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Krankenkassenbeiträge für pflichtversicherte Rentner

Als Rentner genießen Sie denselben umfassenden Versicherungsschutz wie als Berufstätiger. Alle Informationen zu den Beiträgen während des Ruhestands finden Sie hier.

Wann beginnt die Krankenversicherung für Rentner?

Sobald Sie Ihren Rentenantrag stellen, werden Sie in der Krankenversicherung der Rentner pflichtversichert. Voraussetzung ist, dass Sie die Vorversicherungszeit erfüllen.

Welche Voraussetzungen gelten für die Krankenversicherung der Rentner?

In die Krankenversicherung der Rentner darf, wer in der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens zu 90 Prozent gesetzlich versichert war. Bei der Berechnung dieser Vorversicherungszeit beginnt die Zeit des Erwerbslebens mit der ersten Erwerbstätigkeit – einschließlich Ausbildung und Selbstständigkeit – und geht bis zur Antragsstellung auf eine gesetzliche Rente. Eltern dürfen zudem pro Kind drei Jahre zur Vorversicherungszeit dazurechnen.

Rente und Hinzuverdienst

Aus Ihrer gesetzlichen Rente zahlen Sie Beiträge zur Krankenversicherung. Darüber hinaus sind auch Versorgungsbezüge wie Betriebsrenten oder Arbeitseinkommen aus einer Selbstständigkeit beitragspflichtig. Beitragsfrei sind hingegen Einnahmen bis 450 Euro, die Sie aus einem Minijob erzielen.

Sind Sie als Rentner weiterhin als Arbeitnehmer tätig, ist das Entgelt aus der Beschäftigung auch beitragspflichtig. Sie zahlen dann Pflichtbeiträge aus Ihrer Rente und aus Ihrem Arbeitsentgelt. Wenn Sie keinen Anspruch auf Krankengeld haben, zahlen Sie gemeinsam mit dem Arbeitgeber aus dem Arbeitsentgelt nur noch den ermäßigten Beitragssatz. Auf die Rente wird weiterhin der allgemeine Beitragssatz angesetzt.

Wenn Sie eine vorgezogene Altersrente beziehen, kann ein zusätzlicher Verdienst Ihre Rente mindern. Seit Einführung der Flexirente zum 1. Juli 2017 gilt als Verdienstgrenze 6.300 Euro brutto im Jahr. Verdienst, der über diesen Betrag hinausgeht, wird zu 40 Prozent auf Ihre Rente angerechnet.

Was sollte ich noch wissen? (Erläuterung Kapitalleistung und Freigrenze)

Neben den Renten der gesetzlichen Rentenversicherung werden bei pflichtversicherten Rentnern auch Einnahmen bei der Beitragsberechnung berücksichtigt, die einer Rente vergleichbar sind (sogenannte Versorgungsbezüge). Als Versorgungsbezüge gelten:

  • Pensionen (z.B. Beamtenpensionen) und ähnliche Bezüge,
  • Versorgung der Abgeordneten, Parlamentarischer Staatssekretäre und Minister,
  • berufsständische Versorgungsleistungen,
  • Renten und Landabgaberenten nach dem Gesetz über die Altershilfe der Landwirte mit Ausnahme einer Übergangshilfe,
  • Renten der betrieblichen Altersversorgung (Betriebsrenten) (§ 229 Abs. 1 Satz 1 SGB V).

Beitragspflichtigen Einnahmen (inklusive erhaltener Renten) sind nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze beitragspflichtig. Der Teil der Einnahmen, der diesen Betrag überschreitet, ist beitragsfrei. Auf Antrag können die dadurch zu viel gezahlten Beiträge von der Krankenkasse zurückgefordert werden.

Mit der Gesundheitsreform 2004 hat der Gesetzgeber alle Kapitalleistungen mit einem Bezug zum früheren Erwerbsleben (z.B. Direktversicherungen) in die Beitragspflicht einbezogen. Auch Kapitalleistungen aus einer Direktversicherung unterliegen der Beitragspflicht zur Kranken-und Pflegeversicherung als Versorgungsbezug.

Zum Zeitpunkt der Auszahlung kann die Direktversicherung als fortwährende Leistung in Form eines regelmäßigen monatlichen Versorgungsbezuges oder als einmaliger Kapitalbetrag geleistet werden.

Beide Formen der Auszahlung unterliegen der Beitragsplicht zur Kranken- und Pflegeversicherung. Für einen einmaligen Kapitalbetrag müssen über 10 Jahre Beiträge gezahlt werden. Hierfür wird der einmalig gezahlte Betrag auf 120 Monate aufgeteilt.

Fällt der Versorgungsbezug unter die monatliche Untergrenze von 159,25 EUR (entspricht einem Zwanzigstel der Bezugsgröße 01.01.2020), ist der Versorgungsbezug beitragsfrei.

Renten aus dem Ausland

Durch das "Gesetz zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit in Europa und zur Änderung anderer Gesetze" werden seit dem 1. Juli 2011 Renten, die von einem ausländischen gesetzlichen Rentenversicherungsträger gezahlt werden, auch für Mitglieder einer deutschen Krankenversicherung in der Beitragspflicht zur Kranken- und Pflegeversicherung berücksichtigt.

Die Beiträge aus der ausländischen Rente werden ausgehend von dem Bruttobetrag der Rente berechnet und sind von dem Versicherten allein zu entrichten.

Es gilt hier eine besondere Beitragsberechnung. Von dem allgemeinen Beitragssatz und vom kassenindividuellen Zusatzbeitragssatz wird jeweils die Hälfte berechnet.

Die Beitragsbelastung ist für den Versicherten damit die gleiche, wie für einen Bezieher einer deutschen gesetzlichen Rente.

Eine ausländische Rente ist eine beitragspflichtige Einnahme und immer bei der gesetzlichen Krankenkasse  an zugeben.

Wie hoch ist der Beitrag für die Krankenversicherung der Rentner?

Zur Berechnung Ihrer Beiträge setzen wir den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent an. Dieser Satz gilt deutschlandweit für alle gesetzlichen Krankenkassen. Hinzu kommt der kassenindividuelle Zusatzbeitrag Ihrer AOK. Von dieser Summe zahlen Sie jedoch nur die Hälfte. Den Rest übernimmt die Rentenversicherung.

Kassenindividueller Zusatzbeitrag

Zum allgemeinen Beitragssatz kommt ein kassenindividueller Zusatzbeitrag. Der Satz für den Zusatzbeitrag beträgt bei der AOK Bremen/Bremerhaven 0,7 Prozent.

Grafik

Welche Unterlagen sollte ich zur Berechnung des Eintritts einreichen?

  • Formular der Deutschen Rentenversicherung (Vordruck R810; erhältlich mit dem Rentenantrag).Wichtige Angaben im Formular für die Berechnung der VVZ sind: Erstmalige Tätigkeit und vorherige Krankenkassen
  • Nachweise über Mitgliedschaften bei anderen Krankenversicherungen
  • evtl. Nachweise über Kinder (Bsp.: Geburtsurkunden, Adoptivbescheinigung)
  • evtl. Vertriebenenausweis (z.B. Sowjetunion)
  • evtl. Versicherungszeiten aus dem Ausland (z.B. E104)

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