InKONTAKT – Nachrichten aus der Selbsthilfe
Nachrichten aus der Selbsthilfe
An dieser Stelle finden Sie – wöchentlich aktualisiert – selbsthilferelevante Neuigkeiten aus Politik und Gesundheitswesen. Kritik ist übrigens – ebenso wie positives Feedback – ausdrücklich erwünscht. Ob Themenauswahl oder -relevanz, Aktualität oder Verständlichkeit: Unter inkontakt(at)bv.aok.de können Sie uns gerne Rückmeldung geben.
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Deutsche erwarten steigende Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung
Trotz des beschlossenen Sparpakets rechnen 88 Prozent der Deutschen noch 2026 oder 2027 mit weiteren Beitragserhöhungen in der Kranken- und Pflegeversicherung. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes. Für AOK-Vorständin Carola Reimann besteht daher eine der wichtigsten ersten Aufgaben des neuen Gesundheitsministers Carsten Linnemann darin, „das Sparpaket abzusichern – und nicht durch weitere Ausnahmen aufzuweichen“.
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Mehr Hilfen für Schwangere in Notlagen
Die Bundesregierung will die Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ finanziell stärken. Dazu hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf verabschiedet. Dieser sieht erstmals seit 1993 eine Erhöhung der gesetzlichen Bundeseinlage vor: ab 2027 auf 101 Millionen Euro und ab 2032 auf 105 Millionen Euro. Die Stiftung unterstützt jährlich mehr als 100.000 schwangere Frauen in finanziellen Notlagen. Die Hilfen können unter anderem für Schwangerschaftsbekleidung, die Erstausstattung des Kindes sowie für Wohnung und Einrichtung gewährt werden. Anträge werden über die Schwangerschaftsberatungsstellen vor Ort gestellt.
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Reform der Patientenrechte
Der Bundestag hat am 9. Juli über den Ausbau der Patientenrechte debattiert. Dazu lag ein Gesetzentwurf der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „zur Änderung des Patientenrechtegesetzes“ vor. Hintergrund: Behandlungsfehler sind keine Randerscheinung: Die Medizinischen Dienste untersuchen jährlich mehr als 12.000 Behandlungsfehlervorwürfe in Deutschland – Expertinnen gehen aber von einer deutlich höheren Dunkelziffer nicht verfolgter Fehler aus. Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen kritisiert in der Begründung zum Gesetzentwurf, dass das bestehende Patientenrechtegesetz die Bürgerinnen und Bürger nach einem Behandlungsfehler zu wenig schützt beziehungsweise unterstützt. Bei Beweisführung, Fehleroffenlegung, Akteneinsicht, Dokumentation und der Durchsetzung von Ansprüchen im Haftungsfall bestünden weiterhin große Lücken. Der Gesetzentwurf wurde zur weiteren Beratung an die Ausschüsse überwiesen, federführend ist der Gesundheitsausschuss. Auch die AOK-Gemeinschaft setzt sich für eine Stärkung der Rechte der Patientinnen und Patienten und eine Weiterentwicklung des Patientenrechtegesetzes ein.
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AOK unterstützt den Tag der Selbsthilfe
Der AOK-Bundesverband fördert das Projekt „#GemeinsamStark: Bundesweite Kampagne zum Tag der Selbsthilfe“ zunächst für ein Jahr. Damit erhält die Nationale Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (NAKOS) die Möglichkeit, den Tag der Selbsthilfe als bundesweiten Aktionstag weiterzuentwickeln und seine Sichtbarkeit nachhaltig zu stärken. Selbsthilfe-Aktive sind eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen. Die erfolgreiche Premiere 2025 des Tags der Selbsthilfe hat aus Sicht der Initiatoren gezeigt, welches Potenzial in einem gemeinsamen bundesweiten Auftritt der Selbsthilfe steckt: Zahlreiche Aktionen, eine breite Beteiligung und die öffentliche Aufmerksamkeit haben die Vielfalt und Bedeutung gemeinschaftlicher Selbsthilfe sichtbar gemacht.
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Kreative Lösungen für mehr Inklusion
Zum siebten Mal wurde Anfang Juli der Bundesteilhabepreis verliehen. Der Wettbewerb zum Thema „Berufseinstieg inklusiv – Übergang von der beruflichen Bildung in den Arbeitsmarkt für junge Menschen mit Behinderungen" zeichnet bundesweit herausragende Projekte aus und ist mit insgesamt 17.500 Euro dotiert. Der Bundesteilhabepreis prämiert jedes Jahr Projekte, die das Potenzial eines inklusiven, barrierefreien Sozialraums zeigen und als Vorbild dienen können. Insgesamt wurden 119 Beiträge für den Bundesteilhabepreis 2026 eingereicht. Eine unabhängige Fachjury, bestehend aus 12 Expertinnen und Experten der Verbände von Menschen mit Behinderungen sowie aus den Kommunen und den Ländern, hat die Preisträger weisungsfrei und anonymisiert ausgewählt. Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit hat wie in den Vorjahren das Wettbewerbsverfahren im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales umgesetzt.
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Mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderung
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) bietet für 2027 die Förderung neuer Projekte aus dem Partizipationsfonds an. Die geförderten Projekte sollen die Fähigkeiten und Möglichkeiten bundesweit agierender Verbände und Organisationen von Menschen mit Behinderungen verbessern. Förderfähig sind Projekte mit einem Projektstart ab Februar 2027 – beispielsweise Fortbildungsveranstaltungen für in Selbstvertretungsorganisationen Tätige, Projekte von Verbänden zur Förderung von potenziellen Nachwuchskräften oder Projekte zur Erstellung von barrierefreien Informationsmaterialien und Medien. Die Antragstellung ist ab dem 3. August 2026 möglich.
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Projekt zur Zukunft der Selbsthilfe
Mit dem Projekt „Zukunft Selbsthilfe – Transformation begleiten, Qualität sichern“ unterstützt die Nationale Kontaktstelle für die Selbsthilfe (Nakos) Selbsthilfekontaktstellen in Deutschland dabei, auf gesellschaftliche, digitale und strukturelle Veränderungen zu reagieren. Ziel ist es, die Qualität gemeinschaftlicher Selbsthilfe langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln. Dafür entwickelt die Nakos praxistaugliche Instrumente und Standards, die Orientierung im Arbeitsalltag bieten, Wissen sichern und den Umgang mit Veränderungen, etwa bei Personal-wechseln, erleichtern. Das Projekt richtet sich an Mitarbeitende von Selbsthilfekontaktstellen. Sie profitieren von den entwickelten Materialien und bringen ihre Erfahrungen und Bedarfe in die Weiterentwicklung der gemeinschaftlichen Selbsthilfe ein.
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Fachgesellschaft fordert frühe Prävention psychischer Störungen
Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) setzt sich für eine Gesamtstrategie zur Prävention psychischer Störungen ein. Diese soll der Fachgesellschaft zufolge klar auf junge Menschen, Familien und Suizidprävention ausgerichtet sein. Sie müsse zum festen Bestandteil nationaler Gesundheitspolitik werden. Auch die Bundesregierung will Suizidprävention per Gesetz stärken. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat dazu Eckpunkte für einen Referentenentwurf eines Suizidpräventionsgesetzes vorgelegt. Hintergrund ist die anhaltend hohe Zahl der Suizide in Deutschland. Nach Angaben des BMG sterben jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen durch Suizid. Vor der Beratung im Bundestag hatte ein Bündnis aus Deutscher Gesellschaft für Suizidprävention, TelefonSeelsorge und weiteren Akteuren der Suizidprävention den Abgeordneten fachliche Empfehlungen vorgelegt, wie ein entsprechendes Gesetz konkret ausgestaltet werden sollte.
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Selbsthilfe warnt vor Leistungseinschnitten
Die BAG Selbsthilfe warnt eindringlich vor Einschnitten bei Leistungen für Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen sowie Kindern und Jugendlichen. Angesichts der angespannten Finanzlage vieler Kommunen dürften notwendige Reformen des Sozialstaats nicht zulasten derjenigen gehen, die auf Unterstützung angewiesen seien. Hintergrund der Diskussionen sind einerseits die steigenden Ausgaben der Kommunen, insbesondere für die Eingliederungshilfe sowie für die Kinder- und Jugendhilfe und andererseits die Sparpläne der Bundesregierung bei verschiedenen Leistungsgesetzen.
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Tipps für chronisch Kranke bei Hitze
Überfüllte Wartezimmer, vermehrte Rettungseinsätze und zunehmende Krankenhauseinweisungen – mit der jüngsten Hitzewelle hat sich der Druck auf Bund und Länder erhöht, insbesondere vulnerable Patientengruppen besser vor Hitze zu schützen. Die BAG Selbsthilfe hat für Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie deren Selbsthilfeverbände eine Arbeitshilfe veröffentlicht. Auf 50 Seiten klärt die BAG auf, welche Auswirkungen Hitze auf die Gesundheit haben kann, wer besonders gefährdet ist und warum. Zudem gibt die Arbeitshilfe diverse Tipps, wie man sich bei großer Hitze vor den gesundheitlichen Folgen möglichst gut schützen kann.
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AOK fordert Ausgaben-Anker – und begrüßt höhere Tabaksteuer
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) steht weiter unter Kostendruck, weil ihre Ausgaben deutlich stärker wachsen als die Einnahmen. Vor dem Hintergrund des geplanten Beitragssatzstabilisierungsgesetzes fordert die AOK deshalb eine konsequente Rückkehr zur einnahmenorientierten Ausgabenpolitik. AOK-Vorstandsvorsitzende Dr. Carola Reimann betont: „Mit der Rückkehr zur einnahmenorientierten Ausgabenpolitik muss endlich der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit wieder zur Geltung gebracht werden.“ Den Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zur Erhöhung der Tabaksteuer bewertet die AOK als richtigen Schritt für die Prävention, kritisiert aber, dass er hinter den Empfehlungen der Finanzkommission Gesundheit zurückbleibe. Diese hatte einen deutlichen Steuersprung als Anreiz zum Rauchstopp und die Nutzung der Mehreinnahmen zur Stabilisierung der GKV-Beiträge vorgeschlagen.
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Teilhabe verbessern
Als Vertragsstaat der UN-Behindertenrechtskonvention ist Deutschland verpflichtet, die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen zu gewährleisten. Der jetzt aktualisierte Leitfaden Disability Mainstreaming der Bundesinitiative Barrierefreiheit soll dabei helfen, in öffentlichen Behörden eine bessere Teilhabe zu ermöglichen. Der Leitfaden enthält eine ausführliche Link-Sammlung mit Unterstützungsangeboten, Rechtsgrundlagen, weiterführender Literatur, Dokumenten, Forschungsdaten und Studien sowie eine Kontaktsammlung mit wichtigen Ansprechpersonen rund um das Thema Barrierefreiheit.
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Hitze belastet Gesundheit und Wirtschaft gleichermaßen
Länger anhaltende Hitzewellen wirken sich negativ auf die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten aus und führen zu wirtschaftlichen Schäden durch vermehrte Krankmeldungen. Das zeigt eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) auf Basis von Abrechnungsdaten von AOK-Versicherten. Demzufolge führen bereits drei aufeinander folgende Hitzetage mit Temperaturen von mehr als 30 Grad zu einem Anstieg der Krankmeldungen um fünf Prozent, nach sieben Hitzetagen sind es bereits 10,8 Prozent. Als Fazit aus der Studie fordert der AOK-Bundesverband die Entwicklung von Strategien zum verbesserten Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor Hitze, insbesondere für vulnerable Beschäftigtengruppen, zu denen auch chronisch kranke und behinderte Menschen gehören. Ihnen fällt es oft besonders schwer, hitzebedingte Belastungen zu bewältigen.
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Entlastung bei Multipler Sklerose
Für Menschen mit Multipler Sklerose ist eine verlässliche Arzneimittelversorgung im Alltag besonders wichtig. Die AOK-Gemeinschaft übernimmt deshalb vorläufig die Mehrkosten für Fampridin, einen Wirkstoff zur Verbesserung der Gehfähigkeit bei Multipler Sklerose. Für Versicherte entsteht dadurch kein zusätzlicher Aufwand, da Apotheken die Mehrkosten direkt abrechnen können. Die Regelung gilt zunächst bis zum 31. Juli 2026 oder endet bereits früher, wenn Generika wieder verfügbar sind.
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Heilmittelausgaben steigen, Qualität bleibt schwer messbar
Die Heilmittelversorgung wächst – doch wie gut sie Patientinnen und Patienten tatsächlich hilft, ist bislang nur schwer messbar. Der Heilmittel-Report 2026 des WIdO zeigt: Die Ausgaben steigen seit Jahren deutlich, während es noch zu wenig belastbare Informationen zur Versorgungsqualität gibt. Auch für Selbsthilfeaktive ist der Blick auf die Versorgungsqualität relevant: Gute Physio-, Ergo- und andere Heilmitteltherapien können den Alltag chronisch kranker Menschen spürbar unterstützen.
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Medienpreis Depressionshilfe für TV-Reportage
Die Reportage „Suizide verhindern: Wie Katharina es aus der Krise schaffte“ von Lea Thomas hat den Deutschen Medienpreis Depressionshilfe gewonnen. Auf dem „Deutschen Patientenkongress Depression“ am 30. Mai wurde der Preis bereits zum siebten Mal verliehen. Der erste Platz ging in diesem Jahr an einen Beitrag, der die Jury in besonderer Weise durch Sensibilität und Tiefe überzeugte. Die Reportage von Lea Thomas für Sat.1 erzählt mit viel Feingefühl die Geschichte einer jungen Frau, die mit einer Depression und Suizidgedanken zu kämpfen hat. Neben der Medienpreisverleihung bot die Stiftung Depressionshilfe unter dem Motto „Wir sind jeder Sechste“ auf dem Patientenkongress auch ein breites Angebot an Vorträgen, Gesprächsrunden sowie Musik und Lesungen, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der Depression beschäftigten. Mehr als 1.200 an Depression erkrankte Menschen und Angehörige besuchten den Patientenkongress in der Alten Oper in Frankfurt/Main.
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Eigenheim nicht für Pflegekosten heranziehen
Die Eigenanteile in der Pflege steigen immer weiter. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) warnt angesichts der aktuellen Debatte davor, dass Menschen ihr Wohnumfeld verlieren, um die Pflege bezahlen zu können. Hintergrund ist unter anderem der Vorstoß von Unionsfraktionsvize Albert Stegemann, im Pflegefall stärker als bisher auch auf Wohneigentum zuzugreifen. Stegemann hatte in der Bild-Zeitung verlangt, dass im Pflegefall zuerst das eigene Vermögen aufgebraucht werden müsse, bevor die Allgemeinheit für die Pflegekosten zahle. Ein Erbenschutzprogramm auf Kosten der Allgemeinheit könne es nicht geben, so Stegemann. Sein Vorstoß sorgte auch in der Regierungskoalition für Debatten.
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Organspende rettet Leben
Mit dem Tag der Organspende wollen am 6. Juni Selbsthilfeverbände, Dialyse- und Transplantationszentren Angst und Vorurteile zum Thema abbauen und über eine Organspende aufklären. Bei der Organspende gilt in Deutschland aktuell die sogenannte Entscheidungslösung. Demnach werden alle Bürgerinnen und Bürger in einem geregelten Verfahren über die Organspende informiert und regelmäßig zu einer persönlichen Erklärung aufgefordert, ob sie einer Organspende zustimmen, nicht zustimmen oder sich nicht erklären möchten. Zurzeit wird im Deutschen Bundestag die sogenannte Widerspruchslösung als Alternative intensiv diskutiert, wie sie bereits in einigen anderen EU-Ländern erfolgreich praktiziert wird. Nach einem Vorstoß des Bundesrates gibt es aktuell zwei fraktionsübergreifende Gruppenanträge, die vorsehen, dass jede Person automatisch als Organspender gilt, wenn sie dem zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen hat.
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Betreuung kranker Kinder bleibt Frauensache
Die Betreuung kranker Kinder ist nach wie vor hauptsächlich Frauensache. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) anlässlich des Internationalen Kindertages am 1. Juni. So wurden im Jahr 2025 bundesweit 73 Prozent aller Kinderkrankentage von weiblichen AOK-Mitgliedern beantragt. Der Anteil der Männer lag dementsprechend bei nur 27 Prozent. Am geringsten war die Beteiligung der Väter dabei in Bayern: Hier wurden 23 Prozent der Kinderkrankentage von Männern und 77 Prozent von Frauen in Anspruch genommen. Die ausgewogenste Aufteilung hat Sachsen: Hier entfielen auf die Väter fast 31 Prozent der Kinderkrankentage und auf die Mütter rund 69 Prozent.
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Aktuelle Daten zu 26 verschiedenen Erkrankungen
Von Asthma über Diabetes bis Rückenschmerzen – die Website gesundheitsatlas-deutschland.de stellt Zahlen zu insgesamt 26 Erkrankungen dar, die jetzt aktualisiert und um das Datenjahr 2024 ergänzt worden sind. Die Website des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) unterteilt dabei in die acht Erkrankungsrubriken Atemwege, Infektionen, Herz-Kreislauf-System, Nervensystem, Krebs, Muskel-Skelett, Psyche und Stoffwechsel. Der Gesundheitsatlas schlüsselt die Daten zu jeder einzelnen Krankheit nach regionaler Häufigkeit in den Bundesländern sowie nach Alter und Geschlecht auf. Die epidemiologischen Kennzahlen wurden – ausgehend von den Routinedaten der mehr als 27 Millionen AOK-Versicherten – mit einem wissenschaftlichen Verfahren auf die gesamte Wohnbevölkerung in den Regionen Deutschlands hochgerechnet.
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Resilienz lässt sich online lernen
Resilienz wird oft als Anpassungsfähigkeit oder auch Widerstandskraft beschrieben. Dabei handelt es sich um die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen, von Konflikten über Krisen bis hin zu Katastrophen, ohne psychische Beeinträchtigung zu bewältigen. Wie das funktioniert und wie man sogar gestärkt aus solchen Situationen hervorgehen kann, lernen die Teilnehmenden eines Resilienztrainings. Die AOK bietet solche Trainings nicht nur in regionalen Präsenzkursen an, sondern auch als Onlinekurs. Interessierte können sich kostenfrei anmelden, unabhängig davon, bei welcher Krankenkasse sie versichert sind.
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Kommission fordert wirksame Klimamaßnahmen
Der Klimawandel birgt große Risiken für die Gesundheit aller Menschen. Vor allem chronisch Kranke, ältere Menschen und Kinder sind von den damit verbundenen Veränderungen unserer Umwelt besonders stark betroffen. Klima- und Umweltschutz sind deshalb immer auch Gesundheitsschutz. Trotzdem ist das Interesse der Regierungen spürbar erlahmt, mit wirkungsvollen Maßnahmen Ergebnisse auf dem Weg zur Klimaneutralität zu erreichen. Vor diesem Hintergrund hat die Paneuropäische Kommission Klima und Gesundheit Mitte Mai unmittelbare Handlungsempfehlungen veröffentlicht. Der Klimawandel sei keine zukünftige Bedrohung, die es zu bewältigen gelte. Vielmehr handele es sich um eine akute und sich verschärfende Krise, die gleichzeitig die Bereiche Gesundheit, Ernährung, Wasser, Energie und nationale Sicherheit betreffe. Die derzeitigen Maßnahmen der WHO-Mitgliedsstaaten würden dem Ausmaß der Krise nicht gerecht, so die Kommission.
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Debatte um Organspende macht Mut
Die Debatte um die Widerspruchslösung bei der Organspende nimmt wieder Fahrt auf. Eine fraktionsübergreifende Gruppe im Bundestag möchte noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf voranbringen. Diese schlägt vor, dass volljährige Menschen künftig grundsätzlich als mögliche Organspender gelten, sofern sie dem nicht ausdrücklich widersprechen. Zugleich betonen die Befürworter, dass die persönliche Entscheidung maßgeblich bleibe und niemand zur Organspende verpflichtet werden solle. Für die Selbsthilfe ist das Thema besonders relevant, weil Organspende, Transplantation und schwere Erkrankungen viele Betroffene und Angehörige unmittelbar berühren.
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Seltene Erkrankungen: Betroffene unterstützen Betroffene
Die NAKOS hat ihr Angebot „Betroffene suchen Betroffene“ aktualisiert. Die Themenliste umfasst in alphabetischer Reihenfolge rund 970 Stichworte zu bundesweiten Kontaktsuchen von Einzelpersonen nach Gleichbetroffenen, bei denen es für Betroffene schwierig ist, Menschen mit ähnlichen Erfahrungen zu finden. Gerade bei seltenen Erkrankungen, chronischen Beschwerden oder sehr speziellen Lebenslagen kann bundesweite Vernetzung entscheidend sein. Das Angebot der NAKOS kann helfen, Kontakte herzustellen, Isolation zu verringern und neue Selbsthilfe-Strukturen anzustoßen.
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Inklusive Versorgung bei Krebs
Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai haben die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Bundesvereinigung Lebenshilfe auf bestehende Barrieren in der Krebsversorgung aufmerksam gemacht. Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung erkrankten ähnlich oft an Krebs wie die Allgemeinbevölkerung, doch die Versorgungsstrukturen seien oft nicht ausreichend auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet, monieren beide Organisationen. Mit dem gemeinsamen Projekt „SeiTeil“ setzen sie sich dafür ein, die Versorgung von Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung im Leben mit und nach Krebs zu verbessern.
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Neue Qualitätsindikatoren zur Behandlung chronischer Schmerzen
Mit einem neuen Themenband zur adäquaten Behandlung von chronischen, nicht tumorbedingten Schmerzen haben der AOK-Bundesverband und das Göttinger aQua-Institut ihr System von Qualitätsindikatoren für die ambulante Versorgung (QISA) ergänzt. Die Publikation umfasst insgesamt 13 Indikatoren, die überwiegend auf die Verbesserung der Prozessqualität der Behandlung abziel