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Häufige Fragen und Antworten zum Impfen

Viele Menschen sorgen sich, ob eine Impfung für sie persönlich oder ihr Kind sinnvoll ist oder ob nicht die Risiken überwiegen. Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zum Impfen allgemein und zu den wichtigsten Schutzimpfungen.

Allgemeine Fragen

Lässt sich ein Großteil der Menschen impfen, ist es möglich, schwere Krankheiten regional oder sogar weltweit auszurotten. Für Kinderlähmung (Polio) ist dies in Europa schon erreicht, für die Pocken sogar weltweit. Solange aber eine Krankheit nicht weltweit ausgerottet ist, kann es immer wieder dazu kommen, dass ein Erreger eingeschleppt wird und so Erkrankungswellen auslöst. 

Die empfohlenen Impfungen schützen vor Erkrankungen, die häufig einen schweren, teils tödlichen Verlauf nehmen. Wenn sich ein Großteil der Bevölkerung impfen lässt, schützt dies auch immungeschwächte Menschen oder Säuglinge, die aufgrund ihres schwachen Abwehrsystems keine Impfung erhalten oder selbst keinen Impfschutz entwickeln können. 

Es gibt eine Reihe von Studien, die einen möglichen Zusammenhang zwischen Impfungen und der Entwicklung von Allergien untersucht haben. Die Mehrzahl, insbesondere die methodisch zuverlässigeren Untersuchungen, sehen kein erhöhtes Allergierisiko. Vielmehr gibt es sogar Hinweise, dass Impfen das Allergierisiko senken kann. 

Das quecksilberhaltige Konservierungsmittel Thiomersal wurde in den 90er-Jahren im Zusammenhang mit einem Anstieg der Autismusfälle in den USA diskutiert. Auch wenn dieser Zusammenhang durch weitere klinische Studien widerlegt wurde, sind inzwischen heute in Deutschland zugelassene Impfstoffe frei von Thiomersal.

Nein. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Mehrfachimpfstoffe die Immunabwehr überlasten. Im Alltag kommen Babys mit deutlich mehr Stoffen in Kontakt, mit denen sich das Immunsystem auseinandersetzen muss. Zudem enthalten die modernen Mehrfachimpfstoffe viel weniger Antigene als ein einzelner Impfstoff noch vor einigen Jahren.

Masernimpfung

Viele, aber nicht alle Masernerkrankungen heilen folgenlos aus. Bei einem von 1.000 erkrankten Kindern kommt es zu einer schweren Gehirnentzündung, die häufig bleibende Schäden hinterlässt oder – teils erst viele Jahre nach der Erkrankung – sogar tödlich verlaufen kann. Weitere mögliche Folgeerkrankungen der Masern sind Lungen- oder Mittelohrentzündungen.

Nein. Diese Behauptung geht auf einen Fachartikel aus dem Jahr 1998 zurück, der inzwischen widerrufen wurde. Die zugrunde liegende Untersuchung wurde nur an zwölf Kindern durchgeführt und weist methodische Mängel auf. Inzwischen konnte eine Reihe von qualitativ hochwertigen Studien belegen, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Impfung und Autismus gibt.  

Ja, allerdings ist das Risiko sehr gering. Bei einer zweifachen Impfung liegt es etwa bei einem Prozent. Bei Menschen, die trotz Impfung erkranken, verläuft die Krankheit meist weniger schwer im Vergleich zu Nichtgeimpften. Zudem übertragen sie in der Regel keine Masernviren mehr.

Die Empfehlung zur Masernimpfung hat zwei Gründe: Zum einen soll die Impfung den Geimpften selbst vor der Erkrankung sowie vor gefährlichen Folgen wie einer Hirnhautentzündung schützen. Zum anderen sollen regionale Masernausbrüche vermieden werden. Langfristig soll dies auch Todesfälle verhindern. 

FSME-Impfung

Experten empfehlen drei Impfungen für einen vollen Impfschutz gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Die zweite Impfung erfolgt ein bis drei Monate nach der ersten, die dritte weitere fünf bis zwölf Monate später. Nach zwei Impfungen besteht bereits ein hoher Schutz, der aber nur etwa ein Jahr anhält. 

Nach zwei Impfungen hält der Schutz etwa ein Jahr. Nach der dritten Impfung sind die Geimpften mindestens drei Jahre lang vor einer Infektion mit dem FSME-Erreger geschützt. 

Nein, die Erreger sind nicht miteinander verwandt. FSME wird von einem Virus hervorgerufen, Borreliose von Bakterien. Gegen die Borreliose gibt es keine Schutzimpfung. Wer sich vor Borreliose schützen will, sollte beim Aufenthalt in Feld oder Wald langärmelige Kleidung und lange Hosen tragen und sich danach gründlich absuchen. Wer die Zecke nach einem Zeckenstich möglichst schnell entfernt, senkt das Risiko, zu erkranken. 

Für den aktuellen Stich bringt eine nachträgliche Impfung nichts, da die Antikörper erst nach sieben bis 14 Tagen gebildet werden. Eine passive Impfung mit FSME-Immunglobulinen für einen sofortigen Schutz gibt es in Deutschland nicht mehr, da die Impfstoffe nicht mehr zugelassen sind. Es kann trotzdem sinnvoll sein, nachträglich zu impfen, wenn weiterhin ein hohes Infektionsrisiko besteht, zum Beispiel bei längerem Aufenthalt in Gebieten mit hoher Zeckendichte.  

HPV-Impfung

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) Mädchen und Jungen zwischen neun und 14 Jahren, möglichst vor dem ersten Sexualkontakt. Es werden zwei Impfungen im Abstand von fünf Monaten empfohlen. Versäumte Impfungen können bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden. 

Ja. Selbst wenn sich Mädchen bereits mit einem HP-Virus infiziert haben, bietet die Immunisierung noch einen Schutz gegen andere HPV-Typen. Eine frühe Impfung hat in Studien einen besseren Impfschutz gezeigt.

Das hängt vom Einzelfall ab. Für junge Frauen oder Männer, die noch nicht oder nur wenig sexuell aktiv sind, kann eine Impfung noch sinnvoll sein. Studien haben gezeigt, dass es nach dem ersten Sex oft schnell zu einer Infektion mit HPV kommt. Ideal ist es daher, sich vor dem ersten sexuellen Kontakt impfen zu lassen.

Nein. Laut einer Studie aus Dänemark ist das Risiko auch dann nicht erhöht, wenn versehentlich in der Schwangerschaft geimpft wurde. Insgesamt gibt es aber noch wenige Daten, insbesondere um das Risiko für Totgeburten oder Fehlbildungen von Neugeborenen abschätzen zu können.

Hepatitis-Impfung

Die Impfung gegen Hepatitis A wird vor Reisen in Länder empfohlen, in denen Hepatitis A verbreitet ist. Wenn Sie an einer Lebererkrankung leiden oder häufig Bluttransfusionen erhalten, sollten Sie sich ebenfalls impfen lassen. Die Empfehlung gilt zudem für eine Reihe weiterer Personengruppen. Sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt.

Ja, wenn sie zu bestimmten Risikogruppen gehören. Dazu zählen beispielsweise Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Sexualverhalten mit hohem Infektionsrisiko. Auch bestimmten Berufsgruppen wie Ärzten, medizinischem Pflegepersonal oder Polizisten wird die Impfung empfohlen.

Nach einer vollständigen Grundimmunisierung besteht der Schutz mindestens zehn bis 15 Jahre, möglicherweise sogar lebenslang. Wenn Sie ein besonders hohes Risiko für eine Infektion haben, können Sie durch einen Bluttest feststellen lassen, ob Sie noch immun sind (Titerbestimmung) und gegebenenfalls eine Auffrischungsimpfung in Anspruch nehmen.

Nein. Der Impfstoff enthält keine vollständigen Viren, sondern nur Teile davon, sogenannte Antigene. Diese können eine Immunreaktion auslösen, sich aber nicht vermehren oder andere Menschen anstecken.

Nein, dies zeigen international anerkannte Studien. Bei bereits an Multipler Sklerose (MS) erkrankten Menschen scheinen Erkrankungsschübe nach dem Impfen nicht häufiger aufzutreten als ohne Impfung. Infektionen mit Hepatitis-B-Viren können hingegen bei MS-Patienten einen Schub auslösen.

Grippeimpfung (Influenza)

Nein. Grippeviren verändern sehr schnell ihr Erbgut, sodass Impfstoffe jedes Jahr an diese Veränderung angepasst werden müssen. Außerdem lässt die Schutzwirkung mit der Zeit nach. Einen guten Schutz bietet daher nur die jährliche Grippeimpfung im Herbst, quasi zu Grippesaisonbeginn.

Der Grippeimpfstoff ist in der Regel gut verträglich. Nach dem Spritzen kann es zu Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle kommen.

Gegen leichte körperliche Aktivität nach der Impfung ist nichts einzuwenden. Besondere Anstrengungen sollten Sie aber vermeiden. Wenn Sie sich nach der Impfung schlapp fühlen, ruhen Sie sich besser aus.

Das hängt davon ab, wie stark Sie allergisch sind. Bei einer leichten Allergie ist eine Grippeschutzimpfung unproblematisch, da der Impfstoff nur geringe Spuren an Hühnereiweiß enthält. Sollten Sie eine starke Allergie haben, sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt. Oft ist eine Impfung unter Beobachtung trotzdem möglich.

Wenn Sie an einer akuten, fieberhaften Infektion leiden, sollten Sie die Impfung verschieben, bis Sie wieder gesund sind. Falls Sie unter einer schweren Allergie gegen Hühnereiweiß leiden, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Kinder und Jugendliche mit Immunschwäche oder schwerem Asthma dürfen keinen Lebendimpfstoff erhalten.

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