InKONTAKT – Nachrichten aus der Selbsthilfe
Nachrichten aus der Selbsthilfe
An dieser Stelle finden Sie – wöchentlich aktualisiert – selbsthilferelevante Neuigkeiten aus Politik und Gesundheitswesen. Kritik ist übrigens – ebenso wie positives Feedback – ausdrücklich erwünscht. Ob Themenauswahl oder -relevanz, Aktualität oder Verständlichkeit: Unter inkontakt(at)bv.aok.de können Sie uns gerne Rückmeldung geben.
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Für Erkrankte da sein: Oliver Blatt im Podcast „G+G Kassentreffen“
„Wir müssen für die da sein, die krank sind“, betont Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes. In der 13. Folge des Podcasts „G+G Kassentreffen – Wer kommt, was geht?“ spricht der Ökonom über die Herausforderungen eines unter Druck stehenden Systems, seinen Anspruch, finanzielle Spielräume zurückzugewinnen, und die Tragfähigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung. Zugleich unterstreicht er die Bedeutung von Prävention, um Krankheiten möglichst zu vermeiden.
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Starke Patientenrechte für chronisch Kranke
Die AOK begrüßt die Initiative der Grünen-Bundestagsfraktion zur Reform des Patientenrechtegesetzes. In seiner Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung im Bundestags-Gesundheitsausschuss im März betonte der AOK-Bundesverband die Notwendigkeit, die Beweislast von Betroffenen bei Behandlungsfehlern zu erleichtern. Zudem sollen die Möglichkeiten zur Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen verbessert werden. „Aus Sicht von Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen sowie ihrer Angehörigen ist eine Stärkung der Patientenrechte von großer Bedeutung“, betonte Claudia Schick, Referentin für Selbsthilfeförderung im AOK-Bundesverband.
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Kritik am Einsatz pränataler Tests
Eine fraktionsübergreifende Gruppe von mehr als 100 Bundestagsabgeordneten hat die Bundesregierung aufgefordert, die rechtlichen, ethischen und gesundheitspolitischen Grundlagen der Kassenzulassung für nicht-invasive Pränataltests (NIPT) zu überprüfen. Die bisherige Regelung kläre nicht eindeutig genug, wann diese Tests zum Einsatz kommen dürften. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hatte NIPT 2022 in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen. Sie analysieren das Blut der Mutter auf mögliche Behinderungen des Kindes durch eine Trisomie. NIPT sollen dem GBA-Beschluss zufolge nur gezielt bei Risikoschwangerschaften eingesetzt werden, die für eine Fruchtwasseruntersuchung in Frage kommen. Die Abgeordneten kritisieren in ihrem Antrag, dass aber mittlerweile fast jede zweite Schwangere den Test machen lasse. Bei den über 40-Jährigen seien es sogar 75 Prozent – damit sei die Untersuchung de facto zu einem Screening geworden. In der Bundestagsdebatte betonte Dagmar Schmidt (SPD), es dürfe nicht sein, dass systematisch nach Menschen mit einer Trisomie gescreent und dann empfohlen werde, das Kind nicht zu bekommen. „Das ist Stigmatisierung und Ausgrenzung, die wir nie wieder erfahren wollen.“
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Mehr Schutz vor digitaler Gewalt
Die Bundesregierung plant, Frauen besser vor digitaler Gewalt zu schützen. Dies kündigte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) nach Bekanntwerden des Falles von Collien Fernandes an. Eine Reform des Strafrechts solle möglichst rasch innerhalb der Bundesregierung abgestimmt werden, so Hubig. Fernandes hatte öffentlich gemacht, ihren Mann wegen digitaler sexueller Gewalt in Spanien angezeigt zu haben. Die Anzeige sei unter anderem in Spanien erfolgt, weil die Gesetzeslage in Deutschland nicht ausreichend sei. Gegenüber dem „Spiegel“ sagte die Bundesjustizministerin, dass es bei der Reform um alle digitalen Fakes gehe, die in Persönlichkeitsrechte eingreifen, also auch in nicht sexuellem Kontext. Damit nimmt ein Thema auch juristisch Fahrt auf, dass der AOK-Bundesverband im Rahmen der Selbsthilfe-Fachtagung „Vorsicht, Fake“ Anfang 2025 adressiert hat.
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Lungenkrebs-Früherkennung wird Kassenleistung
Gesetzlich Versicherte zwischen 50 und 75 Jahren, die aktuell oder früher über Jahre hinweg stark geraucht haben, können ab April 2026 einmal jährlich eine Untersuchung zur Lungenkrebs-Früherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomographie (NDCT) in Anspruch nehmen. Ziel ist es, Lungenkrebs bei besonders gefährdeten Menschen früh zu erkennen. Grundlage sind ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) sowie eine entsprechende Verordnung des Bundesumweltministeriums bezüglich des Strahlenschutzes.
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Neue Orientierungshilfe für Selbsthilfekontaktstellen
Selbsthilfekontaktstellen erhalten immer wieder Anfragen von Unternehmen oder Organisationen, die Produkte vorstellen, über Verteiler werben oder Selbsthilfegruppen für eigene Botschaften nutzen möchten. Eine neue Publikation der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (NAKOS) unterstützt Fachkräfte dabei, solche Anfragen im Sinne der gemeinschaftlichen Selbsthilfe einzuordnen und zu beantworten. Praxisbeispiele aus dem Arbeitsalltag und Textbausteine erleichtern die Orientierung im Umgang mit solchen Situationen.
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ICD-11 auf Deutsch: Testversion jetzt verfügbar
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat eine deutschsprachige Testversion der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11) veröffentlicht. Sie steht digital zur Verfügung und befindet sich noch in der Qualitätssicherung. Bis zur offiziellen Einführung der ICD-11 bleibt in Deutschland weiterhin die ICD-10 die gültige Klassifikation. Für Selbsthilfeorganisationen und Verbände bietet die Testversion bereits die Möglichkeit, sich frühzeitig mit den neuen Krankheitsbezeichnungen und Strukturen vertraut zu machen.
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Neuer Behandlungsansatz bei Demenz in der S3-Leitlinie
Jedes Jahr erhalten etwa 450.000 Menschen in Deutschland die Diagnose Demenz, aktuell sind mehr als 1,8 Millionen Menschen erkrankt. Die Alzheimer-Demenz macht den größten Teil der Demenz-Erkrankungen aus. Sie ist behandelbar, aber nicht heilbar. Empfehlungen zur optimalen Diagnostik und Therapie werden seit 2023 jährlich als Living Guideline in der S3-Leitlinie „Demenzen“ veröffentlicht. Expertinnen und Experten aus 37 Fachgesellschaften, Verbänden sowie Betroffenen- und Angehörigenorganisationen einigten sich Anfang März 2026 auf eine Aktualisierung der Living Guidelines. Die Empfehlung, Alzheimer-Demenz im Frühstadium mit den Antikörpern Lecanemab und Donanemab zu behandeln, wurde neu aufgenommen.
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Neue Hilfsmittel verbessern die Versorgung
GKV-Versicherte haben Anspruch auf eine mehrkostenfreie Versorgung mit Hilfs- und Pflegehilfsmitteln. Das Hilfsmittelverzeichnis, das jährlich angepasst und aktualisiert wird, legt fest, welche qualitativ hochwertigen, bedarfsgerechten und innovativen Hilfs- und Pflegehilfsmitteln zu Lasten der GKV verordnet werden können. In den vergangenen zwölf Monaten wurden 3.722 neue Produkte in dieses Verzeichnis aufgenommen. Mikroprozessorgesteuerte Handorthesen, smarte Anti-Dekubitus-Liegesysteme oder neue Aerosol-Inhalationsgeräte für Kinder sind nur drei Beispiele dafür, wie die ständige Aktualisierung des Hilfsmittelverzeichnisses die Versorgung der Versicherten verbessert. Insgesamt stehen gesetzlich Versicherten derzeit 47.825 Hilfsmittel in 42 Produktgruppen zur Verfügung. Davon profitieren GKV-Versicherte in mehr als 32 Millionen Versorgungsfällen jährlich.
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Erster Deutscher Präventionsgipfel
Beim Ersten Deutschen Präventionsgipfel des AOK-Bundesverbands am 5. März 2026 in Berlin diskutieren Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Gesundheitswesen über ungenutzte Präventionspotenziale und erfolgreiche Strategien aus anderen europäischen Ländern. Im Mittelpunkt stehen zentrale Handlungsfelder wie Ernährung, Bewegung sowie der Umgang mit Alkohol und Tabak. Fortschritte in der Prävention sind auch für Selbsthilfeorganisationen von großer Bedeutung, da sie chronisch kranke Menschen dabei unterstützen, einen gesundheitsförderlichen Lebensstil zu entwickeln und im Alltag umzusetzen.
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Fachgesellschaft fordert bessere Rahmenbedingungen für Menschen mit Diabetes
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat auf ihrer Jahrespressekonferenz politische Schritte angemahnt, um soziale Ungleichheiten in der Diabetes