infos

Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die Corona-Schutzimpfung finden Sie auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums und den Seiten des IQWiG.

Impfempfehlungen für Kinder und Erwachsene sowie alle Impfleistungen der AOK im Überblick.

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